Test: Audiowerkstatt mini-midi-step-seq, MIDI-Sequencer

Diese gewollte Diskrepanz zwischen Schein und Sein setzt sich auf der elektrischen Seite fort: Auf den Innenseiten der Bedien- und Bodenplatte gibt es jeweils einen geschlossenen Masselayer, der zusammen mit Pfostensteckern an den vier Gehäuseseiten dafür sorgen soll, dass sich das Gehäuse wie ein Faradayscher Käfig verhalten und daher ausreichend elektromagnetisch geschirmt sein soll.

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Der Schutz vor Cola, Flüssigbrot und Zigarettenkippen – es handelt sich primär um ein Bühnenwerkzeug – könnte zweifellos besser sein. Immerhin hat die halboffene Konstruktion den Vorteil, dass manches, was einmal im Gehäuse gelandet ist, auch irgendwann wieder herausfindet oder mit Druckluft herausgeblasen werden kann.

Metallachsenpotis von ALPS

Metallachsenpotis von ALPS

Der mini-midi-step-seq soll „mindestens 30 Jahre halten“, entsprechend hochwertig sind die Bauteile, darunter ALPS-Metallachsenpotis und edle Marquardt-Taster. Als Stromversorgung funktionieren Netzteile mit 9-12 Volt, AC oder DC, dank eines Brückengleichrichters sogar mit beliebiger Polung. Somit passt so gut wie jede Wallwart, die beim hektischen Zusammenstecken eines Live-Setups auf dem Tapetentisch herumschlumpst.

Knopfverwandtschaft: Marquardt-Schalter am Oberheim Xpander....

Knöpfchenverwandtschaft: Marquardt-Schalter am Xpander….

... und Clavia Nord Lead.

… und Nord Lead.

Olaf lässt die Platinen für je ein Batch bei einem Dienstleister fertigen, bestückt, baut und programmiert anschließend jedes einzelne Gerät und verpackt es mitsamt einer gedruckten, deutsch-englischen Bedienungsleitung in umweltfreundliche Wellpappe-Kartons. Zitat: „Bloß keine Knallfolie!“. Den mini-midi-step-seq gibt es nur im firmeneigenen Webshop für 329,- Euro zu kaufen.

Auch in Anbetracht des überaus stolzen Preises fielen die Reaktionen der Amazona-Community auf unsere kurze Produktvorstellung eher verhalten aus: „Maker-Chic“, „Miditool für Freaks“, „Bein im Knast“, „Gartenzäune“, „Erdungsarmband“, „was Hübscheres einfallen lassen“. Einige Dinge hatte ich bereits relativiert. Audiowerkstatt-Produkte tragen nicht nur eine WEEE-Kennzeichnung, sondern auch ein CE-Label, und natürlich gilt eine Garantie von 2 Jahren. „Hübsch“ liegt bekanntlich im Auge des Betrachters: Zweifellos kommt der Manufaktur-Charakter in der hier gebotenen Form weit besser zur Geltung als in einem x-beliebigen Zukaufgehäuse. Eine mögliche praktische Einschränkung: Ich selbst würde den midi-mini beim Antritt einer Flugreise nicht im Handgepäck mitführen, um lästigen Nachfragen zu entgehen.

Klangbeispiele
Forum
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    falconi  RED

    Spät am gestrigen Abend schrieb mir die Audiowerkstatt:

    Hallo Falk,
    ich habe heute tatsächlich ein kleines Update vorgenommen; es gibt nunmehr das gewünschte „Start/Stop-Feature“ nach Deinen Vorschlägen!

    Wenn man jetzt in das Setup-Menü geht, aber noch keinen Unterpunkt ausgewählt hat (alle Step-LEDs blinken), ist „A“ die Stop-Taste und „B“ die Start-Taste für einen sofortigen, also un-synchronisierten, Neustart. Einen Synchronstart bekommt man – wie gehabt – mit der Restartfunktion. Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!

    Beste Grüße,
    Olaf.

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    Markus Schroeder  RED

    „Nach einer Flucht aus seinem Heimat- und Studienort Heidelberg“
    Das kann ich nur allzugut nachvollziehen!

    Denke ich muss meine Meinung über das Teil doch etwas revidieren.
    Nicht deswegen sondern wegen der interessanten Live-Performance-Möglichkeiten.

    Grüße,
    M.

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    AMAZONA Archiv

    Ich muss sagen, Qualität kostet durchaus seinen Preis, und oft werden Kisten hergestellt die doch sehr wackelig sind. Die Art und Weise wie das Gerät mit Liebe und Hingabe hergestellt wird gefällt mir. Und ich bin doch jetzt begeistert.

