Flexibler Controller mit CV-Anschlüssen
Fast 10 Jahre liegt die Einführung des Keyboard-Controllers KeyStep bereits zurück und vor Kurzem hat der französische Hersteller Arturia Version 2 des Controllers vorgestellt. Der Arturia KeyStep mk2 ist mit einigen neuen, interessanten Funktionen ausgestattet, die ihn von der breiten Masse der Controllerkeyboards abheben. Im folgenden Testbericht erfahrt ihr, was er kann und welche Extras Arturia beim Mk2-Modell umgesetzt hat.
- Neues Design: Überarbeitetes weiß-blaues Gehäuse mit OLED-Display und Push-Encoder.
- Mehr Funktionen: Mutate- und Spice-Features erzeugen schnell kreative Sequenzvariationen.
- Erweiterte Anschlüsse: Zwei unabhängige MOD-Ausgänge plus MIDI, USB, Sync und CV.
- Gute Bedienung: Intuitiver Workflow, verbesserter Sequencer und vielseitiger Arpeggiator.
Inhaltsverzeichnis
Erster Eindruck zum Arturia KeyStep mk2
Kompakt, flexibel, schick – so ist mein erster Eindruck vom Arturia KeyStep mk2. Auch wenn die Funktionen beim ersten Blick auf den Controller natürlich noch nicht vollständig zu durchschauen sind, verraten die Beschriftungen der insgesamt 13 Buttons, Touch-Strips und der Tastatur doch bereits viel darüber, was der Arturia KeyStep mk2 offensichtlich zu leisten vermag.
Zunächst ein Blick auf die äußeren Fakten. Der KeyStep mk2 ist derzeit lediglich in einer Version erhältlich und diese bietet 32 anschlagdynamische Slimkey-Tasten mit Aftertouch, die 13 erwähnten Buttons, zwei Touch-Strips, ein kleines OLED-Display und einen Push-Encoder. Ob es zeitnah auch eine neue Pro-Version des Controllers oder Varianten mit einem kleineren oder größeren Tastaturumfang geben wird, ist bisher nicht bekannt. Ausgeschlossen ist das bei Arturia aber definitiv nicht.
Arturia hat das Design des Arturia KeyStep mk2 neu gestaltet. Die Grundfarbe ist zwar weiterhin Weiß, aber hier und da gibt es einige blaue Farbakzente, dazu ist die Unterseite komplett in Blau gehalten, insgesamt wirkt der Controller frisch und modern.
Die größte Änderung auf dem Bedienfeld ist der neue Push-Encoder (samt OLED-Display und Back-Taste), der die drei in der mk1-Version eingesetzten Drehregler ersetzt. In der Praxis arbeitet dieser einwandfrei und quittiert seinen Dienst mit einem gut zu vernehmenden Klickgeräusch. Das Navigieren im Menü sowie das Einstellen von Parametern gelingt mit ihm auf alle Fälle sehr gut.
Wandert man auf der Bedienoberfläche weiter nach links, folget die Transportsektion mit den Buttons Play/Pause, Stop, Record und Metronom, wobei diese – wie auch die meisten anderen Buttons des Arturia KeyStep mk2 – mit einer Zweitfunktion ausgestattet sind. Diese Funktionen macht Arturia in blauer Schrift kenntlich. Zur Nutzung der Zweitfunktion muss lediglich die blaue Shift-Taste zusammen mit dem entsprechenden Button/Taste gedrückt werden.
Die obere Reihe der Bedienelemente wird mit den Buttons Seq, Arp, Mutate und Chord abgeschlossen. Darüber hinaus bietet der KeyStep mk2 wie gesagt zwei Touch-Strips, die ab Werk für Pitchbend/Modulation bzw. Gate/Spice zuständig sind, deren Funktion über das MIDI-Control-Center aber angepasst werden kann.
Neben der erwähnten Shift-Taste bietet das Bedienfeld des Controllers letztlich noch zwei Oktavierungs- und eine Hold-Taste.
