Rauer 80s-Vibe mit der Behringer BMX
Auf der NAMM 2026 war sie schon zu sehen: die Behringer BMX, eine Hybrid 8/12-Bit Sampling Drummachine, die mit der Nadelstreifenoptik und dem charakteristischen Schriftzug klar auf die legendäre Oberheim DMX verweist. Behringer bringt damit nach der zuletzt erschienenen LM Drum die zweite der beiden legendären EPROM-Drum Machines auf den Markt, die vor 45 Jahren neue Standards gesetzt haben. Wie die Behringer BMX klingt und für wen der DMX-Klon spannend sein dürfte, erfahrt ihr in diesem Testbericht.
Was ist es? Behringer BMX, Hybrid-8/12-Bit-Sampling-Drummachine im Stil der Oberheim DMX, mit Vintage-Sound und modernen Features.
- Klangcharakter: Rau, direkt und körnig mit typischem LoFi-Charme und hoher Durchsetzungskraft im Mix.
- Workflow: Intuitiver 64-Step-Sequencer, viele Hands-on-Regler und performatives Arbeiten im Fokus.
- Features: Sampling, Wave Designer, analoges Filter sowie vielseitige Anschlussmöglichkeiten für Studioeinsatz.
- Einschränkungen: Begrenzter Speicher, reduzierte Klangformung und Sample-Transfer nur per Software.
- Zielgruppe: Produzenten mit Fokus auf 80er-Sounds, Hip-Hop, Electro und charakterstarke Drum-Tracks.
Inhaltsverzeichnis
Wir schreiben das Jahr 1980: zwei neuartige digitale Drummachines betreten nahezu gleichzeitig die Bühne – die LinnDrum zuerst, gefolgt von der Oberheim DMX – und markieren damit eine echte Revolution in der Geschichte der elektronischen Drum-Produktion. Während zuvor analoge Klopfmaschinen (und echte Drums im Allgemeinen) dominierten, nähern sich nun die EPROM-basierten Drummachines mit ihren digitalen Samples echter Schlagzeuginstrumente einer neuen Form von Realismus an, präziser und offener als je zuvor. Wer kennt sie nicht, die Geschichten von Studioschlagzeugern, die plötzlich um ihren Job bangten, als die neuen realistischen Drummachines Einzug hielten. In der Tat haben LinnDrum und auch DMX den Sound ganzer Genres geprägt.
Die LinnDrum war vergleichsweise poliert und studiofreundlich und fand schnell den Weg in den Pop-Mainstream. Die Oberheim DMX war mit ihrem raueren, kantigerem Klangbild eher bei aufkommenden Genres wie Hip-Hop oder Electro beliebt. Zwei unterschiedliche Charaktere also, die auf der gleichen Technologie basierten.
Der Listenpreis für die Oberheim DMX betrug bei Erscheinen im Jahr 1980 übrigens stolze 2.398 US-Doller, eine Menge Geld zu der Zeit.
Was ist der Behringer BMX?
Die Behringer BMX ist eine moderne Sampling Drummachine, die sich bewusst an der Ästhetik und Klangphilosophie der Oberheim DMX orientiert und diese klassische Drummachine neu interpretiert.
Die digitalen Samples werden über eine 8- bzw. 12-Bit-Engine geliefert, wodurch eben jener charakteristische körnige und druckvolle Sound entsteht, für den die Oberheim DMX so bekannt und beliebt ist. Die BMX ist aber mehr als nur ein Klon, denn man kann ebenso eigene Samples aufnehmen kann und die Drummachine somit flexibler und vielseitiger einsetzen, hybrid eben.
Im Zentrum des Workflows steht ein 64-Step-Sequencer, der klassische Step-Programmierung mit Funktionen wie Poly-Metric, Probability und Realtime-Recording verbindet und damit sowohl traditionelle Beats als auch experimentellere Patterns ermöglicht. Ergänzt wird dies durch anschlagdynamische Pads, einem analogem Filter, Wave Designer sowie eine studiooptimierte Ausstattung mit Einzelausgängen, zuweisbaren Trigger-Ausgängen und MIDI/USB-Anbindung.
