Test: Audjoo Helix

3. Dezember 2009

Audjoo Helix

Erstmals wurde ich auf den Helix durch das Amazona.de Top Free Softsynth Ranking aufmerksam. Damals in der Version 1 noch Freeware, ist er heute in Version 2  über die Homepage der Entwickler  www.audjoo.com käuflich zu erwerben

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Laut Produktbeschreibung haben wir es hier mit vielerlei zu tun und zwar mit einem Wavetable Shaping, Phase Modulation, Virtual Analog, Physical Modelling Hybrid Synthesizer. Das lässt einiges erhoffen, dazu gesellen sich laut Entwickler außergewöhnliche Soundqualität und flexibles Audio-Routing, gepaart mit massiven Modulationsmöglichkeiten und integrierten Effekten.

Es ist ein Traum, zumindest schwarz auf weiß. Schauen wir einmal, was dahinter steckt.

Der erste Eindruck erinnert definitiv an die erste Version. Schon damals saß ich minutenlang vor dem wirklich aufgeräumten GUI und habe beispielsweise einen Cutoff Knob gesucht. Den sucht man am Helix vergeblich, denn einige Parameter werden mittels kleinen virtuellen Fadern gesteuert. Hat man sie erst einmal gefunden, übersieht man sie so einfach nicht mehr. Ansonsten dürfte dem geneigten Soundschrauber auf Anhieb klar sein, wo er was zu suchen und zu finden hat. So springt einem die OSC Sektion förmlich ins Auge, genauso die Hüllkurven, LFOs sowie die Modulationsmatrix.

Stichwort Oszillatoren: Wie Eingangs schon erwähnt, erwarten uns hier nicht die üblichen vier Verdächtigen: Saw, Pulse, Triangle und Sinus. Jeder OSC hat definierbare Modi, die da wären Noise, PWM, Dual-Saw, String-Model und Rompler. Insgesamt stehen uns hier vier OSCs und LFOs zur Verfügung. Gerade in einigen elektronischen Genres ist der Sound der sogenannten Supersaw Gang und Gebe. Ursprünglich stammt der Sound von 7 gegeneinander verstimmten Saw OSCs aus dem Roland JP8000 und ist aus diversen Produktionen bekannt. Die Entwickler des Helix dachten sich, warum nicht aus jeder Wellenform „super“ machen? Und mit „super“ sind hier 16 verstimmte Wellen pro Oszillator, bei 4 Oszillatoren pro Stimme gemeint. Das sind nach Adam Riese und Eva Zwerg also 64 Stimmer pro OSC. Hier wird es verdammt fett und breit, es ist ihnen durchaus gelungen.

Auch in Punkto Wavetablesynthese hat der Helix einiges zu bieten. Hier lassen sich beispielsweise die erste und die letzte „Wave“ eines Tables formen. Pro Oszillator stehen uns ein Highpass-, Lowpass- und Bandpassfilter zur Verfügung. Dazu noch das Obligatorische, wie routbare Hüllkurven pro OSC, Legato-Mode oder eine Modulationsmatrix die keine Wünsche offen lässt.

Forum
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    SpotlightKid  

    Danke für den Bericht. Leider ein wenig knapp und bietet nicht viel mehr, als man auch auf der audjoo Webseite nachlesen kann. Wenn ein Testfazit keinerlei Minus/Kritikpunkte aufweist, finde ich das immer etwas verdächtig. Für mich bleiben nach der Lektüre des Artikels und der Webseite jedenfalls noch viele Fragen offen:

    – Was unterscheidet denn die z.B. die Wavetable-Synthese in Helix von der bei z.B. Waldorf? Für Einsteiger wäre es auch hilfreich gewesen, kurz zu erklären, was sich hinter den Begriffen Wavetable und Waveshaping verbirgt, zumal jeder Hersteller etwas leicht anderes darunter zu verstehen scheint.

    – Was ist eine ADSRR2 Hüllkurve (siehe Screenshot). Die Webseite spricht sogar nur von ADSR-Hüllkurven. Sind keine komplexeren Hüllkurven möglich?

    – Wie ist der Frequenzbereich der LFOs?

    – Wie klingen die Effekte? Bieten sie einen eigenständigen Charakter und sind sie über die Synthparameter modulierbar oder wären sie im Prinzip auch durch VST-Effekte ersetzbar?

    – Und ca. tausend weitere Fragen.. Ich weiß, man kann sich auch eine Demo runterladen und ausprobieren, aber erstens habe ich im Moment keinen Zugriff auf einen Windows- oder Mac-Rechner und zweitens liest man ja Testberichte, damit man nicht alles selbst rausfinden muss ;)

    Auch über ein paar eigene Soundbeispiele hätte ich mich gefreut, bei denen des Herstellers weiß man nie, wie authentisch die sind, d.h. ob noch externe Effekte dabei sind, ob es Singlevoice oder Multis sind, etc. Außerdem wäre es interessant, Beispiele für den Klang einzelner Oszillatoren zu hören, sowas findet man den Beispielen des Herstellers ja eher selten.

    Trotz aller Kritik, danke für den Artikel! Ich hatte von Helix zwar schon gehört, habe aber den artikel als Anlass genommen, mir die Soundbeispiele mal näher anzuhören.

    Chris

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    J

    Wow, ich muss sagen, der Programmierer hat an fast alles gedacht (additive Synthese wäre klasse gewesen), und sogar alles modulierbar. So viele Möglichkeiten und dazu noch halbwegs übersichtlich, guter Sound und sehr sparsam im CPU Verbrauch. Es könnte nur ein etwas hübscheres Design haben. Aber so geht es auch in Ordnung bevor es auf Kosten der Leistung geht. Dieses Plugin hat einen ausführlicheren Test verdient.

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    Tobias Kasper

    Top Top Top – Preis Leistung, Grundklang, CPU Auslastung, Stimmzahl,Möglichkeiten – alles schier unbegrenzt. Dieser Synth kann immer anders klingen.
    Ob als Ad-on Sound, Background, Percussiv oder „in your Face“ – alles machbar.
    Die Maschine deckt ALLES auf Digitaler Syntheseebene Ebene ab – was den „echten“ Produktionsworklflow angeht. Synthi Exzentriker benötigen natürlich noch die ein oder andere funktion mehr.. aber da scheiden sich die Soundschrauber von den „echten“ Produzenten…

    Ich stelle den Synth auf die gleiche Stufe wie Z3ta, Zebra & co – nur eben anders, nicht besser oder schlechter.

    Nachteil:
    Es vergehen ein Paar Stunden, bis jeder Schritt sitzt – die Bedienung hätte leichter ausfallen können.
    Aber Autofahren lernt man auch nicht an einem Tag…
    …Die On Board Effekte sind Müll – aber die Geschichte kennen wir bereits… einfach ausschalten und bei der DAW was besseres reinhauen.

    Ich bewerte den Synht nicht Stand Alone, sondern nach den Möglichkeiten in meinen Produktionen !

    Ps: Der Entwickler schickt beim Kauf eine Postkarte als Dankeschön…

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