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Test: Alexandernaut Fugue Machine Rubato, MIDI-Sequencer für iOS/macOS

Die achtfache Kunst der Fuge

8. August 2025
Alexandernaut Fugue Machine Rubato test

Alexandernaut Fugue Machine Rubato

Alexandernaut Fugue Machine Rubato ist ein MIDI-Sequencer mit acht Playheads (anstatt von Spuren oder Patterns) und eignet sich damit besonders für komplexe Wiederholungsmuster. Das Playhead-Konzept ist prinzipiell mit Tonbandechos verwandt. Die Noten laufen im Loop und die Variation kommt von der (modulierten) Position der Tonköpfe. Im folgenden Test erfahrt ihr alles zu diesem MIDI-Sequencer, der für iOS und macOS erhältlich ist.

Kurz & knapp

  • Einzigartiges Konzept: Acht Playheads ersetzen klassische Spuren und ermöglichen komplexe, modulierte Loop-Variationen.
  • Maximale Kontrolle: Umfangreiche Modulationsmöglichkeiten auf Noten- und Playhead-Ebene für detailreiches Sequencing.
  • Kreatives Potenzial: Das Rubato-Prinzip erlaubt rhythmische Freiheiten und asynchrone Abläufe – ideal für experimentelle Musik.
  • Gute Bedienung, aber: Trotz intuitiver Oberfläche sind Shift-Funktionen und kleine GUI-Schwächen hinderlich.
  • Fazit des Autors: Für Kenner der Materie ist Rubato ein Top-MIDI-Sequencer mit Vorreiterrolle – fast konkurrenzlos innovativ.

Bewertung

Alexandernaut Alexandernaut Fugue Machine Rubato

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Alexandernaut Fugue Machine Rubato

Bei dem iOS/macOS-Sequencer Alexandernaut Fugue Machine Rubato darf der direkte Bezug auf die musikalische „Fuge“ nicht vergessen werden. Eine Fuge ist ein mehrstimmiges Musikstück mit gleichgewichteten Stimmen, deren Komposition auf einem Thema basiert, von dem alle Motive abgeleitet werden und die sich in ständigen Variationen wiederholen. So gesehen ist eine Fuge Sequencer-Musik und eine Sequenz definiert sich in der Musiktheorie ja auch als Wiederholung von Motiven.

Die Fuge kam während des Barocks auf und besonders Johann Sebastian Bachs große Fugensammlung ist ein meisterliches Beispiel für diesen Musikstil. Danach ging es in dieser Richtung erst wieder im Jahr 1919 mit 12-Ton-Musik, gefolgt von der Seriellen Musik (ca. 1947) weiter und so sind wir dann letzten Endes wohl bei Alexandernauts Fugue Machine gelandet.

Alexandernaut Fugue Machine Rubato, MIDI-Sequencer für iOS/macOS

Alexandernaut Fugue Machine Rubato, MIDI-Sequencer für iOS/macOS

Die App Fugue Machine (Classic) geht auf das Jahr 2015 zurück und sticht mit seinem Poly-Playhead-Konzept schon aus der Masse an MIDI-Sequencern heraus. Außerdem bekam sie zeitnah, mit dem Release von Alexandernauts Fugue Machine Rubato, auch ein Upgrade auf das AUv3-Format und bleibt damit weiterhin relevant.

Rubato vs. Classic

Alexandernaut Fugue Machine Classic

Alexandernaut Fugue Machine Classic

Die Unterschiede zur Fugue Machine Classic sind im Wesentlichen, neben dem deutlich höheren Preispunkt von 69,99 Euro für iPad, iPhone und Mac im Standalone- und AUv3-Format, die Verwendung von nun acht Playheads und neuen internen Möglichkeiten für deren Modulation oder Sequenzierung.

So können die Playheads nicht mehr nur vorwäts und rückwärts den Loop durchlaufen, sondern jeder Playhead hat nun seine eigene variierende Zeitachse, Automation und Modulation. Daher auch der Zusatz „Rubato“ (ital: stehlen), mit dem in der Musiktheorie die Freiheit der Tempobehandlung beschrieben wird.