Erster Eindruck und Äußeres
Ich befreie die Behringer BMX aus ihrem grauen Karton und halte den neuen alten Klassiker in der Hand: Die Optik vermag definitiv zu gefallen. Das retro-futuristische Design mit den dünnen blauen Streifen fand ich bei Oberheim schon immer sehr schick. Auf Fotos wirkt das Design mit den Streifen oftmals unruhig und die Lesbarkeit der Beschriftung nicht optimal, in echt empfand ich dies aber nicht so, da die Streifen hellblau und die Beschriftung weiß ist.
Das Gewicht ist mit 3,12 kg nicht allzu schwer, die Maße sind in etwa gleich mit der Behringer RD-8 und RD-9 – und eben auch mit der LM Drum, auf der das Design mit den Pads und dem Display offensichtlich basiert. Aufgestellt, angeschlossen: Die Behringer BMX fühlt sich gut an und macht definitiv Lust auf einen direkten Jam.
Die Features des Behringer BMX
Die Behringer BMX Drummachine basiert in vielen Teilen auf der Architektur der zuvor erschienenen LM Drum und bietet neben seinem Vintage-Kern einige moderne Features.
Hier sind die wichtigsten Features im Überblick:
- 8-stimmige Architektur mit eigenem Lautstärke- und Pitch-Regler pro Spur
- 25 DMX-Drum-Sounds: 3 Kicks, 3 Snares, 3 Hats, 6 Toms, 2 Rides, 2 Shaker, 2 Tambourin, Rimshot, Clap, Crash und Click
- Zwei Sequencer-Modi: Echtzeitaufnahme mit Quantisierung sowie Step-Sequencer mit bis zu 64 Steps pro Pattern
- Speicher für bis zu 64 Patterns und 16 Songs
- Wave Designer mit Attack- und Sustain-Reglern zur Bearbeitung des Drum-Sounds
- Analog Filter mit Frequenz- und Resonanzregelung für zusätzliche Klangformung
- 8 Einzelausgänge (6,3 mm Klinke) für separate Mehrspuraufnahme
- 24 anschlagdynamische Pads mit farbiger LED-Beleuchtung
- Solo- und Mute-Funktion pro Spur für performatives Arbeiten
Die Anschlüsse auf der Rückseite sind gut erreichbar und vielseitig: 8 Instrumentenausgänge, 3 Trigger-Ausgänge, Sync In/Out, Line-In zum Sample-Aufnahmen sowie MIDI In/Out/Thru als 5-pol DIN und USB-B. USB-Audio ist übrigens nicht am Start, für Einzelspurenaufnahme muss man also immer mit Kabeln arbeiten.
Körnig und direkt – die verschiedenen Sounds
Kommen wir zum Herzstück der Behringer BMX: den Schlagzeugsounds, von denen es 121 insgesamt gibt. Die Maschine ist geladen mit Samples der originalen DMX, darüber hinaus gibt es eine Reihe von Electro-, Latin- und Africa-Samples. Die verschiedene Soundbänke sind:
- BMX: die originalen DMX-Samples, die körnig und rau sind, mit harten Transienten, wenig Tiefbass und leicht LoFi
- BX: Die Samples des kleinen Bruders Oberheim DX, etwas rauer und kratziger
- R10: Basierend auf der Yamaha RX-Reihe, weniger fett als DMX oder Linn, direkt und Punch, eher für 80s Pop
- R5: etwas größer und poppiger als R10, mit Hall in den Samples
- Latin: gut für Percussion, Congas, Claves und Toms
- Electro: noisy, punchy, direkt
- Africa: gut für Percussion
Wie man es erwarten würde, klingen die Sounds allesamt ordentlich direkt und in-your-face. Darüber hinaus decken sie eine gewisse Bandbreite an Stilen ab, wobei der körnige, LoFi-artige Grundcharakter stets präsent ist.
Die Samples der Behringer BMX liegen in 12 Bit vor, auch wenn die originale DMX mit 8 Bit PCM arbeitete, die dann intern auf eine Art Pseudo-12 Bit gewandelt wurden. Möchte man bei der Behringer BMX noch mehr Körnigkeit, kann man den Bitcrusher nutzen und dort für jedes Instrument in einzelnen Bit-Schritten die Auflösung verringern.
