Test: Behringer C-1U, C-3, Kondensator-Großmembranmikrofone

19. März 2021

Günstige Mikros für jeden Zweck

behringer c1u c3

Behringer C-1U, C-3, Kondensator-Großmembranmikrofone

Dass Behringer durchaus recht ordentliche, preiswerte Mikrofone bauen kann, haben sie in der Vergangenheit – und da insbesondere im letzten Jahr –  schon des Öfteren bewiesen, wie unsere Testberichte zeigen. Etwa mit dem Behringer B 906 (39,- Euro), dem Behringer BA 85A für 25,- Euro (die Namens- und Bauformähnlichkeit zum Shure Beta 58 A ist beabsichtigt), dem Behringer SB 78A (36,- Euro), oder den beiden Gesangsmikrofonen Behringer SL 84C (11,90 Euro) und SL85S (18,- Euro). Das sind Preisregionen, in denen sich sonst nur preiswerte Popschützer oder einfache XLR-Kabel aufhalten. Und trotzdem haben all diese Mikrofone bei uns zwischen zwei und drei Sternen kassiert. Dass Behringer da aber nicht erst vor kurzem auf den Lowcost-Micro-Train aufgesprungen, sondern schon seit vielen Jahren dabei ist, beweisen unsere heutigen beiden Testkandidaten: Das Behringer C-1U ist bereits 2010 erschienen, das Behringer C3 ist sogar schon seit 2006 dabei – zwei echte Klassiker also. Waren die damals auch schon so gut wie die Behringer-Mikros neueren Datums? Und wie viel Mikrofon bekommt man für das Geld?

Technische Daten: Das Behringer C-1U

Das Behringer C-1U ist ein Kondensator Großmembranmikrofon mit der Richtcharakteristik Niere aus dem Jahr 2010 und ist die USB-Variante des bereits 2005 erschienenen Behringer C1. Die technischen Daten der beiden Mikrofone (C1 und C1U) sind identisch: Den Frequenzbereich gibt der Hersteller mit 40 – 20.000 Hz, den Schalldruck 136 dB SPL max an.

Behringer C-1U

Das Behringer C-1U

Ausgepackt: Das Behringer C-1U

Es gibt für alles ein erstes Mal: Das C-1U ist das erste Mikrofon, das ich aus einer Blisterverpackung befreien muss. Aber gut, bei einem Preis von 34,- Euro für ein Kondensator-Großmembranmikrofon darf man keine Teakholzbox erwarten; und je weniger Geld in der Verpackung steckt, desto mehr bleibt für das Mikrofon übrig. Der Vorteil der durchsichtigen Hartplastikhülle ist auch, dass man das C-1U auch schon vor dem Auspacken sieht. Neben dem Mikrofon sind noch ein drei Meter (!) langes USB-Kabel (Typ-A auf Typ-B), ein Stativadapter (dessen Neigungswinkel nur mit einem Schraubenzieher verändert werden kann und der nie so wirklich bombenfest sitzt) und ein 15sprachiges gedrucktes Handbüchlein mit dabei. Von dem bei einigen Händlern aufgeführten Softwarepaket (Podifier, Juice, PodNova, Golden Ear und Audacity), das mit enthalten sein soll, war nichts zu sehen. Im Gegensatz zum Vorgänger, der USB-losen Version C1, gibt es beim C-1U auch keinen Transportkoffer mehr; der ist vermutlich im Lauf der letzten Jahre (aus Kostengründen?) wegrationalisiert worden. Bei näherer Betrachtung entdecke ich dann im Gewinde des Stativadapters auch noch ein Reduzierstück (5/8 auf 3/8) – wer suchet, der findet.

Technische Daten: Das Behringer C-3

Das Behringer C3 aus dem Jahr 2006 ist ein Doppel/Großmembran-Kondensatormikrofon mit umschaltbarer Richtcharakteristik (Kugel, Niere, Acht), zuschaltbarem Lowcut-Filter und -10 dB Absenkung. Den Frequenzbereich gibt der Hersteller mit 40 – 18.000 Hz, den Schalldruck mit 142 dB SPL max und die Dynamic Range mit 119 dB an. Der Equivalent Noise Level (aka Eigenrauschen) wird mit 23 dBA beziffert – nicht gerade ein überragender Wert. Ob der dann auch in der Praxis so „berauschend“ ist, finden wir gleich raus.

