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Test: AMS Neve 88M, USB-Audiointerface und Mikrofonvorverstärker

Legendärer Sound im Studio

26. Dezember 2022
ams neve 88m test

AMS Neve 88M, USB-Audiointerface und Mikrofonvorverstärker

Das Neve 88M Audiointerface ist das erste seiner Art von AMS Neve, dem legendären englischen Hersteller von Studiogeräten. Und eines darf ich Ihnen gleich sagen: Die meinen es ernst! Das 88M ist vollgepackt mit Bauteilen und Technik, die direkt aus den großen Konsolen kommen und somit ist es wahrscheinlich kein Marketing, wenn AMS Neve behauptet, die Preamps klingen wie bei einer Neve 88RS Konsole. Lassen Sie uns nachsehen, was in dem schwarzen Kasten alles drinsteckt. Allerdings sollten wir vor dem eigentlichen Test noch zwei Dinge klarstellen bzw erläutern:

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AMS Neve? Rupert Neve? Wie jetzt?

Vor dem Test müssen wir kurz klarstellen, wie sich das mit dem Thema „Neve“ so verhält, denn es gibt zwei Firmen: AMS Neve (AMS = Advanced Music Systems) und Rupert Neve Designs. Genau genommen hat Rupert vor der Kollaboration mit AMS schon mit einigen Firmen gearbeitet bzw. diese sogar besessen (CQ Audio, Rupert Neve Company etc.). Durch den Zusammenschluss 1990 ist AMS Neve der Hersteller der klassischen Neve Geräte, wie sie in den legendären Studios eingesetzt werden. AMS Neve ist heute in Burnley U.K. ansässig.

1985 hat Rupert Neve zusammen mit seiner Frau Evelyn die Firma Focusrite Ltd. gegründet, aus der später die uns gut bekannte Firma Focusrite Audio Engineering entstand. Allerdings hat Rupert Neve nie Geräte für das „neue“ Focusrite designt.

1994 sind Rupert und seine Frau nach Texas umgezogen und wurden amerikanische Staatsbürger (2002). Dort wurde im Jahr 2005 das Unternehmen Rupert Neve Designs gegründet, das bis heute modernes Studioequipment nach Vorgaben des Meisters selbst herstellt. Leider ist Rupert Neve 2021 von uns gegangen.

AMS Neve 88M: Die Marinair Transformer

Der legendäre Marinair Audioübertrager ist ein Bauteil zur sogenannten leistungslosen Signalübertragung. Ähnlich, wie bei einem Transformator mit unterschiedlichen Wicklungen (Primär- und Sekundärspule), wird beim Audioübertrager das Signal breitbandig und verzerrungsarm übertragen. Da der Signalweg allerdings analog ist, wird der Klang durch einen Übertrager mehr oder weniger verändert. Neve verwendet in seinen Konsolen – und auch im hier getesteten Audiointerface 88M – die Übertrager mit Marinair Spezifikation, die schon seit 1964 nach Vorgaben von Rupert Neve entwickelt und gefertigt wurden. Bei AMS Neve auf der Website findet man eine eigene Seite mit vielen Informationen zu den Marinair Übertragern.
Diese exklusive für Neve spezifizierten Teile machen einen großen Teil des Neve Signature-Sounds aus und wurden schon in den legendären Konsolen 88R und 88RS eingesetzt.

Welche Ausstattung bietet der AMS Neve 88M?

Neve_88M_front

Der Neve 88M ist ein 2-Kanal Mikrofon-Preamp und Audiointerface. Das Gerät kommt in einem kompakten Gehäuse mit den Abmessungen (B x T x H) 182 x 203 x 76 mm und einem Gewicht von 1,68 kg. Der Gehäuserahmen ist aus einem Leder-ähnlichen Kunststoffbezug, der einem Tolex-Bezug eines Gitarrenverstärkers sehr ähnlich ist. Auf der Front sind die beiden symmetrischen Kombi-Inputs (XLR/TRS) samt 48 V Schalter und Gain-Regler für jeden Preamp. Ein Druck auf diesen Preamp-Regler schaltet zwischen Mikrofon-, Line- und Instrumenteneingang (HI-Z) um. Man findet auf der Front zwar keine Peak-Anzeige mit VU-Meter oder LED-Kette, aber immerhin eine dreifarbige Signal-LED für die optische Darstellung des Gains. Grün bedeutet einen Pegel von -43 dBFS bis -5 dBFS, gelb bedeutet -5 dBFS bis -3 dBFS und rot bedeutet Clipping bei -3 dBFS bis 0 dBFS.

