Test: Arturia Jupiter-8V

 

Allgemeines

Der Jupiter-8V läuft unter Windows 98/2000/XP als VST und Standalone. Für MAC OSX (10.3 oder höher) stehen AU, RTAS und Standalone zur Auswahl. Die Mindestsystemanforderungen sind für MAC und PC: 1.5GHZ CPU und 512MB Ram.
Die CPU Last ist sehr hoch bei mehrstimmigen Einsatz, leistungsschwache Rechner werden schnell an ihre Grenzen stoßen.
Der Kopierschutz wird über einen Syncrosoft USB Dongle abgewickelt.
Die MIDI Automation erfolgt sehr einfach und meiner Meinung nach gut gelöst über Strg.+Klick (Mac: Apfel+Klick) auf den entsprechenden Parameter.

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Klang

Verschiedene Sound Designer liefern hier eine farbenfrohe Palette an Sounds, die alle Genres abdecken. Über 400 Presets werden mitgeliefert und bieten von Bässen über Pads und zahlreichen Leadsounds auch Drums, FX und akustische Imitationen. Insgesamt sind keine wirklich „aufregenden“ Sounds dabei. Eher Sounds, die von einem Jupiter 8 erwartet werden. Wer selber Hand anlegt, wird schnell feststellen, dass sich aus dem Jupiter-8V viel mehr rausholen lässt. Allein schon mit dem ausgefuchsten Sequenzer und dem Galaxymodul, welche starke Auswirkungen auf den Sound nehmen können. Dank der internen Effekte lassen sich Sounds erzeugen, so zum Beispiel verzerrte Basslines, stark modulierte Flächensounds, Soundeffekte mit viel Hall und Delay etc., die mit dem Original so nicht möglich sind.

Praxis

Arturia hat schon bei anderen Emulationen, wie z.B. dem Moog Modular oder dem Yamaha CS-80 gezeigt, was mit der TAE (True Analog Emulation) machbar ist. Diese eigens entwickelte Technologie sorgt für das spezifische Klangverhalten, was analogen Oszillatoren und Filtern zugrunde liegt und emuliert u.a. die so genannten „Gleichlaufschwankungen“ analoger Synthesizer (Stimmstabilität) – und das ohne hörbares Aliasing. Wellenformen der Geräte werden nicht gesamplet, sondern in Echtzeit errechnet, um wie echte Oszillatoren zu „klingen“, mit all ihren Facetten. Dazu gehörten Stimmungsschwankungen durch Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, oder auch den nicht immer präzisen gleichen Klang der Oszillatoren, durch Verzerrungen usw. Tatsächlich klingt Jupiter-8V sehr schön. Sein reicher, warmer und breiter Analogsound ist charakteristisch und „klingt“ wie das Original.

Natürlich kann man nun Vergleiche ziehen zwischen dem Original und der Emulation. Ich sehe die Sache entspannter und freue mich über ein gut klingendes PlugIn, das liebevoll einen Klassiker nachahmt, ohne den Geldbeutel arg zu strapazieren. Wer ein Original Jupiter 8 besitzt, braucht dieses PlugIn wahrscheinlich nicht. Viele Presets erzählen die Geschichte dieses Synthesizers. Beim Durchhören fallen immer wieder Sounds auf, die mich an Songs aus den Achtzigern erinnern, wie z.B. von Ultravox, Alphaville oder Vince Clarke, ebenso wie an spätere Elektrotunes von Underworld, Moby oder Orbital. Ich finde, das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal für den Jupiter 8-V innerhalb einer DAW-Umgebung. Arturias Jupiter 8-V hat Charakter.

Fazit

Arturia ist eine liebevolle Emulation eines ganz großen Klassikers gelungen. Die eindrucksvolle Oberfläche des Originals, die Klangarchitektur sauber reproduziert und um sinnvolle Details wie den Sequenzer und die Galaxy-Abteilung erweitert, machen den Jupiter-8V zu einer guten Ergänzung des eigenen PlugIn-Parks. Wer gerne selber Hand anlegt und mit klassischer subtraktiver Synthese vertraut ist, wird hier sehr schnell selber Hand anlegen und die Regler bedienen wollen. Da kommen wir zu einem Schwachpunkt. Nach meinem Empfinden ist die Oberfläche teilweise umständlich zu bedienen, da Regler und Schalter sehr eng beieinander liegen. Zum Glück lassen sich sämtliche Parameter automatisieren und über externe Controller steuern.

