Test: Avid, Sibelius 7, Notationssoftware

12. Dezember 2011

Sibelius 7

Und wir brauchen sie immer noch: NOTEN. AVID legt mit Version 7 eine neue und stark überarbeitete Version des hauseigenen Notensatz-Programms Sibelius auf. Benannt nach dem Komponisten Jean Sibelius und ursprünglich entwickelt und vertrieben von Sibelius Software Ltd., übernahm bereits 2006 DIE Softwareschmiede im Mediensektor das Programm.

Der Inhalt

Der Inhalt

So gehts los...

So gehts los…

Was ist neu?
Nachdem Version 6 bereits einen großen Schritt nach vorne bedeutete, hebt AVID nach zwei Jahren Entwicklung die nächste Generation aus der Taufe. Viele Neuerungen haben Eingang gefunden:
So wurde das alte eher Mac-übliche MDI (MDI steht für Multi Document Interface) aufgegeben und mit der neuen SDI-Bedienung (SDI steht für Single Document Interface) zu einer aufgabenorientierten Softwareoberfläche umgebaut, die stark an aktuelle Microsoft Office-Versionen erinnert. Um dem Computer-affinen Musiker akustisch unter die Arme zu greifen, haben die AVID-Entwickler der neuen Version eine professionelle Klangbibliothek spendiert, die mit knapp 40GB Größe einiges zu Wege bringt.

Eine alte Sibelius 6 Datei macht natürlich auch in Sibelius 7 eine gute Figur!

Eine alte Sibelius 6 Datei macht natürlich auch in Sibelius 7 eine gute Figur!

Passend dazu ist Sibelius 7 auch native 64Bit fähig und unterstützt RAM-Größen jenseits der 4GB (eigentlich 3GB) Schallmauer. Ebenfalls wurde die Benutzung für Einzelmonitor-Arbeitsplätze optimiert. Das unterstützt den klassischen Laptop Nutzer und macht auch im Klassenzimmer einen schlanken Fuß. Dabei wollen die Entwickler dem Umstieg von Finale auf Sibelius dem geneigten Nutzer einfach machen: Sibelius bietet nun eine Step-Eingabe, die der in Finale verfügbaren „einfachen Eingabe“ ähnlich ist. Sogar Tastenkürzel sind teilweise identisch. Nagelneu ist auch die serienmäßige Option, MusicXML-Dateien zu exportieren. Der Import war zwar schon vorher möglich, die Ausgabe in dieses Format war zuletzt nur mit kostenpflichtigem Add-on möglich – jetzt regulär an Board. Die Typografie und Features zur grafischen Aufarbeitung der Partituren und Noten wurden nochmals drastisch verbessert. So lassen sich Textrahmen nahezu frei gestalten und positionieren: Die Zeiten der manuellen Zeilenumbrüche ist vorbei, denn ab jetzt passen sich Texte einfach an Form und Größe des entsprechenden Textrahmens an. Außerdem bietet Sibelius 7 jetzt eine ganze Familie eleganter OpenType-Fonts von Monotype Imaging. Diese hören auf den Namen Plantin, genießen einen gewissen Ruf im Notendruck und werden beispielsweise von der Oxford University Press verwendet. Um Änderungen von Textstilgruppen rasch erledigen zu können, wurden mit Sibelius 7 so genannte „Stilhierachien“ eingeführt. Dabei werden Änderungen auf Wunsch bequem ins gesamte Dokument übernommen. Sofort ins Auge fällt auch der neue und sehr ausgefuchste PDF-Export.

Vergleich der Werkzeugleisten von Version 6 und 7 (Oben 6 unten 7)

Vergleich der Werkzeugleisten von Version 6 und 7 (Oben 6 unten 7)

Auch wichtig für die grafische Gestaltung ist die erweiterte Import und Export-Option von Grafiken in Sibelius. Nicht nur, dass jedes System nun mit einem Symbol, Bild oder auch Piktogramm des jeweils dazugehörenden Instruments oder Musikers garniert werden kann, es ist auch möglich, Symbole, die Sibelius nicht kennt (weil diese z. B. nicht zum allgemeinen Standard gehören), als Grafik einzufügen. Dabei behandelt die Software das „fremde“ Symbol wie ein „eigenes“. Grafiken (BMP, GIF, JPG, PNG, TIFF und neu: SVG) können ganz bequem per Drag’n’Drop auf das virtuelle Notenblatt geholt werden. Sind die Bilder bzw. Grafiken dann erst mal importiert, können Farbe, Helligkeit, Kontrast und Deckung eines jeden Bildes in Sibelius direkt angepasst werden, ein kleines Stücken Photoshop – naja fast. Selbstverständlich ist auch das Drehen in einem beliebigen Winkel, Skalierung oder Beschnitt keine Hürde für die Notensatzsoftware aus dem Hause AVID.

Die Mischung machts

Die Mischung machts

Forum
  1. Profilbild
    AQ  AHU

    Die deutsche Anleitung ist jetzt verfügbar, soeben heruntergeladen. Geht direkt aus Sibelius. (Hilfe -> Sibelius 7-Anleitungen). Also wieder ein Punkt mehr auf der Plusseite :-)

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    – Den Startsound von Sibelius 7 im Fazit unter die Minuspunkte zu reihen ist doch etwas harsch. Denn (wie in allen bisherigen Versionen) kann man diese „Titelmusik“ problemlos unter Voreinstellungen -> Weiteres abstellen.
    – Der neue Mixer im ProTools-Look ist eine immense Verbesserung!
    – Wie steht’s um die Stabilität der neuen Version? Hab in einem anderen Test gelesen, daß sie noch nicht so berühmt sein soll…

  3. Profilbild
    zm33  

    Den Start-Sound, irgendeine Sibelius Symphonie (7. wahrscheinlich, hab’s schon wieder vergessen), kann man in den Preferences abschalten.
    Mich stört seit einigen Versionen, dass die Spacing-Rules sich immer weiter in Richtung amerikanischer Verlage entwickeln. Die Schönheit vergangener Versionen (insbesondere denen auf dem Acorn Computer) ist irgendwie verloren gegangen. Das kann man natürlich bearbeiten, schön wäre es aber, wenn es soetwas als Templates gäbe.
    Und es stimmt: Für langjährige Benutzer ist die 7 wirklich eine Herausforderung. Auf die Frage, ob er denn schon alle Funktionen (wieder-) gefunden hätte, antwortete ein Bekannter nach einigen Wochen gebrauch, „Ich suche immer noch“.

  4. Profilbild
    AQ  AHU

    QuoVadis Sibelius 7? Jetzt wo AVID beinahe das ganze Sibelius Team auf die Strasse gestellt hat, stehen wir alle mit „abgesägten“ Hosen da.
    Z.Z. ist nicht einmal sicher, ob es ein Update auf das neue MAC OS Maveriks geben wird…

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