Böse Katze mit schnurrendem Sound
Mit dem Bad Cat Jet Black Head legt der Hersteller ein röhrenbetriebenes Boutique-Topteil vor, das zwei eigenständige Kanäle, Reverb und Tremolo bietet.
Kurz & knapp
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- Verarbeitung: Hochwertige Verarbeitung und professionelles Design.
- Klangvielfalt: Zwei Kanäle mit klaren Clean- und kraftvollen Overdrive-Sounds.
- Bedienung: flexible Klangregelung und langlebige Bauteile.
- Effekte: integrierter Reverb und Tremolo für atmosphärische Sounds.
- Leistung: 38 Watt – Bühnentauglichkeit bei feiner Dynamik.
Inhaltsverzeichnis
- Bad Cat Amps Jet Black Head
- Kurz & knapp
- Bad Cat Jet Black Head – Boutique-Top aus den USA
- Facts & Features – Boutique trifft Bauqualität
- Der Bad Cat Jet Black Head in der Praxis – Dynamik als Königsdisziplin
- Zwei Kanäle für die nötige Flexibilität
- Versteht sich mit jedem Cab: die schwarze Edelkatze
- Onboard-Effekte & Fx-Loop
- Bad Cat Jet Black Head – Klangbeispiele
Bad Cat Jet Black Head – Boutique-Top aus den USA
Bad Cat gehört zu den Boutique-Verstärkerherstellern, deren Name unter Kennern für exzellente Verarbeitung, kompromisslose Röhrentechnik und charakterstarken Sound steht. Gegründet im Jahr 2000 in Kalifornien, war das Ziel von Anfang an klar: handgefertigte Amps mit dem besten, was Röhrentechnik zu bieten hat, die aber zugleich die DNA legendärer Klassiker atmen. In den USA von einem kleinen, erfahrenen Team gefertigt, hat sich Bad Cat mit Modellen wie dem „Cub“ oder dem „Hot Cat“ längst einen festen Platz in der Oberliga der Boutique-Amps erarbeitet.
Mit dem Jet Black Head legt der Hersteller nun ein röhrenbetriebenes Topteil vor, das zwei eigenständige Kanäle, Reverb und Tremolo bietet und dazu das Versprechen, sich flexibel zwischen kultiviertem Clean und bissigem Crunch zu bewegen. Ob das gelingt und was das edle Boutique-Top uns sonst noch bietet, wird der folgende Testbericht zeigen.
Facts & Features – Boutique trifft Bauqualität
Schon beim Auspacken macht das Jet Black Head klar, dass wir es hier mit einem durch und durch hochwertigen Verstärker-Top zu tun haben. Das Gehäuse ist absolut solide verarbeitet, mit einer tadellos aufgezogenen schwarzen Tolex-Bespannung und stabilen Kantenleisten. Die Front ist mit schwarzem Stoff bespannt und trägt das klassisch beleuchtete Bad-Cat-Logo, das im eingeschalteten Zustand angenehm glimmt – ein kleines, aber feines Detail, das den Boutique-Charakter unterstreicht. Der Griff auf der Oberseite sitzt satt und sicher und die Verarbeitung der gesamten Außenhülle lässt keinen Zweifel: Der Jet Black Head ist auf Langlebigkeit und den harten Bühnenalltag bestens vorbereitet.
Auch die Bedienelemente hinterlassen einen sehr positiven Eindruck. Die Klinkenbuchsen sind fest mit dem Panel verschraubt, die Schalter schalten satt und ohne Spiel und die Potis laufen mit angenehmem Widerstand – weder zu leicht noch zu schwergängig. Besonders erfreulich: Jeder der beiden Kanäle bietet eigene Regler für Volume und Master. Ein Konzept, das nicht nur klangliche Vielseitigkeit, sondern auch eine flexible und praxisfreundliche Lautstärkeregelung ermöglicht.
Ergänzt wird das Ganze durch eine gemeinsame 3-Band-Klangregelung sowie separate Regler für Intensity und Speed des Tremolos und einen Regler für den integrierten Digitalhall. Alle Potikappen sitzen fest auf der Achse und auch das Innenleben überzeugt: Punkt-zu-Punkt-Verkabelung findet man hier zwar nicht, dafür gibt es saubere Platinenarbeit, hochwertige Bauteile und eine aufgeräumte Anordnung.