Behringer C-3

Das Behringer C-3

Ausgepackt: Das Behringer C-3

Im Gegensatz zum C-1U kommt das Behringer C-3 nicht nur in einem Pappkarton, sondern hat auch noch die Hartschalen-Transportbox mit Schaumstoffbett und Griff mit dabei, die beim C-1U ja weggefallen ist; praktisch für die sichere, staubfreie Aufbewahrung und für die Reise. Darin finden sich dann auch noch ein Stativgewinde (identisch mit dem des C-1U) und ein Reduzierstück. Außerdem mit dabei sind noch drei schmale Anleitungsheftchen (Englisch, Japanisch und Chinesisch), ein deutsches Manual gibt’s „nur“ als PDF auf der Produktseite.

Behringer C-3

Das Behringer C-3 kommt mit einem kleinen Koffer

Angeschaut: Das Behringer C-1U und das C-3

Beide Mikrofone stecken im fast identischen Gehäuse – das erstaunlich massiv und wertig ist, das hätte ich in der Preisklasse gar nicht erwartet. Der stabile, dezent golden schimmernde Körper besteht aus Schwermetall, der silberne feinmaschige  Metallkäfig, der die Kapsel schützt, dürfte auch Stürze aus größerer Höhe gut überstehen und ist zudem noch durch einen zusätzlichen Bügel geschützt. So bringen die beiden Behringer Mikros der C-Klasse dann auch rund 450 Gramm auf die Waage. Auf der Frontseite dann das Behringer-Logo, die Typenbezeichnung und die Signal-LED für die +48V Phantomspeisung – Rot beim C-3, Grün beim C-1U. Optisch ist das entfernt ein Mix aus Chandler und Warm Audio – wenn ich es denn beschreiben müsste.

Die Unterschiede liegen im Detail. Zum einen natürlich bei den Anschlüssen: Während das C-1U am Boden einen USB (B-Format) hat, findet sich dort an selber Stelle beim C-3 eine XLR-Buchse (goldbeschichtet). Zum anderen kommt das C-3 mit seiner Doppelmembran ja – wie erwähnt – mit gleich drei Richtcharakteristiken (Kugel, Niere, Acht), die über einen kleinen Kippschalter auf der Rückseite ausgewählt werden. Auf der Vorderseite zwei weitere Schalter: Einen für den Trittschall/LowCut-Filter, den anderen für die -10dB Absenkung für die Aufnahme von Tonquellen mit hohem Schalldruck. Die Schalter sind gut erreichbar und schwergängig genug, um nicht aus Versehen betätigt zu werden.

Behringer C-1U

Der Frequenzgang des Behringer C-1U

Angeschlossen: Das Behringer C-1U

Die Behringer C-1U wird direkt am Rechner mit dem beiliegenden, erfreulich langen USB-Kabel angeschlossen. An den im Manual angegebenen Systemvoraussetzungen merkt man, wie alt dieses Mikrofon schon ist: Intel oder AMD CPU mit 1 GHz oder höher, 512 MB RAM, USB 2.0 und Windows XP/Vista für den PC bzw. G4/G5 mit 800 MHz und MacOS 10.3.9 (Panther) oder höher für den Mac – das sollte man hinbekommen. Den auf der Produktseite immer noch angebotenen Treiber „ASIO2KS“ kann man getrost ignorieren (schon, weil da ein „Win XP only“ als Info steht), Windows 10 benötigt den nicht mehr. Der ebenfalls dort aufgeführte „ASIO4ALL“-Treiber von Steinberg, jahrelang eine ASIO-Allzweckwaffe, stammt zwar aus dem Jahr 2015, kann aber in einigen Audio-Anwendungen wie zum Beispiel Cubase oder Sound Forge im Zusammenspiel mit dem C-1U eingesetzt werden. Wer den nicht extra installieren will: Auch (z.B.) der Generic Low Latency ASIO Driver funktioniert.