Die Bedienung der Behringer BMX
Sobald man sich etwas mit der Bedienung und der Architektur der Behringer BMX beschäftigt hat, geht die Navigation durch die Maschine gut von der Hand. Im Zentrum steht der achtkanalige Aufbau, bei dem jeder Kanal einer Stimme zugeordnet ist und über einen Fader für Lautstärke, einem Drehregler für Panorama sowie einen zuweisbaren Parameter verfügt.
Jeder dieser Kanäle besitzt zudem drei untereinander angeordnete Pads, über die unterschiedliche Sample-Varianten direkt spielbar sind. Das heißt, dass man jeder Spur drei verschiedene Samples zuweisen kann. Insgesamt gibt es also 8 x 3 = 24 anschlagdynamische und hintergrundbeleuchtete Pads.
Die Bedienoberfläche ist konsequent „hands-on“ gestaltet: Der eigene Mixer-Bereich erlaubt das unmittelbare Anpassen der Lautstärke und Stereoposition, was sehr praktisch und direkt ist. Über den Bereich MODE kann man schnell die Arbeitsweise wählen: PADS für die direkte Bedienung der Pads, etwas für Live-Recording oder Step Repeat, STEP für die Programmierung des lauflichtbasierten Step-Sequencers. Der Drumcomputer kombiniert damit die beiden bekannte Standard-Arbeitsweisen: das präzise Setzen von Beats im Raster und das intuitive Einspielen und Triggern von Sounds über die Pads.
Ergänzt wird dies durch die Integration der Behringer SynthTribe-App, die als Erweiterung der Hardware fungiert. Hier lassen sich Samples komfortabel verwalten, eigene Sounds importieren und organisieren sowie Patterns und Songs visuell in einem übersichtlichen Step-Sequencer editieren. Bei komplexeren Arrangements oder detaillierter Nachbearbeitung bietet die App einen schnellen Überblick und erweitert die BMX um eine zusätzliche, eher studioorientierte Arbeitsebene.
Die zentrale Interaktion findet direkt an der Hardware statt, während SynthTribe vor allem als Werkzeug für Verwaltung, Feinschliff und Datenaustausch sowie Sample-Organisation dient. Im Test lief die Installation und Kommunikation von Software und Hardware absolut reibungslos, auch das Senden von eigenen Samples lief ohne Probleme.
Die Navigation durch die Menüs und Parameter erfolgt über ein an Elektron erinnerndes Display, einen zentralen Daten-Encoder sowie dedizierte Funktionstasten, die logisch angeordnet sind und nicht allzu tiefe Ebenen öffnen. Gleichzeitig bleibt die Bedienung weitgehend unmittelbar, da viele zentrale Parameter direkt über Regler zugänglich sind.
Der Sequencer der Behringer BMX
Der Sequencer ist das Herzstück der Behringer BMX und basiert auf dem Sequencer der RD-8 und RD-9. Er folgt der Hierarchie Song – Pattern – Steps – Pads.
Zur Verfügung stehen 64 Steps, wobei die einzelnen Patterns frei in der Länge gewählt werden können. Es gibt wahlweise Step- und Real-Time-Programming zur Auswahl. Über das Menü kann auch jede einzelne Spur mit einer individuellen Länge versehen werden, wodurch Poly-Metric realisiert werden kann.
Natürlich gibt es auch einen Auto Scroll, wodurch die Lauflichtanzeige stets den aktuellen 16er-Steps folgt. Die Bedienung des Step-Sequencers gefällt mir ganz gut, sie läuft intuitiv und direkt, sofern man sich auf die Standard-Funktionen beschränkt. Funktionen wie Probability, Flam oder Polymeter sind über das Menü erreichbar, was zwar grundsätzlich in Ordnung funktioniert, aber etwas weniger spaßig ist und deswegen zumindest bei mir in der Praxis weniger genutzt wurde.
Ist der Step-Sequencer im Record-Modus, kann man im STEP-Mode direkt eins der acht Instrumente wählen und die Steps setzen. Hierbei kann man jeden Step dreimal hintereinander aktivieren und setzt so direkt drei Velocity-Stufen. Damit kann man schnell eine Grunddynamik in den Beat bringen. Weitere Velocity-Anpassung ist im internen Sequencer nicht möglich, wohl aber über die SynthTribe-App.
