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Test: Behringer BM-15M Resonance Filter Effektpedal

Symbiose von Filterbank und Sequencer

1. April 2026

 

Behringer BM-15M Resonance Filter Test

Test: Behringer BM-15M Resonance Filter Effektpedal

Das Behringer BM-15M Resonance Filter ist konzeptuell und klanglich ein Klon des Moog Moogerfooger MF-105M MuRF, mit dem Moog Music vor gut 20 Jahren eine Neuheit auf dem unübersichtlichen Markt der Effektpedale schuf: Auf die Idee, eine Festfilterbank mit einem Sequencer zu paaren, war zuvor niemand gekommen. Das MuRF von Moog wurde bei Amazona.de 2012 getestet.

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Kurz & knapp

Worum geht es? Das Behringer BM-15M Resonance Filter ist ein Effektpedal mit animierter Filterbank, Sequencer und LFO, das das MuRF-Konzept zu einem sehr günstigen Preis neu auflegt.

  • Konzept: Acht Bandpassfilter plus Sequencer sorgen für lebendige, rhythmische und ungewöhnliche Klangverläufe.
  • Klang: Das Pedal klingt eigenständig, färbt das Signal musikalisch und eignet sich für Filter-, Phaser- und Zerhacker-Effekte.
  • Praxis: Die Bedienung am Gerät ist übersichtlich, die Verarbeitung hochwertig und das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr stark.
  • Software: Eigene Sequenzen lassen sich programmieren, auch wenn die Kommunikation mit der Software nicht immer zuverlässig läuft.
  • Kritik: Der Mono-Bypass im Stereobetrieb und die schwache Bedienungsanleitung trüben den sehr positiven Gesamteindruck nur leicht.
Bewertung

Behringer BM-15M

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Behringer BM-15M Resonance Filter Effektpedal

Behringer BM-15M Resonance Filter Test

Mit dem BM-15M wird das MuRF-Konzept in finanzielle Gefilde katapultiert, die zumindest der Autor dieses Testberichts lange für nicht realisierbar hielt: 150,- Euro für ein Pedal, dessen Vorbild knapp das Vierfache kostete, sind eine Ansage. Getreu dem aufgedruckten Motto in der schmucken Pappschachtel:

Aufdruck auf der Innenseite der BM-15M-Verpackung: Ein Bekenntnis zur Demokratisierung der Musiktechnik?

Design des BM-15M

Metall und Holz

Ich muss gestehen, dass mich das Behringer BM-15M Resonance Filter auf den ersten Blick überzeugt. Dank eines stabilen Metallgehäuses mit Holzseitenteilen wirkt das Pedal hochwertig. Auch beim Design orientierte man sich zweifelsfrei am Original, wobei die Proportionen bei Behringer etwas gestauchter ausfallen.

Magere Bedienungsanleitung

Zum Lieferumfang gehört das Pedal und ansonsten nichts: weder Stromversorgung noch Bedienungsanleitung. Letztere gibt es als QR-Code auf der Schachtel aufgedruckt. Dieser funktionierte bei mir (und anderen Nutzern) allerdings nicht. Fündig wurde ich schließlich auf einer spanischen Homepage eines Drittanbieters.

Allzu viel Erkenntnisgewinn sollte man von dieser Bedienungsanleitung jedoch nicht erwarten. Sie beschränkt sich darauf, die einzelnen Bedienelemente aufzuzählen und den geneigten Leser daran zu erinnern, das Gerät mit dem Netzteil zu verbinden. Einige wichtige Informationen bleiben einem verschlossen. Auf den mageren vier Seiten finden sich weder technische Angaben zu den Filtern, Sequenzen und MIDI-Schnittstelle noch Klangbeispiele. Dass dies auch anders möglich wäre, zeigt ironischerweise das Original-MuRF-Pedal von Moog Music, dessen Handbuch auf über 20 Seiten sämtliche Aspekte des Pedals beschreibt.

Behringer BM-15M Test

Technik

Kern des Effektgeräts sind acht Bandpassfilter, gestimmt in Quintabständen. Sie sind in zwei verschiedenen Frequenzbereichen umschaltbar: 110 bis 1800 Hz oder 200 bis 3400 Hz. Wie man es von einer Filterbank gewohnt ist, lässt sich jedes Filter einzeln in seiner Lautstärke regeln. Doch Moog Music dachte das Konzept weiter und integrierte einen programmierbaren Sequencer zur Steuerung der einzelnen Filterausgänge. Dazu später mehr.

