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Test: Ampeg, Dan Armstrong ADA 4, E-Bass

Handling

Dieser Bass hängt mal schön satt am Gurt! Kopflastigkeit ist natürlich mit dem kurzen Hals und dem Großteil der Masse konzentriert am Body überhaupt kein Thema. Anders als im Stehen ist der Dan Armstrong auch nicht wirklich komfortabel zu spielen. Das diamond-shape des Korpus sieht zwar gut aus, aber selbst mit bekleidetem Unterarm denkt man im Sitzen, es schneidet sich tief ins Fleisch. Die Kante ist einfach viel zu scharf.

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Trotz der Retro-Ausrichtung des ADA 4 ist der Hals kein fetter Prügel. Mit 42 mm Breite am Steg und 54 mm am 12. Bund aber auch nicht zu filigran und in gewohnten Ausmaßen. Insgesamt gefallen das Hals-Shaping und die Bespielbarkeit. Mit der kurzen Mensur flitzen die Fingerchen nur so übers Griffbrett, und es lädt zum Spielen ein. Einen gewissen, speziellen Kreativitätsfaktor kann man dem Instrument nicht absprechen, es macht durchaus Spaß mit diesem Retro-Bass zu jammen!
Als störend könnte bei dem einen oder anderen Musiker allerdings die Daumenstütze empfunden werden. Zum Glück ist sie leicht zu demontieren. Von Slapping oder ähnliche Styles sollte man aber besser Abstand nehmen: Da die Saiten relativ nah über dem Korpus verlaufen, muss man sich bei diesen Techniken an den geringen Abstand ohnehin erst gewöhnen. Aber Hand aufs Herz: Wer benutzt ein solches Instrument schon zum Slappen!

 

5_ADA4_Thumbrest.jpg

Sound

Trocken angespielt ist der Ton des ADA 4 präsent und klar. Er spricht schnell an und ist auch relativ laut. Das Sustain ist trotz des kurzen Halses gut. Auch der Draht der Saiten ist gut zu vernehmen. Die klarsten Präsenzen scheinen etwas zu fehlen, und an Bässen mangelt es. Warm und rund ist der Sound vielleicht nicht, aber sicherlich durchsetzungsfähig.

Die Lautstärke der hohen G-Saite fällt im Gegensatz zu den anderen stark ab. Auch schnarrt sie leicht, was allerdings mit einer Veränderung des Setups zu beheben ist. Gravierender ist eher die Tatsache, dass sie beim Spielen einmal von ihrem Messingröllchen auf der Bridge sprang. Dynamischere Spieltechniken, wie das Anreißen der Saiten, sollten daher vielleicht unterbleiben. 

Leider sind im elektrischen Betrieb Einstreuungen zu vernehmen. Möglicherweise auch, weil die Anschlüsse der Pickups ohne abschirmendes Material frei liegen.

„Vintage“ lautet die Ausrichtung des Instrumentes – und so klingt es dann auch verstärkt. Edel und modern ist hier gar nichts. Bässe werden über die Tonabnehmer von Kent Armstrong ohrenscheinlich zwar hinzugefügt, aber die ohnehin schon geringen Höhenanteile werden in den meisten Stellungen der Klangregelung noch beschnitten.
Die klarste Einstellung ist mit dem „BB-Tonabnehmer“ und dem Toggle-Switch in vorderer Position zu erreichen. Das kann man knackig nennen und ist vielleicht der beste zu erreichende Ton. Aber nur, wenn man den Tonregler nicht nach hinten bewegt. Dann nämlich schwindet dieser, als sei es ein zweiter Lautstärkeregler.
Deshalb bevorzugt man lieber den „DB-Pickup“, falls man unterschiedliche Sounds erreichen möchte, die einen ähnlichen Pegel besitzen. Die Soundbeispiele zeigen folgende Settings:

Klangbeispiele

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Klangbeispiel 1: Fingerstyle, DeepBass-PU, Schalter hinten, Tone ganz leicht nach hinten gedreht. Soul-Style

Klangbeispiel 2: Finger, DeepBass-PU, Schalter vorne, Tone ganz auf Bass (hinten), Reggae

Klangbeispiel 3: mit Plektrum, DB, Schalter vorne, Tone ca. ¼ nach hinten gedreht. Rock

Klangbeispiel 4: Fingerstyle, BB-Pickup, Schalter vorne, während des Beispiels am Tone-Poti von vorne nach hinten gedreht und zurück, Schalter umgelegt, das Gleiche noch einmal

Klangbeispiel 5: Slap, Larry Graham Style, BB-PU, Schalter vorne

Fazit

Wer auf Vintage steht, für den ist der ADA 4 eine Empfehlung. Wenn man dazu noch eine coole Optik möchte und evtl. nicht zu den großgewachsenen Bassisten gehört, dann hat der Dan Armstrong ADA 4 etwas zu bieten!
Plexiglas als Korpusmaterial ist möglicherweise eine Option, die man weiterverfolgen könnte, allerdings kann man die akustischen Möglichkeiten sicherlich umfassender ausschöpfen, als es hier geschehen ist.
Ein Wechseltonabnehmer ist sicherlich ein witziges Gimmick, allerdings etwas unpraktisch, besonders im Bühneneinsatz. Wer schraubt schon gerne während des Gigs am Bass herum, zumal der zweite Pickup leider kaum andere oder brauchbarere Sounds liefert.

Für den anvisierten Preis könnte man dementsprechend also auch einen Bass anbieten, in dem schon zwei Tonabnehmer gleichzeitig arbeiten, zumal der „BB-Pickup“ an Soundvielfalt eher sehr limitiert ist, was beim „deep bass“-Tonabnehmer nicht wirklich umfassend anders erscheint.
Die Bridge mit ihrer einschränkenden Funktion, das Setup zu verändern, sowie die Tuner, die offensichtlich nicht besonders stimmstabil sind, runden das zwiespältige Bild ab.
1969 mag es „state of the art“ gewesen sein, 40 Jahre später ist es das nicht mehr.

Bei einer Preisempfehlung von 1.660 Euro (in der allerdings ein Koffer enthalten ist) atmet man einmal tief ein und schaut sich vielleicht nach anderen Angeboten um, die ebensoviel zu bieten haben, während man nicht so tief in die Tasche greifen muss.

Auch wenn die Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben ist, scheint es reichlich Potential zu geben, welches die erfahrenen Menschen bei Ampeg sicherlich noch besser und zeitgemäßer ausloten könnten.


Plus
++ Optik
+ Verarbeitung
+ Bespielbarkeit

Minus
— Preis
– Sound
– Bridge
– BB-Tonabnehmer
– Wechselkonzept der Pickups (keine wirkliche Soundänderung)

Preis
UVP: ca. 1.600 Euro

 

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Klangbeispiele
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