Test: Alto TX8, Aktivbox

26. Januar 2018

Die Kleine mit Biss

Alto TX8 Aktivbox

Die Alto TX8 Aktivbox ist das kleinste Familienmitglied in der TX-Serie. Mit 280 Watt Peak Power und 140 Watt Dauerleistung aus einer Bi-Amping Class-D-Verstärkung liefert dieses kompakte Zwei-Wege-System mit Bassreflexgehäuse genügend Power für eine Vielzahl von Einsatzbereichen.

Das Multifunktionsgehäuse aus Polypropylen beherbergt den 8-Zoll Basslautsprecher und 1-Zoll Titan-Kompressionstreiber. Die kompakten Abmessungen betragen 420 x 270 x 240 mm (H x B x T) und das geringe Gewicht von knapp über 5,5 kg dürfte beim Transport niemanden vor ein Problem stellen. Dafür reicht dann auch ein einziger Eingriff an der Oberseite voll und ganz aus.

Alto TX8

Alto TX8 Aktivbox

Durch die universelle Gehäuseform lässt sich die Alto TX8 in unterschiedlichen Positionen betreiben. Zum Beispiel als PA-Anlage auf dem Hochständer, dafür gibt es an der Unterseite den obligatorischen 35 mm Flansch (ohne Feststeller). Auch als Bodenmonitor (Wedge) kann die kleine Box ordentlich losrocken. Dann aber lediglich in einer einzigen Position mit dem Horn auf der rechten Seite. Zum Abstellen der Alto TX8 ist die Unterseite natürlich mit vier Füßen ausgerüstet.

Horn

Integriertes Horn

Ordentlich Dampf

Die Trennung zwischen Bass und Hochtontreiber liegt bei 2,5 kHz, was bei einem 8-Zoll Basslautsprecher überhaupt kein Problem darstellt. Das Horn bietet einen Abstrahlwinkel von 90° x 45° (H x V) – und das ist ebenfalls guter Standard. Die Class-D Bi-Amp-Endstufe macht der Kleinen ordentlich Dampf und soll bei einem Frequenzgang von 75 Hz bis 20 kHz immerhin mit einem Schalldruck von 113 dB auftrumpfen.

Alto TX8 – gut verarbeitet

Vorne und hinten

Auf der Vorderseite präsentiert sich die Aktivbox wie zahlreiche andere Vertreter dieser Gattung, also einer typischen Zweiwegbox mit Bassreflexgehäuse. Das Hochtonhorn ist beim Produzieren der Frontseite direkt integriert worden. Im unteren Bereich befinden sich zwei Bassreflexöffnungen und der Tieftöner wird durch ein stabiles und kreisrundes Lochblech ohne Hinterspannung geschützt. Zwischen den beiden Reflexöffnungen sitzt eine blaue LED, die beim Netzbetrieb auf sich aufmerksam macht.

Basslautsprecher

8-Zoll Speaker – hier ohne den Schutz

Die Rückseite ist übersichtlich, bietet aber alles, was man braucht. Im unteren Teil des leicht vertieft eingelassenen Panels sind Kaltgerätebuchse und Netzschalter angeordnet, die wenigen anderen Elemente sind am anderen Ende, also oben. Hier notieren wir den symmetrischen XLR-Eingang und den passenden symmetrischen XLR-Ausgang zum Durchschleifen des Eingangssignals. Mit dem einzigen Drehregler lässt sich die Lautstärke anpassen. Bis zur Hälfte des Drehweges ist neben dem Potiknopf die Bezeichnung Line zu lesen, weiter geht es dann mit der Bezeichnung Mic – also der Verstärkung für dynamische Mikrofone, die zum Beispiel für Durchsagen direkt angeschlossen werden können. Die Power-LED leuchtet zusammen mit der blauen LED vorne auf, wenn die Lautsprecherbox eingeschaltet ist. Eine Signal-Limit-LED macht sich bemerkbar, sobald der Limiter mit seiner Schutzschaltung eingreift.

Ansicht hinten

Bedienelement und Anschlüsse

Die Bi-Amp-Endstufe begnügt sich mit Lüftungsschlitzen auf der Rückseite, die für das passende Klima im Gehäuse sorgen. Die Box ist also im Leerlauf mucksmäuschenstill.

