Bastl Citadel Alchemist - das ideale erste Eurorack-Modul?
Bastl Citadel Alchemist ist ein günstiges Allround-Eurorack-Modul des tschechischen Herstellers, das Klangerzeugung, Patterns und Modulationen beherrscht und per Firmware unterschiedliche Rollen einnehmen kann. Vom Synthesizer über einen Sampler bis hin zum Effektgerät deckt es zahlreiche Einsatzbereiche ab.
Was ist es? Bastl Citadel Alchemist, ein vielseitiges Eurorack-Modul mit integrierter Klangerzeugung, Pattern-Generator, Modulationen und per Firmware wechselbaren Funktionen.
- Vielseitigkeit: Fünf Synthesemodi, integrierte Sequenzfunktionen, Effekte und zahlreiche Patchmöglichkeiten in einem Modul.
- Firmware-Konzept: Per Firmware-Update lässt sich das Modul auch als Citadel Wave Bard oder FX Wizard nutzen.
- Pattern-Generator: Skalenquantisierte Sequenzen und Rhythmen ermöglichen schnelle musikalische Ergebnisse ohne externen Sequencer.
- Web-App: Individuelle Skalen, Rhythmen und Firmware-Dateien lassen sich komfortabel im Browser erstellen.
- Praxis: Als erstes Eurorack-Modul ebenso interessant wie als vielseitige Ergänzung für bestehende Systeme.
Inhaltsverzeichnis
Bastl Citadel Alchemist
Produktserien Kastle und Citadel
Die Firma Bastl aus Tschechien ist für unkonventionelle und musikalisch praktische Produkte bekannt und veröffentlicht sowohl Standalone- als auch Eurorack-Produkte. Man ist der DIY-Szene stets nah gewesen und möchte es den Nutzern leicht machen. Was nach eigenen Angaben als „Gruppe von Geeks“ begann, ist heute ein familiengeführtes Unternehmen aus Brno (Brünn).
Klanglich möchte man beispielsweise beim Erschaffen von „Alien Noise Soundscapes“ und „Techno Bangern“ helfen sowie neue Wege abseits des Mainstreams und üblicher Routinen einschlagen. Auch LoFi-Ästhetiken und Glitch-Effekten steht man nahe. Zuletzt gab es von Bastl eine Kickstarter-Kampagne für eine elektronische Kalimba, die später auch im Handel erscheinen soll. Bastl veröffentlicht viele Schaltpläne und Codes als Open Source, um der Community zu ermöglichen, die Produkte zu hacken oder zu modifizieren. Das gilt zumindest teilweise auch für die Citadel-Serie.
Die Citadel-Produkte sind Eurorack-Pendants der erfolgreichen Kastle-2-Standalone-Pocket-Synthesizer mit 3,5-mm-CV- und Audio-Buchsen. Die Kastles arbeiten mit Mini-Patch-Kabeln (Breadjumpern), und die Kastle-2-Produkte wurden gegenüber früheren, einfacheren Versionen des bereits recht populären Projekts deutlich erweitert.
Als Wave Bard, FX Wizard und Alchemist bieten die Citadel-Module unterschiedliche Funktionen an. Bastl kokettiert dabei mit Mittelalter-Anspielungen. Die Anordnung der Bedienelemente ist grundsätzlich identisch, lediglich das Design der Frontplatte unterscheidet sich. Jedes der drei separat angebotenen Modelle kann nach einem Firmware-Wechsel die Funktionen der anderen übernehmen. Wendet man die Frontplatte, steht auf der Rückseite eine unbedruckte Variante für eigene Beschriftungen zur Verfügung.
Einen Testbericht von Juliane Wolf auf Amazona zum Bastl Kastle 2 Wave Bard, bei dem das Prinzip der Pattern-Erzeugung und Datenübertragung auf ähnliche beziehungsweise nahezu identische Weise funktioniert, findet ihr bereits hier:
Citadel Alchemist Basics
Mit 24 Buchsen für Audio- und CV-Eingänge auf 16 TE Breite ist das Eurorack-Modul besonders einladend für Self-Patching und externe Verkabelungen konzipiert. Sogar ein Kopfhörerausgang ist mit dabei. Das unterstreicht, dass der Bastl Citadel Alchemist auf den Standalone-Betrieb ausgerichtet ist.
