Test: Apogee One, Audiointerface

Gehäuse-technisch muss man dem Apogee One optisch und haptisch eine sehr gute Note ausstellen. Das Gehäuse ist komplett aus schwarz eloxiertem Aluminium gefertigt mit einem silbernen abgesetztem Streifen für das intern verbaute Mikrofon. Mit den Abmessungen 16 x 5,5 x 3,2 cm (T x B x H) überragt es das iPhone 5 deutlich, liegt aber einer Fernbedienung gleich immer noch angenehm in der Hand. Frontseitig gibt ein großer Endlosregler aus Aluminium mit Druckfunktion den Ton an. Oberhalb des Reglers befinden sich 2 LED Ketten mit je 3 (grün, gelb, rot) LEDs, gefolgt von 4 Piktogrammen, die über das anliegende Signal informieren. Rückseitig wurde eine Gummifläche aufgeklebt, die auch auf glatten Flächen eine gute Rutschfestigkeit gewährleistet.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell, das nur unter OSX lief und seinen Strom vom USB-Port bekam, kann die aktuelle Version auch mittels Netzteil oder 2 AA-Batterien betrieben werden, was bei dem mobilen Betrieb mittels iPhone oder iPad auch von Nöten ist. Gegenüber dem Vorgängermodell, das bei einer Sample Rate von 48 kHz das Maximum erreicht hatte, kann die aktuelle Version mit Werten von bis zu 96 kHz bei einer Wortbreite von 24 Bit aufwarten. Selbstredend verfügt das Apogee One auch über eine 48V Phantomspeisung für entsprechende Kondensatormikrofone.

Apogee One mit Garageband 1

Apogee One mit Garageband 1

Praxis

Das Schöne an einer streng definierten Zielgruppe ist die zumeist unkomplizierte Handhabung des Produkts. So auch in diesem Fall, bei der es bei der Kopplung von Device und Interface keinerlei Probleme gab. Insbesondere mit der Apple eigenen Garageband Serie arbeitete das Interface hervorragend zusammen, zumal dieses Produkt das Haupteinsatzgebiet des Apogee One sein dürfte.

In Sachen Wandlerqualität gewährt Apogee den hohen Standard, den man von einem der größten Wandlernamen der Szene erwarten kann. Neutral, hoch aufgelöst und ohne jede Nebengeräusche erledigt der AD/DA Bereich seine Aufgabe ohne jeden Kritikpunkt. Mit einer Vorverstärkung von bis zu 62 dB können auch sehr leise Klangquellen adäquat aufbereitet werden, was bei der nebengeräuschfreien Wandlerqualität auch gelingt.

Das verbaute Kleinmembran Mikrofon erledigt einen guten Job. Auch wenn der Wunsch nahe liegt, ein Großmembran Mikrofon der gehobenen Klasse kann es nicht ersetzen, dafür fehlt es an Feinzeichnung, Auflösung und Charakter. Hier sollte man nach wie vor auf seine Studioausstattung zurückgreifen, wenn es um Top-Ergebnisse geht. Was jedoch den on-the-fly Bereich angeht, so stellt sich das interne Mikrofon als echte Bereicherung dar. Die räumlich Erfassung ist gut, die Handhabung selbsterklärend und Videokonferenzen in Skype werden selten einen besseren Ton gehabt haben, gesetzt dem Fall, die Bandbreite während der Übertragung lässt dies zu.

Eine Wohltat ist die mitgelieferte Mikrofonstativ-Halterung, die die eher unübliche Gehäuseform passgenau aufnimmt. Nur wenige Spezial-Halterungen sind in der Lage, Produkte mit diesen Abmessungen an einem Stativ passgenau zu platzieren und würden eine zusätzliche finanzielle Belastung bedeuten.

Apogee One mit Garageband 2

Apogee One mit Garageband 2

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ezywave

    Danke für den interessanen Bericht. Ich habe selbst das Vorgängermodell Apogee ONE und bin von der Klangqualität sehr angetan. Da sich dieses Modell vielleicht für den einen oder anderen als günstige Altnernative anbietet, hierzu folgende Infos:

    1. Auch dort ist ein qualitativ sehr hochwertiges Mikro eingebaut. Man suche bei youtube nach „Apogee ONE demo Trisha Lurie“. Nicht nur wegen des Klangs empfehlenswert ;-)

    2. Das erste Apogee ONE ist class compliant. Daher funktioniert es bei Anschluss über ein Camera Connection Kit (gibt es für 30 PIN und Lightning) an einen mit Strom versorgten USB Hub. Mobil wird das Ganze, wenn der Hub mit 5V aus einem USB Akkupack versorgt wird. Lässt sich mit geringen Lötkenntnissen einfach realisieren.

    Wer die 350€ locker hat, sollte natürlich beim neueren Modell zuschlagen und hat dafür keinen Kabelverhau.

  2. Profilbild
    eschmidt

    meine Meinung: zu 100% empfehlenswert, klingt TOP, stabil, easy zu bedienen, .. würde es wieder kaufen ;)

  3. Profilbild
    pytrel  

    Falls jemand hie erfahrung hat, ist der KH verstärker vom interface kräftiger als ein ( zum beispiel) Macbook Pro oder lohnt es sich nicht? Ich rede nur von kräftiger als erste priorität. Braucht nicht besser klingen

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