Test: ART Pro VLA II, Opto-Kompressor

Wie klingt der ART Pro VLA II

Mit einem Wort: großartig! Nämlich gar nicht, er nimmt dem Signal bei richtiger Einstellung nichts von seiner klanglichen Ursprünglichkeit. Beim Hin- und Herschalten zwischen dem Originalsignal und dem komprimierten Signalanteil fällt einem lediglich auf, dass (abhängig von der Stärke der Kompression) die gewünschte Verdichtung stattgefunden hat, aber kein Killen der Höhen oder Verschärfung der Mitten etc. Man merkt auch deutlich die eher weiche Regelcharakteristik, die das Signal nach der Komprimierung zwar satter gemacht hat, aber dennoch der gewisse „Schwung“ erhalten bleibt.

art pro vla II

Selbst bei der Paradedisziplin „Mastering“ macht er einen guten Job, ich nehme ihn manchmal zum ganz leichten Komprimieren der obersten Signalspitzen her und das erledigt er mit Bravour.

Für wen ist der ART Pro VLA II das richtige Gerät

Dieser Kompressor ist ganz klar ein guter Universalist, der mit so gut wie jedem Signal klarkommt. Für sehr spezielle Aufgaben gibt es sicherlich den einen oder anderen Kandidaten, der das dann noch besser kann. Aber zum aufgerufenen Preis macht der ART einen richtig guten Job. 

Aufgrund der klaren Gliederung des Gerätes kommt auch ein Anfänger schnell damit zurecht, der Profi sowieso. Wenn das Ego von Letzterem damit leben kann, dass ein guter Universalkompressor mit sehr guter Verarbeitung (der zudem auch noch unverschämt gut aussieht) für unter 400,- Euro zu haben ist, ist das auch für diese Klientel eine preiswerte Ergänzung fürs Studiorack.

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Auch in einer Mastering-Kette ist der ART PRO VLA II durchaus brauchbar

Was gibt es zu meckern?

Rein gar nichts, das Gerät ist nahezu perfekt, besonders wenn man sich den günstigen Preis vor Augen hält. In Anbetracht der Tatsache, dass der ART Pro VLA II durchaus auch im Mastering eine gute Figur macht, hätte ich mir eine noch niedrigere Kompressionsrate von 1,5:1 gewünscht, aber auch mit den hier möglichen 2:1 kann ich gut leben.

art pro vla II

Was besonders aufgefallen ist

Das Gerät macht bei jedem Einschalten einen Selbsttest, was mit durchlaufenden Signalketten signalisiert wird.

Die VU-Meter besitzen jeweils eine kleine, versenkte Schraube zum exakten Trimmen der Anzeige auf den „0 VU“-Wert

Das Auge isst mit, sagt man. Und der ART Pro VLA II sieht einfach wunderbar aus, irgendwie „wichtig“. Die schönen VUs sind zudem kein Spielzeug, sondern brauchbares Werkzeug.

Die schlicht hervorragende Verarbeitung und Wertigkeit. Bemerkenswert bei einem so preiswerten Gerät.

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Der ART PRO VLA II bei Nacht

Fazit

Der ART Pro VLA II ist ein wunderbar gediegener Opto-Kompressor mit kinderleichter Bedienung und einer umwerfenden Anmutung. Obgleich sehr preiswert, überzeugt er auch anspruchsvolle Ohren mit einer transparenten und eher weichen Kompression. Die Verarbeitung ist bis ins Detail sehr wertig.

Plus

  • weiche und transparente Kompression
  • universell einsetzbar
  • sehr gute Verarbeitung
  • großzügige Anzeigeinstrumente
  • gerasterte Regler
  • sehr günstig für das Gebotene

Preis

  • Ladenpreis: 389,- Euro
Forum
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    monomood  

    Irgendwie ist dieses Gerät dann doch nur Esoterik… Da jedes Standardkompressor-Plugin einer DAW genau den gleichen Klang- und Funktionsumfang mit dem zusätzlichen Vorteil eines total recall bietet, kauft man mit dem VLAII am Ende doch nur das Gefühl sich wichtiges Blink Bling ins Rack geschraubt zu haben… Naja und man kann es halt anfassen.
    Im Jahr 2018 sollte Hardware mehr können… Aber da muss man dann halt auch ein paar Euros drauf legen.

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    Numitron  AHU

    Ich hab einen seit 6 jahren. Ich weiß nicht wie es heute ist, aber bei meinem gerät war von anfang an bei einem vu meter die beleuchtung defekt. Aber dem preis kommt das wohl vor.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Dass bei den VU Meter die Lampen irgendwann kaputt gehen ist normal. Ich habe die gegen led ausgetauscht, da ich das leid war. Kostet aber fummelige Arbeit und Zeit und wenig Geld. Mut die Kisten zu zerlegen.
    Ich habe hier 3 Kisten stehen, alle hatten was an der Lampe, das lohnt sich also.

  4. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Siggi,

    du hast auch eine BBE Sonic Maximizer 882 Kiste im Setup :-D Die Kiste ist schon gut, bestimmt eine gute Ergänzung zum ART Pro VLA II. :)

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    swellkoerper  AHU

    Als Ergänzung zu Siggis schönem Test könnte man noch den schlauen Stereo-Link-Modus erwähnen, der analog wie beim kürzlich getesteten Mic Pre von ART funktioniert. Es gibt auch ein paar Modifikationen für der VLAII, der ihn klanglich (angeblich) um ein paar Preisstufen anhebt. Ich habe bei meinem die Standard-Röhren gegen ein paar Groovetubes ausgetauscht und glaube einen noch etwas seidigeren Sound zu vernehmen. Nicht um Welten besser, einfach ein anderer Charakter. Ein Kanal hat mit der Zeit grössere Probleme bekommen, starkes Kratzen bis Totalausfall. Es ist wahrscheinlich das Output-Poti, ich werde auf alle Fälle versuchen, dieses an sich schöne Gerät zu reparieren.

  6. Profilbild
    patcassady  

    Hey Sigi,

    auch ohne wirklichem Kaufinteresse an dem Gerät, muss ich einfach mal loswerden, dass deine Reviews hier durch die Bank weg einfach klasse sind.
    Die werden von mir, stets aufs Neue, liebend gerne und mit großer Freude verschlungen, selbst wenn es batteriebetriebene Plüschhasen wären, die du testen würdest. :D
    Immer wieder eine frische und unterhaltsame Abwechslung zwischen dem ganzen trockenen, nerdigen Einheitsbrei, den man sonst so überall liest.
    Wir sind zwar hier nicht auf Facebook, aber dennoch gibt’s von mir dafür einen dicken Daumen hoch! ;)

    Grüße
    Pat

    • Profilbild
      Onkel Sigi  RED

      Mensch Pat,

      da freut sich der Studioonkel schon sehr, wenn das Geschriebene von ihm gerne gelesen wird.

      :-)

      (Werde übrigens mal mit der Redaktion reden, ob die mir nicht bei Gelegenheit einen plüschbetriebenen Batteriehasen herschicken wollen……)

      ;-)

      Einen dicken Gruß

      Onkel Sigi

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