Eine smarte Schaltzentrale für Serato
Der AlphaTheta SLAB ist ein MIDI-Controller, speziell abgestimmt auf die Serato Software Serato Studio, Serato Sample und Serato DJ Pro. Er lässt sich natürlich auch mit anderen DAWs und Plug-ins nutzen und ist stark an einer Performance orientiert. SLAB richtet sich vor allem an DJs, die einen leichten Einstieg in die Musikproduktion suchen.
- Serato-Integration: Sofort nutzbar ohne Mapping, optimale Einbindung in Serato Studio, Sample und DJ Pro.
- Bedienkonzept: Übersichtliche Struktur mit Dial-Regler, Touch-Strip, Encoder und 16 Pads mit hoher Spielfreude.
- Ausstattung: OLED-Display, Aftertouch-Pads, Push-Encoder und vielseitige Modi für Performance und Workflow.
- Praxiseindruck: Sehr gutes Pad-Feeling, intuitive Bedienung, kleinere Einschränkungen bei DAWs und Plug-ins von Drittanbietern
Inhaltsverzeichnis
AlphaTheta & Serato = SLAB
AlphaTheta und Serato arbeiten bereits seit 2011 eng zusammen. Das Kerngeschäft von AlphaTheta bezieht sich auf DJ-Equipment, doch der Produktkatalog hat sich über die Jahre auf Audiogeräte, Software-Anwendungen und Equipment zur Musikproduktion erweitert.
Mit dem AlphaTheta SLAB wird der Katalog um einen umfangreichen MIDI-Controller erweitert. Die wichtigsten Spezifikationen des SLAB lesen sich wie folgt:
- 16 anschlagsdynamische Pads mit Aftertouch
- 4 berührungsempfindliche Performance-Encoder
- Transportsektion mit multifunktionalem Drehregler
- Touch Strip
- OLED-Display
- USB-C-Stromversorgung
- Möglichkeit Serato Studio kostenlos zu nutzen
Die Serato Softwares im Überblick
Kann man eine der folgenden Serato Software sein Eigen nennen, so ist der SLAB bereits bei der ersten Inbetriebnahme optimal konfiguriert. Ein MIDI-Mapping ist nicht notwendig und Serato Studio lässt sich auch ohne eine Lizenz nutzen, sobald der MIDI-Controller angeschlossen ist.
- Serato Studio: DAW mit Fokus auf Beat-Programming
- Serato Sample: Sample-Plug-in mit Fokus auf Beat-Programming
- Serato DJ Pro: DJ-Software mit Sampler und Effekten
Nutzt man den AlphaTheta SLAB mit Serato Studio oder Serato Sample, so entsprechen die Beschriftungen beim Gerät auch klar verständlich deren Funktionen. Um das Layout zur Nutzung von Serato DJ Pro zu verstehen, kommt man um einen kurzen Blick in das Handbuch jedoch nicht herum.
Die Anschlüsse des AlphaTheta SLAB
Der AlphaTheta SLAB besitzt auf seiner Rückseite nur einen USB-C-Eingang und ein Sicherheitsschloss (Kensington Lock). Das hierfür benötigte USB-C-Kabel im passenden Grau liegt dem Controller bei. Eines der beiden Enden ist angewinkelt und das Kabel hat eine ausreichende Länge von 130 cm.
Haptik, Aufbau & Verarbeitung des AlphaTheta SLAB
Mit genau 1 kg Gewicht und einer Größe geringer als ein DIN-A4-Blatt ist der AlphaTheta SLAB zwar als sehr leicht zu bezeichnen, für einen MIDI-Controller dieser Größe, ist das aber gar nicht mal so wenig. Das Design ist, unterstützt durch die Grautöne, schlicht gehalten und wirkt beinahe schüchtern, zumindest im ausgeschalteten Zustand.
Links befindet sich in einem etwas helleren Grauton das Transportfeld mit großen Play- und Record-Tasten. Darüber sitzt der multifunktionale Endlos-Drehregler (im Verlauf als Dial-Regler bezeichnet) mit Rasterung, Push-Funktion und Tasten für Focus, Dial Mode und Shift. Weitere Tasten sind mit den Funktionen Undo, Redo sowie Vor- und Zurückspulen belegt. Anstelle der Shift-Taste kann übrigens auch einfach eine Taste zweimal gedrückt werden.