Dabei können (u.a.) einzelne Melodiestimmen „vorauseilen“ oder „verzögern“, bis sie zumindest zeitweise asynchron laufen. Das Rubato-Spiel beherrschten z. B. der gute Amadeus oder auch Chopin. Aber schon im 18. Jahrhundert kam diese spezifische Spielweise schon wieder aus der Mode. Heute würde man wohl eher Freestyle, Offbeat oder Drive dazu sagen.

Besitzer von Fugue Machine Classic können (derzeit nur) über das iOS-App-Store auf das Fugue Machine MIDI Sequencer Bundle preisgünstig upgraden.

Bedienung

Alexandernaut Fugue Machine Rubato iOS Settings Note Grid

Alexandernaut Fugue Machine Rubato iOS Settings Note Grid

Alexandernaut Fugue Machine Rubato sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas überfrachtet aus, ist aber tatsächlich sehr geradlinig zu bedienen. Was aber erstmal in den Kopf muss, ist, dass die Playheads das zentrale Element sind und nicht das Pattern. Daher man sollte aber wohl eher sagen: der Loop.

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Dieser kann bis zu 128 Schritte lang sein. Was davon aber tatsächlich abgespielt wird, hängt von der Begrenzung des Ausschnitts und der Position der horizontalen (Loop-Länge) und vertikalen (Notenumfang) Rollbalken ab, die für jeden Playhead eigene Einstellungen aufweisen. So kann man z. B. ein Thema bauen und dann in bis zu acht verschiedene Ausschnitte des Themas „hineinzoomen“, um nur diese zu spielen.

Parameter innerhalb von Parametern

Die Idee bei Rubato ist es, quasi ein Maximum an Variationen aus dem Thema herauszuholen. Dafür lässt sich prinzipiell alles automatisieren. Fangen wir bei den Noten an.

Rubato iOS Noten-Automation

Rubato iOS Noten-Automation

Noten können in Alexandernaut Fugue Machine Rubato in ihrer Rasterposition (X), ihrer Tonhöhe (Y), Notenlänge (W für Width) und der Anschlagsstärke (V) moduliert werden. Die Werte werden über die Automationspur eingezeichnet.

Automation Modulation 1

Automation Modulation 1

Dazu gibt es zwei Arten von Kontrollpunkten in Alexandernaut Fugue Machine Rubato: Halbkreis und Kreis. Halbkreis erzeugt einen ausschließlich rechteckigen Werteverlauf, der gut zum Ein-/Aus-/ Umschalten ist.

Der Kreis erzeugt dagegen eine direkte Linie zwischen zwei Kontrollpunkten. Sind per Shift zwei davon auf einmal ausgewählt, dann erscheinen am rechten Ende der Automationsspur weitere Parameter zum Erzeugen von Kurvenverläufen und Schwingungsformen inklusive Modulationsrate, Amplitude, Phasenlage, Geschwindigkeits- und Amplitudenverteilung für jede Note und jeden Parameter.

Automation Modulation 1

Automation Modulation 1

Automation Modulation 2

Automation Modulation 2

Alexandernaut Fugue Machine Rubato: Playhead-Mania

Die acht Playheads können alle separat automatisiert werden und alle sind identisch aufgebaut. Hier gibt es die vier Parametersektionen:

  • Zeit,
  • Pfad,
  • MIDI-Echo und
  • Note.
Zeit und Richtung

Zeit und Richtung

In der TIME-Sektion gibt es erstmal den RATE-Parameter für die Basisgeschwindigkeit des Playheads in Notenlängen (1x, Punktierte etc. ). Die zwei CURVE-Parametern bieten eine Auswahl von Kurvenformen mit logarithmischen/exponentiellen Werteverläufen.

Mit den RATE-Parameter wird dann in Notennotation festgelegt, wie schnell die Kurven durchlaufen werden. Da die beiden Geschwindigkeitskurzen miteinander interagieren, können so komplexe Tempo-Maps für eine Playhead erzeugt werden. So lassen sich z. B. Gitarrenanschläge (Strumming) aus Akkorden erzeugen.

Sekundärparameter

Sekundärparameter OFFSET, RECT, ECHO, NOTE

Als Sekundärparameter, die über die drei Punkte neben dem Sektionsnamen aufgerufen werden, gibt es für alle Parameter hier nochmal einen Offset-Wert.

In der PATH-Sektion wird die Abspielrichtung des Playheads moduliert. STYLE bietet zwischen normalem Vorwärts- und Rückwärts-Modus ca. ein Dutzend verschiedener Abspielmodi.

