Test: Arturia Jupiter-8V

 

Der Sequenzer
Dieser ist äußerst flexibel und als Modulationsquelle ausgelegt – er erlaubt das gezielte Steuern bestimmter Parameter eines Sounds. Somit geht er über die meist gängigen Möglichkeiten hinaus. Zunächst kann zwischen Keyboard-Trigger, freiem Lauf oder Start/Stop durch den Host-Sequenzer gewählt werden. Start/Stop-Tasten sowie ein Rate-Regler und ein Sync-Knopf bilden den Anfang. Die Schrittlänge kann bis 32 Steps eingestellt werden, auch triolisch. Mode bestimmt die Laufrichtung, vorwärts, rückwärts, vor- und rückwärts oder Zufall.

Bildschirmfoto 2014-05-07 um 20.54.37

Smooth bringt Glättung zwischen die Noten und Swing lockert den starren Maschinengroove auf. Im Accent Fenster können Attack, Decay und Level der Akzente bestimmt werden. Im Mittelfeld liegt die eigentliche Sequenzermatrix. Links davon befinden sich einige Zeichenobjekte. So können mit dem Stift einzelne Werte gesetzt werden. Mit dem Lineal lassen sich fließende Verläufe kinderleicht malen. Der Radiergummi löscht natürlich. Das nächste Symbol spuckt eine zufällige Reihe aus. Das kann manchmal ganz lustig sein. Die Taste X löscht das komplette Feld. Das ist sehr schön gelöst. Unter den 32 Steps lassen sich Akzent und Glidemarker setzen. Rechts befindet sich der Ausgang des Sequenzers und ermöglicht drei unterschiedlichen Zielen, Opfer des Schrittmachers zu werden. Als Ziele kommen Pitch und Pulsweite von VCO 1 und 2, Highpass Filter Cutoff, Lowpass Filter Cutoff und Resonance sowie VCA in Frage.

Das Galaxymodule

Im Galaxy Modul lassen sich – grob gesagt – verschiedene LFOs ineinander mischen und als neue Modulationsquelle benutzen. 
Man wählt bei den drei LFOs die Wellenform und die Rate und kann in dem Oszillogramm die entsprechenden Schwingungen sehen. Das ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern erlaubt auch den gezielten Einsatz der LFOs in den X- und Y- Koordinaten. LFO 1 ist der X-Koordinate zugeordnet, LFO 2 der Y-Achse. Der dritte Part bestimmt die Achsrotation der beiden LFOs. Rechts befinden sich, wie schon beim Sequenzer, drei mögliche Modulationsziele. Hier stehen wieder Pitch und Pulsweite von VCO 1 und 2, Highpass Filter Cutoff, Lowpass Filter Cutoff, Resonance und VCA zur Verfügung.

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich mag den Sound des Jupiter 8V gern und er bringt etwas vom Roland-Analog-Klang in den Rechner.
    Ärgerlich, aber eigentlich bei Arturia nicht verwunderlich, sind einige vorhandene Bugs. Der nervigste ist, dass das Mastertuning um ca. 12 Cents zu hoch ist – zumindest bei der OSX Version, die ich nutze. Ist das beim PC etwa anders oder warum schreibt das niemand in die Reviews?

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    I used to have a JP8 hardware, sold it 2 years ago and was pretty impressed hearing its signature sound in vsti nowadays… I know I'm getting old ;-)

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich finde man muss auch mitbewerten, dass dieses Plugin überdurchschnittlich CPU-hungrig ist und bei richtig polyphonem Spiel, zB. bei Flächen, fast einen Rechner allein für sich in Anspruch nimmt. Andere vergleichbar gut klingende Plugins können das mit teilweise deutlich weniger CPU-Last. Daher finde ich die Bewertung durchaus gerechtfertigt. Und…ich habe mal einen Jupiter8 nur für eine halbe Stunde gespielt. Das Plugin klingt teilweise schon deutlich anders. Damit meine ich nicht schlecht, aber wenn man schon Werbung mit einer realistischen Emulation macht, dann bitte soll es auch so klingen. Ansonsten: Punktabzug.
    Björn