Auf der dunkelgrauen Zone sitzen die Performance-Tools des SLAB Controllers, wie Touch-Strip, Drum-Pads mit Modus-Tasten, Encoder und Funktionstasten. Die Encoder sind berührungsempfindlich und besitzen eine Push-Funktion. Der Drehwiderstand ist mir persönlich etwas zu gering, was erfahrungsgemäß aber Geschmacksache ist. Unterhalb der Encoder sind LEDs zur Statusanzeige angebracht. Zu guter Letzt gibt es noch ein kleines, dreizeiliges OLED-Display.
Die Bedienelemente des AlphaTheta SLAB
Hat man sich bereits mit einer der genannten Software auseinandergesetzt, ist die Bedienung des AlphaTheta SLAB wirklich kinderleicht. Im Prinzip sucht man lediglich die Bezeichnungen, die man sonst mit der Maus bedient hat – und findet sie auch sehr schnell. Die meisten Funktionen sind trotz Shift-Optionen direkt zu erreichen und es gibt kein Menü, in dem man sich verlaufen kann. Lediglich der Touch-Strip und die Encoder haben eine Mehrfachbelegung, die aber sehr überschaubar ist.
Das Menü
Das Menü des Controllers ist einfach strukturiert und wird vermutlich nur selten benötigt. Neben dem Anzeigen der aktuellen Firmware und einem Factory-Reset, gibt es Menüpunkte für die Display-Helligkeit, Pad-Code-Change (MIDI-Notenzuweisung), Velocity (On/Off, Curve, Threshold, Sensitivity), Aftertouch (On/Off, Threshold) und Power-Management. Das Power-Management führt dazu, dass der AlphaTheta SLAB sich nach 20 Minuten in einen Standby-Modus versetzt, sofern er nicht bedient wird.
Wird der AlphaTheta SLAB nicht bedient, so erscheint im Display immer eine Statusanzeige, um zu sehen, welchen Funktionen die Encoder und der Touch-Strip zugeordnet sind und in welchem Modus sich der Pad-Mode befindet.
Transportfeld & Dial-Regler
Das Transportfeld ist übersichtlich strukturiert, sodass man sich hier direkt ohne Handbuch zurechtfindet. Die Vor- und Zurück-Tasten können sowohl im Browser, als auch innerhalb eines Decks genutzt werden.
Erwähnenswert hierbei ist der Dial-Regler. Mit ihm lassen sich unter anderem Zoom In, Zoom Out und klassisches Scrubbing verwirklichen, wodurch sich die Cue-Punkte sehr komfortabel programmieren lassen. Durch die Push-Funktion lässt sich dazu ein Mausklick emulieren. In Serato Studio gibt es hierfür vier Modi:
- Library Mode: Navigation im Browser und Laden einer Datei
- Deck Scrub Mode: Scrubbing und Abspielen innerhalb eines Decks
- Song Scrub Mode: Scrubbing und Abspielen innerhalb eines Songs
- Focus Mode: Emulation einer Mausbewegung (drehen und klicken)
Bei der Verwendung mit Serato Sample ändert sich das Verhalten entsprechend:
- Deck Scrub Mode: Scrubbing und Abspielen innerhalb eines Decks
- Slice Edit Mode: Verschieben eines Cue-Punktes
- Focus Mode: Emulation einer Mausbewegung (drehen und klicken)
Im Fokus-Modus ist es möglich, den AlphaTheta SLAB wie eine Maus zu verwenden, was auch für Drittanbieter-Plug-ins funktioniert. Durch Drehen lassen sich Parameter ändern und durch Drücken werden Eingaben bestätigt. Hierzu reicht es aus, mit dem Mauszeiger über einen Parameter zu steuern und schon lässt dieser sich über den Dial-Regler kontrollieren. Ein MIDI-Mapping ist nicht notwendig.
