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Test: Alesis V49 MK2, V61 MK2, MIDI-Keyboard

15. Dezember 2021

Sie wollen mehr als nur spielen

alesis v49 v61 mk2 test

Alesis V49 MK2, V61 MK2, MIDI-Keyboard

Nachdem wir uns kürzlich das 88-Tasten-Keyboard Q88 Mk2 von Alesis näher angeschaut haben, folgt heute der Test der beiden Controllerkeyboards V49 Mk2 und V61 Mk2. Welche Ausstattung diese zu bieten haben, für welche Einsatzgebiete sie sich eignen und ob und wie sie sich von den Mitbewerbern abheben, erfahrt ihr im folgenden Test.

Was bieten die Controllerkeyboards Alesis V49 Mk2 und V61 Mk2

Beim Blick auf das eingangs erwähnte Q88 Mk2 wird sofort klar: Alesis konzentriert sich bei diesem Modell auf das absolute Minimum. Mehr als eine handvoll Bedienelemente und natürlich den kompletten Tastaturumfang von 88 Tasten bietet es nicht, was aber kein Kritikpunkt ist. Denn oftmals benötigt man ja genau solch ein kompaktes Keyboard. Ob fürs Tonstudio oder die Live-Bühne spielt dabei zunächst einmal keine Rolle, wichtigster Bestandteil ist hierbei natürlich die Tastatur. Alesis V-Serie bietet da schon etwas mehr, vor allem im Hinblick auf Steuerungselemente wie Fader, Potis & Co.

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alesis v49 v61 mk2 test 3

Die zweite Generation der V-Serie bietet Alesis in drei Versionen an. Erhältlich ist es in den Tastaturgrößen 25, 49 und 61 Tasten. Technisch gibt es keinerlei Unterschiede, auch die 25er Version, die mit den Maßen 430 x 244 x 94 mm durchaus als kompakt zu bezeichnen ist, bietet löblicherweise die gleiche Anzahl  an Bedienelementen wie seine zwei größeren Brüder. Oftmals wird bei den kleinen Versionen ja gerne mal etwas abgespeckt. Schön, dass beim V25 Mk2 nichts dem Rotstift zum Opfer gefallen ist.

Mit den Maßen 812 x 244 x 94 mm (V49 Mk2) bzw. 978 x 244 x 94 mm (V61 Mk2) fallen die beiden größeren Versionen der V-Serie nicht allzu ausladend aus und lassen sich mit einem Gewicht von 2,75 kg bzw. 3,3 kg auch leicht transportieren. Entsprechend des geringen Gewichts bestehen die Gehäuse der Keyboards komplett aus Kunststoff. Die zweiteiligen Gehäuse sind sauber gearbeitet und miteinander verschraubt. Alle Ecken sind großzügig abgerundet. Die Bedienoberfläche ist Alesis beim V49/V61 Mk2 leicht nach vorne geneigt.

alesis v49 v61 mk2 test

Links der Tastatur befinden sich Pitchbend- und Modulationsrad, alle anderen Bedienelemente sind – leicht nach links versetzt – auf der Fläche oberhalb der Tasten zu finden. Hierzu gehören acht anschlagsdynamische und hintergrundbeleuchtete RGB-Pads sowie vier Drehregler. Noch ein Schritt weiter nach links befinden sich sechs Soft-Drucktaster, über die weitergehende Funktionen ausgelöst und gesteuert werden können. Während die acht Pads relativ hart abgestimmt sind, fühlt sich der Druck auf die sechs Tasten sehr weich an. Zu weich für meinen Geschmack, dazu kippen sie auch seitlich weg sofern man sie nicht mittig trifft. Das erhöht den haptischen Eindruck zumindest mal nicht, schade.

alesis v49 v61 mk2 test 3

Anders sieht das bei den Drehreglern sowie Pitchbend- und Modulationsrad aus. Diese laufen mit der notwendigen „Schwere“ in ihren Bahnen, hier passt also alles.

Welche Tastatur und Anschlüsse bieten Alesis V49 Mk2 und V61 Mk2?

