Kompakter 19”-Digitalmischer mit Profi-Sound
Mit dem Allen & Heath SQ-Rack bringt der Hersteller endlich einen kompakten und leistungsstarken Rackmixer auf den Markt, der sich nahtlos in die SQ- und dLive-Serien integrieren lässt. Ausgestattet mit hochwertigen Preamps, flexibler I/O-Konfiguration und 96 kHz, verspricht das Allen & Heath SQ-Rack nicht nur eine hohe Audioqualität, sondern auch höchste Zuverlässigkeit im Live-Einsatz. In diesem Testbericht werfen wir einen genaueren Blick auf Verarbeitung, Klang und Praxistauglichkeit des kompakten Digitalracks.
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- Was ist es? Allen & Heath SQ-Rack, 19″-Digitalmischer, kompakter Rackmixer mit 96 kHz und SQ-Kompatibilität
- Hochwertige Technik: FPGA-Core mit 96 kHz, hochwertige Preamps, flexibel einsetzbar als Stagebox oder Standalone-Mixer
- Flexible Steuerung: Touchscreen, Softbuttons und Apps wie SQ MixPad, SQ4You und SQ-Control sorgen für einfache Bedienung
- Individuell anpassbar: Mit SQ-Control lassen sich Arbeitsflächen frei konfigurieren – ideal für verschiedene Einsatzszenarien
- Klare Empfehlung: Professioneller Sound, starke Software und durchdachtes Design machen das SQ-Rack zum Top-Gerät im Live-Einsatz
Inhaltsverzeichnis
Allen & Heath SQ-Rack im Überblick
Ich habe mich schon lange gefragt, wann Allen & Heath mit einem Rackmixer nachzieht – und dieses Jahr hatte das Warten ein Ende. Auf der NAMM-Messe stellte Allen & Heath endlich das neue SQ-Rack vor. Nun durfte ich das SQ-Rack selbst testen und kann jetzt schon sagen, dass ich sehr begeistert war. Ich habe schon oft und immer sehr gerne mit den Pulten der SQ-Serie gearbeitet. Umso gespannter war ich nun auf die Rack-Version der SQ-Serie. Bevor ich zu meinen ersten Eindrücken komme, möchte ich aber zunächst einen Überblick über den Rackmixer geben.
Hardware
Das Allen & Heath SQ-Rack präsentiert sich in einem robusten, roadtauglichen 19-Zoll-Gehäuse mit vier Höheneinheiten. Die Verarbeitung ist – wie von Allen & Heath gewohnt – hochwertig: Das Metallgehäuse ist stabil, die Bedienelemente sind sauber eingelassen, und auch die rückseitigen Anschlüsse wirken langlebig und praxisgerecht angeordnet.
Die Vorderseite des SQ-Rack bietet mittig einen großen Touchscreen, unter dem die Menüknöpfe platziert sind, die man bereits von der SQ-Serie kennt. Hinzu kommen zwei neue Menüknöpfe: Mit dem Fader-Button gelangt man direkt in die Fader-Ansicht der verschiedenen Layers. Der SQ-Control-Button ermöglicht eine frei konfigurierbare Oberfläche für eine schnelle und individuelle Bedienung – doch dazu später mehr! Auf der linken Seite können die verschiedenen Layers ausgewählt und bis zu acht Softbuttons individuell belegt werden. Außerdem befinden sich auf der Vorderseite ein USB- und ein Miniklinken-Eingang sowie der Kopfhörerausgang. Auf der rechten Seite sind vier LED-Displays mit Softbuttons und Reglern untergebracht, die frei belegt werden können.
Die Rückseite liefert alle nötigen Anschlüsse des SQ-Rack und ist fast baugleich mit denen der anderen SQ-Pulte. Insgesamt stehen 16 XLR-Eingänge plus Talkback zur Verfügung, außerdem zwei Stereo-Klinken-Eingänge sowie die Möglichkeit, einen Fußschalter anzuschließen. Weiterhin stehen zwölf XLR-Ausgänge sowie ein AES-Ausgang zur Verfügung. Um den Rackmixer in ein Audionetzwerk einzubinden, gibt es einen 128 × 128 SLink-Port und einen I/O-Port, in den weitere Karten (Dante, MADI, Waves, SLink) eingesetzt werden können. Zudem ist eine 32 × 32-Kanal-USB- und Netzwerkschnittstelle vorhanden, um einen Computer oder Router anzuschließen. Allen & Heath liefert praktischerweise eine fest verschraubte Zugentlastung für das Netzkabel mit – ein Detail, das ich sehr schätze.