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    daniel müller  

    Ein netter Mensch dieser Olaf, hatte mich mit ihm auf der Superbooth unterhalten, unter anderem in Bezug auf ein Gehäuse für diese und finde diese Mini-MIDI-Boxen sehr interessant. Sehr gut verarbeitet und eben mit Liebe gemacht…was auch den Preis in meinen Augen rechtfertigt. Sicherlich ein Nischenprodukt, aber ein sehr praktisches und schönes…
    Alles Gute damit!

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    Joghurt  AHU

    Ich konnte einfach nicht anders und habe mir so ein Teil bestellt. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es wirklich das ist was ich suche, aber das gesamte Konzept spricht mich einfach zu sehr an. Die absoult reduzierte Konzeptionierung liegt momentan ganz auf meiner Linie. So bezahle ich sehr gerne etwas mehr, um genau das entscheidende etwas weniger zu bekommen.

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    lightman  AHU

    Das auf Wertigkeit und Haltbarkeit ausgelegte Konzept spricht mich auch an, das Design ist gewöhnungsbedürftig, der Preis liegt recht hoch, ist aber wohl gerechtfertigt. Mir scheint der (günstigere) SQ-1 etwas flexibler zu sein, oder liege ich da falsch?
    Würde den Sequenzer gerne mal live testen.

    • Profilbild
      falconi  RED

      Hallo,
      die Geräte sind schon recht unterschiedlich:

      Der Fokus des SQ-1 liegt auf der Steuerung von analogen Synthesizern via Gate/CV, insbes. der neuen MS-Serie. Er ist vielseitiger, aber auch fummeliger und weniger für den rauhen Einsatz als Live-Werkzeug – insbes. im Clubkontext – zugeschnitten.
      Hier liegt eindeutig die Stärke des mini-midi, auch wegen der viel besseren Haptik. Beachte aber: Der mini-midi-step-seq kann auf direktem Wege nur MIDI-Klangerzeuger steuern.

      Du hast beim Kauf 2 Wochen Widerrufsrecht und kannst den mini-midi in aller Ruhe ausprobieren.

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        lightman  AHU

        Heutzutage bin ich kaum mehr live unterwegs, meine Arbeitsweise ist aber stark „Echtzeit“-geprägt, daher finde ich Hardwaresequenzer generell interessant. Der Funktionsumfang des mini-midi hört sich nach nochmaligem Lesen deines Artikels durchdacht und praxisbezogen an, aber irgendwie kriege ich die Preis/Leistungs-Balance gedanklich noch nicht hin und komme immer wieder auf die Tatsache zurück, daß ich für den Preis des Geräts fast drei SQ-1s kriegen würde. Klar, der mini-midi geht konzeptionell in eine andere Richtung und Audiowerkstatt sind nicht Korg, mein schmales Budget erlaubt teure Experimente halt nur bedingt… :)

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    Ashatur  AHU

    Hmmm was soll ich da sagen? Ich verstehe das gewisse Qualität kostet und Kleinproduktionen teurer sind als ein Massenauswurf vom Fließband und Design und Optik auch nicht immer billig ist.. Aber in Zeiten wo ich einen Hardwaresequencer ala Pyramid bekomme der Midi und Cv ausspuckt frage ich mich warum ich 300 euro für einen 2 mal 8 Stepklopfer ausgeben soll der nicht mal ein Gehäuse hat und nur Midi ausgibt?

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      falconi  RED

      Z.B. wegen der flüssigen Bedienung, der Performance-Features (Patternwechsel in Echtzeit, Verschieben um einen Step, Restart, …), Verarbeitungsqualität, Haptik, Optik, weil Du kein Gate/CV brauchst, wegen des günstigeren Preises oder schlicht wegen der sofortigen Verfügbarkeit.

      Der Squarp Pyramid wird vielleicht auch toll, aber so genau wissen wir das ja noch nicht…die derzeit ausgerufenen 700 Euro (Preorder!?) halte ich für recht gewagt.

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    Joghurt  AHU

    Vor einigen Tagen ist nun mein midi-mini-step-seq bei mir angekommen und ich konnte schon einige Stunden damit experimentieren.

    Mein erstes Fazit: der Kauf hat sich absolut gelohnt und war jeden Euro wert. Nach kurzer Zeit konnte ich loslegen und hatte Spass ohne Ende. Dass man nichts speichern kann fand ich äusserst spannend; ich hatte ein ähnliches Gefühl wie beim Improvisieren am Klavier. Ich kam immer mehr in einen Fluss und vergass die Zeit.

    Das restliche Setup war auch ganz einfach konzipiert: Die Clock kam vom RH301 von Koma, der Synth war ein Dark Energy. Dabei kam sicher kein neuer Hit heraus, aber wann tut es dass schon…

    Dank noch an Amazona, dass ihr auch solche Nischenprodukte vorstellt – von mir aus gerne mehr.

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