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Test: Apogee Mic+, USB-Mikrofon

13. Juli 2018

Das Kleine mit dem Plus

apogee mic+

Apogee MiC+

„Hat jemand zufällig ein gutes Mikro da?“ – „Ja, ich, hier, nimm mein USB-Mikro!“ – „Nee, nee, ich meinte schon ein RICHTIGES Mikro.“ Ja, beim Thema USB-Mikrofon scheiden sich noch immer die Geister. Lange Zeit galten die als halbgare Amateurlösung im Pseudo-Profilook aus dem Lowcost-Bereich, eben mehr Schein als Sein und gerade mal so für Podcaster geeignet. Inzwischen haben auch einige namhafte Hersteller da durchaus vorzeigbare Produkte am Markt – etwa das Rode NT USB, das Sennheiser MK4 Digital, das Blue Spark Digital oder das Lewitt DGT 650 USB.

Und so hat dann auch Apogee seinen „alten“ Hybriden aus USB-Kondensator-Mikrofon und Audiointerface, das „Apogee MiC 96k“ (der Nachfolger des Apogee MiC) vollständig überarbeitet und als „Apogee MiC Plus“ neu herausgebracht. Schon der Vorgänger stieß bei mir vor rund vier Jahren auf größeres  Wohlwollen (Hier geht es zum 96K-Test ). „Insgesamt ein Schritt in die richtige Richtung und für Musiker, die die Bandbreite auch voll ausnutzen können, eine durchaus lohnenswerte Anschaffung. Schade, dass die beiden Geräte nur für Apple-User geeignet sind.“ – hatte ich damals geschrieben. Das mit dem  „leider nur für Apple-User“ hat sich ja inzwischen erledigt. Aber geht Apogee auch weiter in die richtige Richtung? Und – was ist wirklich neu?  Diese Fragen will ich (überraschenderweise) in den nächsten Absätzen mal klären.

 

Apogee MiC+

Auspacken des Apogee Mic+

Die Verpackung enthält – neben dem überraschend kompakten Mikrofon selber (das auf der Packung irgendwie größer aussieht) – ein kleines Dreibein-Stativ mit gummierten Füßen, einen Adapter für Mikrofonstative und je ein USB-A-, ein USB-C und ein Lightning-Kabel. Deren Länge allerdings mit gerade mal einem Meter doch arg knapp bemessen ist, nicht immer ist weniger mehr. Da hat der Hersteller aus der diesbezüglichen Kritik an der Vorgängerversion nichts gelernt. Ebenfalls noch mit dabei ein multilingualer (und verwirrenderweise abwaschbarer) Quick Start Guide in Hochglanzoptik, der aber nur über die Installation Aufschluss gibt, nicht über die Handhabung. Auch auf der Website gibt es keinen Hinweis auf eine Bedienungsanleitung – dürftig. Vermisst habe ich auch einen Popschutz – die paar Cent für das nützliche Teil hätten bei dem Kaufpreis auch noch drin sein müssen. Auch, weil bei der ungewöhnlichen Baugröße des MiC Plus die Standard-Schaumstofffilter nicht passen Und – eine Box oder wie auch immer geartete Tragetasche wäre auch eine nette Sache gewesen bei einem Mikro, das auch für den Einsatz On-The-Road konzipiert ist, aber gut – das gibt es dann optional. Für knapp 40 Euro. Na ja.

 

Das alles ist mit dabei

Technik-Exkurs zum Apogee Mic+

Das Apogee Mic+ kommt mit einer Kapsel mit Nierencharakteristik und soll laut Hersteller eine Empfindlichkeit von 94 dB und einen Gain-Bereich von 46 dB mitbringen; der Noise Level wird mit -108 dBfs (A) bei 0 dB Gain angegeben. Dazu gibt’s  – wie schon beim Plus-losen Vorgänger – eine Samplerate von 96 kHz und maximal 24 Bit Wandlung. „Drei Produkte in einer kleinen Verpackung“ wirbt Apogee und bezieht sich da auf die Kombination aus Mikro, Mikro-Vorverstärker und A/D – D/A-Wandler. Schon erstaunlich, was alles in dem kleinen Gehäuse steckt.

Das Mikro läuft gleichermaßen unter Windows 10, auf den i-Geräten ab iOS 9 und auf dem Mac ab OS 10.9 – alles unter einer Haube also, auch hier ist also wieder – wie schon eben in der Technik – das Triple das Maß der Dinge. Beim alten Apogee MiC 96k gab es noch gesonderte Versionen für iOS/Mac und Mac/Windows. Das werte ich schon mal als deutlichen Fortschritt und klaren Pluspunkt.

Klangbeispiele
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