So wird das Behringer C-1U nach dem Anstöpseln auch sofort erkannt; warum Windows das dann auch als Ausgabegerät anbietet, erschließt sich mir nicht – einen Lautsprecher besitzt das Mikro definitiv nicht. Da sollte man in den Einstellungen also auf jeden Fall wieder auf geeignetere Speaker umschalten. Ebenfalls in den Einstellungen muss man auch die Lautstärke / den Eingangs-Gain des Mikrofon festlegen (sofern die zur Aufnahme genutzte Audio-Software da nichts anbietet), da das C-1U selber – anders als manch anderer USB-Konkurrent wie etwa das Rode NT-USB oder das Behringer Big Foot – keinen eigenen Gainregler am Gehäuse besitzt. Dass ich dabei dann den Gain auf einen Wert jenseits der 90 einstellen muss, um am Ende (bei Sprachaufnahmen) einen Pegel von ca. -6 dB zu erhalten zeigt, dass es mit der Empfindlichkeit des Mikros nicht so weit her ist. An der Stelle hätte ich mir eine kleine Control-Software speziell für das C-1U gewünscht, so dass ich nicht ständig die Windows-Soundeinstellungen öffnen muss.

Ist das C-1U angeschlossen, signalisiert es das mit dem Aufleuchten der grünen +48V-LED; Phantompower wird also automatisch zugeschaltet und muss nicht irgendwo aktiviert werden.

Behringer C-3

Das Behringer C-3 mit LowCut und -10dB Absenkung. Der Schalter für die Richtcharakteristik ist auf der Rückseite

Ausprobiert: Das Behringer C-1U und das C-3 – Testaufbau und Grundsätzliches

„The C-1U is a digital home recording or podcasting enthusiast’s dream come true.” Und “The dual-diaphragm C-3 microphone is a home recording enthusiast’s dream come true!” – preist Behringer seine beiden hier getesteten Mikrofone (mit viel Copy & Paste) auf den betreffenden Produktseiten an. Dann schauen – bzw. hören – wir doch mal, ob hier tatsächlich Träume wahr werden oder ob sich die beiden preiswerten Kandidaten eher als Alptraum entpuppen.

Kurz vorab einige Bemerkungen zum Testaufbau: Wie immer in meinen Mikrofontests habe ich mir einen Ausschnitt aus einer unserer AMAZONA.de-News vorgenommen und den aus verschiedenen Entfernungen und mit unterschiedlichen Mikrofon-Einstellungen (Richtcharakteristik, Low Cut, mit Popschutz und ohne) eingelesen. Zum Vergleich habe ich zum einen auch wieder ein Mikro aus meinem Studio-Alltag (das Rode Broadcaster) mit in den Test mit einbezogen und – als Vertreter eines USB-Mikro – noch einmal einige Soundtests des Rode NT USB eingebaut. Und ja, die beiden Rodes sind natürlich eine ganze Ecke teurer und sind damit keine adäquaten Vergleichskandidaten; sie sollen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Das Behringer C-1U habe ich im Test direkt an ein Windows 10 Notebook angeschlossen und mit Sound Forge aufgezeichnet. Das C-3 lief (wie das Broadcaster auch) über einen Mackie-802 VLZ-Mixer mit Onyx Vorverstärkern, weiter über ein MOTU4-Interface in den Windows 10 Test-PC, wo die Signale ebenfalls mit Sound Forge aufgenommen wurden.

Was grundsätzlich aufgefallen ist: Bei den Behringer-Mikros war ich gezwungen, den Gain schon extrem weit hochschrauben, um einen einigermaßen vernünftigen Pegel zu erhalten. Bei Aufnahmen aus größerer Entfernung musste ich die dann sogar noch nachbearbeiten und noch mehr Volume hinzugeben; schon aus 10 cm Distanz fällt der Pegel so massiv ab, dass da mit dem Gainregler allein nicht alles korrigiert werden konnte. So habe ich dann alle Aufnahmen (nachträglich, wenn erforderlich) auf ein einigermaßen identisches Pegelniveau gebracht; weitere Bearbeitungen sind nicht erfolgt. Den -10dB Schalter am C-3 wird man da wohl kaum jemals einsetzen müssen.

