Test: Behringer BCF2000

Die weiter oben erwähnten fünf Werte, die bei der Editierung der Funktionen einzustellen sind, können sich je nach MIDI-Funktion stark unterscheiden. Bspw. kann man bei einer Filter-Cutoff-Fernsteuerung einstellen, ob der Regler die volle Bandbreite von 127 MIDI-Werten senden soll oder der niedrigste / höchste Wert bereits bei 30 erreicht ist. Die Reglerbreite lässt sich also stufenlos einstellen. Weiterhin lässt sich das globale Verhalten des Bedienelementes einstellen. Auswahlmöglichkeiten sind hier u.a.

Absolute = der Regler / Fader gibt immer absolute Wert aus, unabhängig davon wie der aktuelle Stand im Sequencer ist. Dabei können teilweise Sprünge bei der Wertveränderung auftreten (Bsp.: Regler im Sequenzer steht auf 100, am Controller auf 40. Ändert man den Controller-Wert, wird ab 40 weitergeregelt)

Relative =  der Regler / Fader sendet immer den aktuellen Parameterwert unabhängig von der Position des Reglers (Bsp.: Regler im Sequencer steht auf 100, am Controller auf 40. Ändert man den Controller Wert wird ab 100 weitergeregelt)

Je nach Sequencer kann die BCF2000 auch Transport- bzw. MIDI Machine Control-Funktionen übernehmen, so dass bspw. Start, Stop, Vorwärts- und Rückwarts-Spulen ohne Weiteres funktioniert. Die Belegung der Footswitch-Controller funktioniert im Grunde wie die oben bereits erläuterte Vorgehensweise bei der Editierung der anderen Bedienelemente.

Drehregler mit LED-Kranz und rechts die Systemtasten

Drehregler mit LED-Kranz und rechts die Systemtasten

Praxis

In der Praxis kommt es wirklich auf die verwendete Software und den Einsatzbereich der BCF2000 an, ob sich die Eingliederung in das persönliche Setup leicht oder schwieriger gestaltet. Einfache MIDI-Fernsteuerungen sind im Handumdrehen erledigt und schnell eingestellt. Geht es um komplexere Setups mit vielen verschiedenen Funktionen und Parametern, muss man sich schon viel Zeit nehmen, damit alles so funktioniert, wie man sich es vorstellt. Auch wenn Behringer versucht, möglichst viele Preset-Szenarien abzudecken, gelingt das leider nicht zur vollen Zufriedenheit. Dabei darf man jedoch nicht Behringer alleine die Schuld zuweisen, denn oftmals liegt es einfach an den oben bereits erwähnten unterschiedlichen Parameter und Einstellungen von Seiten der Sequencer/Software-Hersteller, die das Ganze nahezu unmöglich machen. Schaut man sich alleine die Anzahl der verfügbaren Software-Synthesizer an, ist klar, dass eine lückenlose Implementierung aller Elemente nicht möglich sein kann.

Marktumfeld

Betrachtet man die Preisspanne der Desktop Controller, liegt die BCF2000 zusammen mit dem Schwestermodell BCR2000 (mehr Drehregler anstatt der Motorfader) im unteren Preissegment. Günstiger sind nur Varianten, die nur 1-2 Kanalzüge und weitaus weniger Bedienelemente bieten. Rechnet man Digitalpulte mit zusätzlichen MIDI-Funktionen hinzu, gibt es nach oben hin nahezu keine Ausstattungs- und Preisgrenzen. Die größeren Modelle der Desktop Controller, die aber auch teilweise weitaus teurer sind, bieten sicherlich eine bessere Verarbeitung und Anpassung an verschiedene Situationen an. Novation und AKAI stellen mit dem Launchpad bzw. dem APC20/APC40 bspw. preislich vergleichbare Produkte her, bieten jedoch entweder gar keine Fader an bzw. zumindest keine Motorfader. Hier entscheidet eben das Einsatzgebiet des Controllers, was man wirklich benötigt und wie man seine Präferenzen setzt.

