Allen & Heath QU-Serie neu gedacht
Das Allen & Heath Qu-5D ist ein kompaktes Digitalmischpult aus der neuen Qu-Serie. Es richtet sich an Anwender im Live- und Installationsbereich und bietet einige interessante Features für Einsteiger. Die neue Allen & Heath Qu-Serie wartet nicht nur mit einer überarbeiteten Oberfläche auf, sondern auch mit einer weiterentwickelten Software mit 96 kHz und DEEP‑Processing. Zwar erinnert das Pult optisch noch an die ältere Vorgängerserie Qu, wurde jedoch auf modernen Standard gebracht. Dazu zählt vor allem auch die Dante-Schnittstelle. Dieser Testbericht gibt einen Überblick über Ausstattung, Bedienung und Praxistauglichkeit des Geräts.
- Was ist es? Allen & Heath Qu-5D, Digitalmischpult, kompakter Mixer mit DEEP-Processing, 96 kHz-FPGA-Kern und Dante für Live- und Installationsanwendungen.
- Intuitive Bedienung: Übersichtliche Oberfläche, individuell belegbare Layer und Softkeys erleichtern den Workflow – auch für Einsteiger.
- Moderne Technik: 96 kHz‑FPGA‑Kern, hochwertige Preamps, AD/DA‑Wandler und professionelle Effekte aus der dLive-Serie.
- Praxistauglich: Schnelles Routing, USB‑Multitrack‑Recording, Remote‑Apps und Gain‑Assistant für automatisierte Signalbearbeitung.
- Fairer Preis: Hohe Verarbeitungsqualität, viele Profi-Funktionen und klare Kaufempfehlung – einziger Kritikpunkt: keine farbige Kanal-Displays.
Inhaltsverzeichnis
Allen & Heath QU-5D Digitalmischer
Überblick
Das Allen & Heath Qu‑5D wurde 2025 offiziell vorgestellt und in den Handel gebracht. Die neue QU‑Serie wurde komplett überarbeitet – ein echter Klassiker, der zwar umstritten, aber auch nicht wegzudenken war. Viele haben bereits auf Pulten wie dem QU‑32C gemischt oder sogar das digitale Mischen darauf gelernt. Ich selbst habe meine ersten Jobs mit einem Qu‑32C gemischt und war immer sehr zwiegespalten, was die QU‑Serie angeht. Umso gespannter bin ich jetzt auf die neue Qu‑Serie. Diese besteht aus den folgenden Modellen:
Die einzelnen Modelle unterscheiden sich nur durch die Anzahl der Fader und der physischen Eingänge. Die Dante‑Schnittstelle der „D“-Versionen ermöglicht es, das Pult im Touring-Alltag und in verschiedenen Audio‑Setups einzusetzen. Wer darauf verzichten möchte, kann das Pult auch ohne Dante‑Schnittstelle kaufen.
Die komplett überarbeitete Qu‑Serie bietet eine neue Oberfläche in modernem Design. Mit einem 96 kHz‑XCVI‑FPGA‑Kern bietet sie erstmals DEEP‑Processing‑Funktionalität, also Zugriff auf Plug‑ins aus der dLive‑Serie. Dazu wurden neue Mikrofon‑Preamps und hochwertige 96 kHz‑AD/DA‑Wandler integriert, um Klangqualität und Performance deutlich zu steigern. Die Hardware wurde grundlegend erneuert und bietet nun deutlich mehr Möglichkeiten für einen individuellen Workflow.
Hardware
Der erste Blick erinnert zwar stark an die ältere Qu‑Serie, doch dieser Eindruck täuscht. Die neue Oberfläche bietet zunächst vier verschiedene, individuell belegbare Layer, die an die SQ‑Serie erinnern. Damit können bis zu 38 Kanäle auf 16 Fadern plus einem MIX‑Master‑Fader angesteuert werden. Zudem besitzt nun jeder Fader ein eigenes Display für Kanalinformationen.
