Test: Arturia DrumBrute Impact, Drumsynthesizer

Für rhythmische Variationen ist beim Arturia DrumBrute Impact ebenfalls gesorgt. Zunächst können je Instrumentenspur unterschiedliche Patternlängen festgelegt werden, wenn man die Option „Polyrhythm“ aktiviert. In dem Fall können beispielsweise über ein Kickdrum-Pattern, das sich alle 4 Schritte wiederholt, ein Snare-Pattern gelegt werden, das sich alle 7 Schritte wiederholt, ein Hi-Hat-Pattern, das sich alle 5 Schritte wiederholt und ein Tom-Pattern, das sich alle 9 Schritte wiederholt usw.

Daneben können je Spurpattern einzelne Schritte mit Hilfe der Option „Shift Timing“ vor oder hinter das mathematisch genaue Timing geschoben werden, was vor allem für groovende Beats entscheidend ist. Je Spur ist es überdies möglich, individuelle Swing-Einstellungen vorzunehmen. Schließlich lässt sich noch für jede Spur ein Zufallsfaktor für das Triggern einzelner Instrumente festlegen, der auch die Anschlagsstärke betrifft. Weitere rhythmische Variationen liefert der Touch-Strip. Während der Aufnahme lassen sich mit dessen Hilfe Drum Rolls erzeugen – entweder im relativen Zeitmaß von Viertel, Achtel, Sechzehntel oder Zweiunddreißigstel. Im Wiedergabemodus hingegen fungiert der Touch-Strip als Looper, der an der aktuellen Patternstelle im Viertel-, Achtel-, Sechzehntel- oder Zweiunddreißigstel-Rhythmus die Schritte wiederholt.

Arturia DrumBrute Impact

Auch wenn der Arturia DrumBrute Impact nicht über eine Parameter-Lock-Funktion verfügt, mit deren Hilfe sich der Verlauf einzelner Parameterwerte automatisieren ließe, lässt sich auch für die klangliche Ebene Abwechslung programmieren. Zum einen gibt es hierfür den klassischen Akzent. Zum anderen kann man – der Akzentsetzung ähnlich – die Color-Option für jeden einzelnen Schritt der jeweiligen Instrumentenspuren gesondert aktivieren. Zieht man all dies zusammen, wird deutlich, dass sich auch ohne unmittelbare Parameteränderungen in den Instrumentenbereichen schnell variantenreiche Patterns kreieren lassen. Abschließend folgen noch 7 weitere Klangbeispiele, in denen von allen beschriebenen Funktionen Gebrauch gemacht wurde.

Fazit

Mit dem Arturia DrumBrute Impact füllt Arturia die Lücke zwischen dem Korg Volca Beats und analogen, hybriden und digitalen Drum Machines, die sich im Preissegment zwischen etwa 400,- bis 700,- Euro ansiedeln, wie etwa dem Tanzbär Lite und der Tanzmaus aus dem Hause MFB oder aber Rolands TR-8 und TR-8S.

Während die Klangcharakteristiken des DrumBrute noch kontrovers diskutiert wurden, kann man dem Arturia DrumBrute Impact unmittelbar eine größere klangliche Gefälligkeit bescheinigen, die Dank des gelungenen Distortion-Effekts auch brachiale Bedürfnisse abdeckt. Die Klangparameter für die einzelnen Instrumente sind zwar beschränkt, erlauben jedoch durch die Bank die Wiedergabe von sehr guten und durchsetzungsstarken Sounds, zumal sich je Instrumentenspur noch unabhängige Color-Akzente setzten lassen. Eine willkommene Erweiterung stellt die FM Drum dar, mit der sich auch ungewöhnlichere Klänge erzeugen lassen und die sich besonders fürs Live-Schrauben anbietet.

Überhaupt ist der DrumBrute Impact Dank der kinderleichten Bedienung und sehr wenigen Tastendoppelbelegungen sehr für den Liveeinsatz geeignet, weshalb man auch die Abwesenheit von P-Locks verschmerzen kann. Schade bleibt einzig, dass sich die Stimmungen für beide Toms nicht unabhängig voneinander festlegen lassen. Unterm Strich besteht hier jedoch ein ausgesprochen gutes Preisleistungsverhältnis, so dass man den DrumBrute Impact besten Gewissens all denen ans Herz legen kann, die eine klanglich grundsolide und einfach zu bedienende analoge Drum Machine zum Einstiegspreis suchen. Denn Spaß bringt der Kleine auf jeden Fall.