Die 49 bzw. 61 Tasten des V49/V61 Mk2 sind gewichtet und anschlagsdynamisch, Aftertouch bieten sie nicht. Die Gewichtung fällt vergleichsweise leicht aus. Hinzu kommt, dass der Anschlag etwas schwammig ist und sich dadurch nicht sofort ein super Spielgefühl entwickelt. Schön ist dagegen, dass die Tasten sehr schnell in ihre Ausgangsposition zurückfedern.

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Rückseitig befinden sich alle Anschlüsse des MIDI-Keyboards, wobei MIDI sich im Falle von V49/V61 Mk2 nur auf USB-MIDI beschränkt. Eine MIDI-DIN-Buchse sucht man hier leider vergeblich. Dafür bieten die beiden Keyboards eine Sustain-Buchse zum Anschluss eines Haltepedals, ein Kensington Lock zur Sicherung des Eigentums, ein Power-on/off-Schalter sowie die obligatorische USB-Buchse zur Verbindung mit dem Computer. Den von mir beim Q88 Mk2 gelobten zweiten Pedalanschluss hat Alesis bei V49/V61 Mk2 leider eingespart. Und das, obwohl er hier als Expression- oder mit anderen MIDI-CCs belegter Controller doch sicherlich viel zum Einsatz kommen würde.

alesis v49 v61 mk2 test 3

Vergleicht man die erste V-Generation mit den aktuellen Mk2-Modellen, fällt zunächst die unterschiedliche Positionierung der Bedienelemente auf. Besaßen die MK1-Versionen noch links der Tastatur ein Feld, auf dem alle Bedienelemente Platz fanden, befinden sich hier wie beschrieben nur noch die beiden Drehräder, alles andere ist in den Bereich oberhalb der Tastatur gerutscht.

Bei den Anschlüssen hat die Mk2-Version den Power-on/off sowie das Kensington Schloss hinzubekommen, beide gehörten bei der ersten Generation der Controllerkeyboards noch nicht zur Ausstattung.

Praxiseinsatz von Alesis V49 Mk2 und V61 Mk2

Die beiden Keyboardcontroller arbeiten beide in Plug & Play Manier, so dass sie nach dem Anschluss am Computer sofort erkannt und als Einspielkeyboard in Kombination mit einer DAW oder Standalone-Software-Instrumenten eingesetzt werden können. Für den passenden Start legt Alesis den Keyboards ein Software-Paket bei, das sich nach Registrierung auf alesis.com (kostenloses User Konto, Registrierung der Seriennummer des Keyboards) mit Hilfe des „Alesis MIDI Software Installers“ herunterladen lässt. Mit diesem Tool folgt Alesis der Entwicklung vieler anderer Hersteller eine eigene Manager-Software für die diversen Programme, Add-ons, Editoren usw. zu nutzen. Komfortabel ist solch eine Software allemal, allerdings bleibt es im Verborgenen, was man sich hierdurch alles auf den Computer lädt. Die Installations-Software ist 228 MB groß – im Hinblick darauf, dass man evtl. nur den MIDI-Editor benötigt, schon einiges an Daten.

Alesis vi49 vi61 mk2 software manager test

Im Software-Paket von V49/V61 Mk2 enthalten ist die MPC Beats Software, die den legendären Pad-Workflow-Modus nachbildet. Weitere Informationen dazu findet ihr hier. Um auch gleich eine stattliche Anzahl von Sounds und Loops nutzen zu können, legt Alesis sieben MPC-Expansion-Packs hinzu.

Alesis vi49 vi61 mk2 software manager test

Wer sich für das kommende Jahr vorgenommen hat, endlich das Thema „Klavier spielen lernen“ anzugehen, bekommt beim V49/V61 Mk2 sogleicht die passende Software hinzu. 60 Gratis-Lektionen von Melodics sowie ein kostenloses 3-Monats-Abo von Skoove gehören nämlich ebenfalls zum Lieferumfang. Dieser enthält im Übrigen auch ein passendes USB-Anschlusskabel, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung sowie die Sicherheits- und Garantiebestimmungen.

