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Test: BC Rich, Warlock Bronze, E-Gitarre

(ID: 2743)

Außerordentlich gut gefallen kann der mit 24 Bünden bestückte Maplehals der Gitarre. Das Naturfinish der Rückseite und das für diese Preisklasse unglaublich gut abgerichtete Rosewood-Griffbrett inklusive Bundstäbchen lassen sofort ein knackiges Spielgefühl in der linken Hand entfachen. Mit seinem Radius und einer Breite von 43mm am Sattel dürfte die Flitzefinger-Fraktion sofort viel Spaß an dem Apparat haben!

Hinzukommt, dass das Instrument zwar ab Werk nicht perfekt eingestellt war, was sich aber mit wenigen Handgriffen in ein äußerst komfortables Setting umwandeln ließ.
Etwas unkomfortabler geht es mit der Hardware weiter, denn neben der minderwertigen Qualität des Chroms sowohl an der Bridge als auch an den 6 an der Kopfplatte angebrachten B.C.Rich-Mechaniken, fallen letztere leider durch unrunden Lauf und Schwergängigkeit auf. Sie hielten zwar während der gesamten Testphase ihre Stimmung – ein langes Leben möchte ich ihnen aber nicht unbedingt attestieren. An der Bridge hingegen könnte durchaus der Rostteufel auftauchen. Nämlich dann, wenn sich die hauchdünne Chromschicht löst und Feuchtigkeit (u.a. durch Handschweiß) an das Metall gelangt und somit eine unschön braune Landschaft hinterläßt.

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3_Warlock_Steg.jpg

Pickups

Die montierten Pickups am Hals und am Steg stammen ebenso wie die Mechaniken aus eigener (fernöstlicher) Fertigung und machen ihren Job recht gut. Die Schaltung ist sehr simpel (hinterer Humbucker, beide Humbucker, vorderer Humbucker), und besonders gut klingen die Pickups selbstverständlich im Distortionbetrieb, wo sie durch einen hohen Output glänzen. Leider neigen sie aber bei höheren Verzerrungen zum Matschen – was aber auch Stilmittel sein kann. Gut gefallen kann die Mittelstellung (beide Humbucker aktiviert), mit der man den schneidigen Punch des hinteren Pickups mit dem „Schmatzen“ des Halspickups kombinieren kann. Leider besitzt keiner der beiden Tonabnehmer die Möglichkeit, sich durch einen Miniswitch oder ein Push/Pull-Poti als Singlecoil betreiben zu lassen. Das würde den Cleansounds zu Gute kommen, denn im unverzerrten Betrieb ist erwartungsgemäß Schonkost angesagt, und Musiker, die einen perligen, crispen Cleansound suchen, befinden sich hier definitiv auf der falschen Baustelle. Dennoch gibt es nicht nur im Metalbereich auch Künstler, die mit High-Gain-Humbuckern interessante cleane Klangfacetten erreichen. Schließlich ist es wie so oft: Der persönliche Geschmack entscheidet auch hier, und probieren geht über studieren!

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Sound/Bespielbarkeit

Trocken angespielt bietet die Warlock Bronze einen sehr lauten, knackigen Ton mit einer guten Portion Presence und Bässen. Egal, ob günstiges Tonholz oder nicht: die Masse machts. Denn bei der Warlock wurde mit dem Holzzuschnitt nicht gegeizt, das Instrument verfügt mit seinen weit ausladenden Cutaways und Korpus-Unterkanten über eine Masse Tonholz, die eben solch einen kräftigen Grundsound erst möglich macht, bzw. rüberbringen kann. Und trotzdem wirkt die Gitarre nicht unbedingt „klobig“, sie läßt im Stehen und auch im Sitzen sehr bequem bespielen, wenngleich ich ihr eine leichte Kopflastigkeit ankreiden muß. Eigentlich kein Wunder, denn die Kopfplatte besticht durch ähnlich voluminöse Maße wie der Body der B.C. Rich.

4_Warlock_Headstock.jpg

In einen Amp eingestöpselt und den verzerrten Kanal angewählt geht dann natürlich die Luzi ab. Der Warlock kann es mit Verzerrung nicht genug sein, der kraftvolle Grundsound sorgt für den nötigen Schub, und spätestens jetzt erscheint es fast unglaublich, dass diese Gitarre zum Straßenpreis von weit unter zwei Scheinen zu bekommen ist, denn in punkto Handling und der Bespielbarkeit kann es die Warlock locker mit dreimal so teuren Mitbewerbern aufnehmen! Die Cutaways sind sehr großzügig ausgeschnitten, so dass das erklimmen des 24. Bundes mit der Greifhand selbst für Leute mit „Schlosserpranken“ (den Autor inbegriffen) ganz easy von statten geht. Und auch die rechte Hand findet ganz bequem ihren Platz auf dem Steg, eben so wie es sein sollte. Die Tonansprache (Attack) der Warlock Bronze ist sehr gut, und die Jumbo-Bünde verzeihen auch nicht so sauber gegriffene Akkorde oder Scales schon mal. Wie bereits weiter oben erwähnt, sind die Cleansounds nicht so das Gelbe vom Ei, aber wer spielt so eine Gitarre schon im Cleansound?

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich spiele diese Warlock seid 3,5 Jahren.
    Und genau wegen der hier beschriebenen Attribute.
    Die Einstellungen der Pickups Hals-Steg-Beide OHNE irgendwelche umschaltspirenzien wie Splitting oder push-pull, waren für mich ebenso eine Kaufentscheidung wie das Design der Gitarre.
    Die hier als minderwertig benannte Verchromung kann ich NICHT bestätigen. Die sieht noch aus wie am ersten Tag, obwohl die Gitarre bei mir jede Woche mindestens 5 Tage im ständigen gebrauch ist. Ebenso, die Mechaniken, da ist alles fest, es wackelt nichts und gelöst hat sich bis dato auch noch nie etwas. Da ich im MetalBereich spiele, ist es genau die optimale Gitarre.
    Auch verstehe ich nicht, warum der Verfasser bei der Bespielbarkeit nur ++ und bei der Verarbeitung + gegeben hat. Meine Warlock hat in ALLEN Bereichen +++.
    Ein Tausch der Pickups und Mechaniken wie vom Berichtersteller angedacht ist vollkommen UNNÖTIG !!!
    Den optimalen Sound bekomme ich mit einem 9er Satz Saiten (2223) der Marke Erni Ball.
    Am Schluss sei noch angemerkt, das ich vorher eine Strat gespielt habe, die ich dann an meine Tochter weiter gegeben habe, da mir die B.C.RICH – Warlock vom Händling und von der Bespielbarkeit, wesentlich besser zusagt als die Strat.
    Ich kann jedem der eine SEHR GUTE und dennoch preiswerte Heavy Gitarre sucht, die B.C.RICH – Warlock wärmstens empfehlen.

    • Profilbild
      KRYPTYK

      Ich spiele diese Gitarre nun seit 10 Jahren. Und das oben geschriebene zählt immer noch, kann ich also nach 10 Jahren Gebrauch ohne bedenken bestätigen………. B.C.Rich, best Guitars ever.

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