Theo Bloderer und Curt Nolte haben in ihrem Blue Box Artikel über den Jupiter 8 schon ein wenig über Originale und Plagiate philosophiert. 30 KG analoges Lebendgewicht mit ein paar Algorithmen zu vergleichen ist nicht der richtige Weg. Der Jupiter-8V wird nicht den wirklich identischen Klangcharakter eines Jupiter 8 zu hundert Prozent erreichen. Dafür braucht man für den Jupiter-8V keine Ersatzteile!

Plus

  • Klang sehr nah am Original
  • Menge der Presets
  • Galaxy-Modul
  • Sequenzer

Minus

  • Frickelige Mausbedienung
  • Systembelastung

Preis

  • 99,-- € im Arturia Online-Shop (Stand 2014)
Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Ich mag den Sound des Jupiter 8V gern und er bringt etwas vom Roland-Analog-Klang in den Rechner.
    Ärgerlich, aber eigentlich bei Arturia nicht verwunderlich, sind einige vorhandene Bugs. Der nervigste ist, dass das Mastertuning um ca. 12 Cents zu hoch ist – zumindest bei der OSX Version, die ich nutze. Ist das beim PC etwa anders oder warum schreibt das niemand in die Reviews?

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    AMAZONA Archiv

    I used to have a JP8 hardware, sold it 2 years ago and was pretty impressed hearing its signature sound in vsti nowadays… I know I'm getting old ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Ich finde man muss auch mitbewerten, dass dieses Plugin überdurchschnittlich CPU-hungrig ist und bei richtig polyphonem Spiel, zB. bei Flächen, fast einen Rechner allein für sich in Anspruch nimmt. Andere vergleichbar gut klingende Plugins können das mit teilweise deutlich weniger CPU-Last. Daher finde ich die Bewertung durchaus gerechtfertigt. Und…ich habe mal einen Jupiter8 nur für eine halbe Stunde gespielt. Das Plugin klingt teilweise schon deutlich anders. Damit meine ich nicht schlecht, aber wenn man schon Werbung mit einer realistischen Emulation macht, dann bitte soll es auch so klingen. Ansonsten: Punktabzug.
    Björn

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    Ein prima Test, und ein gutes Fazit . Der JP8 ist sicher
    ein gut aussehender weiterer subtraktiver virtueller Synth. Wenn er nicht von Aruria käme, würde er wahrscheinlich wesentlich stärker kritisiert, weist er doch in höheren Lagen noch hörbares Aliasing auf und verbraucht auch viel CPU Power, zum Teil über Gebühr. Wer glaubt mit der schönen Artria GUI auch den Klang des Originals mitzukaufen für knapp 200 Euro , glaubt sicher auch gerne an den Weihnachtsmann ;-) Ich finde übrigens, dass der Arturia einen tollen Einstiegssyntesizer für Anfänger darstellt, die bisher nur auf Presets gebaut haben.

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    Ich hab irgendwie den Eindruck die Zeit der VST-Plugs neigt sich dem Ende zu. Irgendwie klingen die Plugs alle gleich. So nen richtigen Unterschied zwischen einer Minimoogemulation und dem hier beschriebenen Jupiter kann ich nicht vernehmen. Klar. Wo soll er auch herkommen. Sägezahn, Rechteck, Sinus und Puls, nen Filter und zwei ADSR-Hüllkurven und ein paar Effekte. Fertig.

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    Zur CPU Last des Jupiter-8V gibt es folgende Aussage von Arturia: Die eigentliche TAE Engine des Jupiter-8V dürfte tatsächlich weniger CPU-Last erzeugen als die älteren Arturia Synths, da diese Engine ständig optimiert wird. Ein "einfacher" Jupiter-8V Sound ohne Galaxy, Sequenzer und vor allem ohne Insert-FX verbraucht weniger CPU als z.B. ein Minimoog V.

    Also: Ja, das Plug-In braucht einiges an CPU-Leistung. Das gleiche gilt für alle bisher erschienen Arturia Synths, aber auch für fast alle anderen aktuellen Software-Synthesizer.

    Positive Ausreisser bilden hier (leider) zurzeit die Ausnahme.

    Grüße

    Fr@nk

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    Zur klanglichen Nähe zum Original möchte ich folgendes erwähnen:
    Es gibt hier interessanterweise sehr unterschiedliche Aussagen, auch von sehr kompetenter Seite. Die einen attestieren eine deutliche Nähe zum Original, andere weisen auf deutliche Unterschiede hin. Offensichtlich klingen auch die originalen Hardware Synths sehr unterschiedlich.

    Ein recht bekannter Autor hat neulich seinen Test, nach Hörvergleichen mit Arturias Jupiter-8 in Grenoble, komplett umgeschrieben. Demnach klang das Plug-In zwar nicht so wie dessen eigener Synthesizer, war jedoch sehr nah an dem Jupiter-8 vor Ort, nach dem Arturia das Plug-in emuliert hat.

