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Test: Beats Solo2, Kopfhörer

14. August 2014

Mehr als nur ein Mode-Accessoire?

Das amerikanische Unternehmen Beats Electronics mit dem Beinamen „Beats by Dr. Dre“ hat sich in den letzten Jahren weltweit einen Namen gemacht und erfreut sich besonders in den Staaten großer Beliebtheit. Dr. Dre selbst ist dabei nicht nur erkaufter Namensgeber, sondern einer von zwei Gründern des derweil zu Apple gehörenden Unternehmens. Seit 2006 bringt das Unternehmen auffällig designte Kopfhörer auf den Markt und umwirbt diese mit exzellentem Produktplacement und einer aufwendigen und sehr erfolgreichen Marketingstrategie.

Der Beats Solo2 in rot.

Der Beats Solo2 in rot

Der Beats Solo2 ist hierbei als On-Ear Kopfhörer der Nachfolger des Beats SoloHD und für rund 200,- Euro auf dem Markt erhältlich.
Dass Beats sehr viel Wert auf Design und Erscheinungsbild legt, zeigt sich bereits in der Verpackung. In einem Pappschuber findet sich der eigentliche Karton, farblich auf das Modell abgestimmt. Öffnet man diesen, begrüßt einen zunächst eine Pappblende mit der vollmundigen Aufschrift: „Change the way you hear sound“. Diese „Blende“ kann anhand einer Stofflasche entnommen werden. Unter dieser befindet sich die mitgelieferte und gefütterte Tasche, in der sich der Kopfhörer befindet. Unter dieser und einer weiteren Blende findet sich die Bedienungsanleitung, ein Karabiner für die Tasche sowie ein Kabel für den Kopfhörer, auch dieses farblich zum Kopfhörer passend.
Die Produktdesigner haben bis hier schon einmal wirklich schöne Arbeit geleistet.

Ohne Frage, schön verpackt und mit vollmundigem Versprechen versehen.

Ohne Frage, schön verpackt und mit vollmundigem Versprechen versehen

Der Kopfhörer selbst ist in Feuerrot gehalten, „Gloss Red“ nennt es Beats selbst. Das Rot hat in diesem Fall einen weiterführenden Hintergrund, der sich hinter der Aktion „(Produkt)Red“ verbirgt. Verschiedene Unternehmen, unter anderem Beats, beteiligen sich hier an einer Hilfsaktion, bei denen Teile der Erlöse der Produkte an den „global fund to fight AIDS“ gestiftet werden.

Insgesamt sechs Farben stehen dem Kunden zur Verfügung: Neben Rot gibt es den Solo2 in Weiß, Schwarz, Grau, Pink und Blau. Egal für welches Modell man sich entscheidet, die Farbgebung wird in allen Teilen einheitlich gegeben sein (kleine Ausnahme, das schwarze Modell besitzt seitlich ein rotes Beats-Logo sowie rote Rückseiten der Kopfhörerkapseln).

Schlank ist eine gute Bezeichnung für den Beats Solo2. Der Bügel ist knappe 2 cm breit und sehr schlank gehalten. Wie nahezu alle Teile des Solo2 ist dieser aus Kunststoff in glänzendem Rot, wie schon genannt, „Glossy“. Obwohl der Bügel aus dünnem Kunststoff besteht, wirkt er sehr stabil und lässt sich ohne Knacken auch über den normalen Zustand während des Tragens hinaus biegen. Sicherlich wird er irgendwann brechen, bis zu diesem Punkt allerdings wollten wir ihn nicht strapazieren.
Am Bügel aus Kunststoff angesetzt sind die Scharniere, diese erfreulicherweise sowohl die Verankerung als auch die Schnittstelle zur Kapsel aus Metall. Dies ist auch der Punkt, an dem der Kopfhörer in der Größe verstellt werden kann, insgesamt 3 cm pro Seite kann der Solo2 mit einer spürbaren, aber nicht sichtbaren Rasterung vergrößert werden.

Das Scharnier von außen - Um 3cm kann der Beats Solo2 auf jeder Seite vergrößert werden.

Das Scharnier von außen – um 3 cm kann der Beats Solo2 auf jeder Seite vergrößert werden

Zum Vergleich, einige Kopfhörer im ähnlichen Preisbereich schaffen hier problemlos bis 6 cm pro Seite. Wer also erfahrungsgemäß einen großen Kopf hat, sollte vor dem Kauf einmal kurz testen, ob der Solo2 auf seinem Kopf gut sitzt. In der Regel aber sollte der Bereich von +/-6 cm insgesamt ausreichend sein.

