Test: Audionamix XTRAX STEMS

5. Juli 2018

Music, Drums und Vocals perfekt extrahieren?

Audionamix ist ein Begriff? Schon von Audionamix XTRAX STEMS gehört? Der ein oder andere aus dem Studiobereich wird nun „ja“ rufen, die meisten aus dem DJ-Bereich schwelgen in Unwissenheit.

Audionamix ist ein seit 2013 existierendes französisches Unternehmen, das Software-Lösungen für Audiobearbeitung am offenen Herzen bietet – also am Master-Track. Natürlich geht es dabei nicht um Programme oder Plug-ins für den Produktionsprozess, zumindest nicht primär.

Audionamix bietet Lösungen, um Instrumente, Vocal-Spuren oder Sprache vom Master-Signal zu trennen oder getrennt zu bearbeiten. Im Jahr 2014 wurde das erste Produkt für den Markt vorgestellt, seitdem folgten verschiedene Variationen und neue Ideen. Das Grundprodukt ist ADX TRAX, das, so schreibt das Unternehmen, erste Programm zur nicht-destruktiven Trennung von Musik und Sprache. Vocal und Instrumental folglich, mit einer weiterführenden Möglichkeit, die Trennung zu verfeinern oder die gewonnenen Spuren zu verbessern.

Neben ADX TRAX gibt es ADX TRAX Pro, ADX TRAX SP und SP Pro speziell auf Sprache ausgerichtet, ADX VVC, ein Plug-in zur Steuerung von Lautstärke und Pan-Position des Lead-Vocals im Mix. Das gibt es ebenso ausgerichtet auf Sprache wie ADX SVC.

Als neustes Produkt wurde nun frisch ADX XTRAX STEMS vorgestellt. XTRAX STEMS ist das weltweit erste vollautomatische Programm zur Erstellung von Stem-Files.

Dabei geht man einen Schritt weiter als bisher und trennt nicht nur Sprache oder Vocals heraus aus dem Audiomaterial, sondern trennt in Zukunft den Master-Track sogar in drei einzelne Spuren. Wie der Hersteller verspricht: „One song in. Three stems out“.

Damit könnte sich das Tool nicht nur als äußert nützlich erweisen, wenn man mal wieder für ein Mash-Up oder Remix die Vocal-Spuren aus einem Track herausfiltern möchte, die Drum-Spur gesondert sucht, um sie mit Hilfe von Ableton in MIDI-Files zu wandeln, sondern auch natürlich, um das eigene DJ-Set zu erweitern. Sei es für Loops und Zuspieler oder natürlich für Native Instruments Traktor und die STEMS Entwicklung aus dem Hause NI. Für das NI STEMS Format sind die extrahierten STEMS kompatibel, also los!

STEMS selbst hat sich leider nie so durchgesetzt, wie man es erhofft hat, zum Teil auch deswegen, weil es nur ein eingeschränktes Angebot gab. Während einige Labels der elektronischen Musik mitgezogen sind, wird man Soul- und Funk-Nummern aus den 80ern kaum finden, ebenso wie aktuelle Pop-Produktionen. Major Labels? Natürlich gibt davon keiner STEM-Files raus.

Wer dennoch an Teile davon gelangen möchte, der muss lange im Internet suchen oder sein gesamten tontechnisches Wissen auspacken, um mit EQs, Filtern und Kompressor und Gate einzelne Teile zu separieren

Audionamix XTRAX STEMS verspricht, dieses in kurzer Zeit und problemlos zu ermöglichen. Track ins Programm laden, minimale Einstellungen und los. Ob das wirklich so einfach geht? Und, funktioniert es?

Audionamix XTRAX STEMS – der Selbsttest

Erste Nachricht. XTRAX STEMS gibt es nur für Mac. 99 $ bzw. 89,- Euro werden aufgerufen für die Software. Diese gibt es online als Download oder auch im klassischen Online-Handel.
Minimum Anforderung ist OSX 10.11 und aktuell kompatibel ist es bis 10.13, also bis High Sierra.
Benötigt wird zudem eine Internet-Verbindung, im Idealfall nicht per 56K-Modem. Der Grund dafür ist, dass der Algorithmus zur Extraktion nicht in der Software stattfindet, sondern die Software die Verbindung zum Server des Herstellers benötigt. Cloud-basiert nennt man dies ja heute.
Das erklärt auch, warum bei der ersten Nutzung der Software eine Anmeldung erforderlich ist, die gleich der Anmeldung auf der Homepage des Hersteller ist. Hier meldet man sich schnell an mit E-Mail-Adresse, Passwort erstellen und aktiviert die Software. Die Log-in-Daten sollte man dann besser nicht vergessen, wie so oft, denn sie werden benötigt bei der Nutzung der Software. Zu Glück nicht bei jedem Start aufs Neue.

Heruntergeladen, Software aktiviert auf der Homepage, Software gestartet und Log-in erfolgreich durchgeführt. Die Software selbst startet sofort, beansprucht nur das obere Viertel meines Desktops.

So einfach wie der Hersteller verspricht, ist es häufig bei Software nicht. In diesem Fall offenbar schon. Auf dem schwarzen Hintergrund sieht man links ein Level-Metering, noch funktionslos, Solo- und Mute-Taste, Pan-Regler. Unten gibt es vier Modi zur Auswahl, rechts ein langer Level-Schieber.
Darüber ein großes, bisher leeres Feld mit der sympathischen Aufforderung, hier per Drag and Drop doch einmal ein Audio-File einzufügen oder dort zu klicken, um eines zu laden.

Audionamix XTRAX STEMS

Drag and drop, rein mit der Wellenform und los geht es

Also los. Für den Test habe ich verschiedene Tracks verschiedener Genres durch die Software gejagt. Vier verschiedene Modi gibt es zur Auswahl. Automatic, Automatic HQ, Generic und Generic HQ.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    DJ Ronny  

    Hi, danke für den Test. Interessante Sache, nicht nur für Stems . Nr. 14 ist aber nicht das Orginal. Hast du auch Rockmusik probiert und wie waren die Ergebnisse. Ich habe da ein paar LieblingsTitel, die es leider nur in Mono gibt. Die ließen sich damit bestimmt aufpolieren.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.