Test: Audio-Technica AT-LP120-USB

Als Studioplattenspieler ist er für mich ein „Nummer 1-Kandidat“, da er wirklich alle Platten abspielen kann, die es gibt und er sich zudem prima bedienen lässt. Ich selbst besitze den direkten Vorgänger des Testgerätes, welchem nur die USB-Schnittstelle fehlt. Für diesen habe ich mir zusätzlich das Audio-Technica AT 95-System gekauft, mit dem ich privat höre, das ich aber für den Discotheken-Einsatz nicht empfehlen würde. Dieses System hat eine wesentlich geringere Auflagekraft, und die Nadel könnte bei harten Drumsounds durchaus aus der Rille fliegen. Für solche Einsätze ist das mitgelieferte ATP-2 die wesentlich bessere Wahl, und auch das Rückwärts-Abspielen wollte ich mit meinem AT 95 nicht unbedingt ausprobieren.

Plattenliebhaber, die sich mit dem geradlinigen Design anfreunden können und nicht unbedingt ein Design-Monster brauchen, können mit ihm ebenso glücklich werden. Wie schon erwähnt, ermöglicht auch hier die wechselbare Headshell den Betrieb mit unterschiedlichen Systemen sowie das (relativ) einfache Wechseln auf eine 78er-Abtastung.

Wer gerne seine Platten auf ein digitales Medium überspielt, kann dies mit Hilfe der beigelegten Software „Audacity“ problemlos durchführen. In der gut erklärten Anleitung (leider nicht auf deutsch) wird Schritt für Schritt erklärt, wie man „die Platte in den Rechner bekommt“. Das Programm läuft auf Windows wie dem Mac, und man benötigt zum Anschluss lediglich einen freien USB-Steckplatz.

Was gibt es zu meckern?

Der Einstellring für das Kalibrieren der Auflagekraft ist verdammt leichtgängig. Er tut seinen Job,  macht aber den Eindruck, als solle man ihn möglichst nicht anschauen, damit er sich nicht verstellt. 

Ich möchte bitte eine deutschsprachige Bedienungsanleitung, wir sind immerhin 81 Millionen Menschen hier in Deutschland.

Okay, ist vielleicht gut gemeint von Audio-Technica. Aber mir wären Cinch-Buchsen trotzdem lieber als das fest angebrachte Kabel. Erstens ist dies oft zu kurz, und man braucht dann eh wieder eine Verlängerung (im Studio und zu Hause garantiert), zudem nervt es, wenn man den Dreher zum Mitnehmen verpacken muss. Es baumelt dann immer da, wo man es gerade nicht brauchen kann.

Alle diese Punkte sind keine Abwertung wert, das Gerät ist für den Preis der Hammer. Es gibt viele preiswerte 1210er-Klone, dieser ist aber mit Sicherheit der beste und hat zudem durch die Features auch noch eine gewisse Eigenständigkeit. Wenn sich das Positive auch noch in einem eigenständigen Design darstellen würde, wäre es halt noch schöner.

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Fazit

Aufgrund der sehr umfangreichen Ausstattung und Inkludierung eines praxisgerechten, gutklingenden Tonabnehmers zu einem insgesamt sehr günstigen Verkaufspreis, kann ich dem Audio-Technica mit gutem Gewissen die höchste Bewertung geben. Wichtig ist nur, dass man vorher weiß, für welchen Einsatz man ihn benötigt. Für das Studio, die heimische Plattensammlung sowie den gemäßigten DJ-Einsatz ist er der ideale Kumpel, die ganz harten Jungs der DJ-Fraktion sollten aber die Finger von ihm lassen.

Plus

  • sehr guter Gesamtklang
  • gutes System im Lieferumfang
  • umfangreiche Ausstattung
  • solide Verarbeitung

Minus

  • Einstellring der Auflagekraft zu locker
  • keine deutsche Anleitung

Preis

  • Straßenpreis: ca. 250,- Euro
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