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ein prima Test, und ein gutes Fazit . Der JP8 ist sicher
    ein gut aussehender weiterer subtraktiver virtueller Synth. Wenn er nicht von Aruria käme, würde er wahrscheinlich wesentlich stärker kritisiert, weist er doch in höheren Lagen noch hörbares Aliasing auf und verbraucht auch viel CPU Power, zum Teil über Gebühr. Wer glaubt mit der schönen Artria GUI auch den Klang des Originals mitzukaufen für knapp 200 Euro , glaubt sicher auch gerne an den Weihnachtsmann ;-) Ich finde übrigens, dass der Arturia einen tollen Einstiegssyntesizer für Anfänger darstellt, die bisher nur auf Presets gebaut haben.

  5. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich hab irgendwie den Eindruck die Zeit der VST-Plugs neigt sich dem Ende zu. Irgendwie klingen die Plugs alle gleich. So nen richtigen Unterschied zwischen einer Minimoogemulation und dem hier beschriebenen Jupiter kann ich nicht vernehmen. Klar. Wo soll er auch herkommen. Sägezahn, Rechteck, Sinus und Puls, nen Filter und zwei ADSR-Hüllkurven und ein paar Effekte. Fertig.

  6. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Zur CPU Last des Jupiter-8V gibt es folgende Aussage von Arturia: Die eigentliche TAE Engine des Jupiter-8V dürfte tatsächlich weniger CPU-Last erzeugen als die älteren Arturia Synths, da diese Engine ständig optimiert wird. Ein "einfacher" Jupiter-8V Sound ohne Galaxy, Sequenzer und vor allem ohne Insert-FX verbraucht weniger CPU als z.B. ein Minimoog V.

    Also: Ja, das Plug-In braucht einiges an CPU-Leistung. Das gleiche gilt für alle bisher erschienen Arturia Synths, aber auch für fast alle anderen aktuellen Software-Synthesizer.

    Positive Ausreisser bilden hier (leider) zurzeit die Ausnahme.

    Grüße

    Fr@nk

  7. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Zur klanglichen Nähe zum Original möchte ich folgendes erwähnen:
    Es gibt hier interessanterweise sehr unterschiedliche Aussagen, auch von sehr kompetenter Seite. Die einen attestieren eine deutliche Nähe zum Original, andere weisen auf deutliche Unterschiede hin. Offensichtlich klingen auch die originalen Hardware Synths sehr unterschiedlich.

    Ein recht bekannter Autor hat neulich seinen Test, nach Hörvergleichen mit Arturias Jupiter-8 in Grenoble, komplett umgeschrieben. Demnach klang das Plug-In zwar nicht so wie dessen eigener Synthesizer, war jedoch sehr nah an dem Jupiter-8 vor Ort, nach dem Arturia das Plug-in emuliert hat.

    In der Regel bezieht sich jedoch die Kritik weniger auf den Grundsound, als eher auf Unterschiede in der Crossmodulation.

    Viele Grüße

    Fr@nk

  8. Avatar
    AMAZONA Archiv

    @Piet
    zum Teil hast Du Recht. Es handelt sich in erster Linie um Subraktive Synthese.
    Jedoch hat ein Moog, ein Prophet oder ein Jupiter grundsätzlich
    einen anderen Klangcharakter.
    Zum einen liegt es am Filter, zum anderen an den Modulations-Möglichkeiten.