Die Verarbeitung fällt insgesamt sehr gut aus. Das Kunststoffgehäuse bringt 1,1 kg auf die Waage, die Maße belaufen sich auf 484 x 145 x 50 mm. Alle Buttons machen einen robusten Eindruck, das Gehäuse ist sauber verarbeitet und steht dank sechs kleiner Gummifüße fest und sicher auf seinem vorgesehenen Arbeitsplatz. Das OLED-Display fällt zwar extrem klein aus, aber die Schrift ist dennoch gut ablesbar.
Die 32 Tasten des Controllers lassen sich sehr gut spielen. Sowohl einzelne Notenlinien als auch Akkorde bekommt man hiermit sauber hin. Die Tastaturgeräusche sind zwar zu vernehmen, halten sich meiner Meinung nach aber im Rahmen.
Anschlüsse und Lieferumfang
Auf der Rückseite des Arturia KeyStep mk2 befindet sich zunächst einmal eine USB-C-Buchse sowie ein Power-on/off-Schalter. Eine externe Stromversorgung ist nicht notwendig, da reicht USB als Stromquelle aus.
Neben einem MIDI-DIN-Duo (Ein- und Ausgang) bietet der KeyStep mk2 jeweils einen Sync In/Out, insgesamt vier CV-Ports (MOD 1, MOD 2, Gate und Pitch) sowie eine 6,3 mm Klinkenbuchse zum Anschluss eines Sustain-Pedals. Im Vergleich zum Vorgänger bietet die Mk2-Version also eine zweite MOD-Buchse, deren CV-Einstellungen (und die des MOD 1-Ausgangs) glücklicherweise nun über das Menü getätigt werden können. Über die Software muss das also nicht mehr erfolgen.
Zum Lieferumfang des Arturia KeyStep mk2, das wie bei Arturia üblich in einem schlichten, umweltfreundlichem Pappkarton geliefert wird, gehört ein USB-Anschlusskabel sowie die Arturia eigene Software Analog Lab Intro (mit über 500 Sounds aus dem Software-Instrumenten-Portfolio von Arturia) und die DAW Ableton Live Lite.
Das Handbuch stellt Arturia auf seiner Website in Form eines PDF-Dokuments zur Verfügung. Derzeit ist dies nur auf Englisch erhältlich. In der Regel übersetzt Arturia seine Handbücher allerdings immer, so dass zeitnah mit einer deutschen Version zu rechnen ist.
CV, GATE und MOD
Damit der Controller KeyStep mk2 nicht nur die DAW und darin laufende Software-Instrumente steuern kann, hat Arturia das Keyboard mit zahlreichen Anschlüssen ausgestattet. Dank des zweiten, neu hinzugekommenen MOD-Ausgangs ermöglicht das Arturia KeyStep mk2 nun die parallele Steuerung von zwei unabhängigen CV-Parametern, was den Controller ein gutes Stück flexibler macht.
Alle Einstellungen der CV-Anschlüsse können direkt am Controller getätigt werden, das MIDI-Control-Center von Arturia ist hierfür wie gesagt nicht notwendig. Für die MOD-Ausgänge lässt sich zwischen Velocity, Aftertouch, Modulation Strip, Random (ein zufälliger Wert zwischen 0 V und max., jedes Mal, wenn eine Note über den CV-Output gesendet wird) und Pulse (sendet ein 2 ms Pulse-Signal, jedes Mal, wenn eine Note über den CV-Output gesendet wird) wählen – und das natürlich unabhängig voneinander für Ausgang 1 und 2.
Die Einstellungsmöglichkeiten für MOD1/MOD2 sehen wie folgt aus:
- CV-Ausgang zwischen 1–10 V
- Pitchbend: 1 bis 24 Halbtöne
- Gate: S-trig, V-trig 5 V, V-trig 12 V
- Wheel Vibrato: 0,0 bis 12,0 Halbtöne
- Vibrato Rate: 0,3 bis 10 Hz
Synchronisieren lässt sich der Arturia KeyStep mk2 zur internen oder einer externen Clock, bei den Sync-Optionen lässt sich zwischen 1 PPQ, 4 PPQ, 24 PPQ, 48 PPQ und Korg wählen.
Einsatz des Controllers
Die Inbetriebnahme des Arturia KeyStep mk2 ist simpel und dank der vielfältigen Anschlüsse flexibel und schnell erledigt. Für einen ersten Test habe ich den Controller per USB mit meiner DAW verbunden und darüber ein paar Software-Synthesizer gespielt und gesteuert, später dann in einem MIDI- und CV-Setup eingesetzt.