Neve_88M_fl

Rechts, mit einem originalen Drehregler einer 88RS Konsole versehen, der Main-Monitor-Level und der regelbare Kopfhörerausgang. Der Monitor-Level hat eine Mittenrasterung bei -12 dbu, so dass man die Studiomonitore passend kalibrieren kann. Das funktioniert auch bei den Kopfhörern. Hier ist die 12-Uhr-Position bei -6 dBu.

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Neve_88M_back

Auf der Rückseite haben wir oben zwei Send/Returns (je ein Bus pro Kanal) für die Einbindung von externen Effekten, wie einem Kompressor, Equalizer oder Gitarrenpedale. Unten dann ADAT IN und OUT, was die Unterstützung für bis zu acht weitere Kanäle offeriert. Hier wäre beispielsweise ein Focusrite Scarlett OctoPre eine sinnvolle und preisgünstige Ergänzung zur Erweiterung der Kanäle. Auch hier ist der AMS Neve 88M konsequent und unterstützt alle gängigen Formate: Mit 44,1/48 kHz werden acht Kanäle unterstützt, mit 88,2/96 kHz vier Kanäle und mit 176,4/192 kHz sind es zwei.

Neve_88M_cable

Daneben ein USB-Port mit USB 3.0 B-Typ-Buchse, die man zwar schon immer wieder mal sieht, aber nicht mit klassischem USB A, B oder C verbunden werden kann. AMS Neve legt aber die passenden Kabel bei. Das verwendete Steckerformat soll besonders kontaktfreudig und sicher sein, was ich gerne bestätige. Dann noch ein Keylock und die symmetrischen Buchsen für die Monitore.

Wichtig: Das 88M ist ein echtes USB 3.0 Gerät und verfügt so über genügend Versorgungsspannung und Strom, um schwierige Mikrofone und leise Kopfhörer zu betreiben.

Neve_88M_side

Die verschiedenen Betriebsarten

Der Kopfhörerregler ist gleichzeitig auch der Umschalter für die Betriebsart. Die folgenden Modi werden beim Druck auf den Regler umgeschaltet:

DIR Modus

DIR schaltet das Signal der Preamps direkt auf die Monitor-Outputs (post insert). Diese Option ist ideal für Stereoaufnahmen mit zwei Mikrofonen, z. B. für Klavier oder akustische Gitarre. DIR ist Stereo und Channel 1 wird an den linken Monitor- und Kopfhörerausgang geleitet, Channel 2 nach rechts.

MIX Modus

MIX ist geeignet, wenn beispielsweise eine Quelle mit zwei Mikrofonen aufgenommen wird oder man von USB (vom Computer) zuspielt und man mit Gitarre begleitet. MIX speist das Direktsignal von beiden Vorverstärkern in die Monitorausgänge ein, gemischt mit dem Stereo-Return-Signal der DAW. Diese Monitoreinspeisung ist ebenfalls post insert, daher werden alle analogen Geräte, die in der Insert-Schleife verwendet werden, in das Abhörsignal einbezogen. MIX ist ebenfalls Stereo, wie bei DIR.

DAW Modus

DAW wird genutzt, wenn man mit einer DAW arbeitet (Überraschung!). DAW speist nur das Stereo-DAW-Signal in die Monitorausgänge und Kopfhörerausgänge ein und umgeht die Inserts.

MONO MIX Modus

MONO MIX: Diese Option ist ideal für Mono-Aufnahmen/Overdubbing-Situationen wie Aufnahme von Solo-Gesang oder DI-Instrumenten. MONO MIX speist das Direktsignal der beiden Kanäle 1 und 2 als Monosignal in den linken und rechten Kopfhörer- und Monitorausgang. Dieses Mono-Signal wird mit dem Stereosignal der DAW gemischt, so dass die DAW-Spur ihr Stereobild beibehält Stereobild beim Overdubbing von Monospuren beibehält.

