Test: Beat Kangz Electronics, Beat Thang, Drum Machine

Selber Samplen

Damit man mit Beat Thang wirklich autark arbeiten kann, lassen sich Samples nicht nur importieren, sondern mit dem Gerät auch aufzeichnen. Der Eingang verträgt Mic- und Line-Signale, letztere auch stereo. Der Samplevorgang wird rein manuell ausgeführt, Threshold oder MIDI-abhängiges Starten ist nicht vorgesehen, ebenso wenig Sampling-on-the-fly, da die Sequencer-Tasten zur Bedienung des Samplers benötigt werden. Jedoch lassen sich die internen Effekte bei Bedarf direkt mitsamplen, was sich besonders bei speziellen Effekten anbietet, die man nicht für den internen Mixer, sondern nur auf einzelnen Sounds braucht.

Sample-Edit beschränkt sich auf das Nötigste: Start&End, Normalize, Gain. Speziell beim Schneiden gibt es ein echtes Manko, die graphische Darstellung kann nicht gezoomt werden. Man muss mehr nach Gehör arbeiten. Das ist zwar grundsätzlich möglich, bringt aber so gut wie immer minimale Latenzen mit sich. Schließlich sind noch einfaches Timestretching und Pitchshifting vorhanden. Die altertümliche, prozentuale Angabe ist bei Tempoveränderung aber nicht sehr komfortabel. Die Sample-Sektion deckt also nur die Basis ab. Natürlich kann man damit prinzipiell alles erreichen, doch mit einem Softwareeditor und Sampleimport arbeitet man wesentlich effizienter und detaillierter.

seitlicher Pitch-Bender

seitlicher Pitch-Bender

Soundedit

Jedes Sample kann auf seiner zugewiesenen Taste/Note mit den wichtigsten Funktionen editiert werden: Volume, Pan, Pitch und Trigger. Zur Klangformung stehen ein Lowpassfiter und eine Volume-Hüllkurve zur Verfügung. Leider gibt es für das Filter keine Hüllkurve oder gar einen LFO. Start- und Endpunkt sowie eine Voice-Group, etwa für Hihat oder Percussion-Paare, die sich gegenseitig abschneiden sollen, können definiert werden. Hier findet auch die schon erwähnte Einstellung von Layer, Velocity-Switches und Keyboard-Zonen statt. Dazu kann für jede Taste individuell der Send-Anteil für Delay und Reverb festgelegt werden.

Effektsektion

Ähnlich wie Sampling und Edit sind auch die Effekte recht einfach gehalten und leicht bedienbar. Jeder der vier Effektblöcke hat einen eigenen Aktivierungstaster. Freak ist für Modulations-FX wie Phaser, Flanger, aber auch Distortion, Reverse und Filter zuständig. Das synchronisierbare Delay und der Hall bieten nur die zu erwartenden Grundfunktionen. Die Klangqualität würde ich eher als Durchschnitt bezeichnen, für Live ist das ok, mehr aber auch nicht. Mit DAW-eigenen Plug-ins bekommt man Besseres hin.

Im Gegensatz erzeugt der Dynamikprozessor Bang, der Limiter und EQ vereint, einen ordentlichen Schub und Speaker-Effekte, wenngleich allzu krasses Verbiegen hiermit nicht erreicht wird. Die Effektsektion rundet das Gerät nur ab, zum exzessiven Sounddesign taugt es kaum. Unpraktisch ist, dass Effekteinstellungen zwar gespeichert werden können, jedoch nicht zusammen mit den Pattern.

Klangbeispiele
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