REPEATS bestimmt wie oft ein Schritt gespielt wird, während START die Schrittposition der ersten Schritte innerhalb des Loops festlegt.

Mit den Sekundarparametern wird die Höhe (Notenumfang) und X/Y-Position des Playheads auf dem Notenraster festgelegt. So wird, genau wie beim Notenausschnitt, der Bereich innerhalb des Loops/Themas festgelegt, in der der Playhead sich bewegt.

Parameter-Defaultwerte

Parameter-Default-Werte per SHIFT

In der ECHO-Sektion der App Alexandernaut Fugue Machine Rubato wird effektiv ein MIDI-Echo erzeugt und mit NOTE werden die Offsets für Notenhöhe und -Länge festgelegt, die der Playhead spielt, wenn er auf eine Note trifft. Ist STACK aktiviert, werden im Ausgangszustand bis zu vier Noten im Oktavenabstand gespielt. Mit den Sekundärparametern lässt sich dann diese Notenverteilung (Spreading) auch anders gestalten als im reinen Oktavenabstand.

Jeder einzelne dieser Parameter kann über seine eigene Automationspur moduliert werden. Außerdem kann, wenn bei gehaltenem SHIFT auf einen Parameternamen getippt wird, ein Menü zur Einstellung seiner Default-Werte geöffnet werden, das auch eine Parameterbeschreibung enthält.

Es können natürlich auch alle von den Playheads erzeugten MIDI-Daten frei wählbar auf acht MIDI-Ports mit je 16 Kanälen ausgegeben werden. Anstatt von Noten sind auf Wunsch auch Drum-Trigger möglich.

MIDI-Zuweisung

MIDI-Zuweisung

Weitere Features in Alexandernaut Fugue Machine Rubato

Allerdings gibt es auch Mängel, was die Barrierefreiheit angeht. Zu wenig Kontrast bei zu kleiner Schrift sind mal wieder Thema, aber da nehmen sich sehr viele andere Software-Tools leider auch nicht aus. Doch in diesem Fall mussten die Screen-Captures massiv aufgehellt werden, um akzeptabel lesbar zu sein. Eine hellere Oberflächenoption mit mehr Kontrast wäre hier sehr wünschenswert. Allerdings ist in der Roadmap für Rubato schon ein helle Oberfläche eingeplant. Das dürfte dann vieles leichter machen.

Settings

Settings

Im Handbuch von Alexandernaut Fugue Machine Rubato für die iOS-Version wird zwar eine Fingerakrobatikgeste für Double- und Triple-Shift-Funktionen angedroht (auf dem Mac gelöst mit SHIFT, ALT und OPTION) – und stellt das Kurioseste dar, das mir in über 13 Jahren iOS-Tests untergekommen ist – aber zum Glück wird diese Geste auf iOS nicht ein einziges Mal verwendet und man kann nur hoffen, dass es so bleibt.

Auch die Position und Größe der zweiten Shift-Taste ist meiner Meinung nach wirklich suboptimal und hindert am flüssigen Arbeiten, da sie sich zwischen anderen Icons befindet und nicht in der Ecke, wie die primäre Shift-Taste, die aber leider in der oberen Ecke etwas zu weit entfernt ist, um komfortabel erreichbar zu sein.

Andererseits gibt es hier die Option „Interface Padding“. Damit lässt sich einstellen, wie viel Platz zwischen dem Rand des AUv3-Fensters und der Rubato-Oberfläche ist. Eine Option, die ich bisher noch nirgendwo gesehen habe und unbedingt ins „Pflichtenheft für gute GUI-Programmierung“ aufgenommen werden sollte! Der üppige Snapshot-Browser lädt dabei auch zum hemmungslosen Ausprobieren ein.

Die macOS AudioUnit3-Version wurde mit Version 1.1.0 nachgereicht.

Davon werden aber augenblicklich nur Apple Logic for Mac-User etwas haben, da es sich hier um ein echtes AUv3 handelt, mit dem die meisten DAWs die Audio Units v2 unterstützen nichts anfangen können und Apple GarageBand unterstützt keine MIDI-Prozessor-Plug-ins.

