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Test: Alesis Q49 und QX49, Keyboard-Controller

29. Juni 2011

Neuer vielseitiger MIDI-Master

In der großen Masse der MIDI-Masterkeyboards ist es schwer, noch wirklich Neues auf dem Markt zu finden. 2011 auf der NAMM vorgestellt, will Alesis seinen Wettbewerbern nun mit Qualität und attraktivem Preis die Butter vom Brot nehmen. Der Nachfolger des Keyboard Controllers Q49 präsentiert sich mit einigen neuen Features und mausert sich so zum idealen Masterkeyboard für kleine Studios.

Alles was das Herz begehrt

Wer das Alesis QX49 auspackt, wird erfreut feststellen: Der Preis von momentan 149 Euro hat sich auf den ersten Blick mehr als gelohnt. 8 Fader, 4 weiche Pads und ein wahrer Haufen an Funktionstastern, hier wird jeder die richtige Belegung für seine Projekte finden. Die 8 Potis lassen sich zwar nicht ins Endlose drehen, haben aber „den richtigen Grip“, um auch mit schwitzigen Händen noch bedient werden zu können. Das gut lesbare Display ist in dunklen Studio- oder Live-Situationen hell und kontrastreich. Exzessive Pitchbend- oder Modulationsradnutzer könnten sich aber etwas mehr Rutschfestigkeit für diese Bauteile wünschen. Dazu gibt es MIDI In & Out, welche gleichzeitig genutzt, das QX49 zum DAW-Controller machen.

Bei der Ergonomie all dieser Elemente hat der Hersteller mitgedacht, alles fühlt sich „richtig gut“ an. Doch obwohl diese Features in dieser Preisklasse schon die Erfüllung vieler kleiner Träume sein könnten, lässt sich der Controller auch – nicht unbedingt selbstverständlich – mit Linux nutzen. Die Verbindung mit jedem gängigen PC oder Mac klappt recht einfach, dazu später mehr. Strom kann per Netzteil oder USB zugeführt werden, ein Batteriefach fehlt allerdings.

Zum Vergleich der Vorgänger Q49

Tasten: 90/60/90?

Wer zum ersten Mal auf dem QX49 zu spielen beginnt, wird feststellen, dass schwarze und weiße Tasten kürzer als gewohnt ausfallen. Professionelle Pianisten und Tastenveteranen oder Keyboarder, die ein möglichst gewohntes Spielgefühl erwarten, werden damit ihre Probleme haben, für kleinere Finger liegt der Druckpunkt aber weiter hinten, was eine durchaus eine Bereicherung sein kann. Die in der anschlagsdynamischen Tastatur verbauten Federn schaffen aber trotz der kompakten Bauweise der Tasten ein gutes Spielgefühl, wenngleich der höchste Velocity-Wert von Haus aus recht schnell erreicht ist. Per Software lässt sich das aber ja ändern.

Äußere und innere Werte

Auch äußerlich kann sich das Alesis QX49 durchaus sehen lassen. Natürlich fehlen in dieser Preisklasse edle Klavierlack-Oberflächen oder Leuchtkränze, alle Tasten sind aber LED-beleuchtet und bestehen zusammen mit dem Gehäuse aus Gummi und Hartplastik. Robust sind Tasten und sonstige Elemente aber allemal – rauer Bühnenumgang ist also kein Problem.

Software ist alles

Großes Manko vieler Hersteller: die Software. Doch auch hier weiß Alesis teilweise zu überzeugen.

Das Verbinden mit Cubase oder dem beigelegten Ableton Live lite klappt erst nach Schließen der Programme. Unkompliziertes Anschließen während einer Session ist ohne nervige Dauertöne nicht möglich. Die Navigation klappt mit umfunktionierten Funktionstastern und der Klaviatur – in dieser Preiskategorie aber nicht unbedingt ungewöhnlich. Hektische Live-Situationen können da aber natürlich manchmal brenzlig werden, was wiederum das übersichtliche Display im Vergleich zur Konkurrenz wieder wett macht. Sollten alle Stricke reißen, hilft ein Panic-Button, der sofort alle Ausgaben des Alesis stoppt. Ansonsten läuft alles wie von Alesis gewohnt sauber und flüssig.

Fazit

Das Alesis QX49 ist ein günstiges und sehr funktionelles Mini-Masterkeyboard, das in Details wie dem Navigieren innerhalb von Software oder den Tastenmaßen nicht immer eine optimale Figur macht. Wer aber Features bekommen möchte, die sich andere Hersteller teurer bezahlen lassen, kommt an diesem gut gebauten Controller nicht vorbei. Alesis kann hoffen, hier einen Bestseller gelandet zu haben.

Plus

  • Preis
  • großes übersichtliches Display
  • viele Controller Möglichkeiten
  • Verarbeitung

Minus

  • Navigation
  • Tastenmaße

Preis

  • UVP: 180,- Euro
  • Straßenpreis: 149,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    gaffer  AHU

    soll ich wieder mit: was ist mit Aftertouch ? anfangen? Aber ich bin lernfähig. Nachdem ich beim Behringer Masterkey gelernt habe dass es in dieser Preisklasse keinen Aftertouch gibt sage ich: wir haben verstanden, hier kann keiner drin sein – zu billig. Ich weiss jetzt: guck auf den Preis und du kennst die Features. Dann kann ich mir den Test ja auch sparen ;-)

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      Das ist natürlich wahr. Bedenkt man allerdings, dass sich in dieser Instrumentenkategorie alle Hersteller nichts schenkenm können sich Einzelne auch kaum einen zu hohen Preis für wenig Features leisten, sprich, bieten ihre Produkte zum „konkurrenzfähigsten“ Preis an.

      Vielleicht spricht sie die Emu-Serie an, die in eine etwas andere Richtung geht?

  2. Profilbild
    micromoog  AHU

    Miditastaturen sind doch seelenlos, von daher fast beliebig austauschbar, der eine braucht mehr Knöbbe, der andere orintiert sich an den Gehäuseabmassen damit es ohne weiteren Aufwand unter den IKEA-Schreibtisch passt.

    Zuviel Berichterstattung hierfür imho unnötig!

  3. Profilbild
    studio-kiel  

    Hab das QX49 heute gekauft. Alles super – endlich mal eine günstige Tastatur, die beim spielen nicht lauter klappert als der angespielte Sound – wirklich positiv! Die mitgelieferte Ableton Map funktioniert einwandfrei – die Cubase Map hingegen überhaupt nicht :-( SERIENFEHLER? wenn auf meiner Tastatur Ais2 drücke und gedrückt halte, treffe ich bei Fis3 auf eine tote Taste :-( Mal sehen, was Alesis morgen antwortet – ansonsten gehts zurück und ich werde auf das Novation Impulse warten. Kostet zwar das Doppelte, aber das wird sich sicher lohnen…

  4. Profilbild
    studio-kiel  

    Aftertouch hast du über den DataEntry-Regler – kenne auch kein VSTi, das mal richtig schön auf Aftertouch zurückgreift. Alles nur noch lieblose Sample-Librarys statt schön programmierte Sounds :-(

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