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Test: Ampeg SVT-VR

19. Juli 2007

Ampeg SVT-VR

So schnell werde ich den erschöpften, leicht vorwurfsvollen Blick des sonst so freundlichen UPS-Mitarbeiters nicht vergessen, als er die Tage bei mir klingelt um mir ein Paket mittleren Ausmaßes zu überstellen. Seine Bitte ihm beim Tragen des Paketes zu helfen konnte ich zunächst aufgrund der Größe nicht ganz nachvollziehen bis ich selbst Hand anlegte.
Im Studio angekommen, schält sich aus der braunen Verpackungspappe ein Ampeg SVT-VR Bass-Topteil von sage und schreibe 43 kg! Wahrlich nichts für schwache Gemüter. Schon die Aktion den Verstärker mit einer Hand aus der Verpackung zu hebeln und mit der anderen Hand die Verpackung zu halten, scheitert kläglich. Das Gerät ist wirklich nur mit vollem Körpereinsatz und von einem kräftigen Mann alleine zu transportieren, nicht umsonst hat man auf einen Tragegriff auf der Oberseite des Gehäuses verzichtet und gleich zwei massive Klappgriffe an der Seite angebracht.

Sieht man mal von dem Trademark „Marshall“ in der Gitarristenklasse ab, ist wohl kein anderes Produkt mit dem Begriff „Rock“ so sehr verbunden wie die SVT-Klasse bei Ampeg. Alles, wirklich Alles was Rang und Namen hatte war vor über 30 Jahren bzgl. Tieftongestaltung mit diesen Monstern unterwegs. Man berücksichtige bitte die Tatsache dass man seiner Zeit tatsächlich zum Teil mit einer etwas kräftigeren Gesangsanlage Open-Airs beschallte und ein Großteil des Instrumenten-Sounds tatsächlich von der Bühne und nicht wie heute aus der P.A. kam. Es hat seinen Grund warum viele Künstler wie Pete Townsend, John Entwhistle oder Glenn Hughes über einen rudimentären Verlust ihres Gehörs klagen, die Lautstärke auf der Bühne war seiner Zeit wirklich infernalisch. Im Zeitalter von digitalen Schaltnetzteilen unter einem Kilo und Bassamps mit den Abmessungen von 4 Zigarettenschachteln muss es also einen Grund geben warum Ampeg nach wie vor archaische Verstärker der Dinosaurier-Klasse herstellt.

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Konstruktion:

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Bei dem SVT-VR– Amp handelt es sich um ein Reissue des aus den frühen Siebzigern weltberühmten „Blue-Line“ Heads in Vollröhren-Bauweise. Insgesamt kommen 12 Glasfläschchen zum Einsatz, jeweils zweimal 12AX7 und eine 12AU7 in der Vorstufe, zweimal 12AU7 und eine 12AX7 in der Treiberstufe und sechsmal(!) 6550 in der Endstufe. Aufgrund der immensen Wärmeentwicklung muss der Bolide zwangsgekühlt werden, angeblasen wird das Heizkraftwerk durch einen in der Rückwand eingebauten Lüfter. Ampeg verweist auf eine Leistung von 300 Watt RMS an 4 bzw. 2 Ohm, d.h. eine einzelne 8 Ohm Box wird nicht empfohlen und die klassischen 16 Ohm Cabinets findet man normalerweise ohnehin nur bei Gitarristen.

Verpackt ist das Ganze in einem sehr massiven Holzgebäuse, rückwändig mit einem gelochten Stahlblech abgeschlossen. Der Amp ruht auf vier spitz zulaufenden Gummifüßen die in die dazugehörigen Ampeg-Bassboxen passend einrasten. Wobei man sich ja nun schon seit Jahren streitet ob man einen Vollröhren- Bassamp eigentlich auf seiner Box während eines Auftritts platzieren soll oder daneben. Es ist bekannt dass erwärmte Röhren möglichst nicht mehr bewegt werden sollen und jede mechanische Beanspruchung im Betriebszustand zu vermeiden ist. Beides hat nachteilige Auswirkungen auf Lebensdauer und Zuverlässigkeit des Bauteils. Auf der anderen Seite, WENN eine Röhre Vibrationen abbekommt DANN bestimmt wenn sie auf einer laut aufgedrehten Bassbox während der Show steht. Ein ins Rack eingebauter und mit Schaumstoff gepolsterter Amp wird es einem bestimmt mit längerer Lebensdauer danken, aber optisch kommt die klassische Phallus-Form eines Stacks halt nur mit Topteil rüber. Und überhaupt, wer will dieses Case-Monster dann tragen? Amp plus Case, dass heißt mind. 60 kg, d.h. Case wird mit Rollen ausgestattet und schon haben wir wieder Vibrationen während des Transportes die eigentlich keiner haben will. Wie man´s macht..

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Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wie sind die Klangbeispiele zustande gekommen? Direkt aus dem DI-Ausgang?

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