So bleibt für etliche Mac-Benutzer, nur die MIDI-Daten aus der Standalone-Version von Rubato zu routen. Aber da manche DAWs ohnehin keine MIDI-Multi-Ausgänge bei Plug-ins auf verschiedene Spuren routen können, ist das weniger tragisch, als man annehmen möchte. Eventuell wird es noch eine VST3-Version geben, aber man sollte nicht versuchen die Luft bis dahin anzuhalten.

Die Roadmap zu Alexandernaut Fugue Machine Rubato weist auf etliche interessante Neuerungen und Verbesserungen hin, die zu erwarten sind.

Bei den Klangbeispielen wird die interne Sound-Engine von Rubato im Standalone-Modus verwendet.

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Klangbeispiele
Fazit

Alexandernaut Fugue Machine Rubato ist mit seinem Playhead-Konzept wirklich einzigartig in der weiten MIDI-Sequencer-Landschaft und überbrückt die Diskrepanz zwischen Experiment und musikalisch praktischer Anwendung mit spielerischer Leichtigkeit.

Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten: Wenn man sich die ersten Verständnisprobleme aus dem Weg geschaufelt hat, ist dies der MIDI-Sequencer des Jahres 2025 – mindestens!

Plus

  • einzigartiges Fugen-Konzept
  • leichte Automation der Parameter
  • MIDI-Multi-Out

Minus

  • GUI/ Text zu wenig Kontrast
  • Text-Fenster zu klein
  • Lage der zweiten SHIFT-Taste
  • sehr verschachtelte Voreinstellungen

Preis

  • 69,99 Euro
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Über den Autor
Profilbild

Markus Schroeder RED

Einstieg in die Musikproduktion mit C-64 & AMIGA. Tätig u.a. im ehem. Lehrstudio für EM. am KIT. Seit 2007 Live Noise mit japan. und lokalen Künstlern im Rhein-Neckar-Raum. Übersetzte 2016 mit seiner Frau die DJ Westbam Biographie ins Japanische. 2009 erster Artikel über "iOS Music". Dann ab 2015 im CURiOS Magazin. Seit 2015 auch als VJ unterwegs. 2023 bis 2025 Residence-VJ in der SMiLE Bar (Shibuya, Tokyo).
2025 - ... Residence-VJ in der DJ Bar Edge End (Shibuya, Tokyo).

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    CDRowell AHU

    Die „alte“ Version habe ich seit Jahren. 60€ für erweiterte möglicheinten? Nö! Die App habe ich so sehr gerne, brauchst da noch’n App-Date?

  2. Profilbild
    StereJo

    Die Minuspunkte kann ich absolut nachvollziehen. Die Bedienung ist nicht intuitiv. Ergonomie geht anders. Das ganze Ding ist ja noch in der Entwicklung. Da ist der Preis für eine Beta etwas hoch.

  3. Profilbild
    plumperquatsch AHU

    „Das Rubato-Spiel beherrschten z. B. … oder auch Chopin.“

    Auweia, die Phrasierung bei Chopin auf schneller/langsamer werdend reduzieren zu wollen halte ich schlicht für Frevel. 😳

    „Atmen“ kann kein Sequencer wenn ich das nicht so einspiele, da geht es um was ganz anderes. ;)
    Atmen ist nicht rubato. 👾

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @plumperquatsch Er spricht aber nicht von Phrasierung, sondern Rubato. Rubato bezieht sich noch nicht einmal auf das Tempo, sondern die Behandlung der Zeit einer musikalischen Phrase innerhalb des Metrums, dessen Tempo weiterläuft. Nicht zu verwechseln mit Ritardando (Tempo wird verlangsamt) oder Accelerando (Tempo wird erhöht). Beim Rubato ändert sich das Tempo des Stücks eben nicht und Startpunkt und Endpunkt der Phrase sind stets exakt. Die zwischen diesen beiden Punkten wird die Phrase wie ein Gummiband gedehnt, um dann z.B. wieder beschleunigt zu werden. Chopin, Liszt und andere Romantiker waren Meister dieser Technik. Am Klavier würde man in der Regel die Linke Hand im korrekten Timing spielen und mit der rechten die Rubato-Phrase spielen. Ein schönes Beispiel in der Rockmusik ist das Solo von Kee Marcello immEurope Song Superstitious.

      Genau diese Technik lässt sich mit der App verwirklichen.