Wichtiger Hinweis: Unter macOS kann es passieren, dass der Dial-Regler im Fokus-Modus nicht wie beschrieben funktioniert. Hierfür ist es nötig, in den Sicherheitseinstellungen, unter Input Monitoring (Eingabeüberwachung), Serato Studio abzuwählen.
Die Pad-Mode-Sektion
Die Pad-Mode-Sektion befindet sich oberhalb der Performance-Pads und besteht aus vier Tasten für Trigger Mode und Pad FX, Piano Mode und Step Sequence und zwei Select-Tasten für Deck und Scene. Trigger Mode und Piano Mode sind selbsterklärend und mit der Shift-Funktion Pad FX lassen sich bis zu vier Effekte über die Pads kontrollieren. Von links nach rechts werden dann die Effekte angeordnet und von unten nach oben wird ein Dry-/Wet-Verhältnis gesteuert. Die Effekt-Typen sind dabei immer fix: WHA Filter, Lo-Fi Crush, Inverse Reverb und Pitch Loop.
Aktiviert man Step Sequence, so lassen sich einzelne Pads auswählen, deaktivieren und die Position eines Schritts verschieben. Hält man das Pad gedrückt, kann über das Touch-Strip die Anschlagstärke angepasst werden.
Die Performance-Pads
Die 16 Pads des SLAB dienen in erster Linie dazu, Samples zu triggern, können aber wie beschrieben auch als Pad-FX genutzt werden. Jedes Pad besitzt einen LED-Balken in der Farbe des zugewiesenen Software-Pads. Je nach Modus können Cue-Punkte getriggert oder ein einzelner chromatisch gespielt werden. In den Deck- und Scene-Modi können diese schnell gewechselt oder auch gelöscht werden.
Der Touch-Strip
Der Touch-Strip verfügt über fünf Modi: Im FX-Modus wird die Lautstärke für FX 1, FX 2 und FX 3 gesteuert. Im Filter-Modus wird das DJ-Filter kontrolliert, im Note-Repeat-Modus wird die Wiederholungsrate festgelegt, im Pitchbend-Modus können Glide-Effekte erzeugt werden und im Swing-Modus wird folglich der Swing-Wert gesteuert. Es lässt sich einstellen, ob der Wert über den Touch-Strip wieder auf Nullstellung springt, sobald man ihn nicht mehr berührt, oder ob der festgelegte Wert gehalten wird.
Die Encoder
Die vier Encoder haben vier unterschiedliche Modi, die über die Encoder-Mode-Taste gewählt werden: EQ-Modus, Stems-Modus, FX-Modus, Parameter-Modus. Der EQ-Modus kann pro Pad oder pro Deck agieren und über die Push-Funktion wird der Status wieder auf seine ursprüngliche Position gebracht. Im Stems-Modus können die einzelnen Stems stummgeschaltet oder in ihrer Lautstärke kontrolliert werden. Im FX-Modus werden die Takte angepasst und im Parameter-Modus kann die Skala pro Pad oder pro Deck geändert werden.
Die Funktionstasten
Über die Funktionstasten wird die entsprechende Software gesteuert. Es gibt Tasten für Autoset/Autoset Mode, Favorite/Mono/Poly, Octave/Piano Roll, Scene Size/Quantize Value, Library View, Delete/Clear Sequence, Select All/Quantize und Note Repeat/Hold. Auch hier sind die Beschriftungen selbsterklärend.
Bedienung in Verwendung mit Serato DJ Pro
Nutzt man den AlphaTheta SLAB gemeinsam mit Serato DJ Pro, so ändern sich einige der Bedienelemente wie folgt:
- Undo/Redo: Deck Change (per Shift-Taste Deck 3/4)
- Encoder Mode: FX Mode/Stems Toggle
- vertikale Funktionstasten: Pad Mode Change
- Encoder: FX Mode/Stems
Über den Dial-Regler kann man sich entspannt durch den Browser navigieren und es lassen sich bis zu acht Hot-Cues kontrollieren. Die anderen acht Pads können dann benutzt werden, um Samples zu triggern oder Effekte zu steuern.
