Test: Audiowerkstatt mini-midi-step-seq, MIDI-Sequencer

Hier nun ein paar Klangbeispiele zum Audiowerkstatt mini-midi-step-seq:

DSI Prophet ’08: Tekknoheld

Mein Erstversuch mit dem mini-midi, dazu läuft die jomox XBase 999

Sequential Circuits Six-Trak: David Schmidt

Achtschrittiges Pattern, unterwegs Zuschalten von „chord 1“ (Quinte), später „chord 2“, das Intervall von „chord2“ wird in Echtzeit mit der Knopfreihe variiert

Studio Electronics SE-1X: Timeshift

Sechzehnschrittiges Bass-Pattern auf nur einem Ton, nach jedem zweiten Durchlauf wird der Startpunkt mit „jump“ um eine 16tel nach hinten verschoben.

Ploytec Pi L Squared: Klangkunst

Der Ploytec Pi L Squared (siehe Test bei Amazona) im Allophone-Modus, dabei Veränderung des Parameters „gate length“

Syntecno T303: Crazy Shit

Zu vorgerückter Stunde: Unter Schrauberei an allen acht Potentiometern geht ein letztes Pattern an den Syntecno TeeBee

Fazit

Der Audiowerkstatt mini-midi-step-seq richtet sich vor allem an Leute, die elektronische Musik wirklich „aufführen“ möchten – eingeübt oder frei improvisiert. „Dargeboten“ jedoch nicht allein auf einem Keyboard, sondern unter Zuhilfenahme weiterer technischer Hilfsmittel. Mittlerweile gut eingeführt sind für diese Zwecke analoge Modularsysteme. Einen digitalen Schrittmacher gibt es aber auch in einem solchen Setup so gut wie immer, und der midi-mini kann helfen, MIDI-Hupen dieser und vergangener Tage ganz neue Klänge zu entlocken.

Ähnliche Geräte gibt es schon in groß (Doepfer, Manikin etc.) und klein (AKAI, Arturia, Doepfer, MFB, Social Entropy, Squarp, Tangible Instruments etc.). Alle besitzen einen internen Zeitgeber, hauen zumindest einen Satz analoger Steuerspannungen raus und können durch die Bank auch irgendwie „mehr“. Der mini-midi beschränkt sich auf das Versenden von Notendaten, die man mit einem Remote-Keyboard in der Form so nicht zustande bringen würde, und bietet einige unorthodoxe Zusatzfunktionen. So eingeschränkt der Funktionsumfang, so geradlinig das Konzept. Das gilt auch für den Einsatz als anregendes Kreativtool im Studio, am besten unter Aufzeichnung abgehender MIDI-Daten mit anschließender Nachbearbeitung.

Der mini-midi ist eine in vieler Hinsicht spezielle Ergänzung zum bestehenden Setup kundiger Elektronikmusiker und DJs, die gerne besondere Geräte einsetzen und einen Kleinserienhersteller unterstützen möchten. In seiner Nische macht der Audiowerkstatt mini-midi-step-seq richtig Spaß und punktet mit flüssiger Bedienung, guter Verarbeitung „Handmade In Germany“ und einem eigenwilligen DIY-Flair.

Plus

  • eigenwilliges Konzept in gewagtem DIY-Look, gute Verarbeitung, hochwertige Bauteile
  • Lieferant eigenwilliger und abgefahrener Sequenzen für tanzbare, elektronische Styles
  • Step-Shift-Funktion!
  • geradlinige, durchdachte Bedienung ähnlich analogen Stepsequencern
  • sämtliche Einstellungen sind ohne Anhalten des Sequencers möglich
  • umweltfreundlich verpackt, Made in Germany
  • keine feststellbaren Bugs

Minus

  • keine permanente Speichermöglichkeit für Patterns
  • eingeschränkter Funktionsumfang: sendet nur Noten mit statischer Velocity, keine Controller
  • keine Gate/CV-Ausgänge
  • kein Start/Stop oder „Not-Aus“
  • nur bedingt Handgepäck-tauglich
  • hoher Preis

Preis

  • Ladenpreis: 329,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    falconi  RED

    Spät am gestrigen Abend schrieb mir die Audiowerkstatt:

    Hallo Falk,
    ich habe heute tatsächlich ein kleines Update vorgenommen; es gibt nunmehr das gewünschte „Start/Stop-Feature“ nach Deinen Vorschlägen!

    Wenn man jetzt in das Setup-Menü geht, aber noch keinen Unterpunkt ausgewählt hat (alle Step-LEDs blinken), ist „A“ die Stop-Taste und „B“ die Start-Taste für einen sofortigen, also un-synchronisierten, Neustart. Einen Synchronstart bekommt man – wie gehabt – mit der Restartfunktion. Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!

    Beste Grüße,
    Olaf.

  2. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    „Nach einer Flucht aus seinem Heimat- und Studienort Heidelberg“
    Das kann ich nur allzugut nachvollziehen!

    Denke ich muss meine Meinung über das Teil doch etwas revidieren.
    Nicht deswegen sondern wegen der interessanten Live-Performance-Möglichkeiten.

