Test: Bad Cat, Cougar 50, Gitarrenverstärker

31. Juli 2012

Bad Cat Cougar 50

Die US Firma Bad Cat Amplification entstand im Jahre 2000 aus den Überbleibseln der Edelamp-Schmiede Matchless, die aus finanziellen Gründen leider die Segel streichen musste. Die Philosophie hinter Bad Cat entspringt aber dem gleichen Grundgedanken, nämlich dem Herstellen von Edel-Röhrenamps für Soundfetischisten, ohne Rücksicht auf die anfallenden Kosten zu nehmen. Doch aus Fehlern lernt man, und somit gibt es die Bad Cat Amps nicht nur aus den USA, sondern auch kostengünstiger gefertigt aus Fernost, genauer gesagt aus China. Eines von diesen Modellen chinesischer Fertigung hat heute die Amazona Redaktion erreicht. Der Bad Cat Cougar 50 ist zwar immer noch kein Schnäppchen zum Taschengeldpreis, ist aber im Vergleich zu seinen amerikanischen Brüdern (mit ihrem zum Teil viermal so hohen Kurs) durchaus eine Versuchung wert. Und was bedeutet eigentlich heutzutage noch „Made in China“?

-- Bad Cat Cougar 50 Röhrencombo --

— Bad Cat Cougar 50 Röhrencombo —

Aufbau/Verarbeitung

Der Lieferumfang des Cougar 50 fällt erwartungsgemäß etwas mager aus. Neben dem Netzkabel befindet sich lediglich noch eine mit vier Seiten knappgehaltene, englischsprachige Bedienungsanleitung mit im Karton. Na ja, wer liest schon gerne Handbücher? Muss man in diesem Falle auch eigentlich nicht, denn das analoge und simpel aufgebaute Layout der Bedienfront des Cougar 50 erklärt sich schnell von selbst. Doch betrachten wir uns zuerst einmal die äußeren Werte dieses 50 Watt leistenden, zweikanaligen Kofferamps.

Das Gehäuse des Bad Cat Cougar 50 ist mit seinen Maßen von 54 x 29,1 x 61,5 cm und einem Gewicht von 24 kg schon eine ernstere Sache, aber typisch für einen Röhren-Combo dieser Kategorie. Ein sehr hochwertig wirkender Tolex-Bezug schützt das Gehäuse, und an allen Ecken wurden Schoner aus Metall angebracht. Oben sitzt dann noch der Tragegriff aus Leder, und auf der Unterseite sorgen vier Gummifüße für sicheren Stand. Auf der Vorderseite sorgt eine Bespannung im Vintage-Design für den nötigen Schutz des verbauten 12″ Celestion Vintage 30 Lautsprechers und verleiht dem Amp dadurch eine gute Portion Retro-Style, allerdings wirkt das Gesamtbild des Cougar 50, rein optisch betrachtet, eher wie „Boutique Edelamp“ als „Vintage Combo“. Und das bei einer ausgesprochen guten Verarbeitung, denn auch auf der Rückseite präsentiert sich der Combo in Bestform, was die Verarbeitungsqualität betrifft. Dazu zählt auch die auf dem Boden des zu zwei Drittel geöffneten bzw. geschlossenen Gehäuses angebrachte Hallspirale, denn der Cougar 50 besitzt einen analogen Federhall, welcher sicher in einer Kunststofftasche untergebracht wurde.

Natürlich finden sich auf der Rückseite auch ganz traditionell die Anschlüsse zum (erweiterten) Betrieb des Verstärkers. Da wären zunächst einmal die zwei Metallschalter für Power/Standby, um den Cougar 50 zum Leben zu erwecken bzw. in den Ruhezustand zu versetzen. Ein gern gesehenes und sinnvolles Feature stellt der Effektweg dar, welcher auch hier mit den üblichen Buchsen für Send/Return bezeichnet wurde, aber leider nicht regelbar ist. Eine weitere Klinkenbuchse sorgt für die Aufnahme eines Zweifach-Fußschalters mit Stereo-Klinke, der schon für wenige Euro im Handel erhältlich ist. Es muss also kein original Fußschalter verwendet werden, aber selbstverständlich besitzt der Hersteller mit dem BCFS201 auch ein entsprechendes Modell im Programm. Mit ihm, oder eben der Spar-Version vom Shop um die Ecke, lassen sich dann die Kanalwechsel-Funktion (Clean/Lead) und der Hall (On/Off) per Fuß regeln.

-- Celestion Vintage 30 Speaker --

— Celestion Vintage 30 Speaker —

Abschließend findet man, neben der Netzanschlussbuchse samt Sicherung, noch zwei Klinkenbuchsen zum Anschließen externer Boxen, welche eine Impedanz von vier, acht oder sechzehn Ohm aufweisen können. Um das einzustellen, befindet sich oberhalb dieser zwei Buchsen der entsprechende Schalter. Eine von diesen Buchsen ist aber bereits durch den internen Speaker belegt, sodass in der Praxis nur eine zusätzliche Box angeschlossen werden kann. Es sei denn, man verzichtet komplett auf den verbauten Celestion-Speaker und dockt hier direkt zwei Cabinets an.

Klangbeispiele
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