Auch als Combo verfügbar:
Mit 14,1 kg zählt der Jet Black Head zwar nicht zu den Leichtgewichten, liegt aber für ein Röhrentopteil mit vier EL84-Endstufenröhren und drei 12AX7 in der Vorstufe durchaus im Rahmen. Die Maße von 52,7 × 25,4 x 26,4 cm machen den Amp kompakt genug, um auf einem 1×12- oder 2×12-Cabinet eine gute Figur zu machen. Rückseitig befinden sich zahlreiche Anschlüsse, darunter zwei Ausgänge für 4 Ohm, zwei für 8 Ohm und einer für 16 Ohm – alle selbstverständlich als 6,3 mm Klinke ausgeführt. Dazu kommen ein transparenter, gebufferter Effektweg, ein Line-Out sowie der Anschluss für den mitgelieferten 2-fachen Fußschalter, mit dem sich Kanalwechsel und Tremolo komfortabel schalten lassen. Eine passende, gut gepolsterte Schutzhülle befindet sich ebenfalls im Lieferumfang.
Das Gesamtbild ist durchweg hochwertig. Der Hersteller bleibt seiner Linie treu und liefert mit dem Bad Cat Jet Black ein Topteil, das nicht nur klanglich, sondern auch in Verarbeitung, Haptik und Funktionalität den Ansprüchen an ein Gitarren-Top dieser Preisklasse vollkommen gerecht wird. Wer den Jet Black Head einmal in den Händen gehalten hat, merkt schnell: Hier werden keine Kompromisse eingegangen – weder beim Material noch bei dessen Verarbeitung.
Der Bad Cat Jet Black Head in der Praxis – Dynamik als Königsdisziplin
Der erste Eindruck nach dem Einschalten: Der Amp ist sofort da! Kein Rauschen, kein Wummern, sondern einfach nur eine präsente, klar umrissene Grundnote. Und die lässt sich vom ersten Akkord an mit feinster Dynamik formen. Der Bad Cat Jet Black Head reagiert äußerst sensibel auf Spielweise und Volume-Poti der Gitarre. Wer mit einem leichten Anschlag spielt, wird mit glockigen Clean-Sounds belohnt, bei härterem Zugriff kippt das Signal in wunderbar kontrollierten Crunch. In der Tat genau so, wie man es sich von einem Boutique-Amp mit Class-A-Charakteristik wünscht.
Mit seinen 38 Watt Ausgangsleistung liefert der Jet Black Head genügend Leistungsreserven für die Bühne, ohne dabei den Sweetspot in unzumutbare Lautstärken zu verschieben. Der Amp bleibt auch bei gehobener Lautstärke kontrolliert, ohne zu matschen, und klingt erstaunlich ausgewogen, von leisem Schlafzimmerbetrieb hin zu druckvollem Club-Gig. Die Abstimmung des Master-Volumes erlaubt eine feine Justierung auch in moderateren Lautstärken, was den Amp auch für das Homerecording interessant macht.
Zwei Kanäle für die nötige Flexibilität
Der Clean-Kanal – also Channel 1 – überrascht durch seine erstaunliche Headroom-Reserve. Mit Singlecoils bleibt der Sound lange transparent, offen und dreidimensional. Erst bei hoher Eingangslast oder kräftigen Pickups (Humbuckern) setzt ein weicher, musikalischer Overdrive ein, der an die britischen Vorbilder der späten Sechziger von Vox bis Marshall erinnert. Besonders bemerkenswert ist die Artikulation: Jeder Ton steht klar im Mix, selbst bei vielstimmigen Akkorden und Voicings bleibt alles sauber gestaffelt. Wer seine Tonformung bevorzugt über die Anschlagsstärke der rechten Hand steuert, wird hier seine Freude haben.