    Persönlich bin ich von Arturia´s JP8-V sehr überzeugt.
    Für mich mit das beste PlugIn von Arturia (neben dem ARP2600).
    Hatte beide Hardware-Jupiter (JP8 und JP6) schon in meiner Sammlung
    und kann dem Arturia JP8-V eine gute Emulation bescheinigen.
    Auch wenn selbstverständlich das Original doch noch eine andere
    und vor allem eigene Liga ist.
    Ein Jupiter-8 wird immer eine Jupiter8 bleiben, da hilft auch keine Emulation.
    Ebenso beim Matrix-12, der wird immer als Hardware seinen eigenen Charakter haben.
    Auch wenn er vielleicht eines Tages als Software-Emulation erscheint …..

  9. Avatar
    AMAZONA Archiv

    @Piet: Die Zeit der Emulationen in der von Arturia angebotenen Form ist leider noch nicht vorbei.
    @All: Die Testbewertung ist absolut nachvollziehbar, die Bedienung der Arturia-Plug-Ins eine Zumutung.
    Was den Sound betrifft: Ich finde, der JP8 klingt wirklich gut und anders als die anderen Arturia-Emulationen.
    Die Systemlast ist ebenfalls eine Zumutung, das können andere (z. B. U-he) viel besser. @Tomeso: Meinen Prophet-V habe ich gleich wieder verkauft, da das Plug-In unter Mac OS 10.4 und Logic (AU) nicht richtig funktionierte und ständig Overload erzeugte. Schade, dass es für Software kein Rückgaberecht gibt.

  10. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Als Autor des Artikels möchte ich nochmal Stellung beziehen zu der Systemlast des Jupiter-8V. Auf meinem Testrechner, Core2Duo E6600 mit 2GB RAM kann ich mehrere Instanzen des PlugIns bei hoher Polyphonie zu spielen, ohne das ich an die Grenzen der CPU Last stoße. Natürlich erfordert TAE hohe Systemressourcen, aber wenn moderne Software eingesetzt wird, muss die Hardware angemessen sein. Das ist in allen Multimedia-Anwendungen so. Gruß Gerhardt

  11. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Besonders überzeugend fand ich bis jetzt keine der Emulationen von Arturia. Selbst beim Minimoog hat mich der Minimonsta von Gforce mehr überzeugt.
    Beim Jupiter ging es mir ähnlich. Entweder liegt es daran das man einfach analoge Geräte schlecht in eine digitale Domain transferieren kann oder es liegt an dem Unvermögen der Entwickler auch mal neue Wege mit alter Technik zu gehen…

    Diese Analog-Emulationen haben wohl langsam ihren Zenit erreicht. Jetzt wirds langsam mal Zeit mit dem KnowHow Synth für heute zu bauen :)

    Bei den Arturia Emulationen blieb und bleibt zumindest meine Geldböse bis jetzt stecken. Sowohl Soundmässig als auch von den Features und der Bedienung nicht überzeugend für das Jahr 2007.

  12. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Schrott ! \r\nViel zu kleine Knöpfe, bzw. nicht auch heutige 1920x Displays anpassbare Oberfläche, unglaubliche Systemlast und klingt wie aus dem Schuhkarton.\r\nEcht mal Arturia, habt ihr noch Ohren ? Mag sein daß sich das alles im überkomprimierten Schranzgedudel vermischt, aber ich bin gerne bereit Euch ein paar Klangbeispiele meines Jupiter 8 zu schicken. Bei dem Preis sollte man heute neben den Spielereien doch etwas mehr Klang bekommen. Bin sehr aufs Origin gespannt…

  13. Profilbild
    kenanalog

    Ich habe vor einigen Wochen den OP-X PRO-II von Sonic Projects erworben. Interessanterweise emuliert dieser Synth die typischen Jupiter-8 Sounds weitaus überzeugender als der Jupiter 8V, obwohl konzeptionell als Oberheim-Klon ausgelegt. Es gibt sogar eine entsprechende Bank.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Interesannt. Genau das hab ich mir auch gedacht. Der OP-X klingt viel voluminöser. Es sieht wohl so aus als könnten die Schweizer besser Programmieren als die Franzosen

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.