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Test: Anyware Moodulator, Analog Synthesizer


Moodulator - der bessere Moog?

MOODULATOR

Einzelkämpfer gibt es immer wieder. Hinter Anyware Instruments steckt Thomas Welsch aus Fischbach. Das liegt bei Idar-Oberstein. Kennt das jemand? Im Hunsrück. Zwischen Frankfurt und Trier.

Einige wissen vielleicht vom Modular Synthesizer Meeting Happy Knobbing, das seit 2006 an Pfingsten stattfindet. Dort wurde auch der Moodulator das erste Mal gezeigt und sogar schon an den ersten Interessenten verkauft. Das alles „läuft“ ungeheuer familiär und persönlich ab. Der bekannteste Synthesizer von Thomas Welsch dürfte heute der Tinysizer sein, der in etwa die Größe eine Laptops hat. Trotz seiner 320 Patchbuchsen ist er wirklich klein und wurde von Gareth Jones, dem bekannten britischen Produzenten (Depeche Mode, Erasure etc.) mit einem Vorwort bedacht. Er hatte ihn ins Herz geschlossen, da er portabel und kompakt ist.

Es wurde Zeit für ein neues Instrument, den Moodulator. 2015 zeigte Anyware „uns“ und mir das neue Gerät auf dem schon erwähnten „Happy Knobbing“ Synthesizer-Meeting, das dieses Jahr sein zehntes Jubiläum hat. Das war nicht nur der erste Prototyp, sondern gleich zwei davon. Er ist ein Desktop-Synthesizer. Er ist bewusst nicht modular, aber weiterhin hochwertig in seiner Gesamterscheinung. Die Knöpfe sind fest und jede Berührung damit signalisiert hohe Qualität. Er bietet die wichtigsten analogen Anschlüsse für die Steuerung an, ist aber sonst eher gewöhnlich auf den ersten Blick. Auffälliger sind da schon die Ausgänge für das Modulationsrad, die Anschlagdynamik und das obligate Gate/CV-Paar. Diese kommen direkt aus dem MIDI-Interface, das auch geeignet ist, andere analoge Synthesizer zu steuern oder parallel mitlaufen zu lassen.

Das Gehäuse ist aus Metall und stabil. Das Layout ist generell recht einfach zu verstehen, jedoch gibt es einige Überraschungen für ein Gerät dieser Art. Sehr gut ist, dass die Steuerung durch die Anschlagdynamik nicht vergessen wurde. Dies gilt für den richtigen Teil des Synthesizer, nämlich die Hüllkurven, die davon beeinflusst werden. In einer Zeit, in der minimale Ausstattungen selbst von wirklich großen Firmen wie Korg keine Dynamik haben, ist es sehr schön zu sehen, dass es auch und gerade von wesentlich kleineren Ein-Mensch-Fabrikanten clevere Ideen gibt. Während Korg den MS20 Mini und MS20M sowie den Odyssey ohne Dynamik belassen, gibt es hier aber noch weitere schöne Details. Die beziehen sich nicht nur auf MIDI, sondern auch auf die Umsetzung der Modulationsmöglichkeiten und sind in Desktops dieser Art eher selten. Es gibt einen Sidechain-Eingang für die Steuerung der FM und damit einer größeren Ausdrucksstärke per Modulationsrad. Übrigens kam mir auch zu Ohren, dass es eine interessante Variante dieses Instruments geben könnte, was allerdings noch nicht spruchreif ist und vermutlich den Besuchern des Modularmeetings zuerst präsentiert werden wird. Aber kommen wir doch gleich zur Klärung der Grundstruktur des Anyware Moodulators.

Moodulator

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Klangbeispiele

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    Kyotonic AHU

    Ab 2:10 geht die Luzi ab! Ganz nach meinem Geschmack. ;) Ich finde den Klang, wenn nix verbogen wurde, extrem authentisch und unbetont neutral bis sympathisch mit wenig Drang zum EQ. Vieeeel analoger als m.M.n. die Sequential, Korg usw. Neuzeit-Analogboliden. Schade um die fehlende Osc-FM. Vielleicht gibt es da einen Dip auf der Platine zum umlegen? Mal in Fischbach anrufen lieber Mic.

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    changeling AHU

    Lustig, dass die Anyware Geräte immer kleiner werden, im Vergleich war der SEMTEX XL ja riesig, der inSEQt sowieso. Dann fing mit dem Tinysizer die Verkleinerung an. Kommt am Ende dann ein Anyware Volca? ;)

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      chain AHU

      der nächste wird der moogulator synth. Ist bestimmt auch mal so gedacht gewesen, nur der Name war schon geschützt!? Wie kommst Du auf so eine Idee?