Wer das MIDI-Keyboard zum Senden von MIDI-Kommandos nutzen möchte, bekommt mit dem beiliegenden Editor eine gute Software, über die alle hierfür notwendigen Kommandos, MIDI-Control-Change-Befehle etc. programmiert werden können.

Alesis vi49 vi61 mk2 software manager midi editor

Die Bedienung des MIDI Editors ist intuitiv und einfach gehalten. Über die fünf Reiter

  • Keybed
  • Wheels & Sustain
  • Knobs
  • Pads 1-4
  • Pads 5-8

gelangt man zu den detaillierten Einstellungsmöglichkeiten. Für die Drehregler lassen sich neben MIDI-Kanal und MIDI-Control-Change-Befehl auch Min- und Max-Werte festlegen, bei den Pads lässt sich darüber hinaus festlegen, ob  sie im Toggle- oder Momentary-Modus arbeiten bzw. einen Program-Change-Befehl senden sollen. Für alle acht Pads zusammen lässt sich eine von acht Anschlagskurven einstellen, auf Wunsch senden die Pads aber auch einen fixen Velocity-Wert.

Komplette Setups lassen sich lokal auf dem Computer speichern und können einzeln (im Keyboard selbst ist stets nur ein Setup gespeichert) zum Keyboard gesendet bzw. von dort geladen werden.

alesis v49 v61 mk2 test 3

Zu guter Letzt legt Alesis den Keyboards noch Pro Tools First in einer speziellen Alesis Edition bei. AVID bietet Pro Tools First auch eigenständig als kostenlose Einsteiger-DAW an. In unserer großen Marktübersicht der kostenlosen DAWs findet ihr hierzu weitere Informationen.

Arpeggiator, Full Level und Note Repeat

Als schönes Extra bieten V49/V61 Mk2 einen internen Arpeggiator. Ein Druck auf den ARP-Button genügt und eure gehaltenen Töne/Akkorde laufen in sechs unterschiedlichen Abspielrichtungen los. Die sechs Modi sind:

  • Aufwärts
  • Abwärts
  • Inklusive (Wiedergabe vom tiefsten bis zum höchsten Ton und zurück. Tiefste/höchste Noten werden beim Umkehren der Sequenz zweimal gespielt)
  • Exklusive (Wiedergabe vom tiefsten bis zum höchsten Ton und zurück. Tiefste/höchste Noten werden beim Umkehren der Sequenz einmal gespielt)
  • Order (Wiedergabe in der Reihenfolge wie die Töne gespielt wurden)
  • Random (zufällige Reihenfolge)

Die Abspielrichtung wie auch die Time-Division lassen sich durch gehaltenes Drücken des ARP-Buttons sowie dem gleichzeitigen Drücken der passenden Taste am Keyboard einstellen. Für die Noten kann 1/4 bis 1/32 Triole gewählt werden. Zusätzlich lässt sich der Swing in fünf Stufen zwischen 50 % (kein Swing) und 64 % einstellen.

alesis v49 v61 mk2 test 3

Der Arpeggiator läuft entweder in seinem eigenen Tempo, wobei das Tempo nur getappt, nicht numerisch eingestellt werden kann. Alternativ lässt sich der Arpeggiator des V49/V61 Mk2 auch zu einer externen Quelle synchronisieren, beispielsweise zu einer DAW.

Die von AKAI MPC bekannten Features Full-Level und Note-Repeat lassen sich für die Pads des Keyboards aktivieren. Hierüber wird auf Wunsch stets die volle Velocity ausgegeben (andernfalls lassen sich die Pads anschlagsdynamisch spielen) bzw. ein Pad-Druck sorgt für mehrfaches Triggern des Sounds/der Note.

alesis v49 v61 mk2 test 3

Die Arbeit mit dem Alesis V49/V61 Mk2 macht Spaß. Schön wäre sicherlich noch eine Smart-Chord-Funktion gewesen, die mittlerweile – ebenso wie der Arpeggiator – fast schon zum Standard der MIDI-Keyboards gehört. Bei den Drehreglern und Pads kann man ruhig beherzt zugreifen, diese agieren sehr gut. Die Tastatur ist, wie bereits erwähnt, sehr leicht gewichtet und hinterlässt ein etwas schwammiges Gefühl.