Forum
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    TobyB  RED

    Moin Bolle,

    für 200€ kann man woanders HiFi-dele vom Schlage AKG, ATH, Sennheiser, etc. kaufen, mit denen hört sich besagte basslastige Musik bässer an.

    Der Chinageruch beim Auspacken darf nicht sein, das nichts mit der Produktion sondern was mit zu starker Begasung mit Fungiziden zu tun. Das wird gemacht damit das Kunstleder und sonstiges Imitat nicht auf dem Transport Schimmel ansetzt oder andere kleine Tierchen „heim“ bringt. Und solange der noch so müffelt würde ich ihn nicht aufsetzen.

    Ich bin ehrlich, mir gefallen die Dinger nicht, früher war es so das die Form der Funktion zu folgen hatte und das hatte einen Grund, hier kaufe ich mir mit den Beats ein dröhnendes b auf die Ohren.

    Da kaufe ich doch eher Kopfhörer die sich über das Ganze Spektrum besser machen, siehe Test von Armin. Um jetzt mal die ATH50Mx zu picken oder die AKG Q460 Quincy Jones Edition.

    Aber vermutlich macht Bass die Börse auf das gesamte Klangbild ist überbewertet.

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      AQ  AHU

      Tja, Dir geht es gleich wie mir. Ich würde nie so ein Teil kaufen. Aber, wenn man 17 Jahre alt ist und ohne so ein farbiges Teil auf die Strasse muss wird man Sozial ausgegrenzt. Wenn man dazu gehören will, muss es eben ein Hörer mit dem „b“ sein ;-( … aber es gibt ja noch viel schlimmeres Zeugs auf dem Markt.
      Wenn die sich dann ein paar Jahre später einen AKG, einen Sennheiser, einen Beyer oder sonst was Gutes leisten, haben sie was dazu gelernt. Das Machen von Erfahrungen hat ja schon immer etwas gekostet ;-)

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        kiro7  

        Ich bezweifle stark, dass sich das „beats“ Klientel später hochwertige Kopfhörer, geschweige denn Studio-Kopfhörer zulegen wird.
        Der schon jetzt einsetzende Hörverlust bei den „Jüngeren“ durch Kopfhörerlautstärke, Disco, Konzerte, etc ist schon so hoch, dass sie keinen Qualitätsunterschied wahrnehmen werden.

        Das Gleiche gilt auch für die Musik, hier ist es – aus diesen o.g. Gründen- auch egal ob echter analoger Synth, Plug-In oder Sample, zumindest für den (Hobby?)-Produzenten, der Musik für einen zahlenden Massenmarkt /Werbung/Film erstellt. Dies nur als Einwurf zur Analog- vs.Virtuell Diskussion. Schade.

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          TobyB  RED

          Kiro,

          Da hat du sicher Recht, aber das was du zur Virtuell/Analog Diskussion anführst, trifft hier nicht zu, hier geht es betriebswirtschaftlich um Kosten/Erlöse Optimierung zu Lasten des Käufers.

          Das hat nichts mit Analog vs. Virtuell(digital) zu tun. Ich kann mit beiden leben, es gibt sehr gute Virtuelle Geschichten und sehr schlechte Analoge Sachen, vice versa. Die Mischung machts, das muss jeder für sich finden.

          Grüße

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            kiro7  

            Hi Toby, nein das meinte ich auch gar nicht. Es ging nicht um das Thema Analog-Virtuell hier unter uns „Musikern“, bzw. Menschen die die beiderseitigen Unterschiede würdigen könnten.

            Meine Aussage sollte nur unterstreichen, dass es dem Hörer, der evtl. das Wort Synthesizer gar nicht kennt, egal ist ob der tolle Leadsound jetzt vom PlugIn oder Hardware Synth kommt. Und dies dann noch ergänzt durch den angesprochenen Hörverlust der Dauerbeschallungsgeneration, Hauptsache immer fetten Kopfhörer auf den Ohren, auf dem Fahrrad, beim Einkaufen….

            Deswegen unterstelle ich mal, dass der kommerzielle Produzent, egal ob House, oder Hip-Hop, etc. sich ruhig von aller Hardware im Bereich Analog- oder all den Schätzchen aus Blue und Greenbox hier verabschieden kann, da es dem „Kunden“ egal ist.

