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Test: Alesis Prestige Artist, mobiles E-Piano

5. Januar 2022

Einsteiger-Piano mit Extras

alesis prestige artist test

Alesis Prestige Artist, mobiles E-Piano

Neben E-Drums, Keyboard-Controllern und Live- und Recording-Produkten bietet der Hersteller Alesis auch mobile E-Pianos an. Im Rahmen der aktuellen Serie hatten wir im vergangenen Jahr bereits das Alesis Prestige im Test. Nun folgt das Prestige Artist, das preislich knapp 100,- Euro höher liegt. Wo genau die Unterschiede liegen, wie das Prestige Artist klingt und für wen es geeignet ist, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Überblick zum mobilen Digitalpiano Alesis Prestige Artist

Bereits auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass das Prestige Artist mit deutlich mehr Bedienelementen ausgestattet ist als sein kleinerer Bruder. Das lässt natürlich auf eine vielfältigere Ausstattung hoffen. Tatsächlich bietet das Prestige Artist fast doppelt so viele Sounds und entsprechend auch mehr Bedienelemente, um diese anzuwählen. Auch ein OLED-Display, das zwar klein, aber dennoch sehr gut ablesbar ist, hat Platz auf der angeschrägten Bedienoberfläche gefunden.

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alesis prestige artist test

Aufgrund der nach oben gezogenen Bedienfläche erinnert das Prestige Artist ein wenig an alte Rhodes oder die MP-Serie von Kawai. Hinsichtlich der Bedienung ist dies ein klarer Vorteil, denn sowohl das Display abzulesen, als auch das Keyboard zu bedienen ist hierdurch sehr gut möglich.

Die Bedienoberfläche hat Alesis zweigeteilt, so dass sich auf der linken Seite des Displays der Power-on/off-Schalter, der Lautstärkeregler sowie die globalen Funktionen wie Demo, Metronom, Reverb, Recorder und Settings befinden. Rechts vom Display befindet sich die Sound-Sektion sowie die beiden Elemente für Layer und Split. Die Tastatur kann nämlich auf Wunsch in zwei Bereiche mit unterschiedlichen Sounds aufgeteilt werden. Ebenso möglich ist das Übereinanderlegen von zwei Sounds, so dass man beispielsweise Piano und Streicher kombiniert spielen kann.

Die insgesamt 30 Preset-Klänge des Alesis Prestige Artist sind auf die sechs Sektionen Piano, Electric Piano, Organ, Orchestra, Synth und Bass aufgeteilt. Über die sechs entsprechenden Tasten erreicht man somit alle Sounds des E-Pianos in kürzester Zeit, ohne sich durch etliche Einträge scrollen zu müssen.

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Auch die restliche Bedienung des Pianos geht leicht von der Hand, so dass man das beiliegende Handbuch kaum benötigt. Ansonsten liefert Alesis das Prestige Artist mit dem zum Betrieb notwendigen externen Netzteil, einem Notenständer, dem ASP-2 Haltepedal sowie einem kleinen Software-Paket aus. Zu diesem gehören ein 3-monatiges Probe-Abonnement von Skoove, zwei Freimonate für die Online-Plattform TakeLessons sowie 60 kostenlosen Lektionen der Plattform Melodics.

Tastatur und Anschlüsse des Alesis Prestige Artist

Wie auch beim Prestige (ohne Artist) kommt bei diesem E-Piano eine 88 Tasten umfassende Graded-Hammermechanik-Tastatur zum Einsatz. Die Anschlagsdynamik der Tasten lässt sich in vier Stufen – von hard, medium über soft zu fixed – einstellen. Die Tastatur lässt sich sehr dynamisch spielen, agiert bei schnellen Passagen aber etwas behäbig. Hier könnten die Tasten ruhig noch etwas schneller zurückfedern.

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Anschlussseitig sind beide Prestige Pianos identisch ausgestattet. Als Audioausgang kommt ein 6,3 mm Klinkenpärchen zum Einsatz, auf der Vorderseite zum Spieler hin gerichtet, befinden sich zwei Kopfhörerausgänge (1x 3,5 mm Klinke, 1x 6,3 mm Klinke). Zuspieler für externe Signale lassen sich über eine 3,5 mm Klinkenbuchse anschließen.

