Test: Arturia DrumBrute Impact, Drumsynthesizer

Arturia DrumBrute Impact

Zwischen Cymbal und Cowbell kann man ebenfalls mithilfe einer Wahltaste hin und her schalten. Für Cymbal lässt sich die Abklingzeit regeln, während die Color-Option die Klangfärbung variiert. Die Auswirkungen sind zusammen mit dem Distortion-Effekt im Folgenden zu hören.

Die Klangbreite dieses Drumcomputers erstreckt sich hier von einem Ersatz für Maracas bis hin zu wahrlich blechernden Sounds.

Wie bereits angedeutet, ist es um die Klangvielfalt der Cowbell schlecht bestellt (was in der Praxis nicht wirklich tragisch ist), da hier weder ein Parameter noch die Color-Option den Klang beeinflussen. Daher hier nur kurz und schmerzlos eine 808-artige Cowbell mit Akzenten und anschließendem Distortion-Effekt:

Für die Closed Hat steht ein Parameter zur Steuerung der Filterfrequenz zur Verfügung. Die Color-Option hingegen verlängert die Abklingzeit. Es folgt das bekannte Prozedere:

Die Closed Hat eignet sich wunderbar für präzise Akzente und reagiert auch selbst noch bei hohen Distortion-Werten sehr zuverlässig.

Der gesonderte Parameter für die Open Hat steuert deren Abklingzeit. Color ändert in diesem Fall den harmonischen Gehalt des Klangs.

Von weich und bestimmt bis metallisch und aggressiv ist hier alles dabei, wobei hohe Distortion-Werte das Ganze bereits in FM-ähnliche Gefilde führen.

arturia drumbrute impact

Doch für wirkliche FM gibt es schließlich noch die FM Drum. Sie verfügt über die meisten Parameter. Neben der Abklingzeit lassen sich hier jeweils die Tonhöhen des Modulators und des Trägers steuern sowie die Intensität, mit der der Modulator den Träger moduliert. Die Color-Option verursacht in diesem Fall ein Abfallen der Tonhöhe des Trägers. Im abschließenden Detailklangbeispiel wird zunächst die Tonhöhe des Modulators variiert, dann diejenige des Trägers. Anschließend werden die Abklingzeit und die FM-Intensität geändert, bevor sich erneut Distortion und Color einschalten.

Die FM Drum bereichert den Arturia DrumBrute Impact ganz deutlich um eine weitere klangliche Facette, die so auf dem DrumBrute nicht zu haben war.

Zusätzlich lassen sich die einzelnen Instrumente selbstverständlich auch stummschalten oder – umgekehrt – im Solomodus aktivieren. Dies funktioniert sowohl für einzelne Instrumente als auch für Gruppen. Letzteres ist denkbar einfach gelöst: Man betätigt entweder die Mute- oder Solo-Taste und drückt anschließend alle Pads derjenigen Instrumente, die man entweder stummschalten oder als einzige aktivieren möchte.

Arturia DrumBrute Impact

Der Sequenzer des Arturia DrumBrute Impact

Damit sind wir schließlich bei dem angelangt, was eine Drum Machine neben den einzelnen Instrumenten auszeichnet: dem Sequencer. Mit ihm lassen sich beim Arturia DrumBrute Impact insgesamt 64 Patterns erzeugen, die in 4 Bänken zu je 16 organisiert sind. Bänke, ganze Patterns oder einzelne Spurenpatterns lassen sich überdies problemlos kopieren.

Jedes Pattern kann eine Länge von bis zu 64 Schritten haben, durch die man sich mit bis zu 4 Abschnitten navigieren kann (1-16, 17-32, 33-48, 49-64). Zudem lassen sich inklusive Wiederholungen bis zu 16 Patterns im Songmodus miteinander verknüpfen. Wiederum 16 solcher Songs können gespeichert werden – sehr gut! Zudem hat man beim Wechsel von Patterns die Wahl zwischen den Optionen, dass ein Pattern umgehend gewechselt wird oder erst nach dem kompletten Durchlauf des aktuell wiedergegebenen Patterns.

Erstellt werden können Patterns entweder durch das direkte Einspielen der Instrumente über deren Pads (in diesem Fall auch nicht-quantisiert) oder durch Programmierung des Step-Sequenzers. Für das unmittelbare Einspielen steht ein Metronom zur Verfügung, das in verschiedenen Zeitteilungen Schläge ausgeben kann (von Viertel bis Zweiunddreißigstel).

