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Test: Beat Kangz Electronics, Beat Thang, Drum Machine


Workflow für Sample-basiertes Beat-Bauen

Strukturelles

Beat Thang ist ein Sampler mit 246 MB RAM (laut Anzeige). Ich vermute, es sind intern 256, wovon 10 MB für das OS abgezwackt werden. Das ist zwar im Vergleich zu Computern wenig, aber immerhin fast das Doppelte an RAM der aktuellen MPC-Modelle. Auf einem internen Medium sind Sounds vorinstalliert, wovon sie geladen und in Kits organisiert werden. Ein Kit besteht aus bis zu 8 Bänken. Mit Bank ist eine Belegung der 13 Pads gemeint. Das „Keyboard“ kann also über 8 Oktaven transponiert werden. Ein Pad kann bis zu 16 Layer fassen, die auch als Velocity-Switches genutzt werden können. Für tonal spielbare Klänge lassen sich Keyboardzonen frei definieren. Insgesamt ist Beat Thang 16-kanalig, kann also extern über 16 MIDI-Kanäle bzw. mit 16 Spuren vom internen Sequencer angesteuert werden. In der Summe ergibt das maximal 8x13x16 Sounds (und ggf. x16 Layer) pro Kit/Pattern. Also wenn das nicht reicht …

Pattern sind maximal 200 Takte lang, in der Praxis arbeitet man aber wohl eher mit 16 oder weniger. Diese Pattern werden in Songs zusammengefasst. Für die 16 Spuren bzw. Kanäle gibt es einen einfachen internen Mixer, den man braucht, weil Einzelausgänge fehlen. Neben Volume und Panorama kann hier auch man auch die Anteile von drei Send-Effekten sowie ein einfaches Filter (wahlweise Low, Band, High, Notch, Shelf, Peak) einstellen, so dass zusammen mit einem Dynamic-Effekt immerhin ein rudimentärer Mix möglich ist.

Displayanzeige Pattern-Mode

Displayanzeige Pattern-Mode

Soundpool

Beat Thang hat über 3.000 Sounds – quas i- an Bord. Die Samples sind nicht in einem ROM, sondern auf einem internen Medium abgelegt, von dem aus sie geladen werden müssen. Das ist zwar kein direktes Zugreifen wie bei einer ROM-basierten Groovebox, aber wenn man für ein neues Kit z.B. Bassdrums mit den Up/Down-Tasten nacheinander anwählt, werden diese so fix geladen, dass man keine Verzögerung wahrnimmt.

Der Content besteht aus Drums & Percussions, FX-Sounds, Stabs, Vocals und spielbaren Instrumenten. Zum Auffinden ist alles in Soundkategorien unterteilt: Kicks, Snares, Hihats usw. Die Percussions sind ebenfalls gruppiert, hier gibt es viel Latin-Zeug sowie asiatische und afrikanische Trommeln. An dieser Stelle wäre eine weitere, übergeordnete Ebene für Drums, Percussions, Instrumenten und SFX sinnvoll, da alles nach dem Alphabet angeordnet ist. Das ist bei der Zusammenstellung eines Kits manchmal unpraktisch, wenn man von Kick nach Snares nach Cymbals über mehrere Stationen wechseln muss.

Erwartungsgemäß ist der Soundpool auf Hip Hop und R’n’B zugeschnitten. Hier findet man so gut wie keine Standard- oder Dance-Drums. Solche Sachen muss man bei Bedarf selbst importieren. Aber das was drin ist funktioniert hervorragend für Black Music. Die Drums sind „phatt“, d.h. entsprechend aufbereitet, ohne jedoch überproduziert zu wirken. An den Kicks, Snares, Hihats usw. hat man reichlich Auswahl von modernen, Genre-typischen Sounds. Das hat Druck und Charakter, ist aber nicht derart wiedererkennbar, dass man die Drums nur einmal einsetzen könnte. Im Gegensatz zu den Drums der Zoom Streetboxx, die seinerzeit von den Beat Kangz bestückt wurde, hört man hier nur wenig Bekanntes. Klar gibt es auch schon gehörte Maschinenklänge, aber der überwiegende Teil scheint aus dem eigenen Studioarchiv der Produzenten zu stammen. Viele Sound sind akustischen Ursprungs, wurden dann jedoch satt bearbeitet. Analogdrums stammen oft aus der TR808 oder lehnen sich an diese an, sie sind eher warm und druckvoll, als hart und krachend.

Als Ergänzung des Soundpool gibt es mittlerweile einige Expansion-Packs mit jeweils mehreren Hunderten Sounds sowie Kits und ggf. Pattern, die sich ebenfalls überwiegend im Black Music-Kontext bewegen.

2x USB und 2x SD-Card - und K-Lock Port gegen Gangsterrapper

2x USB und 2x SD-Card – und K-Lock Port gegen Gangsterrapper

Bei den tonalen Sounds finden sich Multisamples, die zusammen als Instrument geladen werden können. Speziell Keyboards, Strings und Synths klingen somit über weite Bereiche besser und lassen sich dank des Mini-Keyboards auch besser einspielen als über eine 4x4er Pad-Anordnung, wie man sie bei der MPC oder diversen MIDI-Pad-Controllern sonst hat. Bei Bässen oder Guitar-Chords reichen in der Regel natürlich einzelne Samples. Auch hier dominieren Sounds mit Charakter. Inwieweit man Steps, Cords, FX und Vocals einsatzfähig und sinnvoll findet, hängt vom Geschmack ab. Sie machen jedoch nur einen Teil der Sounds aus, flexiblere Drums, Percussions und Instrumente sind klar in der Überzahl. Den Rest kann man sich selbst samplen oder laden.

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Klangbeispiele

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Beat Kangz Electronics Beat Thang

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