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Die Verarbeitung liegt durchaus auf hohem Niveau. Das solide Metallgehäuse sowie der angenehme Widerstand der Potis und Fader tragen dazu bei. Auch die Buchsen auf der Rückseite sind fest mit dem Gehäuse verbunden, zwar mit Plastikringen, doch scheint auch dies eine stabile Lösung zu sein.

Ganz im Stile Moogs finden sich zahlreiche Anschlüsse auf der Rückseite, um einzelne Parameter über Control-Voltages zu steuern: LFO-Frequenz (“Rate”), Effektanteil (“Mix”), Form der Hüllkurve (“Envelope”) und Wirkungsgrad des LFO lassen sich extern kontrollieren.

Behringer BM-15M Anschlüsse

Die Anschlüsse des BM-15M

Praxis und Klang

Bewegte Klänge

Das Behringer BM-15M Resonance Filter ist schnell verkabelt und steht rutschfest auf meinem Arbeitstisch. Das Netzteil musste ich von einem anderen Effektpedal borgen, denn eine Stromversorgung über USB-C ist nicht vorgesehen. Das BM-15M ist sehr übersichtlich aufgebaut: mit den acht Fadern für die Frequenzbänder ganz oben, gefolgt von sechs Potis und schließlich dem Bypass-Schalter.

Wie bei allen anderen Moogerfooger – sorry, BM-Pedalen – durchläuft das Eingangssignal als Erstes eine Drive-Schaltung, die immer aktiv ist und von angenehmer Sättigung bis zu leichten Verzerrungen reicht.

Schaltet man das Gerät ein, wird auch bei vollständig neutralen Einstellungen (alle Filter auf Maximum) der Klang gefärbt. Ich möchte dies jedoch nicht als Kritik verstanden wissen. Im Gegenteil: Diese Färbung gefiel mir ausgesprochen gut und ich könnte mir vorstellen, sie bei Aufnahmen gezielt einzusetzen. Zudem wirkt das Stereobild breiter, da die Frequenzbänder abwechselnd auf beide Ausgangskanäle verteilt werden. Beim ersten Klangbeispiel erklingt zuerst weißes Rauschen, während der Effektanteil der Filterbank langsam eingeblendet wird.

Behringer BM-15M Resonance Filter Test

Im Gegensatz zu einem Equalizer kann eine Filterbank das Signal vollständig ausblenden. Das ist auch am Behringer BM-15M Resonance Filter möglich. Ausgehend von einem Rauschen werden die Frequenzbänder nacheinander eingeblendet:

Bleiben wir noch einen Moment beim Rauschen: Dank passender Sequenzen lässt sich daraus ein Rhythmus ableiten. Das BM-15M wird kurzerhand zu einer Art Drumcomputer:

Der zentrale Regler des Sequencers nennt sich „Pattern“ und wählt eines von insgesamt zweimal zwölf Bewegungsmustern aus. Die Sequenz Nr. 1 deaktiviert den Sequencer. Die übrigen Speicherplätze stehen doppelt zur Verfügung und zwar abhängig vom gewählten Frequenzbereich (“Bass” oder “Mids”). Das Tempo des Sequencers wird über „Rate“ in einem weiten Bereich geregelt:

Das Poti „Mix“ regelt, wie nicht anders zu erwarten, den Effektanteil. Bleibt noch der Parameter „Envelope“, der Einfluss auf die Attack- und Decay-Zeiten der einzelnen Frequenzbänder nimmt. Grob gesagt geht es um die Frage, wie schnell eine Frequenz ein- und ausgeblendet wird. Die Envelope-Werte stehen im Verhältnis zur Rate und sind automatisch kürzer, je schneller die Sequenz läuft.

Wie genau der LFO in das Klanggeschehen eingreift, wollte sich mir während des Tests nicht erschließen. Die Unterschiede waren im besten Fall subtil:

Im Zusammenspiel mit Flächenklängen zeigt das Behringer BM-15M Resonance Filter sein wahres Potenzial als Zerhacker und Animator:

Im Stereobetrieb verhält sich der Bypass-Knopf etwas ungewohnt, um nicht zu sagen problematisch. Das Signal wird bei ausgeschaltetem Effekt nur auf einem Kanal geführt, während der andere stumm bleibt. Aktiviert man den Effekt, ist das Signal plötzlich wieder in Stereo.
Meines Wissens verhielt sich auch der Original-Moogerfooger nicht anders. Das macht die Sache jedoch nicht besser. Hier hätte ich wirklich nichts dagegen einzuwenden, wenn man sich bei Behringer vom Originaldesign entfernt hätte.

Und auch wenn das Tempo per Fußschalter getappt werden kann, ist es etwas schade, dass dies nicht direkt am Gerät über einen zweiten Fußschalter möglich ist. Der Platz dafür wäre vorhanden.