Software und technische Messwerte

Software gibt es eigentlich nicht. Anders wie bei Universal Audio mit den Apollos gibt es keine Software, um das Audiointerface zu steuern. Das Neve 88M ist konsequent auf eine Bedienung am Gerät getrimmt. Es gibt allenfalls einen Windows USB-Treiber und ein Tool zum Update der internen Firmware. Auch zusätzliche Plug-ins, Software-Effekte oder eine Light-DAW ist nicht im Paket enthalten

Hinsichtlich der Messwerte gibt sich Neve keine Blöße: Alle Werte sind auf hohem Niveau und so gibt sich das 88M sehr praxisgerecht. Kein Rauschen, Verzerren oder tonale Abweichungen sind im Betrieb wahrnehmbar. Hier die Details:

General Specifications

  • Headroom: +18 dBu @ 1 kHz (<0,5 % THD+N)
  • Distortion (THD+N) Typically 0,00 8% @ 1 kHz (measured at +18 dBu, 10 Hz to 80 kHz filter)
  • General Noise <-85 dBu (A-wtg)

Microphone Inputs

  • Frequency Response 20 Hz to 20 kHz +/- 0,1 dB
  • Frequency Response 10 Hz to 35 kHz +/- 0,5 dB
  • Dynamic Range >110 dB
  • Distortion (THD+N) <0,004 %
  • Noise EIN -125 dBA
  • Gain Range +21 dB to +68 dB
  • Maximum Input Level -50 dBu (Max Gain @ 68 dB)
  • Maximum Input Level -3 dBu (Min Gain @ 21 dB)
  • Input Impedance ≈1,5 kΩ

Line Inputs

  • Frequency Response 20 Hz to 20 kHz +/- 0,1 dB
  • Frequency Response 10 Hz to 35 kHz +/- 0,5 dB
  • Dynamic Range >111 dB
  • Distortion (THD+N) <0,006 %
  • Gain Range -12 dB to +35 dB
  • Maximum Input Level -17 dBu (Max Gain @ 35 dB)
  • Maximum Input Level +3 0dBu (Min Gain @ -12 dB)
  • Input Impedance ≈20 kΩ

Final noch die Latenz, die ich mit Logic Pro 10.7.5 an meinem Mac Studio gemessen habe (mit 64 Samples und jeweils Roundtrip und Latenz am Ausgang):

  • 44,1 kHz: 9,3 ms / 4,6 ms
  • 96 kHz: 7,6 ms / 3,7 ms
  • 192 kHz: 6,9 ms / 3,3 ms

Das sind gute Werte, wobei sie in meinem Setup den Universal Audio Apollos deutlich hinterher hinken. Zum Vergleich: Das Universal Apollo X6 hat folgende Latenzen bei jeweils 64 Samples (jeweils Roundtrip und am Ausgang):

  • 44,1 kHz: 6,6 ms / 2,9 ms
  • 96 kHz: 3,1 ms / 1,2 ms
  • 192 kHz: 2,2 ms / 0,8 ms

AMS Neve 88M: In der Tonstudiopraxis

Das kompakte Gerät ist in jeder Hinsicht bestens verarbeitet – bis auf eine Ausnahme, die wohl eher an meinem Testgerät liegt: Der – ich nenne es jetzt mal – Tolex-Rahmen, also das Gehäuse aus dem Kunstlederstoff, liegt bei mir an der Unterseite nicht sauber an. Allen Produktbildern und Informationen nach scheint es sich dabei um einen Fehler meines Exemplars zu handeln. Ansonsten sind Schalter, Buchsen, Regler und Anzeigen auf aller höchstem Studiolevel und werden allen Anforderungen gerecht. Das Neve 88M ist ein Gerät für Profis.

Neve_88M_verarbeitung

Wie klingt das AMS Neve 88M?

Hier muss sich das AMS Neve gegen seinen sicherlich größten Mitbewerber behaupten: Das Universal Audio Apollo TWIN X – in meinem Falle mit Quad-DSP-Prozessoren. Und schon hier wird klar, dass dies ein schwieriges Unterfangen wird, denn die Schwerpunkte sind doch sehr unterschiedlich gesetzt.

Setzt man beim Apollo auf die Kombination von Hard- und Software, so sieht Neve den Einsatz beim 88M ausschließlich in der Hardware und der USB-Verbindung zur DAW. DSP-Prozessoren findet man beim 88M nicht. Allerdings sind im Apollo ebenfalls sehr gute Preamps und Kopfhörerverstärker eingebaut und preislich befindet man sich in der gleichen Liga. Klar, durch das Unison System können die Preamps bei UAD andere Studiogeräte imitieren und in Kombination mit den großartigen Plug-ins ist das schon eine sehr flexible Angelegenheit.