Das Pult bietet nun acht Softkeys, die ebenfalls individuell belegt werden können. Die FX- und MIX-Buttons sind rechtsseitig ähnlich wie beim Vorgänger geblieben. Ebenfalls darüber zu finden sind der Kopfhörerausgang und ein USB‑Port. Die Buttons für die Menüführung wurden der SQ‑Serie angeglichen und befinden sich nun unterhalb des 7″‑Touchscreens. Links davon sind weitere Softkeys angeordnet. Auch die Zugriffsmöglichkeiten auf Preamp, HPF, PEQ, Gate und Kompressor auf der linken Seite wurden übersichtlicher gestaltet.
Die Rückseite bietet 16 Kombi‑Eingänge (XLR/6,3 mm TRS), zwei TRS‑Ausgänge und 12 XLR‑Ausgänge. Dazu kommen ein separater Talkback‑Kanal und zwei Stereo‑Klinkeneingänge sowie ein AES‑Ausgang. Des Weiteren verfügt das Allen & Heath Qu‑5D über einen USB‑C‑Anschluss, einen SD‑Karten‑Hub und die Möglichkeit, eine Lampe anzubringen. Unten rechts befinden sich ein Netzwerkanschluss und der SLink‑Port. Außerdem ist dort die neue Dante‑Schnittstelle untergebracht.
Software
Hier ist eine Übersicht über die Software des Allen & Heath Qu‑5D und die neuen Funktionen:
- DEEP‑Effekte sind direkt in die Channel‑Strip‑Architektur integriert. Der XCVI‑FPGA des Qu‑5D erlaubt erstmals den Einsatz von dLive‑Plug‑ins direkt im Kanalzug – ohne zusätzliche Latenz oder DSP‑Hardware.
- Verarbeitung durch 96 kHz‑XCVI‑FPGA‑Kern
- 38 Kanäle zum Mischen, 12 Mix‑Busse plus vier Matrix‑Busse
- Modernisierte Vorverstärker und hochauflösende AD/DA‑Wandler liefern verbesserte Dynamik, geringes Rauschen und präzise Klangqualität
- 6 Stereo‑FX‑Engines mit hochwertigen Algorithmen
- Intelligente Assistenzfunktionen wie Gain‑ und Feedback‑Assistant (aus der CQ‑Serie übernommen)
- SD‑Recording: Bis zu 32 Spuren (48 kHz) oder 16 Spuren (96 kHz); USB‑A: Stereoaufnahme und -wiedergabe von/zum USB‑Stick; USB‑C: 32×32 Audiointerface für DAWs (Windows/macOS/Linux)
- Qu‑Control App (neu überarbeitet) und weitere Remote‑Apps (z. B. Qu‑You, Qu‑Pad)
- 100 vollständige Szenen‑Speicherplätze und Benutzerprofile mit Zugriffsbeschränkungen
- Freies Channel‑Routing: Eingänge lassen sich beliebig auf Mischkanäle routen – unabhängig vom physischen Eingang
- Auto Mic Mixer ermöglicht automatisch priorisierte Pegelanpassungen für Konferenzen
Praxis
Der erste Eindruck
Das Allen & Heath QU‑5D erinnert mich beim Auspacken kurz an die ältere Qu‑Serie, was sich bei genauerer Betrachtung jedoch sofort ändert. Optisch finde ich das neue Design wesentlich übersichtlicher. Die hellen LED‑Buttons und die neue Anordnung ermöglichen es mir, mich sehr schnell in der neuen Oberfläche zurechtzufinden. Ich fand die alte Qu‑Serie immer etwas unübersichtlich und die Oberfläche wirkte grundsätzlich sehr überladen. Obwohl die neue Oberfläche nicht wesentlich leerer ist, erscheint sie strukturierter und klarer. Natürlich fallen mir sofort die Displays für die Kanalinformationen auf – alles andere wäre auch seltsam gewesen. Zunächst habe ich mich mit dem Menü beschäftigt.