Die Citadel-Module werden auch als erste Module für Einsteiger empfohlen, bieten sie doch sowohl die Erzeugung von Sequenzen als auch eine eigene Klangerzeugung und Effekte.
Man kann Sounds stets manuell durch Drücken der Shift-Taste triggern und Klangvariationen ausprobieren. Damit allerdings Sequenzen aus der Pattern-Sektion abgespielt werden können, müssen zunächst einige Patch-Kabel gesteckt werden. Um zu verstehen, was wo genau angeschlossen werden muss, sollte man zunächst einen Blick ins Handbuch werfen. Manche vertraut benannten Funktionen, wie etwa „Play“, bedürfen einer Erläuterung. Hier gibt es zusätzliche Möglichkeiten, etwa mithilfe des internen LFOs auf überraschende Weise neue Patterns zu erzeugen. Dabei arbeitet man mit Skalenquantisierung. Auch eine Ansteuerung via MIDI ist möglich.
Synthesemodi
Die Alchemist-Variante des Citadel-Projekts ist eher auf Synth-Sequenzen ausgelegt. Für klangliche Variationen bietet sie fünf Synthesemodi, zwischen denen mit dem Mode-Button oder per CV umgeschaltet werden kann. Die Synthesemodi heißen Filter, FM, SuperSaw, Hypersine und Glitch Noise.
Deren Charakter lernt man auch ohne Blick ins Handbuch schnell durch die Bewegung des Timbre-Reglers kennen. Hält man die Shift-Taste gedrückt, modifiziert man den Parameter „Ratio“, womit typischerweise ein zweiter Parameter gemeint ist. So regelt im Filter-Modus Timbre die Filterfrequenz, während Ratio den Wellenform-Mix, einen Suboktav-Sound und die Filterresonanz beeinflusst.
Das sind etwas unkonventionelle Regelmethoden, um mit weniger Reglern auszukommen. Im Verlauf einer Reglerbewegung werden daher häufig unterschiedliche Parameter verändert.
Hier sind Parameter der Klangerzeugung in einer Grafik des Handbuchs zu erkennen:
Je nach aktivem Modus leuchten die LEDs in unterschiedlichen Farben, die im Bild zu erkennen sind.
Die Ratio-Einstellung bestimmt unter anderem, wie sich der Klang bei der Bewegung des modulierbaren Timbre-Reglers verändert. Im Hypersine-Modus wandelt sich die Klangerzeugung mit zwei Oszillatoren im Verlauf der Timbre-Regelung. Zusätzlich werden Ringmodulation und Track & Hold mit einem dritten Oszillator eingeführt. Diese Form der Klangerzeugung ist an das erste Kastle-Modell angelehnt.
Die Klänge der Glitch-Noise-Klangerzeugung bewegen sich irgendwo zwischen schrägen FM-Sounds und bitcrush-artigem Rauschen.
Hier sind Klangbeispiele:
Web App und Firmware
Über eine Web-App, die bevorzugt mit Chrome funktioniert, lassen sich Rhythmen und Skalen programmieren sowie Firmwares austauschen. Dabei kann man auch ohne angeschlossenes Gerät arbeiten sowie Entwürfe laden und speichern.
Anschließend wird jeweils eine neue .uf2-Firmware-Datei erzeugt, die auf das Gerät aufgespielt wird. Für die Wave-Bard-Variante ist diese etwa 16 MB groß und umfasst Samples mit einer maximalen Länge von rund 89 Sekunden in Mono bei 44,1 kHz. Niedrigere Abtastraten sparen Speicherplatz, Stereo-Samples benötigen entsprechend mehr. Für die anderen Modelle ist die Firmware hingegen nur etwa 1 MB groß.