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Fazit

Bei den beiden Controllerkeyboards Alesis V49 Mk2 und V61 Mk2 handelt es sich um gute Keyboards für den Tonstudio- und Live-Einsatz. Wer nur eine handvoll Steuerungsmöglichkeiten benötigt, kommt mit der Ausstattung dieser Keyboards sicherlich gut zurecht. Die Verarbeitung ist gut, die Drehregler und Pads funktionieren gut. Kritik muss Alesis in diesem Fall für die Tastatur einstecken. Diese hinterlässt einen schwammigen Eindruck und ist insgesamt zu leicht gewichtet.

Schön ist das umfangreiche Software-Paket, das mit kostenloser Einstiegs-DAW Pro Tools First, der MPC Beats Software samt Expansion-Packs, Klavier-Übungs-Software und einem MIDI-Editor gut ausgestattet ist.

Plus

  • gute Ausstattung zum günstigen Preis
  • Software-Paket
  • gute Verarbeitung

Minus

  • kein MIDI-DIN-Ausgang
  • Tastatur

Preis

  • Alesis V49 Mk2: 99,- Euro
  • Alesis V61 Mk2: 139,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Der Preis hat sich nicht verändert. Perfekt so! Auch gut das die Pads nach oben gekommen sind. Ich komme nämlich beim betätigen der Wheels gerne versehentlich dahin. Aber: Ich wollte damals (rede ist vom Vorgängermodell) ein MIDI-Key ohne groß Schnick-Schnack, anschließen, ohne Einarbeitung und Installation. Genau diese Kriterien erfüllt es. Anschließen und loslegen! Für den Preis ist die Tastatur in Ordnung und selbst so manches E-Piano hat dbzgl. keine deutlich Bessere. Dennoch sieht man die typischen Merkmale eines einfachen Plastikspritzgusses und der Stand war auch zu Beginn etwas wackelig (ggf. ausgleichen). Für jemand der kurze Akkorde einspielen, Presets vorhören und ab und zu jamen möchte, mit einer normalgroßen Tastatur, ist das Alesis top zu empfehlen. Ich brauchte nicht mehr (in Bezug auf MIDI in Verbindung mit der DAW) und bin damit sehr zufrieden. Denke das aktuelle Modell ist kein deut schlechter.

  2. Profilbild
    SkandinAlien  

    Weiss man ob das 25er auch Fullsize Keys hat? Ich musste meinen Tonspielplatz leider drastisch verkleinern und mein geliebtes Roland A49 findet keinen Platz mehr. Da käme das V25 gerade recht. Ich möchte nicht vollkommen auf eine Klaviatur verzichten. Minikeys funktionieren dank meiner eher grossen Hände nicht.

    • Profilbild
      Filterpad  AHU

      SkandinAlien: Sehr gute Frage! Ich meine ja, aber kann es nicht 100 pro garantieren. Ich würde beim Musikhändler deines vertrauens eine Email schreiben oder anrufen. Die beim T sind, was Email anbelangt, ganz zuverlässig laut meiner Erfahrung.

      • Profilbild
        SkandinAlien  

        „25 full-size, velocity-sensitive, synth-action keys“ laut alesis.com

        Ich werde mir das Dingelchen tatsächlich mal genau anschauen.

        • Profilbild
          Filterpad  AHU

          Top! Wie erwähnt habe ich den Vorgänger und kann sagen: Ich habe vom Spielgefühl tatsächlich eine billigere Tastatur erwartet. Für den Preis ist sie OK. Man sieht eher an der Optik, dass es ein einfacher Spritzguss ist. Auch die Anschlagdynamik ist jetzt nicht die feinfühligste. Ich habe diese über das Alesis free Plug-in ausgeschaltet (Einstellung Null). Braucht kein Mensch meiner Ansicht nach. 🤭 Also für einfache MIDI-Eingaben reicht das Teil mehr als genug.

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