Test: Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

17. Februar 2021

Orange is the new Black

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Die erfolgreiche, dritte Ausgabe des Arturia Minilab MKII gibt es nun auch in einer Orange-Edition. Bis auf die Farbgebung sind beide Versionen des MIDI-Controllerkeyboards vollkommen identisch und werden von uns nun im folgenden Test genauer betrachtet.

Aufbau des Arturia Minilab MKII

Das Arturia Minilab MKII ist ein 25-Tasten Keyboardcontroller zum Einspielen von Noten und Steuern von jeglichen MIDI-Parametern in Verbindung mit einer DAW, geeignet für OSX, Windows und iOS. Dafür verfügt das Minilab MKII über 16 Endlosdrehregler, 8 anschlagsdynamische Pads, zwei kapazitive Touchstrips, mit denen man in der Regel Pitch Bend und Modulation steuert, zwei Oktavierungsbuttons sowie ein Shift-Button sowie ein weiterer zum Umschalten der zweifach belegbaren Pads.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Das Arturia Minilab MKII in der ursprünglichen Farbgebung

Optisch ähnelt die zweite Version des Minilabs dem Vorgänger, wobei Arturia die Bedienelemente teilweise anders angeordnet hat. Die zwei Touchstrips befinden sich jetzt nicht mehr links neben der Tastatur, sondern oberhalb der ersten paar „Klaviatur“. Direkt darüber die vier angesprochenen Soft-Buttons. Dadurch ist das Arturia Minilab MKII etwas schmaler, die Breite beträgt nun nur noch 35,5 cm, also rund 2 cm weniger als vorher. Dafür benötigt es in der Tiefe rund 1 cm mehr Platz. Das Gewicht des Arturia Minilab MKII beträgt 1,5 kg, ein ordentliches Gewicht für solch einen kompakten Controller.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

 

Die Endlosdrehregler und Pads sind praxisgerecht weit voneinander weg platziert, dadurch lassen sie sich sehr gut bedienen. Gleichzeitiges Schrauben an zwei Encodern funktioniert einwandfrei, Platzprobleme wird man hier sicherlich nicht bekommen. Auch wenn es hinsichtlich der Verarbeitungsqualität keine Beanstandungen gibt, sind die nicht gerasterten Drehregler für meinen Geschmack allerdings zu leichtgängig, mehr Widerstand hätte ich mir hier gewünscht. Die Pads lassen sich ebenfalls gut spielen und lösen sauber aus, auch hier keine Beanstandungen.

Der Anschluss an den Computer gelingt beim Arturia Minilab MKII über den rückseitigen USB-Port. Auf eine MIDI-Schnittstelle wurde verzichtet. Außer dem USB-Port findet man auf der Rückseite noch einen Anschluss für ein Haltepedal sowie ein Kensington Schloss.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Zum Lieferumfang des Arturia Minilab MKII gehört ein farblich passendes USB-Kabel in weiß sowie die Software Analog Lab Lite, UVI Grand Piano und Ableton Live Lite 9. Während die meisten Käufer des Minilabs MKII sicherlich bereits über eine DAW verfügen, womit ich diese kostenlose Zugabe nicht schlecht reden möchte, ist die ebenfalls zum Produkt gehörende Analog Lab Software doch ein klares Alleinstellungsmerkmal.

Mal abgesehen vom eigentlichen Controllerkeyboard, das man in dieser oder ähnlicher Form auch von anderen Herstellern bekommt, ist die Analog Lab Software doch sehr interessant. Immerhin handelt es sich hierbei um eine gute Auswahl der Arturia Software Instrumente, die in der Regel klanglich sehr gut aufgestellt sind und gute Software-Pendants der Originale bieten.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Analog Lab Lite ist auch mit dabei, allerdings deutlich abgespeckter

Umso enttäuschter bin ich, dass Arturia diese Software immens abgespeckt hat, der Zusatz „Lite“ verrät es bereits. Waren beim ersten Minilab noch 5.000 Sound-Presets in Analog Lab vorhanden, sind es jetzt nur noch 500. Gegen einen Aufpreis von 29,- Euro kann man zwar auf Analog Lab 2 updaten, schön ist das trotzdem nicht, schade.