Verschiedene Zeitteilungen stehen auch für jedes Pattern zur Verfügung. Hier hat man die Wahl zwischen Achtel, Achteltriolen, Sechzehntel, Sehzehnteltriolen und Zweiunddreißigstel. Für das absolute Tempo lassen sich hingegen Werte von 30 bis 300 BPM auf der Richterskala festlegen. Dies geht auch bis auf die Nachkommastelle, da es für die Tempoeinstellungen auch eine Feinjustierungsoption gibt. Praktisch ist überdies, dass sich das Tempo auch global, das heißt für alle Patterns gleichzeitig festlegen lässt. Nützlich ist dies, wenn man verschiedene Pattern zu einem Song verknüpfen möchte.

Klangbeispiele
Forum
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    richard  AHU

    Nette kleine Kiste, zu dem Preis kann man eigentlich nicht viel falsch machen damit. Was mich bei den Arturia Geräten generell ein wenig nervt ist das die Lauflichtschaltung nicht ganz unten angeordnet ist. Man kann sich mit der Zeit an alles gewöhnen, aber mich stört es immer wieder im Workflow.

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    Atarkid  AHU

    Ich hab den „großen“ Drumbrute, und ich muss sagen, dass der Impact insgesamt einfach besser klingt, homogener. Irgendwie ist der Klang auch crisper. Eine echt tolle Maschine. Ich überlege mir ernsthaft, ob ich mir den auch noch holen soll…. Da wird der große Bruder wahrscheinlich im Schrank verstauben. Eigentlich eine Schande.

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      Maxim  

      Ist wie beim Minibrute. Erstmal kompletten Müll entwicklen und in den Markt schmeissen, dann aus den Fehlern lernen, wodurch erst der Nachfolger nach irgendwas klingt. Ich hab leider auch den Drumbrute, mehr wegen dem tollen Sequencer.

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    syntach  

    Bei allem Guten, das die IMPACT liefert: wer hat diese grottigen sub DIY Snares erlaubt?
    Ich musste beim Ausprobieren im Laden nach 30 Sekunden abschalten, dann war das Klangspektrum auch erforscht.

    Wären die Hihats flexibler und eine ausgefallene druckvolle Snare drin, dann wäre das eine tolle Drummachine.

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      Coin  AHU

      Moin syntach, was meinst Du mit „sub DIY Snare“ ?
      Snare 1 geht bis ca. 170 Hz runter (der Noiseteppich),
      nur der „Percussion“ Teil geht teilweise bis 80 Hz runter.
      Snare 2 geht bis ca. 150 Hz tief.
      Aber von subbig keine Spur.
      Wenn, dann könnte man auch einen Low-cut machen.
      Ist aber nicht nötig, wie gesagt.

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    Coin  AHU

    Was die Drumbrutes machen, finde ich ganz gut.
    Aber sie können eben nicht viel.
    Bzw. haben die nur begrenzten Spielraum.
    Mehr als eine Volca, aber eben nicht viel.
    Man könnte damit schon 3 – 4 Tracks bauen.
    Danach kennt man leider schon alles, was aus den Drumbrutes kommt.
    Samplebasierte Drumcomputer sind da viel flexibler (Digitakt z.B.)

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      Atarkid  AHU

      Naja, das Problem hatte man ja in den 80ern auch. Da muss man eben mit Outboard nachhelfen. War doch schon immer so. Samples sind natürlich immer flexibler, haben aber wieder andere Nachteile. Und was den Digitakt angeht: An sich ein tolles Maschinchen, aber mit nem Stereoausgang einfach unterdimensioniert, schließlich will man ja seine, oft qualitativ hochwertigeren Effekte, zum Veredeln nutzen.
      Grundsätzlich hast Du recht, konventionelle Analog-Drummies haben ihre Grenzen, da sind VA-Geräte eigentlich immer noch die beste Wahl, wenn es sie denn gäbe: Waldorf Rack-Attack hat nie ein Upgrade bekommen, Nord ignoriert konsequent die „Nicht-Drummer“, dabei wäre deren Engine momentan eine der Besten. Sonic Charges Microtonic lässt seine Engine in einem KInderspielzeug werkeln, anstatt diesen tollen Ansatz in „richtiger“ Hardware realisieren zu lassen. Oh Gott, was würde ich für die drei genannten VA-Drumsynths in Verbindung mit dem Drumbrute-Sequenzer geben….