Das Prestige Artist erlaubt den Anschluss eines Sustain-Pedals sowie einer kompletten 3-fachen Pedaleinheit. Ebenso möglich ist der Anschluss an einen Computer, dies erfolgt über den USB-Port. Somit lässt sich das Prestige Artist auch als Einspielkeyboard für die DAW nutzen. Der direkte Anschluss an MIDI-Equipment ist aufgrund fehlender MIDI-DIN-Buchsen nicht möglich. Das empfinde ich im Falle des Prestige Artist aber nicht als tragisch, da die Käufergruppe wohl zu 99 % aus reinen Piano-Spieler/innen besteht. Die Buchse für das externe Netzteil rundet die Rückseite des Pianos ab.

alesis prestige artist test

Wie klingt das Alesis Prestige Artist?

Für eine ansprechende Wiedergabe ist ein passendes und leistungsstarkes Lautsprechersystem notwendig. Mit 2x 25 Watt ist das Prestige Artist dafür gut aufgestellt. Ausreichend Lautstärke produziert das Piano, dabei bietet es einen schönen räumlichen Klang. Der Bass ist druckvoll und sauber – auch bei hohen Lautstärken. Insgesamt klingt das Piano für meinen Geschmack aber etwas matt und könnte durchaus etwas mehr Brillanz vertragen.

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Den kleineren Bruder Prestige liefert Alesis mit insgesamt drei akustischen Pianos aus. Viel mehr sind es beim knapp 100,- Euro teureren Prestige Artist allerdings auch nicht, denn dieses bietet mit dem „Upright Piano“ gerade mal ein A-Piano mehr. Der fünfte Sound der Piano-Sektion ist (ebenfalls wie beim Prestige) ein Harpsichord. Qualitativ sind diese Preset-Klänge in Ordnung und man deckt damit ein recht großes Einsatzgebiet ab. Die beiden Grand Piano Sounds 1 und 2 sind recht universell einsetzbar, der eine etwas heller, der zweite etwas dunkler abgestimmt. Sie eignen sich für klassische Klavierliteratur wie auch modernere Songs.

Der Bright Piano Sound kommt recht knallig rüber und setzt sich dank dieser Abstimmung auch in dichteren Arrangements durch. Der Upright-Sound ist dagegen etwas kantiger und wartet mit mehr Charakter auf.

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Bei den fünf Sound der Electric Piano Sektion (MK1 EP, Suitcase EP, Wurli EP, FM Piano, Clavinet) geht es insgesamt sehr rudimentär zu, so dass mich diese Klänge nur mäßig begeistern. Alles klingt doch recht brav und statisch. Klangvariation ist durch leichten oder harten Anschlag kaum umzusetzen, hier fehlt es einfach an ausreichend Velocity-Stufen. Aufgrund fehlender Effekte lässt sich da im Nachhinein auch nichts mehr großartig aufbessern, schade.

Die Orgel-Sektion des Pianos teilt sich in drei Jazz/Rock-Orgeln sowie zwei Pfeifenorgeln auf. Gerade im Chor-Bereich greift man ja gerne mal auf Pfeifenorgeln oder das zuvor erwähnte Cembalo zurück. Qualitativ zeugen diese Sounds des Prestige Artists allerdings auch nicht von bester Qualität. Auch bei den Orchester- (Streicher, Chor, Vibraphon, Marimba, Celesta), Synth- (fünf Pads) und im Bass-Bereich wird es insgesamt leider nicht besser.

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Extras des Alesis Prestige Artist Piano

Split- und Layer-Kombinationen hatte ich bereits erwähnt, zusätzlich bietet das Prestige Artist noch einen Reverb-Effekt. Dieser bietet fünf nicht veränderbare Presets (Hall 1, Hall 2, Room, Stage, Plate), die wiederum in ihrer Intensität (Depth) eingestellt werden können. Klanglich geht das soweit in Ordnung.