Wenn ein Pattern läuft, hat man einige ganz spannende Möglichkeiten, live etwas Abwechslung in den Groove zu bringen. So kann man etwa den Note Repeat Modus wählen und somit live über die Pads bestimmte Instrumente wiederholt triggern, was bei den Toms etwa für schöne Fills sorgen kann. Eine weitere schöne Eigenheit des Sequencers liegt darin, dass man im Play Modus Steps setzen kann, die dann nur einmal abgespielt werden und danach wieder verschwinden. Somit kann man schnell und spielerisch Extra-Noten hinzufügen, on the fly und temporär.
Cool ist auch das Micro-Timing, das sich über eine einfache Tastenkombination schnell setzen lässt und das Quantisierungsraster gezielt auflockern kann.
Ein weiteres Element ist die Klangformung in Echtzeit: Über den integrierten Wave Designer lassen sich Transienten gezielt formen, während ein analoges Filter (Lowpass/Highpass) zusätzliche klangliche Eingriffe ermöglicht. Das Filter wirkt zwar nur global, das System mit der Zuweisung der zu bearbeitenden Tracks ist aber gut gelöst, denn so kann man gleichzeitig und gezielt mehrere Elemente filtern. Einfach die Tracks aktivieren, filtern, fertig.
Sampling mit der Behringer BMX
Der aktive Sampling-Part der Maschine ist insgesamt gut gelöst. Der Prozess ist gut strukturiert und folgt einer Logik, die man nach kurzer Zeit verinnerlicht. Quelle anschließen, Aufnahmepegel einstellen, Sample aufnehmen, trimmen, benennen und einem Pad zuweisen. Wenn man dies ein paarmal gemacht hat, muss man nicht mehr lange nachdenken und kommt schnell zu einem verwertbaren Ergebnis.
Es gelten bei der Behringer BMX aber die gleichen Einschränkungen wie auch bei der Behringer LM Drum:
- Speicherplatz mit rund 14 MB relativ knapp
- Automatische Konvertierung aller Samples auf 12 Bit / 24 kHz Mono
- Stereo-Samples werden über die Behringer SynthTribe-App immer in Mono umgewandelt
- Kein Import über SD-Karte oder USB-Stick
- Sample-Transfer läuft ausschließlich über die SynthTribe-App
Ich empfinde den kleinen Sample-Speicher nicht als dramatische Einschränkung, denn aufgrund der 12 Bit/24 kHz Mono-Konvertierung, die ja zudem auch klangprägend ist, sind die Samples ohnehin sehr klein.
Klanglich fügt sich das Sampling gut in den Gesamtklang der Maschine ein. Externe Sounds werden durch die interne Verarbeitung in diesen charakteristischen und kompakten BMX-Sound überführt. Dadurch entsteht ein stimmiges Gesamtbild und eigene Samples wirken nicht fremd.
Die Behringer BMX in der Praxis
Die Behringer BMX macht Spaß, soviel schonmal vorweg. Ich empfand eine gute Balance aus direkten Performance-Möglichkeiten durch Fader, Regler und Funktionen wie Step/Note Repeat oder Auto Fill auf der einen Seite und Menüeinstellungen über den Screen auf der anderen Seite.
Der Workflow selbst ist dabei angenehm geradlinig. Nach einer kurzen Phase des Kennenlernens, in der man sich mit der Logik der Tastenkombinationen vertraut macht, geht die Bedienung flüssig von der Hand. Viele Funktionen sind direkt erreichbar und das Arbeiten fühlt sich schnell vertraut an.
Unterstützt wird dies durch die klare Struktur der Maschine: Mute-, Solo- und Performance-Funktionen sind schnell zugänglich und fördern ein experimentelles, spielerisches Herangehen. Hilfreich ist in diesem Kontext, dass jeder der acht Tracks einen eigenen Select-Button hat, den man ohne Tastenkombination drücken kann. Da diese schön nebeneinanderliegen, kann man mit seinen jeweils vier Fingern der linken und rechten Hans bequem jeden Kombination von Mute oder Solo on-the-fly realisieren.