Neve_88M_shure

Neve richtet sich mit dem 88M eher an Traditionalisten, die einfach sehr gute Technik in einem sehr guten Gerät haben möchten. Ohne Folgekosten, Software-Abos oder anderen Abhängigkeiten vom Hersteller. Bis auf ein gelegentliches Firmware-Update ist hier im 88M nichts zu tun und so interessieren einen diverse Mac- oder Windows-Updates überhaupt nicht. Das ist bei den Apollos schon anders. Bevor man seinen Mac oder PC auf den neuesten Betriebssystem-Stand bringt, sollte man vorher nachschauen, ob nachher noch alles funktioniert. Letztlich ist das aber eine Art Glaubenskrieg, den wir hier nicht ausfechten sollten. Jeder so, wie er es persönlich am liebsten möchte – Peace!

Neve_88M_opener test

Trotzdem möchten wir doch wissen, wie das Gerät klingt und wie es im Vergleich dasteht. Und hier gibt es im positivsten Sinne keine Überraschungen, denn das Neve 88M klingt klasse. Da die Mikrofone wie auch der Line-Input durch die Marinair Übertrager laufen, haben wir bei diesen Eingängen immer den von mir schon mehrfach gepreisten Neve Signature Sound – zuletzt im Golden Age Premier PREQ-73 als sehr guter Neve 1073 Klon. Warm, voll und saftig in den Mitten und zurückhaltend, aber detailreich in den Höhen. Die Preamps klingen dynamisch und auch heiß angefahren haben wir im Neve viel Charakter und Drive. Hier ein paar Töne über meine Stratocaster über DI direkt in den 88M:

Neve_88M_uafx

Zuerst ein paar Klänge ohne Effekte über DI mit dem Bridge-Pickups meiner Fender Stratocaster Deluxe. Dann zusammen mit der fantastischen Universal Audio UAFX Starlight Echo Station. Und im dritten Beispiel habe ich mit den Neck-Pickups den 88M ins Clipping gefahren und hier merkt man, dass die Preamps auch hohen Gain und Distortion können. Nicht schlecht!

Neve_88M_left

Bei der Recherche zum AMS Neve 88M bin ich über das YouTube Video von Glenn Fricker und seinem Kanal SpectreSoundStudios gestolpert. Seine insgesamte Begeisterung wird nur dadurch gedämpft, dass ihm der DI-Input zu wenig Headroom bei lauten Gitarren-Pickups bietet. Als Workaround empfiehlt er eine DI-Box oder einen Kompressor im Insert, um dort den Level anzupassen und so den Headroom freizuschaufeln. Allerdings ist der liebe Glenn schon sehr auf der Heavy-Seite und ich konnte auch mit einer Les Paul Standard kein echtes Problem feststellen – allerdings bin ich auch nicht im Metal zuhause und bevorzuge auch eine Mikrofonabnahme über den Amp und nicht das direkte Einstöpseln einer Gitarre via DI. Über meine Mikrofone hat der 88M definitiv genug Headroom.

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Mehr Informationen

Das Grand Piano aus dem Korg Grandstage macht über die Line-Eingänge einen tollen Job. Schwebende Obertöne und sirrende Saiten – Neve hat hier sehr potente Preamps in das kleine Kistchen gepackt:

Zuerst das tolle Grand Piano von Korg  und dann ein paar Synthesizer-Töne – ebenfalls mit dem UAFX Starlight – diesmal mit dem Tapeecho.

Neve_88M_back_cables

Die nächste Frage ist die nach den Wandlern, denn was nützen die besten Preamps in einem Audiointerface, wenn die Qualität nicht in die DAW zurückgeführt werden kann. Neve setzt auf die ESS Sabre32 Wandler, die Studio- sowie im HiFi-Sektor einen ausgezeichneten Ruf genießen. Wichtig ist neben dem Wandlerchip aber die Umgebung: Wie ist die Clock, die Stromversorgung, die Abschirmung? Hier hat AMS Neve ganz offensichtlich einen tollen Job gemacht. Das Klangniveau ist auch mit unkomprimierten FLAC-Files von aller höchster Güte und ich denke, dass auch anspruchsvolle Mastering-Ingenieure hier zufrieden sein werden.