Die Menüführung erinnert mich stark an die SQ‑Serie und ist sehr übersichtlich gestaltet. Das Routing empfinde ich als intuitiv und einfach gehalten. Es gibt zwar keine Matrix wie bei der SQ‑Serie, dafür aber ein sehr klares Menü. Dort können alle 32 Inputs individuell ausgewählt werden. Es ist aber auch möglich, alle Inputs per Quick-Patch gleichzeitig – zum Beispiel auf Dante – umzustellen. Auch die Outputs lassen sich flexibel auf allen verfügbaren Ausspielwegen zuweisen. Ich denke, dass selbst Einsteiger das Routing schnell verstehen werden.
Eigener Test mit Konzertmitschnitt
Als nächsten Schritt habe ich das Allen & Heath Qu‑5D im Studio verkabelt und meinen Laptop über die USB‑C‑Schnittstelle angeschlossen. Um die Funktionen zu testen, habe ich einen Multitrack‑Konzertmitschnitt an das Pult geschickt und mit dem Quick-Patch alle Inputs auf USB gestellt. Ich habe einfach mal mit ein paar Drum‑Kanälen begonnen. Die Oberfläche ermöglicht eine schnelle Bedienung – Gate, Kompressor und EQ sind zügig eingestellt.
Die großen EQ‑Regler auf der Oberfläche lassen sich leicht bedienen und da sie nicht zu schnell reagieren, erlauben sie auch sehr feine Anpassungen im Equalizer. Zum Test habe ich mir für die Drums direkt einen DCA‑Channel erstellt und ihn auf Layer A zu meinen anderen Kanälen hinzugefügt. Alles funktioniert sehr intuitiv und unkompliziert. Generell empfinde ich die Software und die Menüführung als etwas einfacher als bei der SQ‑Serie – ein klarer Vorteil für Einsteiger.
Ein weiterer Pluspunkt ist meiner Meinung nach die Platzierung der beiden Softkeys unten rechts am Pult. Ich kann diese wunderbar in meinen Workflow einbinden und habe sie mit einem globalen Tap für die Delays und einem FX‑Mute belegt. Mit der Hand bin ich extrem schnell von den Fadern zu den unteren Softkeys gewechselt, was den Workflow deutlich erleichtert. Übrigens: Wer die Softkeys nicht mit Tape beschriftet hat und einmal vergisst, wie diese belegt wurden, kann einfach den View‑Button drücken – dann wird auf dem Bildschirm die entsprechende Belegung, unter anderem der Softkeys, angezeigt.
Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Die Bedienung und die neue Oberfläche gefallen mir wirklich gut, und ich kann auf dem Pult schnell einen effizienten Workflow entwickeln. Ich persönlich finde, dass das Pult wirklich gut klingt und eine schnelle sowie zielgerichtete Bearbeitung der Audiosignale ermöglicht. Ein weiterer Pluspunkt sind die Effekte: Allen & Heath hat professionelle Effekte integriert, die von Haus aus gut klingen und eine zügige Bearbeitung erlauben.
Test des Gain- und Feedback-Assistants
Ein weiteres Feature für Einsteiger ist der intelligente Gain- und Feedback‑Assistant. Natürlich habe ich mir diesen ebenfalls genauer angeschaut. Im Menüpunkt „Utility“ oder im Menüpunkt „Processing“ selbst kann der Gain‑Assistant aktiviert werden. Es ist möglich, ihn nur bei einzelnen Kanälen anzuwenden – aber auch bei allen Kanälen gleichzeitig.
Um den Gain‑Assistant zu testen, habe ich mein Messmikrofon an einen lokalen Input am Pult angeschlossen und einen Kalibrator aufgesetzt. Damit kann ich konstante Pegel ins Pult schicken und jeweils sehen, wie der Gain‑Assistant darauf reagiert. Zunächst habe ich bei 1 kHz 94 dB ans Allen & Heath Qu‑5D geschickt. Im Processing‑Menü des Kanals habe ich dann den Gain‑Assistant aktiviert. Nach wenigen Sekunden stellte der Assistant auf 41 dB ein – ein in diesem Fall sehr guter Pegel zum Arbeiten.
