Test: Ampeg, BA600-115, Bassverstärker

5. Mai 2009

Leichtes Kraftpaket

Vor wenigen Jahren noch wäre ein Bassverstärker in diesem Format nicht besonders ernst genommen worden. Beim Transportieren hätte man sogar ungläubiges Kopfschütteln sehen können, weil die Maße dieses Würfels nicht unbedingt an druckvollen, gewichtigen Basssound erinnern. Und dass dieses Aggregat dann auch noch satte 600 Watt leisten soll, hätte erst recht niemand geglaubt. Aber im Jahre 2009 ist es Realität und nicht länger Science Fiction – nämlich in Form des Ampeg BA600-115, der den Weg in das AMAZONA.de-Testlabor gefunden hat und nun genauestens unter die Lupe genommen wird.

Optik/Konstruktion

Aufgrund des geringen Gewichts des Amps ist der auf der Oberseite montierte Koffertragegriff tatsächlich nutzbar. Mit 25kg kann der Ampeg-Verstärker leicht mit einer Hand aus seiner Verpackung gezogen werden. Aber es sind auch seitliche Klappgriffe angebracht, die es ermöglichen, die Kiste mit beiden Armen oder gar zu zweit zu tragen. Im Lieferumfang sind noch Rollen enthalten, die man einfach unten ansteckt, falls jemand seinen Rücken noch weitergehend schonen möchte.

Nettes Dekoletté

Nettes Dekoletté

Für Schwächlinge

Für Schwächlinge

Mit einer Breite, Höhe und Tiefe von 58cm x 56cm x 40cm handelt es sich tatsächlich um eine äußerst kompakte Verstärker-/Boxen-Kombination. Äußerlich erscheint der 600 Watt-Kraftzwerg im klassischem Ampeg-Look, mit schwarzem Tolex bezogen, mit schwarzen Metallecken bewehrt und der Speaker lediglich durch graues Textilgewebe geschützt. Das wirkt zurückhaltend, fein und vintage. In Kombination mit der aufgeräumten Bedieneinheit, die von der Oberseite her zugänglich ist, erscheint dies fast schon schlicht.

Schau mir in die Augen, Kleiner...

Schau mir in die Augen, Kleiner…

Amp-Sektion

Um sein Instrument mit dem BA 600-115 zu verbinden, hat man die Wahl zwischen zwei unterschiedlich empfindlichen Eingängen. Um die unterschiedlichen Ausgangspegel von aktiven oder passiven Bässen anzupassen, ist ein Eingang in der Empfindlichkeit um 12dB reduziert. Sollte das eingehende Signal zu stark sein, zeigt in diesem Falle eine rote Leuchte den Peak an. Ein Mute-Schalter (um alles verstummen zu lassen) sitzt direkt nebenan. Ist er betätigt, leuchtet die rote LED permanent.

Die Verstärkervorstufe ist zweikanalig aufgebaut. Zwischen diesen beiden Kanälen kann per Druckschalter manuell gewählt werden, was prinzipiell mit dem Fuß ebenso funktioniert, sofern man ein entsprechendes Pedal besitzt. Leider ist dieses jedoch im Lieferumfang des Verstärkers nicht enthalten.

Es gibt einen Kompressor, der für beide Kanäle zuständig ist und dessen Einsatz über eine gelbe Leuchtdiode angezeigt wird. Auch hier kann man per Schalter über den Einsatz und mit dem Drehknopf über die Intensität des Kompressor-Effektes entscheiden.

Der Kompressor arbeitet in der Vorstufe des BSA600-115 wie ein Limiter, was bedeutet, dass zwar die oberen Pegelspitzen gekappt und harmonisch angepasst, aber nicht die leiseren Pegel angehoben werden. Das heißt aber auch, dass das Signal schwächer wird, wenn die Komprimierung schon früh, also noch bei relativ geringen Pegeln einsetzt.

In der Preamp-Section des Ampegs werkeln zwei Röhren, und bevor die Entscheidung fällt, zu welchem der Kanäle das Signal durchgelassen wird, nimmt schon die erste, eine Doppeltriode des Typs 12AU7A, die Impulse auf und verstärkt sie.

Klangbeispiele
Forum

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