Über USB verhält sich der 88M vorbildlich neutral, weiträumig und lebendig, ohne jedoch zu hell oder gar spitz zu klingen. Mit den gefürchteten Zischlauten kommt der Wandler wunderbar klar und die tonale Trennung zwischen Transiente und Sustain fällt über eine gute Abhöre leicht. Hier bleiben keine Wünsche offen.

Neve_88M_studio

AMS Neve 88M im Vergleich zum UAD Apollo

Hier merkt man sehr schnell, dass man es mit Gegnern auf Augenhöhe zu tun hat, obwohl der Ansatz – wie erwähnt – sehr unterschiedlich ist. Apollo und Neve schenken sich bei den Wandlern nichts. Mag der Universal Audio einen Ticken heller und „aufgeräumter“ klingen, so ist der Neve irgendwie immer eine Spur musikalischer. Und da man in den Kommentare gerne fragt, was damit gemeint ist: Wenn ein Gerät nicht so stringend und streng dem Original verpflichtet ist und dafür dem Klang einen Hauch mehr untere Mitten schenkt, damit das Ergebnis voller wirkt. Wenn durch die meist harmonischen Obertöne der Klang ein wenig zu „schön“ ist und durch die nicht ganz so genaue Abbildung der Transienten das Schlagzeugt ein bisschen mehr menschelt – dann darf man von „musikalisch“ reden. Das ist der Effekt, wenn das Ergebnis weniger genau und dafür einen Hauch emotionaler klingt. Das beschreibt die unterschiedlichen Charaktere von UAD und AMS Neve treffend.

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Fazit

Ein toller Preamp, ein sehr gutes Audiointerface und interessante Funktionen, wie die beiden Inserts und die ADAT Kompatibilität. Nicht günstig, aber dafür sein Geld wert. Klanglich ganz im Sinne des Meisters Rupert Neve (R.I.P.) und trotzdem oder gerade deshalb ein echtes Profitool für professionelle Produktionen. Echter Neve Konsolenklang in einem kompakten Gerät und dazu noch erschwinglich: Sehr gut!

Plus

  • aehr guter Klang - echter Konsolenklang auf dem Schreibtisch
  • gute Verarbeitung
  • Effekt-Inserts
  • ADAT

Minus

  • Latenzen nur durchschnittlich

Preis

  • 1.199,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Jens Barth

    Ich verstehe nicht, warum das Apollo der größte Wettbewerber des Neve sein soll. Das Konzept ist anders, die Funktionen auch.

    Für mich wäre wichtiger, daß man hier in einer preislichen Region ist, wo man z.B. bei RME deutlich mehr Funktionen (Ein- und Ausgänge, Softwaremixer etc.) bekommt, ohne daß man soundseitig Einbußen hat. Oder aber man vergleicht mit einem SSL2 oder 2+. Da ist man bei den Funktionen nahe beieinander, obwohl der SSL nur einen Bruchteil des Neve kostet.

  2. Profilbild
    swellkoerper AHU

    Mit Verlaub Jörg, dem Abschnitt über die Verarbeitung kann ich beim besten Willen nicht folgen. Die Kiste sieht aus, als ob Gehäuse und Frontplatte in einem Schraubstock angepasst wurden, komplett gestaucht. Bei dem unverschraubten Kopfhörerausgang, wo die LEDs hinten durchscheinen, wird einem bei dem Preis schlecht.
    Das Konzept an sich ist interessant, aber die Latenzen sind für ein DSP-loses System viel zu hoch, eine vergleichbare Lösung bestehend aus SSL 2+ und RNDI-S ist ein paar hundert Euro günstiger.

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      @swellkoerper Nein, das stimmt nicht. Da wurde nichts gedengelt und insgesamt macht das Gerät einen sehr hochwertigen Eindruck. Klanglich kann man es auch nicht mit dem SSL 2 vergleichen.

      • Profilbild
        swellkoerper AHU

        @Jörg Hoffmann OK, die Bilder sprechen halt eine andere Sprache, da ist kein einziger Spalt parallel. Wenn man Tolex macht, dann lieber richtig, sonst sieht es schnell so billig aus wie das Testgerät. Vielleicht sind die Seriengeräte ja besser. Ansonsten danke für den guten, gründlichen Test.