Infobox zur Alto TX-Serie in Anlehnung an die Angaben des Herstellers

Die Lautsprecher der TX-Serie sind nach den gleichen Leistungsstandards wie die preisgekrönte Alto TRUESONIC-Serie entwickelt worden – mit hochwertigen Komponenten und präzisem, transparentem Klang – aber zum erschwinglichen Preis. Die TX-Serie ist leicht und portabel. Mit trapezförmigen Gehäusekonstrutionen sind unterschiedliche Anwendungen möglich. Die Serie richtet sich an Musiker, DJs und Beschaller, die auf professionelle Audiowiedergabe und einen dynamischen Sound Wert legen. Die Serie besteht aus den Modellen TX8, TX10, TX12, TX15 und TX15USB (mit Media Player).

So klingt die Alto TX8

Bei Klangtest der Alto TX8 sollen gut produzierte Audio-CDs Aufschluss über die Qualitäten der Aktivbox geben. Mit einem Klassiker der US-amerikanische Rockband Toto geht es los: Africa.

Dieses Stück war der zweite Song, den die Band für das Album Toto IV aufgenommen hat und einer der größten Hits von Toto. Inspiriert für diesen Song wurde Toto-Keyboarder David Paich durch eine Werbung von UNICEF, in der hungernde Kinder in Afrika gezeigt wurden. Die Melodie schrieb Paich in nur zehn Minuten am Klavier in seinem Wohnzimmer, am Liedtext arbeitete er dann sechs Monate. Afrikanische Schlaginstrumente dienen als zentrale Elemente der Komposition.

Die Alto Aktivbox präsentiert hier einen sehr ausgewogenen Klang, der auch die Schlaginstrumente und die Stimme von Sänger Paich hervorragend zur Geltung bringt. Der Gesang klingt direkt und präsent, aber an keiner Stelle überbetont. Der Background-Chor mit Bobby Kimball, Steve Lukather und David Paich klingt ebenfalls rund und angenehm.

Auch der Song Rosanna ist von David Paich geschrieben und erschien ebenfalls auf Toto IV. Paich thematisiert in diesem Song die Erinnerung an eine Liebesbeziehung. Der filigrane Schlagzeugrhythmus ist als Halftime-Shuffle angelegt und zeigt deutliche Jazz-Einflüsse. Rosanna wurde ebenfalls ein riesiger Hit für die Band Toto. Die kurze Hallfahne der Snare löst sich im Song sehr fein auf und die Gesangsstimme ist auch hier wieder sehr präsent ohne aufdringlich zu sein.

Griff

Guter Tragegriff

Ein Sänger mit wandelbarer Stimme

Von der Musiklegende Prince († 21. April 2016), Sänger, Komponist und Produzent, kommt das Album Graffity Bridge. Es erschien im August 1990 und dient als Soundtrack zum gleichnamigen Film. Hier sind bei fünf der insgesamt 17 Songs übrigens Gastsänger zu hören. Doch den Titelsong Graffiti Bridge singt Price selbst. Als Basis dient eine Aufnahmen von Juli 1987 im Paisley Park Studio. Die Stimme von Prince klingt über die Alto TX8 richtig cool. Überhaupt ist die gesamte CD sehr gut produziert und es macht Spaß, die sehr unterschiedlichen Stücke über die Alto Box zu hören. Das Klangbild ist ausgewogen ohne aufdringliche Schärfe in den oberen Lagen. Die Bässe sind präzise und voll – im Rahmen der Wiedergabemöglichkeiten eines 8-Zoll Basslautsprechers.

Innenansicht

Herausgenommener Basslautsprecher gestattet Einsicht

Die Alto TX8 scheint wie gemacht für die Reproduktion von Stimmen. Durch den relativ kleinen 8-Zoll Woofer, der bis zu 2,5 kHz überträgt (hier greift die Frequenzweiche), und den 1-Zoll Titan Kompressionstreiber mit seiner nicht aufdringlichen Art, verschmelzen Bässe, Mitten und Höhen zu einer klanglich ausgewogenen Einheit.

Dies wird auch deutlich bei der nächsten CD im Testreigen. Das bekannte Album Bad von Sänger, Komponist, Tänzer und Entertainer Michael Jackson († 25. Juni 2009) hat zu Recht Kultstatus erlangt. „Mein Produzent Quincy und ich haben beschlossen, dass dieses Album so perfekt wird wie nur menschenmöglich!“, soll Jackson vor der Produktion dieses Albums gesagt haben. Der Titelsong Bad mit R&B- und Funk-Einflüssen war übrigens ursprünglich als Duett mit Jacksons Rivalen Prince geplant. Wie auch immer, die gesamte CD klingt hervorragend über unseren Testkandidaten. Konturierte, knackige Basslinien, eine saugeile knallige Snare und der hervorragende Gesang des Künstlers mit Präsenz und Nähe klingen aus der TX8. Man kann regelrecht die Tiefenstaffelung der Musikinstrumente hören. Beim Song Man in the Mirror lässt am Anfang das Vibrato in Jacksons Stimme schon fast Gänsehautstimmung entstehen, kombiniert mit den glockenartigen Sounds des Synthesizers und dem Schnippen mit den Fingern.