Grundsätzlich arbeitet der KeyStep mk2 in einem von drei Modi: Sequencer, Arpeggiator oder Controller. Während sich im Sequencer-Modus polyphone Patterns erstellen und spielen lassen, sich diese miteinander kombinieren, mutieren und transformieren lassen, lässt sich im Arpeggiator-Modus aus 16 unterschiedlichen Arp-Modi wählen und im Controller-Modus über MIDI, USB und CV externe Geräte steuern und spielen.
Step-Sequencer
Der polyphone Step-Sequencer des KeyStep mk2 bietet bis zu 64 Steps und eine achtfache Polyphonie. Die Eingabe kann entweder in Echtzeit oder über die Programmierung der einzelnen Steps erfolgen, wobei der Controller auch einen Overdub-Modus bietet, um in einem zweiten, dritten etc. Durchgang weitere Noten hinzuzufügen. Ist die Aufnahme trotz des Overdub-Modus nicht ganz perfekt, lassen sich die einzelnen Steps im Edit-Modus bearbeiten. Jedes Pattern weist seine eigene Länge und Taktart auf und bis zu 64 Patterns (4 x 16) lassen sich im Keyboard speichern. Sollte darüber hinaus Speicherbedarf bestehen, lassen sich die Lieblings-Patterns auch über das MIDI Control Center von Arturia exportieren und wieder importieren.
Interessant wird es bei der Mutate-Funktion, denn mit diesen lassen sich neue Variationen einer Sequenz erstellen. Drückt man den Mutate-Button kurz, werden Variationen mit wenigen Änderungen erstellt. Je länger man den Button drückt, um so größer fallen die Variationen aus. So entstehen im Handumdrehen schönen alternative Sequenzen, wobei der Grundcharakter der eigentlichen Sequenz weiterhin vorhanden ist. Eine Rückkehr zu originalen Sequenz ist immer möglich, hierfür ist nur eine kurze Tastenkombination notwendig. Die Sequenz-Variationen lassen sich speichern und auf Wunsch per Pattern-Chaining auch kombinieren und verketten.
Nicht weniger interessant ist die Spice-Funktion. Hält man die Shift-Taste gedrückt und fährt mit dem Finger über den Modulation-Touch-Strip, werden ebenfalls Variationen der Sequenz erstellt und wiedergegeben, nur eben, dass man die Stärke der Variationen mit seinem Finger kontrolliert. Je weiter man den Touch-Strip nach oben fährt, desto stärker fällt die Variation aus. Übrigens lassen sich die Parameter Pitchbend, Modulation, Gate-Länge, Aftertouch und Spice auch aufzeichnen, sehr gut.
Insgesamt sind die Mutate- und Spice-Funktion nicht so wirklich vorhersehbar, aber dadurch entstehen in der Praxis auch gute und interessante Ergebnisse, die man, beispielsweise wenn man eine Prozentangabe für die Mutationsstärke nutzen würde, vielleicht nicht erzielen würde.
Natürlich verfügt der Step-Sequencer des KeyStep mk2 auch über die klassischen Parameter wie Time Division (1/16 bis 1/2), Sub Divison, Verschiebung einer Sequenz um einzelne Steps (Nudge), Einstellung der Sequenzlänge, Oktavierung, Quantisierung, Swing uvm.
Fehlt da etwas? Grundsätzlich nicht, denn ich finde die Funktionen des Sequencers schon sehr durchdacht, aber für ein zukünftiges Firmware-Update wäre vielleicht eine Ratcheting-Funktion sowie die Möglichkeit, eine Sequenz rückwärts abspielen zu lassen, interessant.
Arpeggiator
Oberhalb der einzelnen Tasten sind die 16 verschiedenen Arpeggiator-Modi aufgedruckt. Neben sechs klassischen Modi wie Up, Down, Poly etc. bietet das Arturia KeyStep mk2 auch deutlich spannendere Modi. Da werden dann Pausen eingefügt, einzelne Noten verkürzt/verlängert oder mit Akkorden, Pausen etc. kombiniert. Da ergeben sich sehr schnell tolle Arpeggios, die sich von den klassischen hoch und runter Läufen unterscheiden, toll.