      • Profilbild
        Tai AHU 3

        @Jörg Hoffmann Ich gehe mal davon aus, dass der Klang stimmt: Spitzengruppe. Aber hey, ich bleibe jetzt beim Äusseren. Diese Plastikpotikappen sehen cheap aus. Ausserdem gehöre ich auch nicht zu denen, die bei Grobdesign gleichzeitig an solide denken. Es ist einfach eine hässliche Kiste. Die wahrscheinlich super klingt. Ein Apogee Duet z.B. ist dagegen eine Augenweide.

  3. Profilbild
    Marco Korda AHU

    Ich kann die Lobeshymnen auch nicht ganz nachvollziehen. Mir fehlen für eine Profiausstattung neben vernünftigen Latenzen auch XLR Outs hinten. Eine Übersteuerungsanzeige fehlt gänzlich. Der Preis ist für das Gebotene etwas hoch angesetzt. Lobenswert indes sind die Anschlüsse für FX. Ein Vergleich mit Apollo ist dann legitim, wenn es sich um die Wandler allein handelt. Das würde ich jetzt nicht kritisieren wollen. Es wundert mich dann aber doch, dass die mithalten sollen. Nun denn, selber testen ist wohl angesagt.

    Frohe Rest-Weihnachten

  4. Profilbild
    elblaut

    Neve zielt mit dem Formfaktor ja offensichtlich auf den ambitionierten Home-Recorder. Klingt bestimmt super das Interface. Top signal to noise ratio usw. Allerdings mit einem Funktionsumfang der bei dem Preis, geradezu eine Frechheit ist. In dem Marktsegment gibt es dann schon einige sehr interessante Geräte, nebst dem genannten UAD Apollo. Ein Regal tiefer gibt es das Audient ID44 mit sehr gutem Klang, vielen Anschlussmöglichkeiten inkl. ADAT und Wordclock und besseren Latenzwerten für unter 600€.

    • Profilbild
      teofilo

      @elblaut Sorry, aber „ambitionierter Home-Recorder“ ist furchtbares Marketingsprech.

  5. Profilbild
    dr noetigenfallz

    Also wenn ich die Preise einzelner Preamps von AMS Neve anschaue, dann ist das Teil sogar billig – wenn es ungefähr denselben Sound und Verarbeitung seiner Geschwister hat.

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Leute, macht mal halblang. Das ist Ingenieurskunst auf höchstem Niveau! Ein waschechter USB-5 Volt Mic-Preamp der alles verarbeiten kann und die Nebengeräusche der Grafikkarte bringen noch Charakter in den Sound, stufenweise, je nach Lüfterdrehzahl. Rupert Neve hat es mir gerade durch den Äther geflüstert. Seine alten Preamps sind überdesignter Kernschrott! Wofür lineare Netzteile und Ausgangstermination und dieser ganze “ streuungsarme“ esoterische Krimskrams? Dazu Marinair-Übertrager (was ist das eigentlich?), die müssen der ganz heiße Scheiss sein. Keiner weiß genau was darin abgeht, auch nicht Uli Behringer, aber alles klingt gleich viel besser. Zur Not, wenn das Konto im Minus ist, die Dinger rauslöten und für 1000€/Stück bei Ebay reinstellen. Best Buy, 10 Sterne von 5. Ist denn schon Weihnachten?

  7. Profilbild
    Jörg Hoffmann RED

    Da wagt es ein legendärer Hersteller ein Audiointerface zu bauen, welches sich in vieler Hinsicht vom Marktstandard unterscheidet und schon kommen, nunja, seltsame Kommentare. Latenzen sind durch die Kompensationen in der DAW doch praktisch kein Thema mehr und die Tatsache, dass man hier keine Billigmaterialien verwendet, ist aus meiner Sicht lobenswert. Dass man sich preislich nicht mit Focusrite und Co. vergleichen kann, liegt doch auf der Hand.
    Das Neve ist wirklich sehr gut und ich kann nur raten, das Gerät selber zu testen.
    Frohe Weihnachten!

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      @Jörg Hoffmann Na wenigstens ist es teuer genug, damit es sich nicht jeder kaufen kann. Das ist wohl das bemerkenswerteste und beste Merkmal dieses Interface.