Fazit

Nimmt man alle Faktoren, Ausstattungsmerkmale sowie den Preis zusammen, kann man für die BCF2000 folgendes Fazit ziehen. Preislich mit acht Motorfadern absolut unschlagbar und daher vor allem für den Einsteiger / Semi-Bereich zu empfehlen. Einfache Funktionen, die zum Teil auch schon in Form der Presets vorliegen, sind einfach umzusetzen. Wer komplexere Funktionen braucht und das Gerät in verschiedenen Umgebungen (vielleicht auch Live- und im Studio) nutzen möchte, sollte nach Möglichkeit in der nächsten Preisstufe Ausschau nach einer besser passenderen Alternative halten.

Plus

  • Motorfader
  • Anzahl der Bedienelemente
  • günstiger Preis

Minus

  • Verarbeitung
  • Geräusche der Motorfader / Taster

Preis

  • BCF2000 (BCR2000):
  • UVP: 265,- Euro (189,- Euro)
  • Straßenpreis: 149,- Euro (135,- Euro)
Forum
  1. Profilbild
    musicalix

    Die BCF-Geräte sind für das Geld eigentlich unschlagbar und funktionieren in Logic Pro im LC Mode auch sehr gut… im 16 teiligen Turtorial von Dancetech.com kann sehen, wie gut das ganze funktioniert und man sich noch ein paar sinnvolle Anpassungen abschauen.

    Aaber…ACHTUNG: Die Sache kann auch einen Haken haben: Hardwaremässig haben einige Geräte gerade der neuesten Baureihen wohl einen Bug:

    Folgen die Fader einer Automation kann es zentimenterweise laut hörbare Zitterpartien der Fader geben – Beim Abmischen untragbar. Wer ein Neugerät kauft, sollte gleich mit einer Automation testen, ob die Fader einigermaßen leise und geschmeidig folgen. Bei diesem Bug auch auffällig: Der Fader manuell einmal in eine Position gerückt, korrigiert seine Position um 1-2 Zentimenter. Geräte ohne Bug behalten die Position jedoch bei oder korrigieren nur sehr unauffällig und leise um wenige Millimeter.

    Wir haben in diesem Zusammenhang 6(!) mal einen Austausch vornehmen müssen, bevor wir hier 2 funktionierende Geräte im Studio stehen hatten – das hat gut 8 Wochen gedauert und der T-Händler hat dankenswerterweise ebenso grosse Geduld behalten wie wir auch. Wer bereit ist, das Risiko einer (Multi) Austauschaktion in Kauf zu nehmen, erhält am Ende aber ein wirklich hervorragenden Controller, mit dem man durchaus professionell arbeiten kann.

    MfG, Aldemedia

  2. Profilbild
    derbert1

    ich finde den Controller zu dem Preis auch exzellent! das einzige was mich gestört hat war, dass die Motor-Fader eben nicht berührungsempfindlich sind, aber ein solches Feature gibt es eben nur bei deutlich teureren Produkten.

  3. Profilbild
    frama78

    Das angesprochene Ruckeln kann man einfach selbst minimieren: aufschrauben und die Zahnriemchen, die Motor und Fader verbinden etwas fester einstellen. aber nicht zu fest; sonst laufen sie nicht mehr;-)! Sind zwei Schrauben und Incl. Demontage/Montage vielleich 20 Minuten „Arbeit“:-)

  4. Profilbild
    Tamo

    Frage zur freien Zuweisbarkeit : 1. Poti = 1. midikanal mit funktion „x“ ; 2. Poti = 2.midikanal mit funktion „y“ ; 3 . Poti = midikanal 3 oder 5 etc mit entprechend gewählter funktion . ist das die frei wählbare zuweisbarkeit die in der manual und der generellen beschreibungen? ich mache gerade die erfahrung, das sich die zuweisbarkeit eher auf die cc usw bezieht und es sich aber nur um einen bzw zwei midikanäle pro preset handelt … siehe zero sl mk2 – progchan x ; commonchan y frei zuweisbar u midi out a oder b … ich möchte aber 16 kanäle frei in kanal und funktion zuweisen. ich möchte so eine art funktionsspot auf einer plattform erstellen und so meine wichtigsten parameter ( die während des performens schlecht zugänglich sind . sie nutzen unterschiedliche midikanäle und befehle. ( octatrack midi) welche art midibox ist derartig frei zuweisbar? diese hier?

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