Hier sind einige Links:
Web-App für Citadel Alchemist Laboratory
Web-App für Citadel FX Wizard Chamber
Das Aufspielen der Firmware ging sehr leicht von der Hand. Währenddessen wird das Modul über USB-C mit Strom versorgt.
Hier auch ein Klangbeispiel des Wave Bard. Dabei sorgt eine Modulation des Timbre-Eingangs durch den Pattern-CV-Out dafür, dass die Samples wechseln. Das finde ich besonders reizvoll.
Ändert man den Timbre-Mod-Amount, werden andere Samples ausgewählt. Pitch justiert anschließend die Tonhöhe aller Samples gleichzeitig. Das ist auch am Ende meines unten verlinkten Videos zu hören.
Modulationen und Effekte, Praxis Teil 1
Der Hüllkurvenregler ist sehr griffig. In Mittelstellung knackst es beinahe nur. Etwas weiter nach rechts gedreht werden die Klänge schön perkussiv. Hier kann FM mitunter sogar ähnlich wie Physical-Modeling klingen. Weiter nach links gedreht wird der Klang weicher.
Auch hier übernimmt der Regler mehrere Funktionen (siehe Bild unten). Ganz nach rechts gedreht befindet man sich in einer Art Drone-Modus. Trigger bewirken dann meist immer noch etwas, das dem Auslösen einer Filterhüllkurve ähnelt.
Hier ein Beispiel, wie die Synthesemodi bei einer Stellung des Env-Reglers ganz rechts klingen. Dabei drehe ich an den Reglern Timbre und Ratio:
Es ist auch möglich, die Klangerzeugungsmodi per LFO-Modulation zu wechseln, indem man den LFO-Out in den Mode-Input patcht. Man kann sie aber auch manuell umschalten (via Mode + Shift), während eine Sequenz läuft.
Über Shift + Timbre Mod regelt man die Intensität der Effekte (Delay, Distortion). Das ist im nächsten Beispiel im Verlauf mit unterschiedlichen Synth-Einstellungen hörbar.
MIDI- und Pattern-Generierung im Citadel Alchemist
Durch Drücken der Shift-Taste wird eine Note erst beim Loslassen erzeugt. Die Tonhöhe lässt sich mit dem Pitch-Regler stufenlos über einen Bereich von ±2 Oktaven verändern.
Man kann den Alchemist via MIDI ansteuern oder mit dem internen Pattern-Generator ein Pattern erzeugen, indem dessen Ausgänge an die entsprechenden Gate- und Note-Eingänge des Citadel Alchemist gepatcht werden. Dabei lassen sich über die Web-App Rhythmen mit einer Länge von 3 bis 32 Schritten programmieren. Alternativ kann man auf die bei Auslieferung vorinstallierten Rhythmen zurückgreifen.
Die Tonhöhen per CV ergeben sich hingegen in drei Modi über einen Schalter entweder nach einem festen Schema (16-Step und 32-Step) oder aus zufällig erzeugten, abgestuften CV-Werten. Hierzu patcht man den CV-Ausgang des Pattern-Generators auf den Note-Input.
Anschließend erfolgen Modulationen der Tonhöhe, deren Intensität von der Stellung des Pitch-Mod-Reglers abhängt. Man könnte annehmen, dass die Tonhöhen dabei unquantisiert entstehen. Tatsächlich erfolgt jedoch eine weitgehende Skalenquantisierung.
Der Play-CV-Input hält den Sequencer nicht an, sondern erzeugt im Stil eines Arpeggiators zusätzliche Noten, beispielsweise Terzen und Quinten. Diese basieren auf der eingestellten Skalenquantisierung sowie der jeweils aktuellen Root-Note, die durch den Note-Input bestimmt wird.
Mit Mode + Pitch Mod wird die eingestellte Skala geändert. Dies ist am Notensymbol neben dem Pitch-Mod-Knopf zu erkennen.