Nun habe ich die Kalibration um 10 dB auf 104 dB bei 1 kHz erhöht. Im Kanal konnte ich sehen, dass ich nun deutlich im gelben Bereich war. Anschließend habe ich den Gain‑Assistant erneut gestartet. Nach wenigen Sekunden stellte dieser den Gain auf 31 dB ein – also genau die 10 dB weniger, die ich zuvor am Kalibrator erhöht hatte.
Anschließend habe ich noch ein Gesangsmikrofon angeschlossen und ein paar Sätze hineingesprochen, um zu sehen, wie der Gain‑Assistant auf einen dynamischeren Pegel reagiert. Auch hier hat er einen brauchbaren Gain‑Wert eingestellt, mit dem ich gut arbeiten konnte. Der Auto-Gain regelt zudem dynamisch nach, um ein Clipping des Signals zu vermeiden. Für Einsteiger bietet der Gain‑Assistant einen großen Vorteil: Er erleichtert die Bedienung des Pults – auch ohne umfassendes Fachwissen – und gibt bereits eine sinnvolle Grundeinstellung vor, mit der man arbeiten kann.










































Leider sind da ein paar Ungereimtheiten im Testbericht:
-es gibt 4 Matrizen, im Text steht es gibt keine
-in einer Bildunterschrift steht, FPGA Verarbeitung mit bis zu 96kHz, es sind aber immer 96kHz
Interessanterweise ist in der Übersicht am Anfang alles korrekt.
Die Einschränkung auf 16 Kanäle bei der Dante Schnittstelle wird leider auch nicht erwähnt.
@Steffen R Die 4 Matrizen werden beim Software-Überblick erwähnt. So wie ich Noah hier bei „Es gibt keine Matrix wie bei der SQ‑Serie“ verstehe, sind die Matrizen beim Routing an den neuen QU-Pulten einfach nur anders als bei der SQ-Serie. Und zumindest die 16 Kanäle für die Dante-Anbindung kann man aus dem entsprechenden Foto im Artikel ablesen. Aber stimmt, explizit schriftlich erwähnt worden ist das nicht nochmal zusätzlich.
@Gereon Gwosdek Die Matrizen sind aber sehr ähnlich zu denen bei der SQ.
Vielleicht bezieht er sich auch auf die Matrix-Ansicht im I/O Screen? Aber dann sollte man das auch so schreiben.
Dass Matrix in diesem Kontext doppelte Bedeutung hat, ist nun mal nicht hilfreich.
Unter Routing verstehen wir doch eigentlich das, was man mit den Auxen und Bussen anstellen kann und das andere ist im allgemeinen Sprachgebrauch ja inzwischen das Patching. Also Patching im I/O Screen und Routing im Routing-Screen?
Wenn wir dann schon dabei sind, der Feedback-Assist wird erwähnt, aber den Test ist der Autor komplett schuldig geblieben.
Gerade das ist aber ein absolutes Highlight in den neueren A&H Pulten.
Hallo Steffen,
es gibt insgesamt 4 Matrizen bzw. Matrix-Busse. Die erwähnte Matrix im Test bezieht sich auf die Routing-Matrix der SQ Pulte und stellt klar, dass die QU-Serie keine Routing-Matrix verwendet.
Ich hoffe es ist jetzt klarer geworden, was gemeint ist.
Liebe Grüße
Noah Seiler
@Noah Seiler Mir sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bekannt. Nur einem Leser ohne die entsprechenden Kenntnisse wäre es nicht klar, was damit gemeint wäre.
Im Text ist es eben nicht eindeutig.
Was ist denn mit dem Feedback Assistant?
Das wäre mit Abstand das interessanteste Feature für einen Test gewesen.