Der Praxistest mit dem AlphaTheta SLAB
Für viele ist sicherlich das Spielgefühl der Pads ein wichtiger Faktor und hier braucht sich der AlphaTheta SLAB vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Die Pads reagieren bei jedem Anschlag sehr genau und die Sensibilität lässt sich auch nach Bedarf einstellen. Die Optik ist prinzipiell natürlich Geschmacksache, die Shift-Funktionen sind aber durch das Grau auf Grau vermutlich für alle etwas schwer abzulesen.
Die Integration in die Serato-Software scheint mir prinzipiell sehr gelungen. Getestet hatte ich den AlphaTheta SLAB vorwiegend mit Serato Studio und Serato Sample. Möchte man sich allerdings ohne Rasterung durch die Wellenform navigieren, muss man die Vor- und Zurück-Tasten bedienen, die leider nur für große Sprünge gedacht sind. Auf diese Weise einen Transienten am Nullpunktdurchgang zu erwischen, ist nahezu unmöglich.
Bei der Arbeit mit den Serato-Software ist das kaum ein Problem, denn mit einer fixen BPM, einem passenden Grid und der Sync-Funktion, kann man hier sehr gut arbeiten. Bei der Nutzung mit anderen DAWs und für Audiospuren wäre eine stufenlose Bewegung (beispielsweise durch gleichzeitiges Drücken und Drehen) sehr begrüßenswert gewesen.
Möchte man mit dem Dial-Regler einen Parameter von Drittanbieter-Plug-ins kontrollieren, so verhält sich dieser aktuell noch sehr unterschiedlich. Bei Plug-ins von Universal Audio hat alles wunderbar funktioniert. Bei anderen Plug-ins, beispielsweise von Soundtoys, Eventide oder Waves, war die Drehrichtung invertiert und bei vereinzelten Herstellern funktionierte die Funktion gar nicht. In anderen DAWs waren bei Drittanbieter-Plug-ins außerdem nur zwei Oktavenbereiche verfügbar.
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Vergleich
Zum Vergleich könnte man zum Beispiel die Native Instruments Maschine oder die Akai MPC Studio heranziehen. Funktionell sind die drei MIDI-Controller sehr ähnlich. Alle haben unter anderem 16 Drum-Pads, ein Display, Touch-Strip und Funktionstasten für die spezifischen Softwares. Beide Alternativen sind allerdings etwas günstiger als der AlphaTheta SLAB.
Meiner Meinung nach stellt sich hierbei aber eher die Frage nach der Anwendung, denn SLAB macht sich natürlich besonders nützlich, wenn man eine oder mehrere der Serato-Software nutzt.








































Super Design. Scheint auch gut als Controller zu sein. Wäre ich auf dem Gebiet musikalisch unterwegs, wäre das ganz oben. FW-Update Win only geht allerdings gar nicht. So eine Software ist ja keine Diplomarbeit.
@Tai Bezüglich FW-Update: Das müssen wir korrigieren, denn das betraf nur die Testphase und wurde mittlerweile möglich gemacht.
@Jens Hecht Na dann ist ja gut
Die Fotos deuten an, dass keine Softtouch-Oberfläche verwendet wurde? Geht also anscheinend!
Die Aufteilung links Transport-Sektion und rechts Pads finde ich als Rechtshänder deutlich besser als alles von der Konkurrenz. Dann noch vier zusätzliche Encoder. Der Controller könnte auch abseits der Tonstudio-Welt sehr brauchbar sein. So eine Ergonomie zusammen mit links/rechts tauschbaren Magnetdock-Modulen wären der Knaller.
@lookandlisten „Der Controller könnte auch abseits der Tonstudio-Welt sehr brauchbar sein.“
Und wo?
@swift Videoschnitt, Colorgrading, Bildbearbeitung. Mit Bome´s Midi Translater nutze ich z.B. den Behringer FCB1010 für die Auswahl der Werkzeuge und Funktionen in Photoshop.
Guter & interessanter Controller , aber selten so ein schlechtes Produktvideo gesehen.. bzw. gehört.