Einer der spannendsten Synthesizer 2026?
Als Anfang des Jahres erste Exemplare des ASM Leviasynth von Influencern wie Loopop oder Bobeats vorgestellt wurden, war die Überraschung groß. Der 2020 überraschend quasi aus dem Nichts erschienene Hydrasynth war der erste Synthesizer von ASM. Aufgrund seines sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, des durchdachten Bedienkonzepts und des hervorragenden Klangs war er äußerst erfolgreich, sodass es nur logisch war, an einem Nachfolger zu arbeiten. Dieser ist nun in Form des ASM Leviasynth in den Läden angekommen, höchste Zeit also, den lang ersehnten Nachfolger einem ersten Test zu unterziehen.
Worum geht es? ASM Leviasynth Desktop, 16-stimmiger, bi-timbraler Desktop-Synthesizer
- Design: Robustes Metallgehäuse mit modernem Touchdisplay und durchdachter Benutzeroberfläche, ansprechend und benutzerfreundlich gestaltet.
- Architektur: Der Leviasynth nutzt komplexe Algorithmen und kann zwischen 140 Klangerzeugungs-Algorithmen morphen, was ihn zu einem vielseitigen Werkzeug macht.
- Modulation: Mit 13 Hüllkurven und umfangreichen Modulationsmöglichkeiten bietet der Synthesizer tiefgreifende Klanggestaltung und kreative Flexibilität.
- Klangqualität: Die Klangvielfalt und Dynamik sind herausragend, wobei die Kombination aus digitaler und analoger Signalverarbeitung warme Klänge ermöglicht.
- Fazit: Der Leviasynth ist ein leistungsstarker und flexibler Synthesizer, jedoch nicht als preisgünstige Einstiegsoption gedacht, sondern für ernsthafte Klanggestalter.
Inhaltsverzeichnis
ASM Leviasynth Desktop Synthesizer
ASM Leviasynth ist als Desktop- und Keyboard-Version erhältlich. Die Keyboard-Version des Leviasynth besitzt die bekannte Polytouch-Tastatur, die von der Mutter-Company Medeli hergestellt wird, zu der Ashun Sound Machines gehört. Zum Test stand uns die Desktop-Version zur Verfügung.
Eckdaten
Der ASM Leviasynth ist ein 16-stimmiger, bi-timbraler Synthesizer mit acht Oszillatoren pro Stimme, 13 Hüllkurven und einem hybriden Filterdesign (digital und analog). Im Gegensatz zur Wavetablesynthese des Hydrasynth setzt der Leviasynth auf komplexe Cross-Modulationen und ein „Algorithmus-Table“-Konzept. Insgesamt über 140 Algorithmen sind an Bord, um per FM, Phasenmodulation, Hard-Sync oder Phase-Distortion Klänge zu erzeugen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Fähigkeit, nahtlos zwischen verschiedenen Verschaltungs-Algorithmen zu morphen, was dynamische Klangverläufe ermöglicht, die über die Möglichkeiten klassischer Wavetables hinausgehen.
Dazu befindet sich noch ein Multitrack-fähiger polyphoner Sequencer mit zwei Notenspuren und einer Automationsspur sowie der Arpeggiator des Hydrasynth an Bord. Letzterer wurde um einen „Entropy-Modus“ zur Erzeugung schrittweiser Zufallsvariationen erweitert.
Unpacking und erster Eindruck
Im Karton befinden sich neben dem ASM Leviasynth Desktop-Modul noch Rack-Winkel, ein Netzteil mit allen gängigen Adaptern internationaler Steckernormen und ein gedrucktes Benutzerhandbuch. Sehr schön!
Des Weiteren war auf dem Modul ein A4-Zettel aufgeklebt, der darauf hinwies, dass unbedingt die neueste Firmware aufgespielt werden sollte. Dazu in Kürze mehr.