Behringer C-3

Der Frequenzgang des C-3. „Figure 3“ soll hier wohl „Figure 8“ heißen.

Wie klingen das Behringer C-1U und das C-3 mit Nierencharakteristik?

Messwerte und Diagramme sind ja gut und schön, entscheidend ist letztendlich aber auf dem Platz – also der Praxistest. Bei Sprachaufnahmen ist es bei Großmembran-Kondensatormikrofonen oft am besten, möglichst nah an die Kapsel zu kommen, um vom Nahbereichseffekt zu profitieren, der der Stimme etwas mehr Fülle und Tiefenanteil beschert. Schauen wir also mal, wie sich die beiden Behringer in der Nahdistanz von ca. 5 cm Entfernung schlagen. Die Richtcharakteristik ist hierbei immer die Niere, die Aufnahmen erfolgten mit Popschutz. Beginnen wir mit dem Behringer C-3:

Klingt ganz ordentlich, doch fehlt es in meinen Ohren ein wenig an Brillanz in den Höhen und Tiefen; mir ist das ein wenig zu mittig, zu undifferenziert – aber auch recht rauscharm, da hatte ich angesichts der Werte deutlich schlimmeres befürchtet. Was aber auch daran liegen kann, dass ich mein Broadcaster bzw. das NT2a gewohnt bin. Hier zum Vergleich mal das (mit einem Preis von 389 € wesentlich teurere)  Rode Broadcaster:

Das Behringer C-1U klingt dem C-3 sehr ähnlich, hat in dieser Distanz vielleicht noch eine Spur weniger Bass. Auch hier finde ich das Klangbild ein wenig zu matt und mittig – da müsste man noch bei der Aufnahme am Pult mit dem EQ nachhelfen.

Das Rode NT USB spielt zwar mit einem Preis von 169 Euro in einer anderen Liga, zeigt aber, was auch bei USB-Mikrofonen technisch/klanglich machbar ist.

Wie oben schon erwähnt, bricht der Pegel beim Behringer C-3 schon bei einer Entfernung von 10 cm förmlich ein, so dass am Pult massiv nachgearbeitet werden muss. Auch sollte man da am Tiefen EQ einiges dazugeben, da der Nahbesprechungseffekt in sich zusammenfällt und der Bassbereich extrem dünn wird. Allerdings klingt die Aufnahme zwar etwas flach, aber andererseits auch weniger mittig und etwas differenzierter.

Wie sich das dann aber anhört, wenn man im EQ nachträglich noch etwa +6dB im Frequenzbereich oberhalb 7kHz und im Bass zwischen 50 und 150 Hz hinzugibt, hört Ihr hier:

Das klingt doch deutlich besser. Und sogar fast noch klarer und prägnanter als die (dann aber noch unbehandelte) Aufnahme mit dem Rode Broadcaster:

Das Behringer C-1U klingt aus der 10 cm-Distanz erstaunlicherweise dann wiederum   besser als das C-3. Zwar mit einem leichten Defizit im Bassbereich, aber sonst schön transparent. Hier die unbehandelte Version (lediglich das Volume wurde angehoben):

Gebe ich da noch etwas Bass dazu (wieder zwischen 50 und 150 Hz), ist auch das „Bassproblem“ behoben.

Zum direkten Vergleich noch einmal das Rode NT USB. Da ist es fast schon Geschmackssache, welchem USB-Mikro man hier den Vorzug gibt. Wobei beim Rode natürlich weniger Nachbearbeitung erforderlich ist.

Aufgrund der kleinen Bassschwäche des C-3 sollte man dann auch vorsichtig mit dem Trittschallfilter umgehen; das reduziert zwar einerseits Störgeräusche, vermindert aber den Kellerbereich noch weiter – wie hier eine Testaufnahme aus 10 cm Entfernung mit eingeschaltetem LowCut beweist.