      • Profilbild
        plumperquatsch AHU

        @Markus Galla „zwischen diesen beiden Punkten wird die Phrase wie ein Gummiband gedehnt“

        Das ist eine schlechte Abstraktion von „Folge Deiner Atmung …“ 😁
        Wie gut oder schlecht ein Sequencer sowas simulieren kann, und welchen Zweck man damit verfolgt – darüber kann man durchaus geteilter Meinung sein.

        Chopin würde sich im Grabe umdrehen. 😱
        Was macht Ihr Banausen da mit dem Metronom? Schaltet das Ding ab. ;)

        • Profilbild
          Markus Galla RED

          @plumperquatsch Dann muss ich in meinem Studium echt gepennt haben und mein Klavierdozent und die Professoren hatten keine Ahnung. Der arme Chopin, das möchte ich ihm natürlich nicht antun. 😉

            • Profilbild
              Markus Galla RED

              @plumperquatsch Habe ich das geschrieben? Ne…lies noch einmal.

              Ich nehme mal ein einfaches Beispiel. Du spielst als Lauf eine Tonleiter in 16tel Noten über Viertel in der linken Hand:

              Accelerando: Melodie und Begleitung werden schneller. Das Tempo ändert sich.
              Ritardando: Melodie und Begleitung werden langsamer, z.B. als Schlusswirkung einer Phrase.
              Rubato: Der Lauf startet mit der ersten 16tel auf der 1 und endet auf der letzten 16tel des Takts. Alles dazwischen ist frei. Das Tempo muss sich nicht ändern, sondern kann gleich bleiben. Im Prinzip änderst du durch das Rubato den Rhythmus und nicht das Tempo. Notiert würden in diesem Beispiel aber 16tel. Man hat also einen fixen Start- und Endpunkt. Ein Rubato ist selten linear.

              Es gibt Leute, die spielen mit einer so großen Unabhängigkeit der Hände, dass die linke Hand im Timing bleibt und nur die rechte Hand das Rubato spielt. Bei sehr schnellen und virtuosen Stücken wird das Rubato gerne auf beide Hände erweitert oder mit Accelerando und Ritardando kombiniert. Alles ist möglich und jeder Konzertpianist interpretiert das etwas anders. Lang Lang wäre bei den meisten Chopin Experten übrigens eher verpönt. Mit zu den größten zählen Arthur Rubinstein und Vladimir Ashkenazy. Auch mit einem Pollini oder Martha Argerich kann er nicht mithalten. In den Augen vieler Experten gilt er eher als Show Pianist und weniger als brillanter Interpret.

              • Profilbild
                plumperquatsch AHU

                @Markus Galla Ich hab mehr den Eindruck als gibt die Melodie auf der rechten hand das tempo vor in relation zur Melodie?

                Gerade bei Chopin fällt auf wenn hochgelobte Musiker spielen als würde ein Roboter Text in die Schreibmaschine hacken.
                Ohne irgendeine Emotion Noten vom Blatt gespielt.
                Schrecklich.

              • Profilbild
                plumperquatsch AHU

                @Markus Galla Lang Lang kriegt es hin das ich zu klassischer Musik mit dem Hintern wackeln will.
                1:0 für Lang Lang gegen die „Experten“.

              • Profilbild
                plumperquatsch AHU

                @Markus Galla was an chopin toll ist ist das es das genaue Gegenteil von durchsequenzirter Musik ist die irgendeinem beat folgt oder auf microbeatverschiebung wert legt.

                wenn ich keinen bock drauf habe sklave des sequencers zu sein spiel ich sowas zur Abwechslung. 🙂

  4. Profilbild
    plumperquatsch AHU

    „Daher auch der Zusatz „Rubato“ (ital: stehlen), mit dem in der Musiktheorie die Freiheit der Tempobehandlung beschrieben wird.“

    Wenn man „Phrasierung“ auf Musiktheorie herunterbrechen will landet man bei „lauter/leiser“ werdend und „langsamer/schneller“ werdend.
    Das trifft aber das Herz der Sache nicht.
    Ich kann nicht ewig „singen“, irgendwann muss ich LUFT HOLEN … „ein und ausatmen“
    darum gehts im weiteren Sinn.
    nix „unstetes Tempo“, das folgt schon regeln, die muss man allerdings erst Begreifen.

    Sowas lässt sich nun wirklich leichter einspielen als aufwendig im Sequencer zu malen. 🤷🏻‍♂️
    Ich empfehle Klavierstunden. ;)

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