Bei der Arbeit mit den Patterns fällt auf, dass die Behringer BMX eine Trennung zwischen den Patterns und den Soundeinstellungen vornimmt. Wenn man also eine Snare mit Distortion und Tune-Änderungen versieht und dann das Pattern wechselt, bleibt die Snare auch im neuen Pattern distorted und detuned. Das ist bei vielen modernen Drum-Machines, die alle Einstellungen etc. im Pattern speichern, anders. Gleichzeitig entspricht dieses Verhalten aber eher einer klassischen Arbeitsweise früher Drum-Machines, wo der Sound als aktueller Zustand verstanden wird, der während des Spielens geformt wird, während das Pattern nur die rhythmische Basis liefert. Dadurch entsteht ein eher performativer Ansatz, bei dem Klangveränderungen im Moment stattfinden und nicht als statische Presets abgelegt sind.
Klanglich verfolgt die BMX natürlich eine klare Linie. Statt moderner, hochauflösender Sounds mit Effekten steht hier ein bewusst rauer, trockener und druckvoller Klang im Vordergrund. Dieser gelingt dem Behringer BMX aber wirklich super und ich wüsste nicht, wie man ansonsten in der DAW so schnell zu einem solchem Klangcharakter kommt. Die Drums kommen kompakt, direkt und durchsetzungsfähig daher, mit dieser charaktervollen gewissen Körnung. Natürlich denkt man sofort an Genres aus den 80er-Jahren und auch die Preset-Bezeichungen des BMX nehmen Bezug darauf. Die BMX liefert Energie, Präsenz und eine gewisse Unmittelbarkeit, die sich im Mix schnell durchsetzt.
Es gibt zugegebenermaßen nicht gerade viele Möglichkeiten der Klangformung, auch wenn Sample Start, End & Tune schon viel ermöglichen. Bei der Oberheim DMX war das Tuning weit mehr als eine Tonhöhenanpassung, denn es fungierte als wesentliches Werkzeug der Klangformung. Jede Veränderung griff in die Textur, Länge und Durchsetzungskraft des Samples ein, weshalb der Tune-Parameter gerne für die Klangformung benutzt wurde. Ähnlich empfand ich es auch beim Behringer BMX und mir gefällt das Verhalten der Maschine bei Änderung der Tonhöhe des Samples. Man gewinnt dadurch nochmal ein erweitertes Spektrum an klanglichen Möglichkeiten.
Die Haptik der Behringer BMX in der Praxis ist absolut in Ordnung. Drehregler und Fader verhalten sich gut und angenehm in der Nutzung, lediglich die Pads sind etwas zu straff und fest für mein Empfinden. Dennoch reagieren sie zuverlässig. Ein etwas definierter Druckpunkt würde etwas mehr Spaß machen in der Nutzung.
Für wen ist der Behringer BMX interessant?
Der Behringer BMX Drumcomputer richtet sich nicht an ein möglichst breites Publikum, sondern spricht eher eine Zielgruppe an. Wer eine universelle All-in-one-Drum-Machine mit maximaler klanglicher Neutralität und viel Druck im Bass sucht, wird hier vermutlich nicht fündig. Die Stärke der BMX liegt vielmehr in ihrer charaktervollen authentischen Ausrichtung.
Wer mit Vintage-Ästhetik und 80er-Jahre-Sounds arbeiten möchte, findet den Behringer BMX sicher spannend. Der BMX liefert keinen klinisch sauberen Klang, sondern einen eher rauen, direkten und körnigen Klangcharakter, der sich hervorragend für Hip-Hop, Electro, EBM oder New Wave eignet. Aber auch moderne Produktionen wie Techno, Electro etc. können sicher profitieren, wenn der Behringer BMX in Kombination mit anderen Drums verwendet wird.
Darüber hinaus spricht die Maschine Musiker an, die Wert auf eine Hardware-basierte, intuitive Arbeitsweise legen. Der direkte Zugriff über Fader, Regler und Pads ermöglicht ein haptisches Arbeiten. Man kann die Behringer BMX weitgehend unabhängig vom Display-Menü programmieren und bedienen, wenn man möchte.
Übrigens empfinde ich nicht zu viel Überschneidung der LM und BMX, beide Maschinen fühlen sich unterschiedlich genug an, so dass jede ihre Daseinsberechtigung hat. Behringer hat mit der BMX mehr geliefert als nur eine LM Drum im neuen Gewand. Die Gemeinsamkeiten in der 8 Bit/12 Bit-Engine sind offensichtlich, aber die Bedienung, Sound und der Workflow sind doch unterschiedlich.






