Wer schon einmal einen Hydrasynth Desktop in der Hand hatte, wird in der Hardware viele Gemeinsamkeiten erkennen. Vor einem steht ein pultförmiges, robust verarbeitetes Metallgehäuse mit Aluminium-Seitenteilen im Stil eines Roland Jupiter-6. Die hinterleuchteten Soft-Buttons, Drehregler und Drehregler mit LED-Kränzen sind identisch mit denen des Hydrasynth. Im Gegensatz zu diesem sind beim ASM Leviasynth jedoch nicht mehrere monochrome OLED-Displays verbaut. Stattdessen kommt ein hochauflösendes, farbiges 4,3-Zoll-Touchdisplay zum Einsatz – im Hinblick auf die Komplexität des Gerätes eine gute Wahl. Dank der Touch-Funktion sind keine Softbuttons um das Display angeordnet, zwei Reihen zu vier Endlosencodern mit LED-Kränzen flankieren das Display.

Dank des Touchdisplays gibt es im Gegensatz zum Hydrasynth keine Softbuttons über und unter den Drehreglern. In den meisten Menüs wird die gespielte Schwingungsform wie in einem Oszilloskop dargestellt, dabei wird das Ausgangssignal am Ende der Signalkette angezeigt.
Der Aufdruck auf der Frontplatte ist im Gegensatz zum Orange des Hydrasynth in kühlem Türkis gehalten – ein dezenter Hinweis auf Yamahas DX-Serie.
Links vom Display findet man neben dem zentralen Datawheel vier Drehregler für die Lautstärkehüllkurven sowie je vier Drehregler zur Ansteuerung des digitalen und des analogen Filters.
Unter dem Display befinden sich Taster zur Anwahl der Oszillatoren und deren Hüllkurven sowie Parameter. Auch die bereits vom Hydrasynth bekannte und bewährte Direktwahl der Untermenüs des Synthesizers ist in Form eines aktiv hinterleuchteten Diagrammes vorhanden. Dieses veranschaulicht nicht nur den Signalfluss, sondern visualisiert auch laufende Modulationen, z. B. der LFOs, durch pumpende Hinterleuchtung.
Ganz im Stil eines Yamaha DX-1 befindet sich links neben den ganzen Buttons noch ein zweistelliges LED-Segment-Display samt zugeordnetem Drehregler zur Anwahl der Algorithmen.
Den unteren Abschluss des pultförmigen Gehäuses bilden 16 farbig hinterleuchtete, anschlagsdynamische „Polytouch“-Pads, mit denen unter anderem Sounds angetriggert oder der Step-Sequencer programmiert werden kann. Diesen Pads können auch Skalen zugewiesen werden.
Links oben befinden sich noch der Master-Volume-Regler samt Balance-Regler mit LED-Kranz, die Arpeggiator- und Sequencer-Ansteuerung sowie die vom Hydrasynth bekannten und identen CV/Gate-Anschlüsse.
Soviel zur dicht befüllten Pultoberfläche, zum Abschluss ein kurzer Blick auf die Rückseite.
Ebenso wie beim Hydrasynth Desktop sind auch beim ASM Leviasynth alle rückseitigen Anschlussbuchsen in einer Nische versenkt, was für den Rack-Einbau ein klares Plus ist.

Der vertieft liegende Netzschalter des ASM Leviasynth ist in Pultaufstellung schlecht und im Fall des Rack-Einbaus gar nicht erreichbar
Ein klarer Minuspunkt hingegen ist, dass wie schon beim Hydrasynth auch hier der Netzschalter in dieser Nische verbaut ist und somit bei Pultaufstellung schlecht und bei Rack-Einbau schlichtweg gar nicht erreichbar ist. Weiterhin erstaunte mich, dass bei einem bi-timbralen Synthesizer dieser Preisklasse nur ein Stereo-Ausgangspaar vorgesehen ist. Positiv zu erwähnen ist die Zugentlastung für das Netzteil, auch wenn ich internen Netzteilen und Kaltgeräteanschlusskabeln stets den Vorzug gebe.
Firmware Update
Erster Schritt laut Beipackzettel: Firmware aktualisieren! Beim ersten Einschalten zeigt das Display Firmware 1.. an. Also auf der ASM-Homepage den ASM-Manager für das Betriebssystem der Wahl und Firmware 1.1. heruntergeladen. Eine kleine Falle lauert hier beim ASM-Manager. Standardmäßig ist hier nämlich der Hydrasynth als Gerät angeführt.