Ein gedrucktes Handbuch wird nicht mitgeliefert, dieses steht ausschließlich auf der Arturia Website zum Download bereit. Die meisten Funktionen des Minilabs MKII hat man sich allerdings schnell drauf geschafft, das passt also. Gleiches gilt auch für das Handbuch für die Software Analog Lab Lite.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Tastatur des Controller Keyboards

Hinsichtlich der Tastatur hat Arturia beim Minilab nachgelegt. In der MKII Version kommt nun eine selbst entwickelte Tastatur zum Einsatz, die Gleiche wie beim KeyStep. Mini-Tastaturen sind ja oft recht ungenau im Anschlag, hinzu kommt die Anpassung an die kleine Tastengröße, sofern man sonst mit „Normalgröße“ spielt. Die Tastatur des Arturia Minilab MKII spielt sich sehr gut. Zwar kenne ich die Tastatur der ersten Version nicht und kann dementsprechend keinen direkten Vergleich ziehen. Während des Tests kam ich aber sofort sehr gut mit der aktuellen Tastaturversion zurecht. Der Anschlag ist sehr genau und die Tastatur sitzt gut verarbeitet im Gehäuse. Die Tasten sind natürlich anschlagsdynamisch, Aftertouch wird allerdings nicht geboten.

Betrachtet man das Minilab MKII auf den offiziellen Pressebildern, könnte man den Eindruck bekommen, dass die MKII Version mit edlen Seitenteilen aus Holz ausgestattet ist. Ist allerdings nicht so, das komplette Gehäuse besteht aus Kunststoff, die hölzernen Seitenteile entpuppen sich beim genaueren Hinsehen als Aufkleber. Das mindert allerdings nichts die Verarbeitungsqualität, hier gibt es beim Minilab MKII nichts zu kritisieren. Und optisch wertet die „Holzimitation“ das Keyboard allemal auf. Auf der Unterseite verfügt das Arturia Minilab MKII über vier Antirutsch-Gummifüße, das schützt die Arbeitsplatte und sorgt dafür, dass das Keyboard da bleibt wo es hin soll.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Das Arturia Minilab MKII Keyboard in der Praxis

Die Inbetriebnahme ist einfach und schnell erledigt. Minilab MKII an den USB-Port hängen, Cubase erkennt den Controller und los geht’s. Strom bezieht das Minilab MKII übrigens über den USB-Port, somit auch ein guter Partner für den mobilen Einsatz. Die Größe spricht ohnehin für sich. Die Analog Lab Software lädt man sich von der Arturia Website, installiert und aktiviert diese mit der auf dem „Beipackzettel“ notierten Seriennummer. Diese läuft entweder standalone oder als VST2/VST3, AU oder AAX Plug-in (32-/64-bit) innerhalb der DAW.

Gleichzeitig kann man sich auch die anderen Software-Pakete herunterladen, darunter auch das MIDI Control Center, über das man einerseits globale Einstellungen wie die Anschlagskurve für die Tastatur oder das Beschleunigungsverhalten der Drehregler einstellen kann. Andererseits lassen sich hier bis zu acht User-Speicherplätze mit kompletten Setups für unterschiedliche Einsatzgebiete festlegen. Die Setups werden im Keyboard gespeichert und können von dort aus mit der Tastenkombination Shift + Pad 1-8 aufgerufen werden. Nimmt man alles zusammen, kommt man somit auf 128 Parameter, die vom Minilab MKII gesteuert werden können. Mit der Tastenkombination Shift + Keyboardtaste kann man dazu den MIDI-Kanal einstellen, auf dem der Minilab MKII senden soll.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Die acht Pads sind zweifach belegt, d.h. diese lassen sich mit bis zu 16 MIDI-Parametern programmieren. Zwischen Pad 1-8 und Pad 9-16 wird ganz einfach per Soft-Button umgeschaltet. Ebenfalls neu in der MKII Version ist die Möglichkeit, die Pads mit RGB-Farben zu beleuchten.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Die beiden Oktavierungstasten erlauben das Umschalten von plus/minus vier Oktaven. Um herauszufinden, in welcher Oktavlage man sich gerade befindet, muss man die Oktavierungsbuttons im Blick haben, denn mit jeder zusätzlichen Oktavlage blinkt die jeweilige Oktavtaste (nach oben bzw. nach unten) schneller. Keine Oktavierung = kein Blinken, vier Oktaven nach oben = schnelles Blinken des Oct+ Buttons. Mit etwas Übung erkennt man schnell, in welcher Lage man sich gerade befindet.