Kleine Anekdote am Rande: Die Soundchips der Oberheim DMX und LinnDrum konnten mühelos ausgetauscht werden und waren kompatibel. Wir hatten die komplette Library von Linn zur Verfügung und teuer bezahlt, umgerechnet rund DM 10.000.
Bei einer Vorführung der Oberheim DMX hatte ich versehentlich ein Beinchen des Chips nicht richtig in den Sockel gesteckt, Resultat: Mördersound – und das über 4x JBL 4343.
Ich habe dann rumprobiert, welche falsch gesteckten Beinchen welchen Sound produzierten. Die haben wir dann gebrannt und zusätzlich angeboten. Die Kunden waren mehr als zufrieden.
Merke: Der Fehler ist oft der Hit.
@Dirk Matten Nachtrag: Bei der Bassdrum
@Dirk Matten Happy Accident würde ich mal sagen. Eine super Geschichte. Ich hatte bei meinen Tracks durch falsche Monitore und Unkenntnis der DAW anfänglich auch genügend Fehler in den den Songs und wusste nicht, wie ausbessern. Heute mache ich genauso Fehler, aber wenn diese sich für mich super anhören, bleiben sie drinnen obwohl ich diese ausbessern könnte. Das befreit ungemein.
@Dirk Matten Einer davon war Robert Crash (Robert Rosendahl): Ein in Remagen geborener Musiker und Musikproduzent, der international bekannt wurde. Er arbeitete unter anderem mit den Eurythmics und Robert Plant (Led Zeppelin) zusammen.
Danke für den Überblick! Ist das lange her, habe damals die DMX und den OBXa auf der Musikmesse in Frankfurt gesehen.
M.E. fehlt im Satz „Übrigens empfinde ich zu viel Überschneidung der LM und BMX, beide Maschinen fühlen sich unterschiedlich genug an, so dass jede ihre Daseinsberechtigung hat.“ am Anfang ein „nicht“, sonst macht‘s irgendwie keinen Sinn, siehe auch Fazit: „Gleichzeitig fühlt sich die Behringer BMX auch signifikant anders an als die LM Drum…“
@lambik Hallo lambik,
Danke für den Hinweis, haben wir geändert!
warum wird die LM1 nicht erwähnt?
„fast gleichzeitig“ stimmt dann einfach nicht .
Roger Linn hat das Konzept zuerst realisiert.
bin ein großer DMX Fan (wegen Run DMC, Davy DMX, blue monday…) .
endlich gibt’s auch große Klinkenbuchsen bei den einzelausgängen.
wirkt sehr interessant, leider finde ich die 80er Jahre maße viel zu gross für meinen „pleasuredome“ 😎
Als Jugendlicher der 80ger, und Vinylsammler dieser Zeit, kenne ich viele Alben mit dem DMX, dann habe ich den von GeForce als VST hier und massig Youtube Videos gesehen. Also das hier, klingt nicht nach DMX, sorry!
@Mick Der BMX hat sehr unterschiedliche Soundbänke, nur eine ist DMX (und eine DX), die übrigen haben andere Klänge, siehe Abschnitt „Körnig und direkt – die verschiedenen Sounds“. Klar dass z.B. die RX-Sounds nicht nach DMX klingen,
@chardt ja, aber der Autor hätte gerne mehr demos der tatsächlichen Oberheim DMX Samples machen können.
Finde die klingen schon ähnlich, aber der DMX klingt irgendwie echter
https://www.youtube.com/watch?v=-fuMLe48Z48&t=50s
ja
Ich muss den anderen Kommentatoren zustimmen:
Der Klang ist erschreckend. Das klingt alles nach einem alten Home Keyboard mit zu wenig Speicher. Ich habe mir gerade noch einmal die Sounds des Originals und auch von einer Yamaha RX5 angehört: Beim Behringer BMX klingt alles fürchterlich komprimiert, fast schon als wäre ein Brickwall Limiter drauf. Die Originale klingen deutlich spritziger und offener. Bei dem Sound hier hätte ich als Drummer vor 40 Jahren keine Angst davor gehabt, arbeitslos zu werden.
@Markus Galla Hallo Markus,
Das stimmt, die Dynamik der BMX hat mich auch etwas gewundert. Natürlich waren die Klangbeispiele direkt und ohne Limiter aufgenommen, in ein RME Fireface.