Pitch Mod Regler mit Shift Option (Input Gain), Mode Option (Scale), unten sieht man den USB-C-Anschluss
Wie viele und welche Skalen und Rhythmen zur Verfügung stehen, hängt davon ab, was man in der Web-App programmiert. Drei bis 32 Varianten sind möglich. Es spricht nichts dagegen, viele davon zu nutzen, doch sind einzelne dann nicht mehr ganz so leicht über den Regelweg anwählbar. Natürlich ist das Gerät bereits ohne manuelle Programmierung mit Skalen ausgestattet.
Zu beachten ist außerdem: Auch die Stellungen anderer Regler, wie beispielsweise der Hüllkurve (siehe oben) oder des Pitch-Mod-Reglers, beeinflussen, wie viele Play-Trigger erzeugt werden. Der Durchblick ist dabei nicht immer einfach, Zuhören ist angesagt.
Im Ergebnis lassen sich spontan überraschend klingende Sequenzen erzeugen. Genau das ist das Ziel des Konzepts.
Weitere Praxisaspekte
Stärke und Ausrichtung des Citadel-Alchemist-Moduls sind quantisiert ausgegebene Noten. Wer ein klassisch analoges Fine-Tuning per CV sucht, greift möglicherweise besser zu einem anderen Modul. Zwar gibt es über Mode + LFO Mod eine Fine-Tuning-Option in begrenztem Umfang, um die Tonhöhe bei Bedarf an analoge Quellen anpassen zu können.
Das bedeutet jedoch nicht, dass keine schrägen Töne möglich sind. Über Timbre und Ratio lassen sich schließlich Detuning-Effekte oder ungewöhnliche Ratios für die Voices einstellen.
Der Vorteil des Konzepts besteht darin, dass sich die Tonhöhe leichter mit anderen digitalen beziehungsweise „korrekt“ gestimmten Modulen oder MIDI-Klangerzeugungen kombinieren lässt.
So reizvoll die Möglichkeit auch sein mag, Patterns in einer Web-App programmieren zu können, war das für mich zunächst nicht das, was ich bei Eurorack-Geräten suche. Ich möchte eher direkt am Gerät arbeiten. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass man lediglich einige Rhythmen vorprogrammieren muss oder kann, während die Tonhöhen (oder im Fall des Wave Bard die ausgewählten Samples) abhängig von verschiedenen Einstellungen ohnehin eher zufällig erzeugt werden. Mit der Play-Option lassen sich zudem dosiert zusätzliche Impulse zu Sequenzen hinzufügen.
Das macht in der Praxis Spaß. Man kann sich die Programmierung in der Web-App zunächst sparen und intuitiv etwas Neues entstehen lassen. Alternativ erstellt man schnell einige Rhythmen mit zunehmend mehr Schlägen.
Grundsätzlich passt ein solches Konzept gut zu einem kleinen Standalone-Gerät wie dem Kastle 2. Es eignet sich aber auch, wenn man den Bastl Citadel Alchemist als erstes Modul kauft und damit beginnen möchte – zumindest dann, wenn man bereit ist, kurz ins Manual zu schauen.
Natürlich kann man auch einen beliebigen externen Sequencer oder andere Tools, beispielsweise Intellijel Steppy, Morphr Sequencer oder Moffenzeef Modular Simplify, nutzen, um Gates und/oder CVs für Tonhöhen und andere Parameter an das Gerät zu senden. Genügend Patch-Punkte sind schließlich vorhanden.
Auch ohne vorheriges Handbuchstudium und Patching lässt sich die Klangfarbe des jeweiligen Modus mit dem Timbre-Mod-Regler deutlich hörbar verändern und erforschen.
Ich habe eine Start/Stopp-Taste gesucht und nicht gefunden. Zwar sieht man eine kleine Play-Taste als Zweitfunktion der Shift-Taste, doch damit hält man keine Sequenz an, sondern erzeugt gegebenenfalls manuell oder zusätzlich Noten. Auch der Versuch, ein leeres Pattern zu programmieren und es ganz links auf den Reglerweg zu legen, klappte nicht. In diesem Fall ließ sich keine Firmware erzeugen.
