Test: Audiowerkzeug BOOSTi 2, Kopfhörerverstärker

17. Juli 2020

Kleiner robuster Kopfhörerverstärker

audiowerkzeug boosti 2

Nach Audiointerfaces und diversen DI-Boxen haben wir von Audiowerkzeug kürzlich den BOOSTi 2 für einen Test erhalten. Dieser roadtaugliche Kopfhörerverstärker ist seit Kurzem in seiner zweiten Version erhältlich. Alles zum Aufbau, dem Einsatzgebiet und seinen Qualitäten erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Solide, robust, kann alles ab

Wie auch alle anderen Produkte aus dem Hause Audiowerkzeug besticht der BOOSTi 2 mit seinem robusten Äußeren. Von Hand in Deutschland gefertigt, besteht er aus zwei miteinander verschraubten Gehäuseteilen. Zunächst einmal der im dezenten Grün gehaltene und aus einem Stück gefertigte Rahmen, in den das zweite Teil des Gehäuses samt Elektronik und Anschlüssen eingeschoben wird. Gänzlich aus Metall gefertigt, bringt der Kopfhörerverstärker ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Bei den Maßen 80 x 50 x 120 mm hat man gute 490 g in der Hand.

audiowerkzeug boosti 2 test

Zum Lieferumfang gehört eine gedruckte DIN-A5-Anleitung sowie das zum Betrieb notwendige externe Netzteil, was im Übrigen nochmals genau so viel wiegt wie der BOOSTi 2 selbst. Ausgeliefert wird alles in einem mit Schaumstoff ausgekleideten Pappkarton.

Die Verarbeitung des BOOSTi 2 ist tadellos, alles am Gehäuse ist sauber gefertigt. Die Anschlüsse sitzen fest verschraubt in der Vorder- und Rückseite des Gehäuses, zum Schutz der XLR-Combo-Buchsen sind diese etwas ins Gehäuse eingelassen. Anstatt wie bei der ersten Version auf Cinch und Stereoklinke zu setzen, bietet der BOOSTi 2 nun Combo-Eingänge, die neben Klinkensteckern auch den Anschluss von XLR-Kabeln ermöglichen.

Auf der Vorderseite bietet der BOOSTi zwei 6,3 mm Klinkenanschlüsse, einen Drehregler für die Lautstärke sowie zwei LEDs. Die rote LRD zeigt ein mögliches Übersteuern an, die grüne LED den aktiven Zustand des Gerätes.

audiowerkzeug boosti 2 test

Über die beiden Klinkenausgänge lassen sich zwei Kopfhörer am BOOSTi 2 anschließen, die Lautstärke der beiden Kopfhörer lässt sich aber nicht getrennt voneinander regeln. Da es sich beim BOOSTi 2 um einen aktiven Kopfhörerverstärker handelt, d. h. Signale werden hier nicht nur leiser, sondern können aktiv lauter gemacht werden, benötigt er Strom. Audiowerkzeug setzt dabei auf ein externes Netzteil. Sicherlich nicht die beste Lösung, vor allem im Hinblick auf einen Live-Einsatz (den der BOOSTi 2 wohlgemerkt aufgrund der Verarbeitungsqualität tadellos überstehen wird). Allerdings lässt sich das Netzkabel nach dem Einstecken durch eine halbe Drehung arretieren. Ungewolltes Herausziehen ist hierdurch ausgeschlossen, da hat jemand mitgedacht.

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Technik und Klang

Laut Audiowerkzeug kommen im BOOSTi 2 nur hochwertige Komponenten zum Einsatz. Die Verstärkung des internen Amps liegt bei 20 dB, da lässt sich also durchaus einiges „boosten“. Den Frequenzgang gibt der Hersteller mit 2 Hz – 100 kHz (-3 dB) bzw. 10 Hz – 80 kHz (-0,5 dB) an. Der THD+N-Wert liegt bei 0,0041 % (bei 21 dBu) bzw. 0,003 % (bei 0 dBu). Bei einer Last von 600 Ohm liegt das Übersprechen bei -78 dB – das ist alles sehr ordentlich.

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Die hervorragenden Werte bringt der BOOSTi 2 dann auch im Praxistest ans Ohr, der Klang ist einwandfrei. Bei den unterschiedlichsten Kopfhörern, sei es ein AKG K812, ein Beyerdynamic DT 880, ein Sennheiser HD 25 oder ein günstiger Superlux HD 330, überall reicht die ausgegebene Lautstärke aus. Wie bereits vermutet, ist aber etwas Vorsicht geboten, sofern man denn zwei unterschiedliche Kopfhörer einsetzt, hier können die Lautstärken sich teils stark voneinander unterscheiden.

Das Klangbild des BOOSTi 2 ist sehr klar und druckvoll. Der Bassbereich ist super trocken und der Kopfhörerverstärker schlägt schnell und gut an. Auch räumliche Informationen werden hier gut dargestellt, so dass man im Stereofeld verteilte Signale sehr gut orten kann.

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In der Praxis erweisen sich die beiden LEDs für Betriebszustand und Overload als nützlicher Helfer. Auf dunklen Bühnen kann es nie schaden, eine gewisse optische Kontrolle darüber zu haben, ob das Gerät überhaupt Strom hat. Denn sollte aus unerfindlichen Gründen kein Signal kommen, dient das schon mal zur Fehlereingrenzung. Und jeder, der auf seine Ohren achtet, wird es auch zu schätzen wissen, dass man bereits vor dem Aufziehen des Kopfhörers erkennt, ob das anliegende Signal einem gleich die Ohren durchpustet. Da lässt sich als erstes zwar auch der Lautstärkeregler auf Null drehen, aber schaden kann die LED definitiv nicht. Einzig und allein einen Mono-Schalter hätte ich noch gerne am BOOSTi 2 gesehen.

Fazit

Mit dem BOOSTi 2 bringt Audiowerkzeug einen kompakten und mehr als solide gefertigten Kopfhörerverstärker auf den Markt. U. a. zeichnet er sich durch massive Materialien aus, so dass er sich neben dem Einsatz im Studio auch auf der Bühne wohlfühlt. Der Klang ist hervorragend.

Kritik gibt es nur für das externe Netzteil und das Fehlen eines Mono-Schalters.

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung

Minus

  • externes Netzteil
  • kein Mono-Schalter

Preis

  • 291,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Eibensang  

    Nix gegen Luxus in allen Lebenslagen – aber dass das Dings nicht mal getrennte Abhörlautstärken für seine zwei sparsamen Kanälchen fahren kann, ist für mich Ausschlusskriterium. Habe noch nie erlebt, dass mehrere Personen mit ein- und derselben Kopfhörereinstellung klargekommen (bzw. glücklich geworden) wären. Individuelle Regelung bietet da schon jeder Vierfach-Anschluss für 20 Euro. Da hilft mir die Arretierung des Fetznetz-Anschlusses, falls wer übers Kabel stolpert, auch nicht viel. ;-)

  2. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Ein Gerät wie ein Panzer zu bauen und dann ein China-Netzteil dranhängen finde ich etwas seltsam. Für die Bühne wäre das nichts für mich.
    Mein Favorit, nur zwanzig Euros teurer, wäre der »Lake People G103-P Phoneamp« Kopfhörerverstärker mit integriertem Netzteil.

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