Software
Die Software der SQ-Serie bietet die Möglichkeit, bis zu 48 Kanäle mit 96 kHz zu verarbeiten. Sie arbeitet dabei absolut zuverlässig und stellt alle nötigen Tools für eine professionelle Beschallung bereit. Insgesamt erlaubt das SQ-Rack den Betrieb von zwölf Stereo-Mixen für Monitoring, was sich besonders gut für In-Ear-Setups eignet. Ergänzt wird das System durch drei Matrizen und acht FX-Engines.
Die Software-Oberfläche der SQ-Pulte ist übersichtlich gestaltet und lässt sich intuitiv bedienen – sowohl über das Touchdisplay als auch per Encoder. Besonders hervorzuheben ist die umfassende Routing-Matrix, die es ermöglicht, Eingänge, Ausgänge und Busse frei zuzuweisen – ideal für komplexe Setups auf der Bühne oder im Studio.
Mit dabei sind zahlreiche Effekte, darunter hochwertige Reverbs, Delays und Dynamikprozessoren, die sich über Inserts oder Busse nutzen lassen. Zusätzlich bietet Allen & Heath eine Remote-App (SQ MixPad), mit der sich die Pulte drahtlos über Tablets oder Computer steuern lassen – ein Pluspunkt in der Praxis, vor allem bei Monitormischungen von der Bühne aus. Durch Firmware-Updates wird die Software kontinuierlich weiterentwickelt – so bleiben sowohl die Pulte als auch das SQ-Rack zukunftssicher und flexibel.
Die Software und die anderen Pulte der SQ-Serie haben wir übrigens in diesem Test bereits für euch getestet – schaut hier gerne noch einmal rein.
Hier ist eine Übersicht über die praktischen Apps für das SQ-Rack:
SQ MixPad
Diese App ist wohl die bekannteste unter den bisherigen Anwendungen für die Pulte der SQ-Serie. Sie eignet sich ideal für das Live-Mixing, da sie Zugriff auf sämtliche Funktionen bietet und eine vollständige Fernbedienung des Rackmixers ermöglicht.
SQ4You
Diese App wurde speziell für personalisiertes Monitor-Mixing entwickelt. Sie bietet die Möglichkeit, den eigenen Aux-Kanal anzusteuern und einen individuellen Monitor- oder In-Ear-Mix zu erstellen.
SQ-Control
Diese App stellt frei konfigurierbare Felder bereit, die der SQ-Control-Funktion über die SQ-Control-Taste am Pult entsprechen. Der Vorteil liegt in einem sehr individuellen Workflow und einem schnellen Zugriff auf das SQ-Rack.
Praxis: Das SQ-Rack im Test
Der erste eigene Eindruck
Der erste Eindruck ist äußerst positiv: Das Gehäuse ist stabil und die Vorderseite wirkt vertraut im typischen Design der SQ-Serie. Wer bereits mit SQ-Pulten gearbeitet hat, findet sich sofort zurecht. Aber auch Einsteiger können sich schnell im SQ-Rack orientieren. Praktisch sind die verschiedenen Positionierungsoptionen: Das SQ-Rack lässt sich entweder in ein 19“-Rack einbauen oder mithilfe der Montagebügel aufstellen.
Beim Starten des Pults freunde ich mich sofort mit dem Touchscreen an. Dieser ist meiner Meinung nach absolut ausreichend groß und reagiert schnell sowie zuverlässig. Da die Software dieselbe ist wie bei den bekannten SQ-Pulten, habe ich mein Augenmerk eher auf SQ-Control und die generelle Bedienbarkeit gelegt. Grundsätzlich kann ich sehr gut mit der Software der SQ-Serie arbeiten und ich finde insbesondere die Routing-Matrix sehr gelungen. Meiner Meinung nach klingen die Pulte nicht nur hervorragend, sie ermöglichen auch einen schnellen, individuellen Workflow.
Bedienung und Software-Steuerung
Mit dem Software-Update V1.6 hat Allen & Heath die SQ-Control-Funktion auf allen Pulten der SQ-Serie nutzbar gemacht. Im SQ-Rack wurde diese Funktion nun direkt per Softbutton in die Hardware integriert. Vorderseitig fällt sofort der neue Softbutton „SQ-Control“ auf. Wird dieser gedrückt, erscheinen fünf verschiedene Tabs, die individuell konfiguriert werden können. Jeder Tab stellt eine Art Arbeitsfläche dar, die je nach Bedarf gestaltet werden kann.