    In der Regel bezieht sich jedoch die Kritik weniger auf den Grundsound, als eher auf Unterschiede in der Crossmodulation.

    Viele Grüße

    Fr@nk

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    @Piet
    zum Teil hast Du Recht. Es handelt sich in erster Linie um Subraktive Synthese.
    Jedoch hat ein Moog, ein Prophet oder ein Jupiter grundsätzlich
    einen anderen Klangcharakter.
    Zum einen liegt es am Filter, zum anderen an den Modulations-Möglichkeiten.

    Persönlich bin ich von Arturia´s JP8-V sehr überzeugt.
    Für mich mit das beste PlugIn von Arturia (neben dem ARP2600).
    Hatte beide Hardware-Jupiter (JP8 und JP6) schon in meiner Sammlung
    und kann dem Arturia JP8-V eine gute Emulation bescheinigen.
    Auch wenn selbstverständlich das Original doch noch eine andere
    und vor allem eigene Liga ist.
    Ein Jupiter-8 wird immer eine Jupiter8 bleiben, da hilft auch keine Emulation.
    Ebenso beim Matrix-12, der wird immer als Hardware seinen eigenen Charakter haben.
    Auch wenn er vielleicht eines Tages als Software-Emulation erscheint …..

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    @Piet: Die Zeit der Emulationen in der von Arturia angebotenen Form ist leider noch nicht vorbei.
    @All: Die Testbewertung ist absolut nachvollziehbar, die Bedienung der Arturia-Plug-Ins eine Zumutung.
    Was den Sound betrifft: Ich finde, der JP8 klingt wirklich gut und anders als die anderen Arturia-Emulationen.
    Die Systemlast ist ebenfalls eine Zumutung, das können andere (z. B. U-he) viel besser. @Tomeso: Meinen Prophet-V habe ich gleich wieder verkauft, da das Plug-In unter Mac OS 10.4 und Logic (AU) nicht richtig funktionierte und ständig Overload erzeugte. Schade, dass es für Software kein Rückgaberecht gibt.

  10. Avatar
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    Als Autor des Artikels möchte ich nochmal Stellung beziehen zu der Systemlast des Jupiter-8V. Auf meinem Testrechner, Core2Duo E6600 mit 2GB RAM kann ich mehrere Instanzen des PlugIns bei hoher Polyphonie zu spielen, ohne das ich an die Grenzen der CPU Last stoße. Natürlich erfordert TAE hohe Systemressourcen, aber wenn moderne Software eingesetzt wird, muss die Hardware angemessen sein. Das ist in allen Multimedia-Anwendungen so. Gruß Gerhardt

  11. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Besonders überzeugend fand ich bis jetzt keine der Emulationen von Arturia. Selbst beim Minimoog hat mich der Minimonsta von Gforce mehr überzeugt.
    Beim Jupiter ging es mir ähnlich. Entweder liegt es daran das man einfach analoge Geräte schlecht in eine digitale Domain transferieren kann oder es liegt an dem Unvermögen der Entwickler auch mal neue Wege mit alter Technik zu gehen…

    Diese Analog-Emulationen haben wohl langsam ihren Zenit erreicht. Jetzt wirds langsam mal Zeit mit dem KnowHow Synth für heute zu bauen :)

    Bei den Arturia Emulationen blieb und bleibt zumindest meine Geldböse bis jetzt stecken. Sowohl Soundmässig als auch von den Features und der Bedienung nicht überzeugend für das Jahr 2007.

  12. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Schrott ! \r\nViel zu kleine Knöpfe, bzw. nicht auch heutige 1920x Displays anpassbare Oberfläche, unglaubliche Systemlast und klingt wie aus dem Schuhkarton.\r\nEcht mal Arturia, habt ihr noch Ohren ? Mag sein daß sich das alles im überkomprimierten Schranzgedudel vermischt, aber ich bin gerne bereit Euch ein paar Klangbeispiele meines Jupiter 8 zu schicken. Bei dem Preis sollte man heute neben den Spielereien doch etwas mehr Klang bekommen. Bin sehr aufs Origin gespannt…

  13. Profilbild
    kenanalog

    Ich habe vor einigen Wochen den OP-X PRO-II von Sonic Projects erworben. Interessanterweise emuliert dieser Synth die typischen Jupiter-8 Sounds weitaus überzeugender als der Jupiter 8V, obwohl konzeptionell als Oberheim-Klon ausgelegt. Es gibt sogar eine entsprechende Bank.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Interesannt. Genau das hab ich mir auch gedacht. Der OP-X klingt viel voluminöser. Es sieht wohl so aus als könnten die Schweizer besser Programmieren als die Franzosen

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