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    intercorni

    Das Interface wirkt wirklich sehr zusammen gestückelt und unübersichtlich. Das hätte an besser machen können: beispielsweise dem Master Regler noch vor den Envelopes zu stellen. Dieser sollte doch ganz rechts außen positioniert sein. Den Preis finde ich auch sehr bedenklich. Zumal die große japanische Konkurrenz deutlich aufzeigt, wie viel mehr für Knapp 1000,- Euro möglich sind.

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      digital-synthologie ••••

      Dass ein japanischer Hersteller was in Massenproduktion billiger hinbekommt, ist ja wohl logisch. Boutiquehersteller können nun mal nicht billig, dafür machen sie auch Sachen, die sich für den Massenhersteller nicht lohnen würden.

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      chain AHU

      Handwarbeit ist in Deutschland leider nicht mehr so viel Wert. Auch das importieren wir schon: Handwerk

      Es ist einfach nicht möglich, bei den „Normalen Lebenshaltungskosten“ billig zu sein in D.
      Und es ist wirklich schön zu sehen, das es noch Enthusiasten gibt. Wunderschönes Gerät: Respekt

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        changeling AHU

        Dann muss man eben nicht billig sein, Cwejman und Macbeth machen es vor. Deren Designs sehen aber auch deutlich besser aus. Der Tommy hat einfach kein Händchen für Designs. Zudem wirken dessen Kisten oft wie von einem mittelmäßigen DIYer zusammen geschraubt, wie man hier auch am Gehäuse sehen kann.

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    sltp

    Endlich mal ein gut durchdachter Synth! Oft genug bekommt man ja ein gutes Arsenal an Modulatoren mit denen man leider viel zu wenig anfangen kann. Da finde ich als Soundschrauber solch ein kompaktes Gerät das seine Möglichkeiten auch ausreizt wesentlich interessanter. Preislich ist das gute Stück sicherlich kein Schnäppchen wenn die Qualität allerdings so ist wie der Artikel vermuten lässt geht das für mich völlig in Ordnung. Für ein Odyssey legt man genau so viel hin. Mein Interesse ist auf jeden Fall geweckt und ich werde mir das Teil beim Händler des Vertrauens mal genauer unter die Lupe nehmen.

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    Marko Ettlich RED

    Klanglich erinnert er mich an den Moog Prodigy wobei dieser, den Klangbeispielen nach, noch mehr Dampf hat. Aber gut gemacht!

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      Waveinhead

      Das ist interessant. Wollte gerade fragen, wie sich der Moodulator gegen die echten Vintage- Moogs schlägt. (Model D etc…)
      Heißt „mehr Dampf“ mehr Bass, mehr Biss oder schnellere Hüllkurven? Oder breiter, wärmer?

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      moogulator RED

      das trifft’s auch ungefähr, würde sagen etwas weicher, aber nicht ganz so fett™, so man diesen Terminus 2016 noch schreiben kann.

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    paulilein

    Klar kennt man Idar-Oberstein. Geburtsort von Bruce Willis. Meine Heimatstadt von 1969 bis 2000. Thomas und ich waren eine Zeitlang Geschäftspartner und haben zusammen die Filterbox gebaut und vertrieben.
    Viele Erfolg für den Moodulator.

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    amazonaman AHU

    Ich war beim Zahnarzt, und als er bohrte, jaaaaaa das hat Ähnlichkeit. Ganz schön grasse Kiste. Arme Lautsprecher, aber das Leben ist hart. Und jaaaaaa die Kiste ist schon heftig, bin beeindruckt.

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    Son of MooG AHU

    Vor die Wahl gestellt würde ich den Mother-32 in jedem Fall vorziehen. Allein das reichlich unübersichtliche Layout wäre schon ein k.o. (ok, alles Gewöhnungssache; aber warum mich da durch kämpfen, wenn sich der M-32 doch wie von selbst erklärt?) Aufgrund der Fertigungsmethode ist auch nicht zu erwarten, dass der Moodulator noch deutlich günstiger wird, daher spare ich weiterhin lieber für das Original…

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    Ashatur

    also ich finde das design sehr chic 70er retro si/fi ;-) und knappe 800 für einen Handgefertigten Analogsynth mit ,
    (2 Vco´s mit Sync, Ringmodulator Vco FM + 2sub
    Weißes und Rosa Rauschen
    3 Env´s mit Loopfunktion
    1 Lfo mit S & H uvm..)
    finde ich gar nicht mal so teuer… ;-)

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Anyware Instruments Moodulator

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