    • Profilbild
      swellkoerper AHU

      @Jörg Hoffmann Verstehe Deinen Ansatz voll und ganz. Mein Herz hat bei „Audiointerface mit Überträgern und ADAT“ vor Freude gehüpft, finde aber Ausführung und Verarbeitung zu wenig gut umgesetzt und dem Preis nicht angemessen. Dass Dein differenzierter Test diese Lesart trotz Deines positiven Fazits genauso zulässt, ist das Merkmals eines guten Artikels, die gemischten Kommentare daher nur normal. Alles gut!
      Und solange DAWs nicht in der Zeit zurückreisen können, sind hohe Latenzen ein grundsätzliches Ärgernis und Zeugnis schlecht geschriebener Treiber, Latenzkompensation hin oder her.

    • Profilbild
      Jens Barth

      @Jörg Hoffmann Ich fand den Test nicht schlecht und habe auch kein Problem mit dem Preis. Ich finde es auch richtig gut, daß Neve in diesem Bereich unterwegs ist.

      Für einen Neve – Test wird mir aber viel zu viel über UAD gesprochen. Gerade wenn man weiß, daß es auch andere Marken gibt, die im gleichen Preissegment unterwegs sind und sich auch klanglich nicht verstecken brauchen.

  8. Profilbild
    VerMona74 AHU

    Vielen Dank für den Test, der einen guten Eindruck vermittelt.
    Interessant diese Entwicklungen und spannend zu lesen, welche unterschiedlichen Ansätze verfolgt werden.
    Der Preis ist eben der Preis. Ich kann ihn leider nicht kaufen, bin aber sicher auch nicht die Zielgruppe..
    erst einmal frohe Weihnachten gehabt zu haben.

  9. Profilbild
    Kirbywa

    Dieser Preamp ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Big Player in die portable Recording Welt. 2022 ein „Plug and Play“ Gerät zu veröffentlichen, das ohne aufgepumpte Softwareversprechen auskommt und ganz und gar durch Einfachheit, Langlebigkeit und hochwertige Komponenten aus Legendären Konsolen wirkt so provokant wie genial. Hier blieb der Schuster lobenswerter weise bei seinen Leisten und hat die Aufgabe den Neve Sound in ein Kompaktformat zu bringen gut gelöst. Die Zielgruppe ist ebenfalls Klar. Hier wird nicht die breite Masse angesprochen, sondern flexible Profis, die wissen was sie bekommen, wenn sie sehen was Neve hier vorgelegt hat. Gewohnte Qualität aus hochkarätiger studiotechnik Umgebung für Zuhause und Unterwegs ohne Sorgen um Verluste im Signalweg. Bread and Butter as Good as it possibly can be. Zum Preis: Hier ist es schwer mit den Kompetitoren auf dem Markt zu vergleichen. Sicher ist es ein Produkt das nicht gerade im Low Budget angesetzt ist, aber ich sehe es als gelungenen Versuch durch Verwendung von essenziellen Originalteilen das echte Fahrgefühl eines Luxussportwagens für den Liebhaber in Bobbycar-Format zu bringen. Ich arbeite seit 2 Monaten mit dem 88M und kann nur sagen: Jeden Cent wert!

  10. Profilbild
    Roland v0ll

    Geräte, die feature-mässig reduziert da stehen, aber preislich höher liegen als andere Geräte, haben nicht nur hier einen schweren Stand und sofort unzählige Kommentare zur Folge, die das Gerät abwerten. Persönlich habe ich jedoch gute Erfahrungen gemacht mit solchen Investitionen: Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mehr als ein Interface gekauft in seinem Leben, weil treibermässig oder was auch immer nicht funktionierte. Hier ist man zukunftssicher (den Kommentar mit Verweis auf XLR verstehe ich nicht, ist ja symmetrisch). Ich denke sicherlich über das Gerät nach, dünkt mich eine durchdachte Lösung für unterwegs. Es gibt übrigens auch Leute, die zahlen für 2 AD-Konverter das dreifache.

    • Profilbild
      swellkoerper AHU

      @Roland v0ll Da hast Du recht. Ich habe hier ja auch, dem äusseren Erscheinungsbild nach, kritisch kommentiert. Man könnte es auch so sehen: 2 Kanäle eines guten 1073-Klons kosten mind. 900€, ohne Interface oder digitale Schnittstellen. Hier bekommt man alles und das vom Originalhersteller für nur drei Hunderter mehr.

