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Test: Analogue Solutions Treadstone, Analog-Synthesizer

Treadstone

Im anschließenden Audiobeispiel wird das Hüllkurvenverhalten mit Bezug auf das Filter demonstriert. Der Sustain-Pegel befindet sich in allen Fällen in der Nullstellung. Zunächst wird die Hüllkurve mit einem Attack-Wert von 0 Prozent und einem Decay-Wert von etwa 25 Prozent getriggert. Anschließend bei Attack- und Decay-Werten von etwa 25 und 50 Prozent. Dem folgen gemeinsame Attack- und Decay-Werte von 50, 75 und schließlich 100 Prozent:

Sämtliche Einstellungen verdeutlichen, dass der Hüllkurvengenerator für sowohl perkussive als auch weiche Klänge bestens geeignet ist. Als weitere Beispiele für das Hüllkurvenverhalten folgen ein konventioneller Funk-Bass, eine Bassdrum und ein Snare-ähnlicher Sound:

Abgerundet wird die Synthesizer-Stimme durch einen Delay-Effekt, einem digitalen Lo-Fi-Echo, das drei Parameter bietet. Der linke Regler steuert die Delay-Zeit, der mittlere Regler die Anzahl der Echowiederholungen (oft auch ‘Feedback’ genannt) und der rechte Regler die Intensität des Effektsignals. Retrofuturistischen Klangverzierungen sind also keine Grenzen gesetzt. Demonstriert wird hier ein moderater Delay-Effekt im Zusammenspiel mit einem Lead-Sound. Der Oszillator gibt sowohl ein Sägezahn als auch Puls aus. Letztere wird durch den Hüllkurvengenerator pulsbreitenmoduliert, der auch das Filter und den VCA steuert. Der LFO erzeugt hingegen ein leichtes Vibrato:

Verbindung zur Außenwelt: Das Patchfeld des Analogue Solutions Treadstone

Im unteren Bereich des Treadstone-Bedienfelds befinden sich zur Rechten zunächst zwei Funktionen, die unmittelbar an den oben beschriebenen Audiosignalweg anschließen: Ein Bypass-Schalter, der es erlaubt, entweder den Sägezahn des Oszillators (rechts) oder das Rauschsignal (links) ungefiltert an den VCA zu senden und der Audioausgang. Links davon befindet sich das Patchfeld. Hier sind ein Audioeingang für die Einspeisung eines externen Signals vor dem Filter, vier CV-Ausgänge und sieben CV-Eingänge versammelt. Von links nach rechts gruppiert das Patchfeld Ein- und Ausgänge für den Oszillator, den LFO, den Sequencer, das Filter und den Hüllkurvengenerator.

Für die Steuerung der Oszillatorfrequenz gibt es zwei Eingänge. Der untere speist die eingehende Steuerspannung so ein, wie sie von einer internen oder externen Quelle ausgegeben wird, der obere ist mit einem Abschwächer versehen, der die Justierung der eingehenden Steuerspannung erlaubt. Der CV-Eingang ‘Duty’ ist hingegen für die Pulsbreitenmodulation vorgesehen. Schließlich gibt es in der Oszillatorgruppe noch einen Ausgang für das Rechtecksignal, der beispielsweise für Filter-FM-Zwecke genutzt werden kann.

Es folgen zwei gesonderte CV-Ausgänge für die Dreieck- sowie Rechteckschwingungsform des LFOs, die sich selbstverständlich auch simultan für verschiedene Zwecke nutzen lassen. Rechts daneben befinden sich der bereits genannte Audioeingang und der Clock-Eingang für den internen Sequencer (dazu im nächsten Abschnitt mehr). Dass sich der Clock-Eingang des Sequencers unmittelbar neben dem Rechteckausgang des LFOs befindet, hat einen guten Grund, kann doch der Rechteck-LFO als Clock-Signal für den ausschließlich intern geregelten Sequencer-Gebrauch genutzt werden. In diesem Fall fungiert die Leuchtdiode unter dem LFO-Frequenzregler auch als Tempoanzeige für den Sequencer.