Arturia Minilab MKII Orange Edition Controller

Neu ist, dass zwei der 16 Drehregler (Encoder 1 und 9) nun „klickbar“ sind, d.h. zusätzlich zur „Drehfunktion“ kann man diese auch mit einer zusätzlichen „Klickfunktion“ ausstatten. In der Software Analog Lab Lite sind die beiden Encoder 1 und 9 nun so programmiert, dass man mit Regler 9 die Kategorien-Liste auf der linken Seite durchblättert, mit Encoder 1 scrollt man durch die Preset-Liste. Ein Druck auf den Encoder lädt den ausgewählten Eintrag. Je nach ausgewähltem Sound sind die restlichen Encoder mit unterschiedlichsten Parametern zur Beeinflussung des Klangs programmiert. Ändern und speichern lässt sich die Konfiguration.

Fazit

Der Arturia Minilab MKII ist ein sehr gutes Controllerkeyboard, das vor allem mit seiner guten Verarbeitung und dem vielfältigen Einsatzgebiet punkten kann. Die Tastatur des Minilabs MKII lässt sich sehr gut spielen, durch die Oktavierungstasten kann man den Spielbereich um plus/minus vier Oktaven erweitern.

Mit Hilfe der 16 Encoder, wovon zwei nun „klickbar“ sind und von den zweifach belegbaren RBG beleuchteten Pads lassen sich eine Vielzahl von Parametern steuern. Das gepaart mit den maximal acht User-Speicherplätzen ermöglicht vielfältige Einsatzgebiete.

Größter Wermutstropfen ist die Einschränkung der mit zum Lieferumfang gehörenden Analog Lab Software. Diese wurde gegenüber dem Vorgänger stark reduziert, da können auch die zusätzlichen Software-Beigaben nicht abhelfen.

Die aktuell aufgerufenen 99,- Euro ist der Minilab MKII aber weiterhin wert, da kann man sich nicht beschweren.

Plus

  • Tastatur
  • Verarbeitung
  • Einsatzgebiet

Minus

  • eingeschränkte Software Analog Lab Lite

Preis

  • 99,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    roskiewicz  

    Man sieht immer deutlicher wie sinnfrei die Musiktechnik geworden ist. Das Ding braucht kein Mensch. Ein altes Emu xboard kann genau das Gleiche. Da stecken ca 15 Jahre dazwischen und es gibt nichts Neues. Neue Farbe und die Potis leicht versetzt angeordnet mit dem Argument der DEUTLICH verbesserten Ergonomie. Man fragt sich wie die Firmen das mit ihrem Klimagewissen vereinbaren. Dieser Konsumzwang ist eines der größten Klimaprobleme. Sinnlose Produktion und Entsorgung. Im Grunde reicht ein Midi Controller ein Leben lang. Das Ende naht ;-) Wenn die Softwarefirmen anfangen Hardware zu bauen und die Hardwarefirmen mit Software anfangen. Das nennt man „Ende der Fahnenstange“.

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      mudi2000

      Dieses Keyboard ist ja auch nicht für Leute gedacht, die schon eins haben. Wenn ich schon ein Controllerkeyboard habe und es nicht kaputt ist, warum soll ich dann ein neues kaufen?