Ein Versuch, in diesem Modus den ASM Leviasynth zu verbinden, schlägt fehl. Er wird auch nicht in den MIDI-Verbindungsmöglichkeiten angezeigt, selbst wenn er korrekt über USB am Rechner angeschlossen ist. Man muss zunächst mit dem kleinen Pfeil neben dem Hydrasynth-Logo den Modus auf Leviasynth umschalten. Dann verbindet sich der Leviasynth automatisch. Die Update-Prozedur wird am Bildschirm erklärt und lässt sich dann auch ganz problemlos durchführen.

Im ASM-Manager sehr gut versteckt: Über den kleinen Pfeil neben dem Hydrasynth-Schriftzug wird in den Leviasynth-Modus geschaltet. Nur in diesem ist eine Verbindung möglich.
Synthese und Oszilltoren
Grundsätzlich kann man den ASM Leviasynth als „Algorithmus-Table“-Synthesizer betrachten, inspiriert von den FM-Synthesizern der 80er-Jahre, obwohl sich mit ihm auch klassische subtraktive Synthese umsetzen lässt.
Der ASM Leviasynth hat zwei Modi: Single- und Multimode. Im Singlemode ist er 16-stimmig, im Multimode achtstimmig polyphon und dabei bi-timbral. Da jeder Stimme acht Oszillatoren zugrunde liegen, sind im Leviasynth insgesamt 128 Oszillatoren an Bord.
Für jeden der acht Oszillatoren kann eine Schwingungsform aus einem Pool von über 300 verschiedenen Schwingungsformen gewählt werden. Zudem kann jedem Oszillator eine eigene Syntheseform zugewiesen werden (Phasenmodulation, Frequenzmodulation, Pulsbreitenmodulation, Oszillator Sync und drei Sorten Phase-Distortion wie in den Casio CZ-Synthesizern).
Des Weiteren ist jedem Oszillator eine dedizierte Lautstärkehüllkurve zugewiesen. Die Oszillatoren weisen eine für einen digitalen Synthesizer besondere Eigenheit auf: Sie werden durchgehend berechnet und schwingen immer, nicht erst bei Tastendruck am Keyboard, MIDI-Note-on-Befehl oder dem Eintreffen eines analogen Gate-Signals.

Die Darstellungen im Display sind sehr übersichtlich. Parameter lassen sich für jeden Oszillator einzeln sowie global für alle acht Oszillatoren verändern. Farbcodierungen sorgen für Übersicht.
Wie die acht Oszillatoren untereinander interagieren, ist in 144 frei wählbaren Algorithmen festgelegt. In diesen Verschaltungen ist Oszillator 1 stets ohne zugewiesene Syntheseform als Carrier festgelegt. Darüber hinaus lassen sich ergänzend User-Algorithmen definieren, in denen ebenfalls flexibel gestaltet werden kann.
Die aktuell im Gerät abrufbaren 144 Algorithmen können auf der ASM-Homepage abgerufen werden. Sie reichen von acht Carriern ohne Modulation bis zu einem Carrier mit den komplexesten Verschaltungen der sieben übrigen Modulatoren.

Die Algorithmen gibt es von acht Carriern ohne Modulatoren über sieben Oszillatoren mit einem Modulator…

… bis hin zu sehr komplexen Modulationsverschaltungen mit nur einem Carrier. Wer mit dieser Auswahl nicht auskommt, kann sich eigene Verschaltungen erstellen.
Der Zuckerstreusel über all dem ist die Möglichkeit, bis zu acht Algorithmen in beliebiger Reihenfolge anzuordnen und zwischen diesen zu überblenden.
Möchte man dem Klang noch mehr Tiefe und Räumlichkeit verleihen, lässt sich der Leviasynth im Stereo-OSC-Modus betreiben, der allerdings die Stimmenanzahl halbiert. Wählt man hingegen den Vintage-Modus, werden die Ungenauigkeiten der Wandler und Berechnungen von 80er-Digitalsynths emuliert.
Modulationsmöglichkeiten
Im ASM Leviasynth sind nicht weniger als 13 Hüllkurven und fünf LFOs am Start. Acht Hüllkurven sind in der Oszillatorsektion aufrufbar. Die restlichen fünf sind samt den LFOs im Signalbild aufrufbar und per Modulationsmatrix verschaltbar. Die Hüllkurven sind loopbar, zum Tempo synchronisierbar, aber auch frei laufbar. Zudem lassen sie sich über Quantisierungsfunktionen auch „steppen“. Auch die LFOs bieten umfangreiche Möglichkeiten. Darüber hinaus lassen sich pro Patch bis zu acht Makros erstellen, in denen acht Modulationsziele zusammengefasst über Drehregler und Buttons direkt steuerbar sind.