Aus 30 cm Entfernung klingt das C-3 erst einmal natürlich noch flacher, auch muss man den Pegel extrem anheben. Mit etwas EQ-Einsatz kann aber auch hier noch eine durchaus brauchbare Aufnahme produzieren.

Auch hier gefällt mir das C-1U noch eine Spur besser, liefert es doch auch aus dieser Entfernung auch ohne zusätzliche EQ-Verbesserungen ein brauchbares Ergebnis. Lediglich der Pegel musste hier nachträglich angehoben werden.

Zum Vergleich auch hier noch die beiden (nicht bearbeiteten) 30 cm-Versionen von Rode Broadcaster und Rode NT-USB:

Für beide Behringer-Mikrofone ist der Kauf eines Popschutzes dringend erforderlich. Auch aus 10 cm Entfernung rutscht da noch so mancher Plosivlaut ungebremst auf die Membrane, sofern man nicht ein wenig über die Kapsel hinweg spricht. Aber das ist bei allen Mikrofonen ja mehr oder weniger so.

 

Wie klingt das Behringer C-3 mit Kugel- und Achtercharakteristik?

Dank seiner Doppelmembran lässt sich das Behringer C-3 auch mit Kugel- (aka „omnidirectional“) und Achtercharakteristik („figure of 8“, „bidirectional“)  betreiben. Was in dieser Preisklasse wohl ein einmaliges Feature ist; jedenfalls fällt mir da kein anderes Mikro im Bereich von unter 50 Euro ein, das das abliefert. Nun ist die Kugel für Sprachaufnahmen nicht unbedingt die erste Wahl; lediglich bei Backing-Vocals, bei denen dann auch etwas Raum mit dabei sein soll, kommt die Kugelcharakteristik zum Einsatz. Ansonsten wird sie auch gerne zur Abnahme von akustischen Instrumenten oder Percussion genommen. Die Achtercharakteristik – die aussieht wie eine Kugel mit engem Gürtel –  wird dort eingesetzt, wo seitlicher Schall wirkungsvoll ausgeblendet werden muss. Der Vorteil ist, dass das Mikro dann auch von beiden Seiten genutzt werden kann – etwa mit zwei Sängern bzw. Gesprächspartnern, die vor und hinter dem Mikro stehen und mit einem Achter in identischer Intensität aufgenommen werden können. Zudem ist auch der Nahbesprechungseffekt oft noch größer als bei der Niere; bei M/S-Stereofonie-Aufnahmen sind Achter geradezu unerlässlich. Eines der bekanntesten Mikros mit Achtercharakteristik ist das Neumann U87. Daher: Schön, dass das C-3 das anbietet.

Hier eine Sprachaufnahme (aus 10 cm Entfernung) mit der Achtercharakteristik. Im Vergleich zur Niere aus derselben Distanz ist das Plus an Bass deutlich zu hören und auch im Frequenzgang zu sehen; zudem muss hier auch der Pegel nicht ganz so weit angehoben werden, da der Schall ja reflektiert wird und auch von hinten auf die Kapsel trifft. Allerdings muss man dann darauf achten, dass von der Rückseite keine weiteren Störsignale ins Mikro gelangen.

Da bei der Kugel der Schall aus allen Richtungen aufgenommen wird, ist sie für Sprachaufnahmen wie gesagt nicht die erste Wahl. Kann man machen, aber dann auch nur in ruhigen Räumen. Auch der Nahbesprechungseffekt ist bei weitem nicht so groß wie bei der Niere. So klingt das C-3 dann auch eher etwas flach und mittig.

Wesentlich besser kommt das Behringer C-3 mit der Kugelcharakteristik bei Aufnahmen von akustischen Instrumenten rüber – sehr klar und prägnant. Zum Abschluss hier zwei kurze „Geschrammel“ von mir auf Akustikgitarre und Ukulele: Gar nicht übel, finde ich (der Klang, nicht mein Spiel).