      Es gibt aber sicher genug Leute, die eben noch keins haben und für die ist es vielleicht geeignet.

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        roskiewicz  

        Der Gebrauchtmarkt ist überübermegavoll mit dem Kram. Und wie ich es schon schrieb, es kommt nix Neues (wie auch wenn MIDI ein fest definiertes Format ist). Sie ändern die Farben und packen noch 2 Millionen gratis Presets dazu, mit denen man ganz sicher einen Hit landet. Das ist alles nur noch albern und verkrampft ;-) Da wird aus banalen technischen Standards ein Hype gemacht und die ultimativen Hitsounds versprochen. Komischerweise bewirbt kein Musiker seine Musik auf diese Weise obwohl es doch mit den absolut ultimativen Megasounds gemacht wurde. „Hör meinen Song und du hast in Mathe immer eine 1.“ ;-) Hinweis: Das ist eine makroökonomische Einschätzung, die im Übrigen für fast alle Produkte zutrifft.

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    Ashatur  AHU

    Also diese orangenen Potis erinnern mich etwas an Verkehrskegel…
    Soll das uns „Achtung Baustelle“ signalisieren?
    ;-)

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    tomeso  

    Beim MiniLab MKII Orange Edition handelt es sich nicht um ein -neues- MiniLab, sondern um eine Sonderedition. Leider wird im Text nicht deutlich, dass es sich hier um einen aktualisierten Test aus dem amazona Archiv handelt.

    Seit der Vorstellung des MiniLab MKII sind mittlerweile mehrere solcher Special Editions erschienen, unter anderem eine Black Edition, eine Inverted Edition, eine Deep Black Edition und nun eben diese Orange Edition. Allen gemein ist, dass sie immer nur für einen begrenzten Zeitraum erhältlich sind. Die reguläre, weiße Version ist/war aber immer durchgängig erhältlich.

  4. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ich verwende ein gewichtetes 88er und einen 61er Synth zum Einspielen. Trotzdem fände ich das MiniLab nicht unsinnig. Da gibt es reichlich andere Beispiele, die ich wirklich für verschwendete Resourcen halte. Das könnte ich überallhin mitnehmen, beim Einspielen würde ich es dazustellen und nur die Potis verwenden. Also ich finde das für einen Hunni gut.

    Allerdings wäre der 30€ Aufpreis für die restlichen 4500 Sounds nicht nötig gewesen. Die sind schon x-mal gebundelt abverkauft worden und stellen keinen Kostenfaktor für die Firma dar. Wenig souverän. Wer dann noch investieren will, könnte ja das Synthpaket kaufen.

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Bei der Suche nach einem Minikeyboard als Reisebegleiter war das reguläre Arturia Minilab MKII in meiner engeren Wahl. Ich finde die Qualität der Hardware sehr gut und die Tastatur im Vergleich zu dem, was beispielsweise Akai in der Größenklasse anzubieten hat, hervorragend. Zum Mitnehmen finde ich es dann aber schon zu schwer und zu sperrig, daher habe ich mich nach anfänglichen Zweifeln für das Novation Launchkey Mini Mk3 entschieden. Die Qualität der Hardware und besonders der Tastatur kommt nicht ganz an das Arturia Minilab MKII heran, Gewicht und Kompaktheit haben am Ende den Ausschlag gegeben: Das Launchkey Mini Mk3 passt auch in eigentlich bereits volle Reisetaschen. Ein weiteres Plus ist die Novation-typische hervorragende Ableton-Einbindung.

  6. Profilbild
    vssmnn  AHU

    Bei der Wahl des USB-Ports war mal wieder ein sehr schlauer Mensch am Werk.
    USB-Host Kabel finden sich ja quasi überall in jeder Damenhandtasche .. Moment, ich krame mal nach dem Flachbett Scanner ;-/
    Bluetooth Midi wäre schlauer gewesen.

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