Allein die Modulationsmöglichkeiten würden mindestens einen Workshop benötigen, um sie ansatzweise abzubilden. Es gibt jedoch noch viel mehr im Leviasynth zu entdecken. Deshalb weiter zu den Filtern.
Filter
Der Leviasynth hat zwei Filter an Bord, die fest miteinander verschaltet sind. Zunächst geht das Signal durch den bereits im Hydrasynth verbauten digitalen Filter, der 18 verschiedene Filtermodelle (drei High-Pass-Filter, zwei Band-Pass-Filter, zehn Low-Pass-Filter und ein Vowel-Filter) bietet. Danach wird das Signal D/A gewandelt und durch ein analoges 4-Pol-Filter geleitet. Mittels einer Pre-Drive-Schaltung kann das Signal vor dem Filterdurchlauf angedickt oder auch verzerrt werden. Erfreulicherweise ist die Filterschaltung so konstruiert, dass das Signal auch bei Einsatz der Eigenresonanz im Bassbereich nicht ausdünnt.
Von den Filtern gelangt das Signal in den VCA. Der Output des VCA wiederum wird in die Effektsektion weitergeleitet.

Das Summensignal der digitalen Klangerzeugung wird D/A gewandelt und in das analoge Filter geroutet. Die Einzelpegel der Oszillatoren werden in der Oszillatorsektion eingestellt.
Effekte
Die Effektblöcke sind ebenfalls direkt über Buttons auf der Bedienoberfläche abrufbar. Der Signalfluss ist dabei wie folgt: Pre-FX – Delay – Reverb – Post-FX. Für die Pre- und Post-FX sind wahlweise Chorus, Flanger, Phaser, Lo-Fi, Tremolo, EQ, Compressor oder Distortion wählbar. Die Qualität all dieser Effekte ist hochwertig und absolut studiotauglich.
Arpeggiator und Sequencer
Der Arpeggiator ist weitestgehend vom Hydrasynth übernommen und bietet acht Abspielmodi sowie die Möglichkeit von Ratcheting. 64 User- und 64 Preset-Phrasen sind abrufbar.
Hinzugekommen ist im Leviasynth ein umfangreicher dreispuriger Sequencer. Die Spuren 1 und 2 können in Echtzeit oder per Step-Eingabe mit Notenevents samt Anschlagsdynamik und Aftertouch befüllt werden. Spur 3 funktioniert als Automationstrack der acht Macrofunktionen, die pro Patch angelegt werden können.

Die Notenwerte und -längen können nicht direkt per Touch angepasst werden, sondern werden über Touch ausgewählt und über die Encoder editiert. Das wäre auch schwer zu bedienen. Bei den Parametern wird das leider auch so gehandhabt.
Die Notentracks können unterschiedliche Längen aufweisen und auf vielfältige Weise abgespielt werden. Der Sequencer bietet für einen Synthesizer einen sehr großen Funktionsumfang. Rhythm-Tap zum Übertragen von Rhythmen auf eingespielte Noten, Multitrigger pro Step, Probability, Drift, Rules sowie die Steuerung von Parametern der Sequencer-Tracks über die Modulationsmatrix sind die Highlights. Aufnahmen des Sequencers können als Arpeggiator-Phasen abgelegt werden. Es können aber auch umgekehrt Arpeggiator-Phasen in den Sequencer zur weiteren Bearbeitung kopiert werden.
Workflow, Bedienung und Zusammenfassung
Nach all dem Overflow an Möglichkeiten, der auf 175 Seiten in der gedruckten englischsprachigen Anleitung durchaus kurz und bündig beschrieben ist, kommt der Gedanke auf, dass dieses Synthesemonster nicht beherrschbar ist und daher zur Preset-Abspielstation wird.
Dem ist jedoch nicht so. Dank der durchdachten Bedienoberfläche und dem Touchscreen kann man den ASM Leviasynth flüssig bedienen und weiß nach kurzer Einarbeitung stets, wo man sich im Parameterdschungel gerade befindet.