Fazit

Surprise, surprise – für den Preis sind die beiden Behringers wirklich nicht übel. Ein solides Metallgehäuse, das C-3 mit drei Richtcharakteristiken, LowCut und -10 dB-Schalter und im Klang durchaus brauchbar – sofern man bereit ist, unter Umständen noch was nachzuarbeiten oder am Pult per EQ und Gain den etwas dünnen Bassbereich oder den schüchternen Pegel aufzupeppen.

Die mitgelieferten Stativadapter betrachte ich mal eher als nette Beigabe, die sollte man besser durch stabilere und leichter verstellbare Konstrukte ersetzen; einen Pluspunkt dagegen verdient das drei Meter lange USB-Kabel beim Behringer C-1U. Wer Mikrofone für ganz kleines Geld sucht oder ein paar Zweitmikrofone benötigt, bekommt mit dem Behringer C-1U und dem C-3 zwei grundsolide Geräte, mit denen es sich arbeiten lässt. Wunderdinge darf man aber natürlich nicht erwarten.

Plus

  • massive, wertige Gehäuse
  • gute Verarbeitung
  • solider, rauscharmer Klang (bei dem hier und da etwas nachgeholfen werden muss)
  • Niere-, Kugel- und Achter-Richtcharakteristik (C-3)
  • LowCut-Filter (C-3)
  • -10 dB Absenkung (C-3)
  • ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • inkl. Transportbox (C-3)
  • inkl. 3 m USB-Kabel (C-1U)

Minus

  • leichte Schwächen im Bassbereich
  • etwas sehr leise, benötigt viel Gain am Mixer

Preis

  • 34,- Euro (Behringer C-1U)
  • 44,- Euro (Behringer C-3)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    elbonzoseco  

    Music Tribe hat ja nun auch Aston Mics akquiriert, mal schauen was da passiert. Ich hoffe nicht, dass sie einfach ihre alten Mikrophone umlabeln für eine (noch) günstigere Aston Linie.

  2. Profilbild
    whitebaracuda  

    Ok dann setz ich mich mal wieder als erster in die Nesseln:
    Leute, wer solche Mikros kauft zerstört aktiv und bewusst unseren Planeten.
    Schon der Treibstoff um den Mist rund um den Globus zu karren kostet mehr als die dinger kosten.

    Ich habe fertig!

    • Profilbild
      Codeman1965  

      Meine Mikros sind ja ausschließlich aus lokal angebautem Instrumentenbaum-Holz, geliefert mit der Kutsche (1-PS-Hafervergaser), fair gefertigt, nachhaltig, bio-zertifiziert und vegan.
      Genauso wie meine Synths, Gitarren und sämtliche Peripherie.
      Mein gesamtes Hab und gut kann man essen…

      Wir können nur froh sein, daß Firmen wie Behringer nicht noch Autos bauen, Heizanlagen entwickeln, I-Phones produzieren oder (Wahnsinn!) Pauschalreisen in Touristengebiete anbieten! Denn wenn die Menschen das irgendwann auch noch mal nutzen, dann rappelt’s aber im Karton…!

      Helft Alle mit, die tödliche Produktion von Mikrophonen in Weit-Weit-Weg-Land aufzuhalten, denn nichts ist schöner, als am (virtuellen) Lagerfeuer „Blowing in the wind“ auf dem Kamm zu blasen…!

      So, ich muss jetzt wieder los, meinen Fernseher aus Sackleinen zuende nähen…

    • Profilbild
      vssmnn  AHU

      In anderen Teilen der Welt verdient man nicht 2, 3 oder 4000 netto.
      Du darfst nicht von uns ausgehen.
      Wir sind nur ein kleiner nischenmarkt hier in Deutschland. Für dich erscheint das Produkt billig.
      Anderswo sieht man das auch anders.
      Dafür bezahlst du z.b. weltweit den höchsten strompreis, da schütteln andere den Kopf.

  3. Profilbild
    André Wlodarski  RED

    Konntest Du das Mikrofon mal am iPad testen? Oder läuft es vielleicht über einen OTG Adapter auch an Android Handys?

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