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Ebenfalls an Bord ist ein Arpeggiator, der mit sechs Abspielmodi aufwartet: Up, Down, Incl, Excl, Order, Random. Einstellen lässt sich dieser auf die Notenwerte 1/4 bis 1/32 Triole, zusätzlich kann man den Gate von 5-100 % stufenlos einstellen. Auch lässt sich darüber entscheiden, ob der Arpeggiator nur auf den Lower-, den Upper- oder den kompletten Tastaturbereich reagieren soll. So schön ein Arpeggiator bei Synthesizern, Workstations oder Controllerkeyboards (dann in Verbindung mit Software-Instrumenten) auch sein mag, sehe ich für diesen bei einem vornehmlich auf Pianisten fokussierten Produkt keinerlei nennenswerten Mehrwert und empfinde diesen entsprechend irgendwie fehl am Platz.

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Ansonsten bietet das Alesis Prestige Artist die üblichen Einstellungsmöglichkeiten wie Transposition, Tuning (Stimmung), Metronom, Demo-Songs, MIDI-Kanal, Local-on/off sowie Auto-Standby, der das Gerät nach 30-minütiger Inaktivität automatisch ausschaltet.

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Fazit

Mit dem Prestige Artist hat Alesis ein passable E-Piano im Programm. 30 Sounds sind an Bord, hinzu gesellen sich die klassischen Funktionen des mobilen Pianos: Split, Layer, kleine Effektsektion. Die Optik und die Verarbeitung stimmt, die Tastatur ist gut, könnte aber etwas schneller agieren. Die Qualität der Preset-Klänge ist zufriedenstellend bis gut.

Beim Blick auf die aktuellen Mitbewerber wird es das Prestige Artist vermutlich schwer haben sich zu behaupten. Casio hat seine PX-Modelle (S1100, S3100) im ähnlichen Preisbereich angesiedelt und überzeugt mit besseren Klängen. Auch den Klassiker P-125 von Yamaha sollten sich Interessierte in diesem Preisbereich einmal anschauen.

Plus

  • Piano-Sounds
  • Bedienung

Minus

  • Effekte

Preis

  • 549,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Da hat sich auch in den letzten 25 Jahren viel getan. 30 Sounds und diese verwendbar im Split, – und Layermodus? Hat unser Korg alles nicht! Trotz der klanglichen Schwächen klingen die Pianos ebenso meines Erachtens besser wie bei unserem EP. Dazu kommen noch die kleinen Maße und das akzeptable Gewicht dank eines heutzutage schmalen Platinenstreifen im Inneren. Der Rest an Platz wurde verwendet für 8 oder gar 10 Boxen (Bild Oberansicht), damit es ordentlich soundet. Klasse! Zuerst war ich sehr verwundert über die fehlende MIDI-Integration und es ist meiner Meinung nach eine reine Kostenersparnis. Aber ich gebe dir Felix vollkommen recht: In der heutigen Zeit von VST-Technologie (Softwareinstrumente) gibt es schlichtweg diese Zielgruppe nicht mehr, um ein klassisches E-Piano mit Drummachines oder dem Rechner zu verknüpfen. Dank USB ist es trotzdem als MIDI-Keyboard verwendbar. Dies alles für knapp über 500 Euro. Das würde ich für den Preis nicht mal antesten wollen, sondern einfach spontan kaufen und schauen wie man damit zurecht kommt. Für Heimspieler, Kinder, Einsteiger usw. sicherlich mehr als brauchbar. Schick ist es ebenso.

    • Profilbild
      ctrotzkowski  

      Nun ja, bei aller Begeisterung für den technischen Fortschritt im allgemeinen, und die Vintage-Meriten die sich Alesis in der ferneren Vergangenheit (auch bei mir) verdient hat….

      Spontankäufe von Musikinstrumenten wie diesem sind selten ein guter Rat.
      Wann immer möglich, ist ein persönlicher vor-Ort Eindruck über Klang, Bedienung und Haptik unschlagbar.
      Und falls man auf Versand angewiesen ist: Felix hat ja auch Alternativen genannt, die zumindest bestimmte Vorlieben gezielter bedienen und in machen Fällen auch das bessere Preis/Leistungsverhältnis haben können.

      Denn auch (oder besonders?) Anfänger haben ein Instrument verdient, daß sie persönlich inspiriert (und nicht einfach etwas, daß irgendwie viel besser ist als vor 20 Jahren in der Preisklasse) ;-)

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