Der zweite Kanal hingegen legt in Sachen Gain deutlich zu und lässt sich als moderner Vintage-Lead-Kanal mit sehr cremiger Verzerrung beschreiben. Auch hier bleibt das Klangbild stets kontrolliert, die Zerrstruktur ist mittig fokussiert, ohne zu beißen oder überzogene Schärfe zu entwickeln. Die Reaktion auf Volume-Rücknahme ist vorbildlich: Der Amp lässt sich wie ein Pedal mit dem Volume-Poti regeln – von sanftem Crunch hin zu vollem Singlenote-Sustain. Ideal für klassische Rock-Sounds, Alternative oder Blues mit Kante. Metaller hingegen dürften hier die entsprechenden Gain-Reserven vermissen – aber dafür wurde der Jet Black Head auch nicht gemacht.
Versteht sich mit jedem Cab: die schwarze Edelkatze
Die Klangregelung des Bad Cat Jet Black greift musikalisch und praxisnah zu. Höhen, Mitten und Bässe lassen sich feinfühlig abstimmen, ohne dass eine der drei Sektionen den Gesamtsound dominiert. Gerade in Kombination mit verschiedenen Boxen oder Gitarrentypen lässt sich der Amp sehr gut anpassen. Mit den Boxen, die mir zur Verfügung standen (Marshall 2× 12″ mit Celestion G12/75 Speaker und Hughes & Kettner 1× 12″ mit Celestion Vintage 30 Bestückung), klang das Top zwar sehr unterschiedlich, aber immer beeindruckend gut. Die beiden Master-Volumes beider Kanäle erlauben zudem eine lautstärkeunabhängige Klangabstimmung – ein Vorteil im Bandkontext, wenn man unterschiedliche Gain-Stufen nutzen will, ohne lautstärkemäßig aus der Reihe zu tanzen.
Onboard-Effekte & Fx-Loop
Ein digitaler Reverb sowie ein Tremolo runden das Klangbild des Bad Cat Jet Black geschmackvoll ab. Der Hall klingt angenehm räumlich, aber nie schwammig – perfekt dosiert für moderne Anwendungen ebenso wie für Surf oder Indie-Rock. Das Tremolo arbeitet gleichmäßig und musikalisch mit regelbarer Geschwindigkeit und Intensität. Schön: Der Effekt lässt sich per Fußschalter aktivieren und bleibt im Charakter stets subtil – kein „Schwabbel-Modul“, sondern ein gut integriertes Tool für atmosphärische Klangfarben. Auch der gepufferte Effektweg überzeugt durch klangliche Transparenz. Selbst empfindliche Pedale wie Delays oder Reverbs lassen sich problemlos einschleifen, ohne dass der Grundsound des Amps an Definition verliert.
Bad Cat Jet Black Head – Klangbeispiele
Für die nun folgenden Klangbeispiele habe ich den Bad Cat Jet Black Head zusammen mit einer Hughes & Kettner 1× 12″ Celestion Vintage 30 Box verwendet – mein Lieblings-Cab. Zur Abnahme des Signals wurde ein AKG C3000 Mikrofon verwendet, eingespielt wurden die Tracks mit einer Music Man Silhouette Special Gitarre. Abgesehen vom Hall und Tremolo des Amps wurden keine weiteren Effekte verwendet.
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Hallo liebe Amazona-Redaktion,
da ihr anscheinend gerade alle Gitarre&Bass-Tests auf das neue Layout umstellt (oder warum sonst tauchen jetzt so viele ältere Tests nochmal als neu auf?), hätte ich einen kleinen Verbesserungsvorschlag: In dem „Kurz und knapp“-Kasten, den ich übrigens absolut toll finde, bitte noch eine Zeile „Was ist es?“ aufnehmen, denn das ist nicht immer so klar wie ihr denkt. In diesem Fall also z.b.:
Was ist es: Gitarrenverstärker, Röhren-Top, 38 Watt, 2 Kanäle
Danke!
@chardt Hi,
dass aktuell einige Tests wieder auftauchen, hat mit einem fast 14-tägigen technischen Problem zu tun. Es hat dazu geführt, dass AMAZONA in diesem Zeitraum nicht mehr aif Google präsent war. Um die Artikel, die während dieser Zeit erschienen sind, in den Google Index zu bekommen, benötigen sie ein VÖ-Datum nach diesem Ausfall und werden deshalb nun in der Regel nachts neu veröffentlicht. Dadurch gelangen sie dann auch kurzzeitig wieder auf die Startseite.
Ich werde den Kurz & knapp-Kasten anpassen und an die Redakteure ausspielen. Vielen Dank für den Tipp.