Auch wenn mein Urteil im Test nicht so drastisch bzw. deutlich ausfiel… Begeisterung war wohl auch nicht herauszulesen. Der richtige „Bounce“ fehlt tatsächlich, und wie beschrieben kam bei mir eher Lo-Fi-Charakter auf.
@Timm Brockmann Den richtigen Bounce hatte nach meinem Empfinden das Original auch nicht. Wie bei den Simmons Drums sind genau die Elemente, die Alle so toll fanden durch Nachbearbeitung erst entstanden.
@Mac Abre stimmt!
hab eine echte Yamaha rx7 könnte ich testen.
@Numitron RX11 klingt körnig mal völig anders👍
@Viertelnote Ich hatte damals eine RX11, mein Eindruck:
Bedienung Spitze, hab kaum das Handbuch gebraucht.
Klang: Wie ein natürliches Schlagzeug, also ohne all die Bearbeitungen, die wir erwarten. Da die RX11 massig Einzelausgänge hatte, kein Problem – wenn man schon genug Studio-Equipment hat, was bei mir nicht der Fall war. Ich hab sie dann irgendwann verkauft.
ich erkenne nur beim 9. Beispiel ein paar Sounds und Bei den letzten 3 Beispielen wahrscheinlich die clap der DMX.
etwas merkwürdig, wenn die meisten Beispiele ohne Oberheim DMX Samples sind.
sound mir gefällt.80s im gewohntem gewand .klang ja ist körnig.bedienung so ich denke ist auch okay.🙂
braucht man excact beide? (LM1+BMX) einer davon reicht meiner meinung .da man ja samplen kann.
oder ist das analoge filter anders wie bei lm1 oder 09?🙂
test sehr schön! danke
@Viertelnote , kommt drauf an wohin du gehen willst. Die Behringer LM ist schon okay. Ich hab eine und nehm die gerne im Verbund mit einer Linndrum(2). für mich reicht dann als Ergänzung eine 707 oder 727. Wenn ich wirklich LoFi Beats brauche nehme ich lieber ne MPC. Da ist man quasi nur einen Dreh vom LoFi entfernt.
@TobyB Linndrum(2)? Es gibt die Linn LM1, die LinnDrum und die Linn 9000.
@Dirk Matten , der aufmerksame Leser wird wissen, dass ich die LinnDrum meine. Deshalb die Klammer (2). Dem Vorbesitzer hab ich damals auch Blechzigarrenkisten abgekauft. In einer war einer mit SSB belabelt. Ich hab den noch nie gesteckt. Sollte ich echt mal machen. Ich war seinerzeit froh, das mir die Kiste beim Einschalten nicht um die Ohren flog und ich hab eine Woche die Eproms sortiert, bis ich die originalen Werksounds in der Kiste gesteckt hatte.
@TobyB Du schreibst fachlichen Blödsinn und überlässt es dem Leser, das zu interpretieren.
@Dirk Matten Vorsicht, Herr Matten. Die Community-Richtlinien gelten auch für Mitarbeiter.
@Dirk Matten , c’mon. Du erwartest nicht wirklich eine Antwort. Marcus hat alles gesagt.
@TobyB Habe mich immer gegen die Bezeichnung SSB verwehrt, SS geht gar nicht.
@Dirk Matten was ist falsch an SSB? kein salz in wunde frage nur lieb…
@Dirk Matten ojeh wir haben dann haufen wolle wo ist der anfang von den Faden hin?🙂
@Dirk Matten , bei einem EPROM ist es wichtig, das der Anwender die wichtigsten Informationen auf einen Blick sieht. Insofern sind Abkürzungen für Firmennamen ok. Ausserdem wird so ein EPROM ja auch nicht größer. Und solange das Roland Bezeichnungsschema nicht kopiert wird, passt das. Firmenkürzel, OS/Version/Inhalt und eine Zahl. Reicht. Die Lyrik kann dann aus dem EPROM kommen. Wenn ich dann noch erkennen kann welcher Typ EPROM das ist, super.