Schade ist, dass der Touchscreen nur für Auswahlfunktionen genutzt wird. Hüllkurven oder Parameterbalken können nicht direkt per Touch editiert werden. Hier sind Synthesizer mit Touchscreen wie der Mayer Vibes oder der Waldorf Iridium von der Bedienung her deutlich flexibler.
Ein erstes Anpassen der zum Teil sehr guten Werks-Presets und ein direktes Eingreifen in die Klänge gelingt auf Anhieb. Die Funktionsweise der Algorithmen und die Möglichkeiten des Morphings lernt man jedoch nur durch Analyse der Werks-Presets kennen. Eine andere Möglichkeit ist, als Ausgangsbasis ganze Presets oder gezielte Teilbereiche per Randomfunktion neu zu erzeugen. Der Leviasynth bietet auch diese Möglichkeit.
Die Interaktion der beiden Filter muss man erst ins Gefühl bekommen. Durch die Kombination von digitalem und analogem Filter sind zum Teil extreme Einstellungen möglich. Die Resonanzen können sehr plötzlich kippen, Sweetspots sind jedoch stets erreichbar.
Gleiches gilt für die Effekte: Hier verführt die gute Qualität die kreativen Schraubkünstler zur Überdosierung. Weniger ist in diesem Fall mehr, die Werks-Presets sind größtenteils gut ausbalanciert.
Klanglich überzeugt der ASM Leviasynth. Die Bandbreite und Dynamik der Klänge sind enorm, ebenso die ständigen Klangverläufe und subtilen Modulationen. Dank der vielen Oszillatormodi, der über 140 Algorithmen und dem Morphing ist der Leviasynth sicher einer der vielseitigsten digitalen Synthesizer am Markt, der dank analogem Filter auch sehr warm klingen kann, wenn man das wünscht.
Preislich liegt der Leviasynth deutlich über dem Vorgänger aus dem Hause ASM, dem Hydrasynth Deluxe. Dieser ist ebenfalls 16-stimmig und mit einem analogen Filter bestückt. Ob der Aufpreis durch das Touch-Farbdisplay und die vermutlich stärkere benötigte Prozessorleistung zumindest teilweise gerechtfertigt ist, lässt sich schwer beurteilen. Bezogen auf die Mitbewerber Mayer Vibes, Waldorf Iridium oder Kodamo Essence FM ist der ASM Leviasynth unter Berücksichtigung des Aufwandes eines 16-stimmigen analogem Filterboards sicher nicht überteuert. Ein günstiger Synthesizer für alle, wie es der Hydrasynth 202 war, ist der Leviasynth 2026 jedoch nicht.
Der ASM Leviasynth ist ein Statement. Er ist ein gut bedienbarer digitaler Synthesizer mit dem klaren Schwerpunkt Klanggestaltung durch Modulation und Interaktion von Oszillatoren untereinander – ohne Sampling, ohne Wavetables, ohne Granularfunktionen. Für alle, die sich mit diesem Syntheseansatz näher beschäftigen wollen, ist der Leviasynth ein Werkzeug mit immensem Tiefgang und Funktionsumfang.




































Ohne Frage ein guter Synthesizer und ich war nah dran, ihn zu kaufen. Der 61er war mir dann doch zu groß und zu teuer. Desktop wollte ich irgendwie nicht. Die wahnsinnig große Spekulation beim Leviasynth: Kommt eine 49er und 37er Tastenversion wie z.B. beim Hydrasynth aus gleichem Hause zum vorschein? Warten wir mal ab! Konkurrenz belebt angeblich das Geschäft und so ist mit dem UDO DMNO ein ebenfalls super klingender britischer Synthesizer erschienen wie auch immer noch der Kreidezeit-Dinosaurier namens Moog Minimoog erscheint, einfach nur mit anderen Holzarten. – Verrückt! Was habe ich nun statt dem Leviasynth gekauft? Man mag es kaum glauben, ein MS-20 Full Size! Aber ich werde ASM weiterhin beobachten, weil der Leviasynth wird nicht ihr letztes Werk gewesen sein. So denn: Ist digital das neue analog?