Software für eigene Sequenzen

GuitarTribe nennt sich die Behringer-Software zur Steuerung verschiedener Effektpedale. Der Download der Software-Version “1.0.3 Mac” klappt problemlos, ohne dass dazu eine Registrierung notwendig wäre. Im Download-Ordner stellte sich die Datei allerdings als Windows-Programm dar (mit einer .exe-Endung). Offensichtlich hat man hier die falsche Datei verknüpft. Im Download-Bereich eines anderen Pedals finde ich schließlich eine funktionierende Mac-Version, die nach der Installation das Behringer BM-15M Resonance Filter sofort erkennt.

In der Software lassen sich alle Parameter fernsteuern, zumindest in der Theorie. In der Praxis funktionierte dies ab und zu, häufig schien jedoch die Kommunikation zwischen Software und Effektpedal nicht sauber zu laufen.

Sinnvoll ist die Software zum Erstellen neuer Sequenzen. Das funktioniert ganz selbsterklärend mit Klicks in einer Matrix. Interessant ist, dass die Länge der Sequenzen bis maximal 25 Schritte für jedes Frequenzband einzeln gewählt werden kann. Dadurch lassen sich mit wenig Aufwand polyrhythmische und quasi zufällige Sequenzen erstellen.

Guitar Tribe Software zum Erstellen eigener Sequenzen

GuitarTribe Software zum Erstellen eigener Sequenzen

Konkurrenz

Als Effektpedal ist das Behringer BM-15M Resonance Filter einzigartig. Weitet man den Blick etwas, finden sich jedoch mehrere Alternativen im Eurorack-System.

Die Flame Black Filterbank kombiniert einen Step-Sequencer mit 99 Patterns mit einer zwölfbändigen Filterbank mit überblendbarer Charakteristik von Tiefpass über Bandpass zu Hochpass. Selbst ein Allpass-Modus ist möglich und erlaubt Phaser-Effekte. Das Modul verfügt über zahlreiche CV-Eingänge und ist vollständig in Stereo ausgeführt, mit Stereo-Ein- und -Ausgängen.

Das Modell Flame Curves führt das Konzept noch einen Schritt weiter – mit Einzelausgängen und individueller VCA-Steuerung für alle zwölf Bänder.

Eine spannungssteuerbare Filterbank mit acht Bändern ist die ADDAC 601 Fixed Filterbank, die sich in Verbindung mit einem Sequencer zu einem MuRF-Effekt erweitern ließe.

Größer und komplexer ist die Frap Tools Fumana mit 16 Bändern:

Und Moog Music selbst? Es bleibt weiterhin unklar, weshalb die Produktion der durchaus beliebten Moogerfooger-Pedale 2018 auslief. Hohe Produktionskosten mögen eine Rolle gespielt haben. Doch unter dem Dach von inMusic wäre eine kostengünstige Produktion denkbar. Wie alle anderen Moogerfooger-Effekte ist auch das MuRF als Software erhältlich:

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Klangbeispiele
Fazit

Das Behringer BM-15M Resonance Filter klingt gut, macht Spaß und bringt Bewegung in jeden noch so statischen Klang. Technisch betrachtet handelt es sich um eine animierte Filterbank samt eigenem Sequencer und LFO – ein einzigartiges Konzept, das vollends aufgeht. Bestimmt ließe sich diese Schaltung mittels passender Module im Eurorack nachbauen. Doch der Aufwand an Modulen und Verkabelung wäre nicht zu unterschätzen, von den Kosten ganz zu schweigen.

Das BM-15M macht in verschiedenen Funktionen eine gute Figur: als Festfilterbank, Phaser oder Audio-Zerhacker. Die Verarbeitung ist top. Einzig das Zusammenspiel mit der Software läuft nicht ganz so reibungslos, wie man es sich wünschen würde. Und wenn wir schon bei der Kritik sind: Die Bedienungsanleitung ist leider kaum der Rede wert. Bei einem derart komplexen Gerät ist das nicht nur schade, sondern könnte dazu führen, dass einige Nutzer nicht das ganze Potenzial erkennen.

Doch dies sind nur Details am Rande, die meinen überaus positiven Eindruck dieses Pedals nicht weiter trüben. So sehr ich mich darüber freue, dass es endlich wieder möglich ist, dieses einzigartige Effektpedal zu kaufen – zumal zu diesem mehr als fairen Preis –, würde ich mich beim Spielen still in Richtung Asheville verneigen.