Praktisch ist der eigene Volume-Regler. So kann ich den Bastl Citadel Alchemist „ruhigstellen“ und beispielsweise den fünften Stereoeingang meines Bastl ST Mix nutzen, der kein eigenes Poti besitzt. Grundsätzlich liefert das Modul einen recht hohen Ausgangspegel. Als Effekt würde ich mir hier allerdings manchmal eher ein optionales Reverb als ein Delay wünschen.
Das Tempo stellt man rechts über Shift + LFO oder per Tap-Tempo ein, ohne den exakten Wert ablesen zu können. Zur Synchronisation stehen Clock-I/Os bereit. Citadel sendet und empfängt außerdem MIDI-Clock. Ein MIDI-Stop-Befehl kann den Sequencer anhalten.
Konkurrenz oder Alternativen, Video
Ich kenne kein Modul mit dieser speziellen Feature-Kombination. Ähnliche Funktionen müsste man sich erst aus mehreren Modulen zusammenstellen. Mutable Instruments Plaits beziehungsweise die erhältlichen Clones (z. B. Behringer Brains) sind als Klangerzeuger ohne Sequencer ebenfalls auf Vielseitigkeit ausgelegt, bieten jedoch keine Möglichkeit, Samples zu laden.
Man könnte sie mit einem Sequencer kombinieren, beispielsweise mit Marbles-Clones zur zufälligen Erzeugung von Sequenzen. Erica Synths bietet mit dem Pico Sequencer einen Sequencer mit Web-Rhythmus-Programmierung an, allerdings ohne zusätzlichen CV-Out. Oxi Coral ist ein sehr leistungsfähiger und deutlich teurerer Klangerzeuger mit Polyphonie, der ebenfalls Samples laden kann.
Im nachfolgenden Video erkläre ich das Modul kurz, wandle es in der Mitte in einen Wave Bard um und finde am Ende Gelegenheit zu einer aus meiner Sicht gelungenen Improvisation:
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Dankeschön für den ausführlichen und durchaus auch kritischen Test.
Ich habe persönlich Schwierigkeiten, ein händisches Modul mit Software zu vereinen – für mich ein Widerspruch bei Klangerzeugern: entweder – oder.
Wenn ich mit einem Modularsystem arbeite, dann will ich nicht noch programmieren müssen. Wenn ich Software einsetze, dann brauche ich allenfalls Controller.
Dann sind für mich aber die emotionalen Grenzen erreicht. An einem Modularsystem möchte ich nicht auch noch am Laptop programmieren wollen.
Auch wenn finziell ein programmierbares Modul bei Platzmangel verführerisch ist, letztlich wird man sich für eine Anwendung entscheiden müssen.
@herw Auch mir sind meine Wurstfinger bei den Eurorack-Modulen immer wieder zu grobmotorisch und dick… Bisher gibt es wenige Module, die genügend zwischenraum zum Greigen bieten… Da ist für mich weniger = mehr…🫠
@herw Hallo Herwig, das verstehe ich und ist oft auch mein Gefühl.
Ein wenig splittet sich die Modularwelt in die Trends „einfach und oder analog (bedienbar)“ versus „digital mit tausend Möglichkeiten“. Bei diesem Modul gefällt mir eigentlich der Wave Bard / Sampler Modus am besten. Ich glaube, den werde ich aufspielen und drauf lassen. Man bekommt live schnell abwechslungsreiche Beats damit hin, bei denen man schnell die Sounds wechseln und sogar alle Samples gleichzeitig hoch- und runterpitchen kann, das suche ich oft vergebens. Man kann es auch so sehen: Statt eines Sweet Spots haben diese digitalen Module einen „Sweet workflow“. Den konnte ich hier auch durch versonnenes Spielen finden, bei vielen digitalen Modulen muss man sich dabei aber ein Setup merken. Natürlich muss ich ggf. erst mal die richtige Firmware installieren. Dass die Patterns extern programmiert werden sollen, finde ich auch abschreckend, aber es sind ja schon einige drin und durch das Herumspielen ergeben sich auch da schon so viele Variationen, dass man die fast einfach drin lassen kann. Wenn man sie doch ändert, fühlt es sich natürlich noch besser an.