    Grüße,
    M.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich muss sagen, Qualität kostet durchaus seinen Preis, und oft werden Kisten hergestellt die doch sehr wackelig sind. Die Art und Weise wie das Gerät mit Liebe und Hingabe hergestellt wird gefällt mir. Und ich bin doch jetzt begeistert.

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    daniel müller  

    Ein netter Mensch dieser Olaf, hatte mich mit ihm auf der Superbooth unterhalten, unter anderem in Bezug auf ein Gehäuse für diese und finde diese Mini-MIDI-Boxen sehr interessant. Sehr gut verarbeitet und eben mit Liebe gemacht…was auch den Preis in meinen Augen rechtfertigt. Sicherlich ein Nischenprodukt, aber ein sehr praktisches und schönes…
    Alles Gute damit!

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    Joghurt  AHU

    Ich konnte einfach nicht anders und habe mir so ein Teil bestellt. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es wirklich das ist was ich suche, aber das gesamte Konzept spricht mich einfach zu sehr an. Die absoult reduzierte Konzeptionierung liegt momentan ganz auf meiner Linie. So bezahle ich sehr gerne etwas mehr, um genau das entscheidende etwas weniger zu bekommen.

  6. Profilbild
    lightman  AHU

    Das auf Wertigkeit und Haltbarkeit ausgelegte Konzept spricht mich auch an, das Design ist gewöhnungsbedürftig, der Preis liegt recht hoch, ist aber wohl gerechtfertigt. Mir scheint der (günstigere) SQ-1 etwas flexibler zu sein, oder liege ich da falsch?
    Würde den Sequenzer gerne mal live testen.

    • Profilbild
      falconi  RED

      Hallo,
      die Geräte sind schon recht unterschiedlich:

      Der Fokus des SQ-1 liegt auf der Steuerung von analogen Synthesizern via Gate/CV, insbes. der neuen MS-Serie. Er ist vielseitiger, aber auch fummeliger und weniger für den rauhen Einsatz als Live-Werkzeug – insbes. im Clubkontext – zugeschnitten.
      Hier liegt eindeutig die Stärke des mini-midi, auch wegen der viel besseren Haptik. Beachte aber: Der mini-midi-step-seq kann auf direktem Wege nur MIDI-Klangerzeuger steuern.

      Du hast beim Kauf 2 Wochen Widerrufsrecht und kannst den mini-midi in aller Ruhe ausprobieren.

      • Profilbild
        lightman  AHU

        Heutzutage bin ich kaum mehr live unterwegs, meine Arbeitsweise ist aber stark „Echtzeit“-geprägt, daher finde ich Hardwaresequenzer generell interessant. Der Funktionsumfang des mini-midi hört sich nach nochmaligem Lesen deines Artikels durchdacht und praxisbezogen an, aber irgendwie kriege ich die Preis/Leistungs-Balance gedanklich noch nicht hin und komme immer wieder auf die Tatsache zurück, daß ich für den Preis des Geräts fast drei SQ-1s kriegen würde. Klar, der mini-midi geht konzeptionell in eine andere Richtung und Audiowerkstatt sind nicht Korg, mein schmales Budget erlaubt teure Experimente halt nur bedingt… :)

  7. Profilbild
    Ashatur  AHU

    Hmmm was soll ich da sagen? Ich verstehe das gewisse Qualität kostet und Kleinproduktionen teurer sind als ein Massenauswurf vom Fließband und Design und Optik auch nicht immer billig ist.. Aber in Zeiten wo ich einen Hardwaresequencer ala Pyramid bekomme der Midi und Cv ausspuckt frage ich mich warum ich 300 euro für einen 2 mal 8 Stepklopfer ausgeben soll der nicht mal ein Gehäuse hat und nur Midi ausgibt?

    • Profilbild
      falconi  RED

      Z.B. wegen der flüssigen Bedienung, der Performance-Features (Patternwechsel in Echtzeit, Verschieben um einen Step, Restart, …), Verarbeitungsqualität, Haptik, Optik, weil Du kein Gate/CV brauchst, wegen des günstigeren Preises oder schlicht wegen der sofortigen Verfügbarkeit.

      Der Squarp Pyramid wird vielleicht auch toll, aber so genau wissen wir das ja noch nicht…die derzeit ausgerufenen 700 Euro (Preorder!?) halte ich für recht gewagt.

  8. Profilbild
    Joghurt  AHU

    Vor einigen Tagen ist nun mein midi-mini-step-seq bei mir angekommen und ich konnte schon einige Stunden damit experimentieren.

    Mein erstes Fazit: der Kauf hat sich absolut gelohnt und war jeden Euro wert. Nach kurzer Zeit konnte ich loslegen und hatte Spass ohne Ende. Dass man nichts speichern kann fand ich äusserst spannend; ich hatte ein ähnliches Gefühl wie beim Improvisieren am Klavier. Ich kam immer mehr in einen Fluss und vergass die Zeit.

    Das restliche Setup war auch ganz einfach konzipiert: Die Clock kam vom RH301 von Koma, der Synth war ein Dark Energy. Dabei kam sicher kein neuer Hit heraus, aber wann tut es dass schon…

    Dank noch an Amazona, dass ihr auch solche Nischenprodukte vorstellt – von mir aus gerne mehr.

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