@Filterpad ja!
im analogen ist der Markt sehr übersättigt imho und digital viel mehr um einiges billiger möglich.
und das sage ich als analogfreak.😎
aber seit dem Protein denke ich mir digital ist gar nicht so übel.
und mein treuer an1x (mein erster synth gekauft vor 22 Jahren!) ist ja auch digital😄🤘
@Numitron Ach, jetzt check ist erst dein „ja“! Verstehe. Meiner Meinung nach klang digital in Hardware noch nie schlecht, sprich: seit Erscheinen der ersten Digisynths (allen voran Yamahas DX7) klingen diese einfach gut. Ruiniert haben diesen Ruf erst billige und bugverseuchte Softwaresynthesizer, die mit dem schnellen Anstieg der Rechenleistung zu Hauf veröffentlicht wurden. Zu Beginn meiner “ Produzentenkarriere“ (die Sonne knallt auf mein Brain) hatte ich um die 30 Free-Plugins. Irgendwann habe ich diese alle rausgeschmissen und vernünftiges gekauft. Mit digitaler Hardware hatte ich bislang noch keine Berührungspunkte, aber Softwaresynthesizer sind bei mir allgegenwärtig. Der Leviasynth ist der Beweis, dass digitale Synthesizer heutzutage die neuen und vor allem frisch-klingenden Platzhirsche auf dem Synthmarkt sind. Etwas nachteilig ist noch der Wiederverkaufswert derer.
@Filterpad ich hab das „ja!“ zu deinem „ist digital das neue analog?“ gemeint! 😀
weil seit einiger zeit viele Hersteller einige digitale brachten.
hab irgendwie eine Hass/liebe mit dem dx7 und den klassischen FM-sounds.
auf der einen Seite finde ich einige extrem cheesy und schlecht gealtert, aber die bässe zb und FM für Drums finde ich gut.
außerdem mit einem megadrive, soundblaster und einem alten Yamaha pss470 aufgewachsen und alle haben einen abgespeckten FM Chip.
und jetzt hab ich Mal genug analoge (für einige Zeit, der Fourm und Messenger wären cool :)
@Filterpad Es gab durchaus auch schlecht klingende Hardware-Digitalsynths…aber auch DIE hatten ihren Charme.
Den Kawai K1 wùrde ich mal als Beispiel nehmen…aber auch DER hatte eine Handvoll guter Sounds, wegen den ich den jetzt zumindest als Rack Version immernoch habe.
Kein Wunder- die kriegt man mit etwas Glück für 50 €…
@mort76 ja, die wurden übrigens für einige frühe super nes Spiele verwendet!
hätte Mal einen für 70€ bekommen aber leider nicht genommen…
jetzt etwas mehr….
@mort76 Kawai K1 ist insofern ein schönes Beispiel (aus meiner Perspektive), weil:
1. mein erster digitaler Keyboardsynth,
2. neben dem Vintage-Digital-Artikel hier (von Elder Statesman Peter Grandl) https://www.amazona.de/vintage-digital-kawai-k1-k1m-k1r-synthesizer-1988/
3. gibts auch einen Artikel über den K1v (Plugin-Version) ebenfalls von Peter: https://www.amazona.de/interview-kawai-k1v-freeware-vst-von-nils-schneider/ Dieser ist hier vom Autor und von Lesern mit drei Sternen bewertet.
@moinho Ja, die Artikel habe ich gelesen, und mir dann auch selber gedacht: Ich kauf mir WIEDER einen…nur halt die Rackversion, weil der Platz nicht reicht.
Der K1 war damals auch MEIN erster Digitalsynth, aber irgendwann war eine Taste kaputt, ließ sich nicht reparieren, und das wars dann. Ich muß sagen- ich habe den fast GERNE weggeschmissen.
JETZT beutze ich ihn für genau DAS, was er eben gut kann: Diese schmutzigen Flächen und Strings…
@Numitron Ich finde Digital gar nicht so schlecht. Solange die Klänge interessant klingen, darf es ruhig auch mal digital sein. Hingegen bei Analog, da kommt bei mir teilweise schon dieser „Ah okay“ – Effekt auf. (Ah okay analog, aber umhauen tut der mich nicht)
Mir sind frische experimentelle Klänge auch sehr wichtig. Wenn ich am Microfreak oder DX200 rum schraube, da habe ich sehr oft diesen, wow-Effekt…
@luap stimmt.
mit analog klingt es eben oft schon so „08/15“
also für neue Sounds digital sicher besser geeignet.