Weil besonders die präsenten Stimmen auffallen, geht es nun direkt mit dem dynamischen Mikrofon in die Aktivbox. Mein „alter Kumpel“ SM58 kommt wieder zum Einsatz. Und auch hier klingt es super. Ausgewogen, warm und rund, ohne jegliche Schärfe in den Höhen. Der typische Nahbesprechungseffekt dieses Schallwandlers wird durch die nicht ganz so tiefe Basswiedergabe abgeschwächt, was sich sehr gut auf die Sprachverständlichkeit auswirkt. Auch diesen Test hat die Alto TX8 prächtig gemeistert.

Das sind natürlich alles sehr subjektive Höreindrücke. Doch wie sieht es mit objektiveren Messungen aus?

Endstufe

So sieht die Endstufe aus

Frequenzgänge in der Messung

Mit dem PAA und der Zuspielung von Rosa Rauschen geht es nun an die Analyse des Frequenzspektrums. Hier sollen weitere Erkenntnisse zur Qualität der Wiedergabe Aufschluss geben.

Die Messungen werden ohne Gewichtung vorgenommen und finden in einem gewöhnlichen Raum statt – also unter Praxisbedingungen und nicht wie bei Klinik-Tests in einem schalltoten Raum. Sämtliche Messungen werden im Nahbereich unter einem Meter Abstand, auf die Mitte zwischen Basslautsprecher und Hochtonhorn gerichtet durchgeführt, damit möglichst wenig Raumeinflüsse die Ergebnisse beeinträchtigen.

Die Messungen finden statt bei Schallpegeln von 92,0 SPL, 88,7 SPL, 89,4 SPL und noch einmal 88,7 SPL.

Im Bassbereich ist erst ab 63 Hz eine signifikante Wiedergabe von über 70 dB festzustellen. Hier sind vor allem die Bereiche 80 Hz und 100 Hz zu nennen, die in diesem Fall mit einer leichten Betonung für straffe Basswiedergabe sorgen. Darunter fällt der Schalldruck dann auch stark ab. Dieses Ergebnis deckt sich hervorragend mit den technischen Angaben des Herstellers. Schließlich haben wir hier einen relativ kleinen 8-Zoll Basslautsprecher im Bassreflexgehäuse vor uns. Und dabei ist eine kräftige Wiedergabe von 63 Hz bereits ein gutes Ergebnis.

Leichte „Dellen“ im Frequenzgang sind bei etwa 2 kHz auszumachen. Aber das ist überhaupt nicht tragisch. Schließlich haben wir keine massiven Einbrüche.

Sehr ausgeglichen zeigt sich die Alto TX8 Aktivbox in den hohen Frequenzbereichen ab 4 kHz.

Das mit dem neutralem Instrument gemessene Frequenzspektrum macht insgesamt ein gutes Bild und kommt zeitgemäßen Hörgewohnheiten entgegen.

Der Klang ist also prima und die Verarbeitung der Aktivbox ist ebenfalls klasse. Zwei Alto TX8 können schon ordentlich „Radau“ machen. Wenn es noch mehr Druck in den Bässen sein soll, kann ich mir gut die Kombination mit einem guten Subwoofer vorstellen.

Fazit

Die Alto TX8 ist ihr Geld wert. Guter Klang, kompakte Abmessungen und geringes Gewicht stehen ebenso auf der Habenseite wie ein Multifunktionsgehäuse und die einfache Bedienung ohne Schnick-Schnack. Die Fullrange-Aktivbox hat alles, was man braucht, nicht mehr und nicht weniger, eben typisch für die gesamte Alto TX-Serie. Zwei Alto TX8 in Reserve zu haben, kann also nicht schaden. Anwendungen lassen sich reichlich finden.

Plus

  • guter Klang
  • kein Lüftergeräusch
  • gute Sprachverständlichkeit
  • geringes Gewicht
  • Multifunktionsgehäuse

Preis

  • Ladenpreis: 124,- Euro
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