Als nächstes sind zwei CV-Eingänge für die Filterfrequenz an der Reihe. Sie sind genauso aufgebaut wie die Eingänge zur Steuerung der Oszillatorfrequenz. Der untere Eingang leitet die eingehende Steuerspannung ungefiltert weiter, während der obere Eingang mit einem Abschwächer für Feinjustierungen ausgestattet ist. Abgeschlossen wird das Patchfeld mit jeweils einem Ein- und Ausgang für den Hüllkurvengenerator. Über den CV-Eingang wird die Hüllkurve getriggert, über den CV-Ausgang lässt sich die Hüllkurve als Modulationsquelle anwenden.

Da die Frequenzmodulation sicherlich zu den gängigsten Zwecken zählen dürfte, weshalb man sich des Patchfelds bedient, sei hier eine perkussive Sequenz demonstriert, in deren Rahmen die Filterfrequenz durch den Rechteckoszillator moduliert wird. Ein BeatStep Pro triggert hier die Hüllkurve und sendet Velocity- und Pitch-Signale an den Oszillator. Kurze Echoabstände und ein langes Feedback sorgen für einen blechernen Hall, während mit dem Abschwächer für den oberen Filter-CV-Eingang die FM-Intensität variiert wird:

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Br

    MIDI-zu-CV-Adapterstecker? Wo kann man sowas kaufen? Oder ist es ein einfacher Din-zu-Klinke Adapter?

    • Profilbild
      Mike Hiegemann  RED

      „MIDI-zu-CV-Adapter“ hat sich mittlerweile als gängige Bezeichnung bei den meisten Fachhändlern eingebürgert, meint aber nichts anderes als Din-zu-Klinke-Adapter (in diesem Fall Miniklinke). Beim Treadstone gehört der Adapter zum Lieferumfang, da muss nichts hinzugekauft werden.

      • Profilbild
        Django07

        Ohne diesen Punkt über Gebühr zu strapazieren: es ist eben kein MIDI-CV Adapter! Es ist ein ganz normaler MIDI-Adapter, wie man ihn auch z.B. bei einer MPC Studio verwendet. In einem Fachartikel sollte man schon so genau bleiben, auch wenn irgendwelche Mitarbeiter bei Händlern Unsinn von sich geben. Gerade bei eine Gerät mit CV-Patchpunkten: es kann wirklich fies werden, wenn man das serielle MIDI-Signal und die CV-Ein-/Ausgänge durcheinander bekommt.

        Zum ansonsten gut nachvollziehbaren Test mit schönen Beispielen hätte ich noch eine Frage: wieso wird die „robuste“ Bauweise hervorgehoben? Auf den Bildern kann man erkennen, dass weder die Potis noch die Buchsen verschraubt sind. Bei den Potis sieht man Kunststoffachsen. Diese Bauform ist eher dann zu finden, wenn die Herstellungskosten Priorität haben. Bei einem Desktop-Gerät muss man immer davon ausgehen, dass es mal herunterfällt. Dann schlägt die gesamte Last auf das PCB, weil keine Verschraubungen vorhanden sind. Oder man hat Glück, und die Plastikachsen brechen vorher.
        Das können Wettbewerber zu einem geringeren Preis besser…

  2. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Der Treadstone hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits hat man wohl aus einem Minimum an Reglern das Maximum an Funktionalität heraus geholt, andererseits entspricht die Verarbeitungsqualität anscheinend nicht dem recht hohen Preis. Ein Dark Energy erscheint daneben sichtbar wertiger. Auch als Nucleus eines Modular-Systems ist er mangels CV/Gate-Ausgängen nicht geeignet, höchstens als Erweiterung. Dafür finde ich ihn einfach zu teuer…

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