Als Beispiel habe ich in Tab 1 einige Einstellungsmöglichkeiten konfiguriert: Für den Local Channel 1 habe ich zunächst eine Mute-Taste erstellt. Anschließend habe ich Fader hinzugefügt, mit denen dieser Kanal auf Aux 1 und Aux 2 geschickt wird. Zudem habe ich einen FX1-Send für den Local-Channel 1 eingerichtet, der per Fader über den Touchscreen gesteuert werden kann. Darüber hinaus habe ich eine Anzeige für die Lautstärke von Local-Channel 1 integriert.
Natürlich hätte ich diese Einstellungen auch über das Tablet und die SQ-Control-App vornehmen können. Ein enormer Vorteil der SQ-Control-Funktion ist jedoch die zusätzliche Möglichkeit, das Pult individuell an den eigenen Workflow und die Anforderungen vor Ort anzupassen. Ich finde diese Funktion wirklich praktisch – für mich ist sie ein echtes Kaufargument.
Generell empfinde ich die Bedienung über den Touchscreen als äußerst benutzerfreundlich, er reagiert stets schnell und zuverlässig. Die verschiedenen Apps ergänzen die Steuerungsmöglichkeiten des SQ-Rack hervorragend. Ich persönlich finde nicht nur die Software sehr gelungen, sondern auch die Hardware des SQ-Rack überzeugt mich voll und ganz. Meiner Meinung nach ist das SQ-Rack eine ausgezeichnete Ergänzung für bestehende Audiosetups mit Produkten von Allen & Heath.
Alternativen
Behringer Wing Rack
Das Behringer Wing Rack ist derzeit ohne Frage ein starker Konkurrent und hat das X32 Rack in vielen In-Ear-Racks bereits abgelöst. Ich würde sagen: X32 und nun Wing Rack sind echte Klassiker, wenn es um In-Ear-Racks von Bands geht. Das Wing Rack bietet ebenfalls einen großen Touchscreen sowie ein kippbares Display. Es überzeugt mit einem durchdachten Routing-System und einer intuitiven Bedienung. Klanglich ist es hervorragend – und kostet dabei deutlich weniger als das SQ-Rack.
Zwar arbeitet das Wing Rack nicht mit 96 kHz, bietet aber dennoch alle notwendigen Funktionen und Apps für eine professionelle In-Ear-Steuerung. Auch als kompakter Rackmixer für Beschallungen ist es bestens geeignet und klingt beeindruckend gut. Ich kann es jedenfalls nur empfehlen und arbeite immer sehr gern damit.
Midas M32C
Das Midas M32C ist schon seit längerer Zeit auf dem Markt – nur eine Höheneinheit hoch, aber mit der vollen Power des Midas M32 ausgestattet. Der Nachteil liegt im fehlenden Display; die Bedienung erfolgt zwingend über eine App. Zudem benötigt das M32C eine externe Stagebox, da es selbst über keine XLR-Eingänge verfügt. Ehrlich gesagt: Für bestehende Midas-Setups ist das M32C nach wie vor eine gute Lösung – dennoch lohnt sich der kleine Aufpreis zum Behringer Wing Rack aus meiner Sicht immer. Trotzdem ist es eine günstige Alternative, die hier nicht unerwähnt bleiben sollte.
Behringer X32 Rack
Wie das Behringer Wing Rack ist auch beim Behringer X32 Rack bei 48 kHz Schluss. Allerdings benötigt nicht jeder Live-Techniker, der das Mischpult ausschließlich für Beschallungsaufgaben nutzt, 96 kHz Sampling-Rate. Bleiben als weiteres Argument noch die besseren Wandler des Allen & Heath SQ-Rack. Doch auch hier gibt es eine Lösung, die angesichts des derzeit sehr günstigen Preises im 800-Euro-Bereich des Behringer X32 Rack attraktiv erscheint: Zusammen mit der Midas DL32 Stagebox mit 32 Eingängen und 16 Ausgängen, bekommt das Behringer X32 Rack die besseren Midas-Wandler spendiert und außerdem gleich eine Stagebox mit dazu. Beides zusammen kostet immer noch weniger als ein Allen & Heath SQ-Rack, sodass sogar noch etwas Geld für eine X-Live SD-Recording-Karte übrig bleibt.
Natürlich bietet auch Allen & Heath weitere Rackmixer an, die meiner Meinung nach jedoch vom Standard her unter dem Behringer Wing Rack sowie dem X32 oder M32C liegen. Wer sich dafür interessiert, kann sich beispielsweise das Allen & Heath QU-PAC oder auch das Allen & Heath Qu-SB anschauen.











