Jede Änderung wird praktischerweise im Display des Controllers angezeigt, so dass man stets auch eine optische Kontrolle hat, was gerade aktiviert ist und passiert. Die Bedienung erfolgt dabei mit Tastenkombinationen, die man nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sehr schnell verinnerlicht hat.
Die Mutate-Funktion lässt sich auch mit dem Arpeggiator nutzen, so dass man so interessante Variationen der Arpeggios erzeugen kann. Würde mich nicht wundern, wenn sich da der eine oder andere schnell verliert und nicht mehr weg vom Controller kommt. Das macht einfach richtig viel Spaß.
Zu guter Letzt gibt es die Möglichkeit, Arpeggio-Linien in eine Sequenz umzuwandeln und mit den o. g. Features weiter zu bearbeiten und zu editieren.
Chord Mode
Wie auch die anderen Arturia-Controller bietet der KeyStep mk2 eine Chord-Funktion, über die sich neben 13 fertigten Chord-Presets auch eigene anlegen und spielen lassen. Die Klassiker Dur und Moll sowie Sus2 und Sus 4 sind ohnehin vorhanden, aber mit Major/Minor Triad und diversen Major/Minor 7, 9, 11 befinden sich auch ein paar erweiterte Akkorde im Angebot.
Praktisch ist, dass man dazu auch einen Strum-Mode mit einstellbarer Verzögerung der einzelnen Noten nutzen kann, das Voicing per Velocity/Aftertouch oder mit einem festen Wert variieren kann und die Akkorde, wie bereits erwähnt, zusammen mit dem Arpeggiator nutzen kann.














































hab einen schwarzen mk1.
der hat eine Metallplatte als Unterseite, oder verwechsle ich es mit dem microbrute?
der hats auf jeden Fall
Musicstore hat den mk1 noch um 88€.
bitte hier in schwarz und wenn es geht mit 37 tasten.
mag kein weiß .
wirkt sonst wie ein gelungenen Update.
Ich hätte mich gefreut, wenn die rückseitigen CV Anschlüsse nach oben gelegt worden wären. Rechts ist ja noch Platz genug; dies wäre praktischer.
@fran_ky wird hauptsächlich Kostengründe haben.
Nette Weiterentwicklung. Ich habe den mk1. Leider haben viele kleine Tastaturen bei mehreren Herstellern gewisse Schwächen (hier das c#3 funktioniert nur bedingt ab einer bestimmten Anschlagstärke und je nach Sound (?). Was ich aber besser fände wären 37 Keys. CV interessiert mich allerdings nicht. Daher wäre ein Nachfolger des 37 Key Models für mich interessanter. Das ASTRO 37 Key wäre Super, aber mir leider zu teuer! Und bitte kein totes „Schwarz“. Weis ist angenehmer. Bleibt dabei. Schön ist der Aftertouch für den Preis. Preis Top für das gebotene! Endlich mal wieder eine Weiterentwicklung. Weiter so!👍
@suwannee weiss gibt’s eh!
kaufe halt nicht in weiss.
rot, blau,.grün, violett.. geht auch.
verstehe den Hype um weiss nicht.
Steve Jobs ist tot.
es wird schnell dreckig und wirkt wie eine Waschmaschine oder Zahnbürste 😜
@Numitron Hey Numitroll greif mal zu einem Snickers 😜
tieeef Luft holen.
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Ausatmen
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Es gibt auch verschiedene Geschmäcker 😀
@Ashatur ja, aber weiss ist ja schon da….
OK. 😉
@Numitron Mir wäre in schwarz aber auch lieber 😉
Danke für den netten Testbericht. Ich bin sehr neugierig auf die Mutate und Spice Funktionen.
Das könnt echt Spass machen und bei Technoiden Sequencen könnt ich mir das sehr gut vorstellen. Ich habe gerade den Random Generator bei der MPC One lieben gelernt und das könnt dieses Konzept auch schön erweitern. Ich werde das weiter beobachten. Preislich wirklich voll in Ordnung.