Plus

  • sehr guter und durchsetzungsfähiger Klang
  • Distortion-Effekt
  • Polyrhythmusoption (individuelle Patternlänge je Instrument)
  • Loop- und Roll-Funktion
  • Shift Timing
  • einfache Bedienung
  • vier Einzelausgänge

Minus

  • Stimmung der Toms lässt sich nicht separat festlegen
  • Parameteränderungen lassen sich nicht aufzeichnen

Preis

  • Ladenpreis: 299,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    richard  AHU

    Nette kleine Kiste, zu dem Preis kann man eigentlich nicht viel falsch machen damit. Was mich bei den Arturia Geräten generell ein wenig nervt ist das die Lauflichtschaltung nicht ganz unten angeordnet ist. Man kann sich mit der Zeit an alles gewöhnen, aber mich stört es immer wieder im Workflow.

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    Atarkid  AHU

    Ich hab den „großen“ Drumbrute, und ich muss sagen, dass der Impact insgesamt einfach besser klingt, homogener. Irgendwie ist der Klang auch crisper. Eine echt tolle Maschine. Ich überlege mir ernsthaft, ob ich mir den auch noch holen soll…. Da wird der große Bruder wahrscheinlich im Schrank verstauben. Eigentlich eine Schande.

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      Maxim  

      Ist wie beim Minibrute. Erstmal kompletten Müll entwicklen und in den Markt schmeissen, dann aus den Fehlern lernen, wodurch erst der Nachfolger nach irgendwas klingt. Ich hab leider auch den Drumbrute, mehr wegen dem tollen Sequencer.

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    syntach  

    Bei allem Guten, das die IMPACT liefert: wer hat diese grottigen sub DIY Snares erlaubt?
    Ich musste beim Ausprobieren im Laden nach 30 Sekunden abschalten, dann war das Klangspektrum auch erforscht.

    Wären die Hihats flexibler und eine ausgefallene druckvolle Snare drin, dann wäre das eine tolle Drummachine.

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      Coin  AHU

      Moin syntach, was meinst Du mit „sub DIY Snare“ ?
      Snare 1 geht bis ca. 170 Hz runter (der Noiseteppich),
      nur der „Percussion“ Teil geht teilweise bis 80 Hz runter.
      Snare 2 geht bis ca. 150 Hz tief.
      Aber von subbig keine Spur.
      Wenn, dann könnte man auch einen Low-cut machen.
      Ist aber nicht nötig, wie gesagt.

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        syntach  

        sub DIY = schlechter als DIY. Im Laden war ich echt win bisschen sprachlos wie die klingt. Eben weil der Rest ja ganz ok ist.

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    Coin  AHU

    Was die Drumbrutes machen, finde ich ganz gut.
    Aber sie können eben nicht viel.
    Bzw. haben die nur begrenzten Spielraum.
    Mehr als eine Volca, aber eben nicht viel.
    Man könnte damit schon 3 – 4 Tracks bauen.
    Danach kennt man leider schon alles, was aus den Drumbrutes kommt.
    Samplebasierte Drumcomputer sind da viel flexibler (Digitakt z.B.)

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      Atarkid  AHU

      Naja, das Problem hatte man ja in den 80ern auch. Da muss man eben mit Outboard nachhelfen. War doch schon immer so. Samples sind natürlich immer flexibler, haben aber wieder andere Nachteile. Und was den Digitakt angeht: An sich ein tolles Maschinchen, aber mit nem Stereoausgang einfach unterdimensioniert, schließlich will man ja seine, oft qualitativ hochwertigeren Effekte, zum Veredeln nutzen.
      Grundsätzlich hast Du recht, konventionelle Analog-Drummies haben ihre Grenzen, da sind VA-Geräte eigentlich immer noch die beste Wahl, wenn es sie denn gäbe: Waldorf Rack-Attack hat nie ein Upgrade bekommen, Nord ignoriert konsequent die „Nicht-Drummer“, dabei wäre deren Engine momentan eine der Besten. Sonic Charges Microtonic lässt seine Engine in einem KInderspielzeug werkeln, anstatt diesen tollen Ansatz in „richtiger“ Hardware realisieren zu lassen. Oh Gott, was würde ich für die drei genannten VA-Drumsynths in Verbindung mit dem Drumbrute-Sequenzer geben….