@TobyB , die Frage ist wie du sowas realisiert, bei der LM1 und LinnDrum wurde das alles diskret gebaut mit 74LS CMOS ICs, 40er IC und ein paar CEM IC rund um einen Z80. Was man damals halt so hatte. Der Trick war eher die Samples in die 2732 EPROMS zu quetschen. Ich glaube nicht das man heute noch so baut, Ich hab die Behringer LM Drum noch nicht aufgehabt. zum Preset wechseln muss man sich ja nicht, die Nylons ausziehen und sich erden, um dann 2732 zu tauschen tauschen ;-)
@TobyB , möglich ist das. Und wenn das System linear ist, kann man das gut in einen Algorithmus packen. Bei nichtlinearen System kann man sich annähern. Dann bleibt aber ein kleines oder großes Delta.
@TobyB selber ich nicht sample btw kaum samples verwende. aber drumsamples schaffe
ich schon ohne looppoints🙂
LM1 würde mir auch wegen so bedienelemente gut gefallen. samplesets okay
DMX – simmons das stellt man sich zusamen. ich bin dann happy.reicht mir. viel haben schafft
oft wenig überblick🙂 ein alter RZ1 auch schön ist. okay 4 Usersamples nur. aber so schnell
man was braucht ist auch erledigt.
@Viertelnote Roland p6 hab ich bestellt!
Schau ihn dir mal an!
mini Sampler im volcaformat.
die BMX und LM drum find ich interessant aber viel zu gross für mich.
@Viertelnote , ich sample auch nur wenig, ich hab die unterschiedlichen Systeme, MPC, Linn, TR angeführt wegen der Art und Weise der Beaterstellung. Linn und MPC -> Fingerdrumming, die Quantisierung gibt den Groove. TR – Step an oder aus und der Rest kommt mit Accent und Shuffle.
@Viertelnote Hi 1/4 Note.
Die beiden klingen wohl sehr sehr gleich. Die BMX hat keine Cowbell.
https://www.youtube.com/watch?v=PTsy6JZyFzY
https://www.youtube.com/watch?v=GEai5Qml9Zo
Mit sehr freundlichen Grüßen, Nikk
@Nikk Rhodes danke nikk
ja so ich denke LM1 reicht sampleset von anderen verwenden und man
hat eine basis.
YT hast du schönen vergleich herausgesucht.
wavedesigner bei B klingt spitz aber mit gefühl gestellt okay.
könnte man testen auch stacking von snares.also anschlag dmx decay von LM1 oder wie auch
immer man das möchte.🙂geht ja mit allen hosentaschensampler volca bis…aber ich bin OFFtopic sorry🚀
@Viertelnote der Tester hier hat leider kaum die bekannten oberheim DMX Sounds verwendet.
Linn Drum klingt ähnlich aber manche Sounds etwas anders.
Auch das gehört zur Historie: Am 3. April 2021 verstarb Bob Easton, Gründer der Firma 360 Systems und Vertrieb der Linn LM1. Nachdem mich Günter Zierenberg, Inhaber der Firma Musik Produktiv, auf die Linn LM-1 aufmerksam gemacht hatte (ihr habt doch so reiche Kunden wie Zahnärzte und Rechtsanwälte, das ist nicht unsere Kundschaft, ruf den doch mal an), habe ich Bob Easton kontaktiert und er kam kurze Zeit später zu mir nach Bonn, die LM-1 im Gepäck. Es ist mir in Erinnerung, dass er mehrmals vormittags anrief und mich mit „Good morning, Dirk“ begrüßte, eine Einschätzung der Situation seines Gesprächspartners. Vergesse ich nie.
LinnDrum, Linn 9000, Oberheim DMX und Sequential Drumtraks machen rund ein Drittel des damaligen Umsatzes aus, Geräte anderer Hersteller spielten kaum eine Rolle.
@Dirk Matten Frage: Bei ein Drittel des Umsatzes müssten das doch eine ganze Menge gewesen sein, oder? Wo sind die alle hin, sieht man doch kaum mal auftauchen am Markt..
Ich besaß eine Drumtraks die ein findiger Techniker des Synthesizer Studios noch mehr in Richtung LinnDrum getuned hat. Nicht durch Eproms sondern durch eine andere Beschaltung der Curtis Filter Chips. Toll was damals noch an Custom Made möglich war. Gibt’s heute wohl kaum mehr.
@kiro7 Das war kein Hexenwerk. Es wurde lediglich ein Widerstand ausgetauscht. Kann mich aber auch irren.