  11. Profilbild
    absynthe

    Und wie mache ich mit diesem tollen Gerät einen Direct Monitoring (Kopfhörer) Mix meiner ADAT Eingänge? Da es keine Software gibt, geht es wohl nur mit Latenz über die DAW. Für mich ein No-Go!

    • Profilbild
      Stratosphere AHU

      @absynthe Bei jedem Interface mit ADAT Eingängen hast du die Eigenschaft, dass für die ADAT Eingänge kein direct Monitoring zur Verfügung steht. Das geht nur direkt für die analogen Eingänge vor der Wandlung. Auch Software hilft da nicht wirklich, da dann das Signal bereits eine Wandlung hinter sich hat.

  12. Profilbild
    Philipp

    Kann jemand was zum Innenleben sagen, geht die Kopfhörerbuchse direkt auf die Platine?

  13. Profilbild
    RaHen

    Lieber Jörg, danke für den Test. Ich habe folgende Fragen…

    1. Output Level des Ausgangs? Mit was kann ich das vergleichen? SSL 2+ oder eher Cranborne 500R8 oder Apollo X6?
    2. Ein Kommentar zielte auf den latenzfreien Monitormix ab. Kannst Du das näher erläutern? Also 1 oder 2 Mikros und das ganze mit der DAW latenzfrei abstimmen. Geht das?

    Danke für die Antworten und ein gutes 2023!

    Liebe Grüsse

    Ralf

  14. Profilbild
    Stratosphere AHU

    Ich habe mir das Gerät zum Testen in mein Studio geholt.
    Es liefert einen erstklassigen Klang über Line – und Mikrophoneingang wie man es von Neve erwarten darf. DI habe ich nicht getestet.
    Auch der Kopfhörerverstärker arbeitet auf höchstem Niveau. Im Vergleich zu einem SPL Phonitor D wird das Signal bezüglich Transparenz minimal unterschiedlich wiedergegeben, wobei mir je nach Material der Neve oder der SPL etwas besser gefiel. Einen Sieger gab es im Vergleich nicht.

    Trotz meiner Begeisterung habe ich das Gerät zurück geschickt. Durch den fehlenden Ein/Aus Schalter kann das Gerät nur durch Ein/Aus-stecken des USB Kabels bzw. Hoch / Runterfahren des angeschlossenen Rechners in/außer Betrieb genommen werden. Dies führt zu einem lauten Knacken mit hochfrequenten Anteilen sowohl am Line – als auch am Kopfhörer – Ausgang.
    Daher ist es notwendig den Kopfhörer erst nach dem Einschalten einzustecken und die Monitore danach einzuschalten. Beim Ausschalten dann die umgekehrte Reihenfolge. Das passt einfach nicht in meine Routine.
    Wem das nicht stört, findet im Neve ein wirklich hervorragendes Interface.

  15. Profilbild
    heimaufnahme

    Ich finde, dass der Artikel das Gerät gut darstellt. Gegen das Design, die Ausstattung und den Workflow des Apollo Twin kommt kaum ein anderes Interface an. Die Audients mochte ich auch, insbesondere die Preamps, aber die Kopfhöreramps sind zu schwach. Ich war ein großer Apogee-Fan, aber aus unverständlichen Gründen hat man die Element-Serie abgeschafft. Das Symphony scheint im Vergleich zum Apollo überteuert. Und der Rest im Preissegment darunter – naja.
    Ich werde das Apollo verkaufen und gegen das Neve eintauschen. Die Preamps beim Neve sind mindestens zwei Klassen höher anzusiedeln. Die räumliche Abbildung und Tiefe sind etwas völlig anderes. Aber ich möchte bei meinem kleinen Setup bleiben und keinen externen Pre kaufen.
    Ich sehe das Neve auch als Investition in die Zukunft. Sollte irgendwann der USB-Standard nicht mehr funktionieren, benutze ich es als Preamp – statt irgendeines GAP-Modells, das meiner Meinung nach auch nicht ganz an diese Preamps heran kommt. Die Wandler sind übrigens ebenfalls hervorragend, so wie auch Apogee besser klingt als UAD.
    Ansonsten sind einige Kritikpunkte berechtigt. Der Workflow ist anders, sicherlich nicht so genial einfach wie beim Apollo (inkl. der tollen Buttons etc.) und die Knöpfe fühlen sich tatsächlich billig an,

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