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        kupsu

        Genau so isses und deswegen wird sich demnächst der Drumbrute Impact zu meiner Nord Drum 3p gesellen. Das wird ein Fest.

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            kupsu

            ja das ding wurde konsequent nur für drummer designt glaube ich. sehr viel potential verschenkt. ich hab sie bisher nicht vermisst. hätte aber auch nichts dagegen gehabt.

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        Coin  AHU

        @ Atarkid,
        Man kann doch die Samples processed auf das Gerät schicken.
        Also im Rechner effektieren, wie man das haben will.
        Dann braucht man auch keine Einzelausgänge.
        Bei nem DrumSynth geht das ja nicht, da ergeben Einzelouts eher Sinn.

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          Atarkid  AHU

          Stimmt, aber ich nutze die Effekte oft und gerne spontan. Das ist mir dann zuviel Planung im Vorfeld. Sound mit Delay, ohne Delay, mit wenig Delay usw… :).. Wobei Delay jetzt ein schlechtes Beispiel ist, das bringen die meisten Sampler und Grooveboxen eh mit ^^… Aber du weißt was ich meine :)

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    Son of MooG  AHU

    Wie schon der MicroBrute seinen großen Bruder durch den Sequencer und die kleine Patch-Bay überflügelt, tut es der Impact gleich und bietet Colour-Funktion und FM-Drum. Features wie Länge, Swing- & Propability-Optionen pro Track sowie die flexiblen Sync-Optionen machen den Impact eine harte Herausforderung an meinen RhythmWolf, den ich trotz seines schlechten Rufes sehr zu schätzen gelernt habe. Mit dem Impact kann er jedoch nicht mithalten und so werde ich ihn wohl demnächst ersetzen…

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    vlkr  

    Ich hatte mir einen bestellt und dann nach 3 Tagen wieder zurück geschickt.
    Der Sequencer macht zwar Spaß aber am Sound hatte ich mich da schon satt gehört.
    Die Toms sind für mich komplett unbrauchbar gewesen. Snare hat nur einigermassen funktioniert wenn man beide kombiniert hat. Hi Hats waren ganz nett aber mit einem sehr kleinen Sweetspot und ohne Pitch auch nicht wirklich sinnvoll.
    FM ohne Parameter Lock, da dreht man dann die ganze Zeit dran um Bewegung reinzubringen und verdreht sich auch schnell. Ich möchte Live ja nicht die ganze Zeit nur an den FM Reglern drehen müssen.

    Schon klar das man für 299,- keine eierlegende Wollmilchsau erwarten kann aber im Endeffekt hätte ich es besser gefunden wenn es weniger gegeben hätte was kaum bis gar nicht brauchbar ist und dafür die anderen Sachen ein paar mehr Parameter bekommen hätten.

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    Coin  AHU

    Kleiner Tipp: Drum Sampler z.B. Digitakt und ein Fieldrecorder z.B. Zoom H4n.
    Dann nimmt man selbst Drums auf (z.B. Schneeball –> Fensterscheibe = Kick)
    von denen ein Drumsynth nur träumen kann.
    Kostet zwar das doppelte, aber man kann sich dafür unbegrenzte,
    eigene Klangwelten schaffen.

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      vlkr  

      Drumsynths haben Ihre Berechtigung und es spricht ja nichts dagegen beides zu benutzen (gerne auch gleichzeitig)
      Die GrundsatzDiskussion Synth vs. Sampler muss an dieser Stelle nicht unbedingt ausgetragen werden weil hat ja nicht so viel mit dem Impact zu tun

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      kupsu

      woohoo…da greift jemand ganz tief in die trickkiste. sorry äpfel mit birnen zu vergleichen ergibt in diesem kontext keinen sinn. aber ich esse gerne äpfel und birnen und stell dir vor ich sample und hab nen drumsynth. ist glaub ich auch nichts besonderes. kann mir vorstellen, dass das sehr viele machen.

  8. Profilbild
    phil_dr110  

    Mir gefällt er sehr gut. Nach anfänglicher Skepsis habe ich ihn mir doch geholt. Macht sehr viel Spaß, vor allem, wenn man die Einzelausgänge nutzt. Mit einer Volca Kick, einem Monologue und der guten alten ESX geht da schon die Sonne auf.
    Die Toms sind halt nicht sonderlich stark, aber das lässt sich ja mit anderen Maschinchen kompensieren…

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