Plus

  • einzigartiger Effekt
  • Klangqualität
  • eigene Sequenzen können über Software programmiert werden
  • robuste Bauweise
  • günstiger Preis

Minus

  • Bypass schaltet einen Ausgang stumm
  • wenig hilfreiche Bedienungsanleitung
  • keine Tap-Funktion direkt am Gerät (aber per angeschlossenem Fußschalter)

Preis

  • 149,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

Martin Andersson RED

Martin Andersson ist Jazzpianist, Multiinstrumentalist, Opernregisseur, Videokünstler, Dokumentarfilmer und Naturwissenschaftler. Mit fünf Jahren lernte er das Geigenspiel, mit sechs wechselte er zum Klavier. Ursprünglich in klassischer Musik unterrichtet interessierte er sich seit seiner frühen Kindheit für die improvisierte Musik, namentlich den Jazz. Seine Liebe zu lateinamerikanischer Musik führte ihn zunächst nach Brasilien, später nach Kuba, wo er an der Kunsthochschule Musik ...

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    plumperquatsch AHU

    Der „geheime“ Knaller in dieser Effektserie ist der Ringmodulator.
    Da das auch ein sehr extremer Effekt ist wird man den nicht immer benutzen,
    d.h. man hat einen extra LFO und einen extra Oszillator um die anderen Effekte aus der Serie oder semimodulare synths mit CV zu bespaßen. ;)
    ein extra LFO und einen extra Modulations-Oszillator kann man immer gebrauchen.

    Das wird bei dieser effektserie schnell übersehen. Also immer schön den Ringmodulator mit einplanen. ;)

    • Profilbild
      svebur

      @plumperquatsch „Da das auch ein sehr extremer Effekt ist wird man den nicht immer benutzen,“

      Ein Freund von mir hat den MF-102 Ringmodulator und konnte anfangs nicht wirklich was mit dem anfangen. Zufällig zur selben Zeit fand er seinen DX-7 mittlerweile irgendwie zu langweilig.

      Ich hab dann mal den Moogerfooger hinter den DX-7 gehängt und nur „zart“ eingestellt. Dahinter noch seine Sherman FB. Klingt schon bei geringen Einstellung lebendiger. „Frankenstein“-Patches zwischen FB ud RM sind mit oder ohne extremen Einstellungen sind natürlich auch möglich. Teilweise kommt dann wieder nettes Material dabei raus, das man aufnehmen und in nem Sampler weiterverwurschteln kann.

      Kann mir vorstellen, dass der Behringer-RM ähnlich (miss-)brauchbar ist.

      • Profilbild
        plumperquatsch AHU

        @svebur mit dem extra lfo & osc kann man auch schön die CV Eingänge am model d, cat & Co bespaßen 🙂

        ich fand den minimoog ein bissl langweilig,
        (oh mein Gott er hat Jehova gesagt)
        sobald man das Behringer model d mit CV bespaßt geht die Sonne auf.

        minimoog 200€
        ringmodulator+extra lfo+extra oscilator 100€
        😁😎

        300€ und haut jeden minimoog kurz und klein
        wie geil ist das denn? 😱😁

        danke Onkel Ulli!

        • Profilbild
          svebur

          @plumperquatsch (oh mein Gott er hat Jehova gesagt) 😂

          Ach, Hauptsache der Spaßfaktor stimmt. Vom Klang her kann Behringer auf jeden Fall mithalten. Ich gehöre eh zu den Leuten, die mit geschlossenen Augen keine Geräte identifizieren können.

          1:1 Sounds und Poti-Einstellungen vergleichen ist immer so ne Sache. Wenn’s im Mix irgendwie passt, ist’s doch ok.

          Über den hier (Alex Fain) bin ich letztes Jahr mal auf YT gestolpert (Moog & Behringer „in Harmonie“ miteinander):

          https://youtu.be/B_kT1IIrcTM?si=5Hv2we76h1kBCeuA&t=1375

          Mag nicht unbedingt jeden Geschmack treffen, aber von wegen Blindtest im Kontext. Ich kann den Preis nicht hören. Und Spaß scheint er zu haben. 🙂

  2. Profilbild
    Numitron AHU

    hab den bi Phase Clone (dual Phase) und kann den empfehlen!
    lustigerweise ist bei der td3 eine ausführliche gedruckte Anleitung dabei.
    obwohl, bei dem sequencer kein Wunder…🤣

  3. Profilbild
    ollo AHU

    Erica Synths Graphic Resonant FB fehlt definitiv noch als Konkurrent und von Moog selber gibt es ja noch den Spectravox, den gab es ja vor einigen Monaten bei Thomann zum halben Preis.

  4. Mehr anzeigen
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