😁 Sehr feines Modul! Bezüglich des Preises bin ich wirklich positiv überrasch, da beim Alchemisten von Bastl von mind. 3 Modulen in einem sprechen kann! 🫨
Ziemlich coole Umsetzung, die wie beim Meta Module noch einiges für die Zukunft der Eurorack-Module erwarten lässt…😬👍
Vielen Dank für diesen umfangreich und damit für mich sehr aussagekräftig gestalteten Artikel!
@CDRowell danke, freut mich! Ja, es gibt viel zu entdecken!
Mich machen solche Module auch wahnsinnig nervös. Ständig hat man das Gefühl man verpasst etwas oder schöpft die Möglichkeiten nicht richtig aus. Da lob ich mir analoge knob per function Zugänge, oder gleich ne mpc. Mischmasch wird unübersichtlich.
@Bave the Dutcher ich lasse Modular auch aus… zuviele Möglichkeiten, kann schnell kompliziert werden und leider sehr teuer außerdem gibt’s wenig mit Polyphonie. andererseits finde ich es cool, dieser diy Gedanke irgendwie fast wie im punk, viele kleine Firmen können etwas spezielles auf den Markt bringen mit wenig Hürden im Gegensatz zu einem Keyboardsynthie.
Hab ein altes Interview mit Florian Schneider zur Markteinführung von Microrack gefunden!
@Numitron Ja, da hast du recht! Kleine Hersteller wie Touell Skouarn, Metasonix oder XAOC machen mir viel Spaß in meinem System. Das wäre am großen Korg-Roland-Arturia- Markt alles nicht möglich. Apropos Polyphonie: frap tools (eigentlich ja eurorack) mit dem Magnolia, da spar ich jetzt schon hin…
@Bave the Dutcher „Das wäre am großen Korg-Roland-Arturia- Markt alles nicht möglich.“
Mitarbeiter Roland: >2.000
Mitarbeiter Korg: > 200
Mitarbeiter Arturia: 35
Und jetzt, wo alles in einem großen Topf drin ist, schön umrühren.
@chardt Dass Arturia noch so klein ist hätte ich nicht gedacht. Woher hast du die Zahlen?
Ich wollte eigentlich nur ausdrücken dass Eurorack schon Möglichkeiten bietet, die in geschlosseneren Systemen nicht umsetzbar sind. No offense.
@Bave the Dutcher Zahlen habe ich mal schlicht von WP übernommen. Ja, Arturia ist eher eine „kleine Klitsche“, und selbst Korg ist gar nicht so groß. Wenn Du richtig groß willst, dann guck lieber Richtung Yamaha.
Und für „geschlossene Systeme“ stehen gerade Arturia und Korg eher nicht so IMHO – die vielen CV- und Gate Anschlüsse bei ersteren und die nachladbare „fremde“ SW bei letzteren (NTS, Prologue / Minilogue XD) sprechen eine andere Sprache, denke ich. Und Roland sind immerhin Mitentwickler der ultimativen Jeder-kann-mit-jedem-sprechen-Schnittstelle.
Zum Thema Eurorack nur soviel: Habe ich vor ca. 10 Jahren mit angefangen, weil es damit so ziemlich die einzige Möglichkeit war, ein paar VCOs (MFB OSC-03) mit unterschiedlichen Filtern zu kombinieren. Nix besonders exotisches, ich weiß – aber eben praktisch. Seitdem weiß ich Eurorack durchaus zu schätzen.
Preis Leistung ist natürlich super, 249€ für 3 Module in einem ist ja schon eine Ansage. Aber mir wäre das glaube ich zu viel Funktionen auf engem Raum. Dann lieber mehr Platz und Regler die genau eine Sache machen. Aber das ist natürlich wie so oft Geschmackssache und was man haben will.
@ollo ich empfehle, das Video mal bei/ab ca. 7.20 zu schauen, evtl. noch malö bei 10.40 reinzuhören..
https://youtu.be/BHUUZa49vRw?t=422
wo die Wave Bard Version im Einsatz ist…