Das ist eine Firma, die mich wirklich beeindruckt. Alles, was die machen, hat irgendwie Hand und Fuß. Und es ist etwas komplett anderes als die vorherrschende Marketing Strategie: machen wir doch aus unserem Fundus spezialisierte Instrumente: einen Drone, einen Wavetable, ein FM Modell und einen analog Subtraktiven. Dann können wir mehrfach verkaufen.
Ich warte darauf, dass das Geschäftsmodell noch weiter verfeinert wird: ein Instrument, nur für die fünfte Oktave, ein anderes für die zweite, und so weiter.
Hier gehen sie den gegenteiligen Weg. Das finde ich gut. Aber nicht nur: in jedem Dorf einen Hund. Bewährte Syntheseformen werden kombiniert und mit einem guten User Interface ausgestattet.
digital erfrischt anders in analogen angeboten.und instrument hier
fühle ich mich angesprochen und eingeladen.sehr schön😀
Numitron: DX Epiano – Stratocast / Stratotron – various mallets meine lieblingssounds sind
versöhnt dich bestimmt mit DX7😉
tai: langsam gelesen ja sie gehen wege die andere verschmehen
oder anders sagen: nicht gehen wollen
@Viertelnote stimmt das epiano und diese Malletssounds sind fein 😎
Gratuliere toneup. Ein paar sehr gute Beispiele.
@Tai Danke für die Blumen. Da es eher schnell gehen musste ohne Midieditierung direkt als Audio aufgenommen – die große Anzahl an sehr guten Werkspresets und die sehr dynamische Spielbarkeit haben ihr übriges dazu beigetragen.
Der Levia ist kein Nachfolger des Hydra, hat mich beim ersten Antesten vom Sound her nicht überzeugt, und zu dem Preis, iGs zum in der preislich unschlagbaren Explorer Version.
@columbo Für den Leviasynth benötigt man ein wenig Zeit und seine gewohnte Studio Umgebung.
„DEN“ Sound des Leviasynth gibt es ohnedies nicht, da durch die Kombination vom ausgezeichneten Digitalen Filter und dem nachgeschalteten analogen Filter und den Vintage oder Voll Stereo Modes ganz unterschiedliche Klangfarben möglich sind.
Das Preis Leistungsverhältnis des Hydrasynth Explorer erreicht er natürlich nicht. Ist bei der Hardware Ausstattung aber auch nicht möglich.
@toneup Der Leviasynth ist nicht nur ein FM Synthesizer, kann aber einer seln.
@toneup Es gibt einen Algorithmus mit 8 Oszillatoren ohne Modulatoren. Da kann man theoretisch sogar eine Super SAW nachbauen. Also sich Virtuell Analog möglich
Super Test und gutes Gerät.
Auch die vielen schönen Klangbeispiele überzeugen 👍
Sicherlich ein toller und spannender Digital-Synth. Ich nutze immer noch den VIRUS TI Polar, der auch digital ist aber stets seinen guten Dienst leistet. Ob Digital oder Analog oder Hybrid, ist doch im Prinzip egal und gehört in die Ecke „Glaubenskrieger“.
ASM baut wirklich schöne Synthesizer.. Und für mich mit den Möglichkeiten an LFOs, Hüllkurven usw.. ein Traum… Bei sehr vielen Synthis denke ich mir, ah Mensch nur ein LFO zur Modulation.. Schade…
Hier hingegen ein feuchter Traum… Was stell ich nur als nächsten an?
Sehr interessant!
Diese Kiste hat soundmäßig einen ähnlichen Charakter wie Kawai K 5000 in den 90er Jahren.
@8 Bit Fighter So in etwa wollte ich das auch gerade schreiben. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es eher wie ein gut klingendes Casio-Keyboard aus den 80ern wirkt, zumindest wenn man nach den Soundbeispielen geht. Dann doch lieber der Iridium MKII für den Preis, und obendrein „Made in Germany“.