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        AMAZONA Archiv

        Genau so isses und deswegen wird sich demnächst der Drumbrute Impact zu meiner Nord Drum 3p gesellen. Das wird ein Fest.

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            AMAZONA Archiv

            ja das ding wurde konsequent nur für drummer designt glaube ich. sehr viel potential verschenkt. ich hab sie bisher nicht vermisst. hätte aber auch nichts dagegen gehabt.

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        Coin  AHU

        @ Atarkid,
        Man kann doch die Samples processed auf das Gerät schicken.
        Also im Rechner effektieren, wie man das haben will.
        Dann braucht man auch keine Einzelausgänge.
        Bei nem DrumSynth geht das ja nicht, da ergeben Einzelouts eher Sinn.

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          Atarkid  AHU

          Stimmt, aber ich nutze die Effekte oft und gerne spontan. Das ist mir dann zuviel Planung im Vorfeld. Sound mit Delay, ohne Delay, mit wenig Delay usw… :).. Wobei Delay jetzt ein schlechtes Beispiel ist, das bringen die meisten Sampler und Grooveboxen eh mit ^^… Aber du weißt was ich meine :)

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    Son of MooG  AHU

    Wie schon der MicroBrute seinen großen Bruder durch den Sequencer und die kleine Patch-Bay überflügelt, tut es der Impact gleich und bietet Colour-Funktion und FM-Drum. Features wie Länge, Swing- & Propability-Optionen pro Track sowie die flexiblen Sync-Optionen machen den Impact eine harte Herausforderung an meinen RhythmWolf, den ich trotz seines schlechten Rufes sehr zu schätzen gelernt habe. Mit dem Impact kann er jedoch nicht mithalten und so werde ich ihn wohl demnächst ersetzen…

  6. Profilbild
    vlkr  

    Ich hatte mir einen bestellt und dann nach 3 Tagen wieder zurück geschickt.
    Der Sequencer macht zwar Spaß aber am Sound hatte ich mich da schon satt gehört.
    Die Toms sind für mich komplett unbrauchbar gewesen. Snare hat nur einigermassen funktioniert wenn man beide kombiniert hat. Hi Hats waren ganz nett aber mit einem sehr kleinen Sweetspot und ohne Pitch auch nicht wirklich sinnvoll.
    FM ohne Parameter Lock, da dreht man dann die ganze Zeit dran um Bewegung reinzubringen und verdreht sich auch schnell. Ich möchte Live ja nicht die ganze Zeit nur an den FM Reglern drehen müssen.

    Schon klar das man für 299,- keine eierlegende Wollmilchsau erwarten kann aber im Endeffekt hätte ich es besser gefunden wenn es weniger gegeben hätte was kaum bis gar nicht brauchbar ist und dafür die anderen Sachen ein paar mehr Parameter bekommen hätten.

  7. Profilbild
    Coin  AHU

    Kleiner Tipp: Drum Sampler z.B. Digitakt und ein Fieldrecorder z.B. Zoom H4n.
    Dann nimmt man selbst Drums auf (z.B. Schneeball –> Fensterscheibe = Kick)
    von denen ein Drumsynth nur träumen kann.
    Kostet zwar das doppelte, aber man kann sich dafür unbegrenzte,
    eigene Klangwelten schaffen.

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      vlkr  

      Drumsynths haben Ihre Berechtigung und es spricht ja nichts dagegen beides zu benutzen (gerne auch gleichzeitig)
      Die GrundsatzDiskussion Synth vs. Sampler muss an dieser Stelle nicht unbedingt ausgetragen werden weil hat ja nicht so viel mit dem Impact zu tun

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      AMAZONA Archiv

      woohoo…da greift jemand ganz tief in die trickkiste. sorry äpfel mit birnen zu vergleichen ergibt in diesem kontext keinen sinn. aber ich esse gerne äpfel und birnen und stell dir vor ich sample und hab nen drumsynth. ist glaub ich auch nichts besonderes. kann mir vorstellen, dass das sehr viele machen.

  8. Profilbild
    phil_dr110  

    Mir gefällt er sehr gut. Nach anfänglicher Skepsis habe ich ihn mir doch geholt. Macht sehr viel Spaß, vor allem, wenn man die Einzelausgänge nutzt. Mit einer Volca Kick, einem Monologue und der guten alten ESX geht da schon die Sonne auf.
    Die Toms sind halt nicht sonderlich stark, aber das lässt sich ja mit anderen Maschinchen kompensieren…

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