            Es sei denn er ist auch Synth-Liebhaber als Privatmann.

            Würde ich so unterschreiben. :-)

            Gruss, Kiro

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        TobyB  RED

        Hallo AQ,

        meinen Neffen konnte ich bekehren aber aus dem Bub soll ja auch was werden ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Ich hatte mir mal den „Blackbeat“ aus der Reihe testweise ausgeliehen und im Studio ausprobiert, und ich muss sagen, dass es einer der übelsten Kopfhörer war, die ich jemals ausprobiert habe.
    Die unteren Mitten und Bässe waren derart überpräsent, dass ich permanent versucht war, sie am Mixer fast vollständig rauszudrehen.
    Die Mitten waren vollkommen vermatscht, und die Höhen wiederum schneidend unangenehm.
    Im Vergleich mit dem AKG 612Pro und dem AKG 601Pro hatte er nicht den Hauch einer Chance, egal in welchem Frequenzbereich.
    Im Vergleich mit dem Philips SHP805 (ein Hörer, der damals knapp unter 100 EUR gekostet hat, und den ich gerne als Vergleich beim Mastering ranziehe) hatte er ebenfalls keine Schnitte. Es war in der Tat ein völliges Desaster. Und das bei einem knapp 400 EUR teuren Hörer; gefühlt 20 EUR für die Hardware und 380 EUR für Design, Marketing und Statussymbolstrafzahlung.
    Aber das beste ist die Werbung zu diesem Hörer, ich zitiere wortwörtlich: „Beats Pro Kopfhörer liefern eine unschlagbare Klangreinheit, weil sie die Qualität, die heutzutage bei der Dateikomprimierung verlorengehnt, wiederherstellen können. Das heißt, sie hören die Musik in der gleichen Qualität, wie sie der Musiker selbst im Studio gehört hat.“
    Noch Fragen?

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      AMAZONA Archiv

      Nachtrag: Musste gerade feststellen, dass der Hörer „Blackout“, nicht „Blackbeat“ heisst. Und kostet auch nur noch 379 EUR. Macht es aber auch nicht besser.

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      TobyB  RED

      Hallo Andreaz,

      der war gut :-) Ich habe nie die Werbung für Beats gesehen. Ich würde mich mal fragen, ob Jay Z die zum Mixen seiner Alben nehmen würde ;-) oder ob Beyonce die beim Einsingen der Vocalparts trägt? Wenn ja mache ich definitiv was falsch beim Musizieren, Mixen und bitte um Fehlerkorrektur. Vielleicht sollte ich bei Hörgeräteakustiker ein Hörgerät kaufen gehen ;-) ne 2 ;-)

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    TobyB  RED

    Hallo Kiro,

    da geb ich dir Recht, aber man muss ja nicht jeden Schnee mitmachen, ich wüsste nicht, warum ich bei der Musik die ich produziere Abstriche machen sollte, um mich dann unten im Wohnzimmer beim hören auf meinem Hifi dann mit auphilem Klang wieder aufzubauen. Ne, macht keinen Sinn. Mir ist das allerding nicht egal ob und wie ich Musikmache, beides bedingt das was hinten rauskommt und das soll so gut klingen wie es nur geht. Ich werde micht nicht von den Schätzchen aus der Blue oder Greenbox verabschieden. Es werden eher noch mehr, ich habe noch so 10 auf der Liste die ich suche und brauche. Im Hardwaremarkt tut sich auch spannendes im Jahr 2014 und einige Hersteller, ich picke mal Waldorf und Korg raus sind so gar mit Überraschungen dabei. Und ich kann mir nicht vorstellen, das Software gänzlich Hardware ablösen wird. Zumal für spontanes musizieren geht das auch nicht. Selbst wenn ich Mainstage benutze.

  4. Profilbild
    TobyB  RED

    Teil 2

    Die Dauerbeschallungsgeneration, nunja früher wars halt der Walkman, heute wummst Dr. Dre Beat das Ohr weg und killt die Höhrhärchen und macht stumpf für musikalischen Feinsinn. Im Club muss dann alles immer fetter und lauter klingen. Dabei ist das Weglassen, die Pause mit das Stilmittel der Musik.

    Ich bin ehrlich, ich hab keinen Bock mir alle Nase lang ne Software reinzuleiern und alle Nase lang, weil es die Software will einen anderen Workflow. Das tötet die Kreativität. Dann lieber Oldskool Hardware. :-)

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