Ich hab den kleinen äußerst charmanten orange farbenfrohen ASM. Der ist echt süß und in ihm steckt das was man erwartet als Musiker. Ein Instrument das von Musiker für Musiker entwickelt wurde! Es kann unglaublich viel und ist super logisch aufgebaut. Es klingt keineswegs analog! Aber das ist mir egal. Ich wollte mal was ultra modernes haben. Denn als 80ties Fan steht der ASM hier wie ein Exot aus der fernen Zukunft! Das ist auch wirklich gut so. Der ASM klingt sehr filigran und die Funktionsdichte ist sehr hoch aber gut bedienbar. Huch da hab ich auch mal Glück gehabt, denn ich hasse Sounddesign! Ehrlich! Ich brauche gute Presets die musikalisch klingen und 5 Dreher und 2 Schalter fürs grobe, dann bin ich glücklich. Aber auch Presetschleudern Schrecken mich nicht ab, das war halt früher so. Dafür mache ich auch Musik und keine Geräusche. Der ASM interessiert mich natürlich nicht, weil zu viele Funktionen halten mich vom eigentlichen Ziel ab. Aber super, dass ich jetzt so viel Geld wieder gespart habe 😂😂🎸
Korg multi/poly kann auch ähnliche metallische Sound Escapes erzeugen.
@8 Bit Fighter Erkläre mir unwissendem bitte, was Sound Escapes sind.
@Mac Abre Entweder das Genre Soundscapes/Cinema was prinzipiell das ist, was Herr Zimmer macht oder Sound Escapes gemeint als „Aus-Flüchte“ in unbekannte Soundgefilde bzw. als eine Art klanglicher Überraschungsmoment (was bei guten Synthesizern der Fall ist).
@Filterpad ich liebe überaschungen🙂aber keine bösen
Gibt da ein buch das nennt sich -soundscapes- da wird
FM synthetic erklärt – yamaha dx7 schade nur in deutsch:(
@Viertelnote Der Matriarch kann durchaus überraschen wie wir beide wissen. 😂
@Filterpad ja klingt immer gut großes überaschungsei🙂
PS: martin hast du bunt oder black edition?
@Viertelnote Black, man musste aber tatsächlich schnell sein beim zuschlagen. Mit Überlegen war da nicht viel los. 😂
@Filterpad ich hab auch black…ja hatte man keine zeit
mehr um caffee trinken🙂
Grandmother hab ich bunt. also moderne oma:)) schaut neben teller.:))
@Filterpad Ah ja, 8 Bit Fighter meint wahrscheinlich Soundscapes. Danke.
Wahrscheinlich einer der interessantesten Synths auf der SB, neben dem neuen von Modal.
Ich habe mir mal die keyboard Variante bestellt und seit gestern ausprobiert.
ich beginne mit den wenigen, negativen Punkten..
Wer eine Hammer mechanik voll gewichtet gewohnt ist wie ich, der sollte nicht zuviel erwarten. Ja, cool ist der poly touch auf jeden Fall, aber falls ich den brauche, habe ich noch einen hydrasynth Explorer.
dann sind die beiden wheels irgendwie gefühlt nicht sehr hochwertig.
drum werde ich die Desktop Variante kaufen und die Keys zurück schicken.
aber nun zum sound.
das Teil klingt in der Tat gut bis sehr gut und lädt ein zum experimentieren.
Die Werks sounds sind bis dato in tiefen Frequenzen nicht so gut, da ist mein 3rd wave deutlich besser.
aber mit dem Oszilloskop nachgeschaut, einfach mal sinus, ist auch unter 50 Hz kein Pegel Verlust zu sehen, also ist das Audio generell top.
ich werde mal selber ein paar sounds austüfteln.
das Bedienkonzept ist sehr angenehm und fast selbsterklärend. Was ich nicht so gut finde, dreht man an einem der analog Filter knöpfe, zeigt es nicht automatisch deren Hülkurve an..
und ohne anleitung habe ich noch nicht herausgefunden, warum adsr per osc nix verändert..
aber da muss man wohl doch mal lesen 😅..
soweit ok, also durchaus ein super synthesizer, den man in sein Studio einbinden kann.
klang 2+, Verarbeitung 2-, Bedienung 2+, Preis Leistung 3+…