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Test: Behringer Control2USB, Monitorcontroller mit Audiointerface

20. Februar 2017

Update des günstig(st)en Controllers

Mit dem Control2USB erweitert Behringer seine Palette an Kombi-Geräten aus Monitorcontroller und Audiointerface. Wie bei Behringer üblich, wird auch bei diesem Produkt – zumindest quantitativ – zunächst einmal geklotzt, die Feature-Liste liest sich vorab bereits sehr gut. Doch wie schlägt sich der Behringer Control2USB in der Praxis? Kann er auch qualitativ überzeugen?

Behringer Control2USB

Der erste Eindruck wiegt

… schwer und groß dazu. Denn mit 39 x 20 x 8,7 cm nimmt der Behringer Control2USB viel Platz auf der Arbeitsfläche ein, das Gewicht liegt bei 2,4 kg. Das Gehäuse des Monitorcontrollers besteht aus einem Kunststoff-Metall-Mix. Ein solider Rumpf aus Metall sowie Seitenteile aus Kunststoff. Die Verarbeitung lässt zunächst keine Kritikpunkte zu, es ist alles passgenau gefertigt, sauber verarbeitet und verschraubt.

Die Bedienoberfläche des Control2USB wird vom 7 cm messenden Lautstärkeregler geprägt. Darum herum liegt ein beleuchteter Zahlenkranz, an dem man sich dank der weißen Markierung auf dem Drehrad grob orientieren kann. Dreht man das Rad auf die Stellung 0 bzw. 100 fällt jedoch auf, dass die Markierung um 1 mm (Stellung 0) bzw. 2 mm (Stellung 100) abweicht, hier stimmen Poti und Zahlenkranz somit nicht ganz überein. Tatsächlich ist das Signal auch erst zu 100% stumm, wenn der Drehknopf auch wirklich am Ende anschlägt. Das Drehrad ist sehr leichtgängig, hier hätte ich mir etwas mehr Schwergängigkeit sowie insgesamt mehr Grip gewünscht.

Links des Lautstärkerads gesellen sich zwei in der Lautstärke regelbare Kopfhörerverstärker aneinander, die zugehörigen Anschlüsse sind praxisgerecht nach vorne hin ausgeführt. Direkt darüber ein weiteres Poti zum Steuern der Lautstärke des Studio-Ausgangs auf der Rückseite, ein zusätzlicher (Monitor-)Ausgang neben den drei Hauptausgängen für die Monitore A, B und C.

Oberhalb des Lautstärkerads befinden sich die drei selbsterklärenden Funktionstasten Mono, Mute und Dim (-20 dB). Rechts das interne Talkback-Mikrofon samt Lautstärkeregler und den zwei Tasten „To 2-Track“ und „To Phones/Studio“, die das Talkback-Signal den entsprechenden Ausgängen zuweist, solange die entsprechende Taste gedrückt ist.

Anschlüsse und Routing

Quer über die Bedienoberfläche zieht sich eine farblich abgesetzte Leiste, über die man zwischen den maximal vier Eingangskanälen wählen kann, wobei Eingangskanal 3 eine Besonderheit aufweist. Ausgestattet ist dieser wie die Eingangskanäle 1 und 2 als Stereo-Kanal (2x 6,3 mm Klinke), allerdings liegt hier zusätzlich das vom Computer zurückkommende USB-Signal an. Um eine Schleife zu vermeiden, kann das Signal, das am Eingang 3 zugeführt wird, nicht über USB am Computer aufgenommen werden.

Kanal 1-3 lassen sich zwischen +4 dBu und -10 dBV umschalten und in der Eingangsempfindlichkeit regeln. Kanal 4 dient dem Anschluss von Cinch-Signalen, hier lässt sich zwischen Line und Phono umschalten, Plattenspieler lassen sich über eine Schraube erden.

Ein Monitor Mix Input erlaubt das Einschleifen eines zusätzlichen Signals, beispielsweise wenn man das DAW-Signal nicht digital über USB, sondern analog einspeisen möchte. So könnte man theoretisch die internen Wandler des Behringer Control2USB umgehen, um auf bestehende Wandler/Audiointerfaces zurückzugreifen. Da hat jemand mitgedacht, sehr gut.

Die Bedienoberfläche bietet neben der Auswahl der Ein- und Ausgangskanäle ein 12-stelliges LED-Meter, das sowohl den Ein- als auch Ausgangspegel anzeigen kann, sehr gut.

Hinsichtlich der Ausgänge ist der Behringer Control2USB sehr weitreichend bestückt. Zunächst einmal lassen sich bis zu drei Studiomonitore über symmetrische Klinkenbuchsen anschließen, auch hier kann man löblicherweise am Control2USB nachregeln, damit die Pegel aller drei Monitore gleich sind. Zusätzlich bietet der Monitorcontroller drei Recording-Ausgänge zum Aufnehmen über externe Recorder/DAW.

Abgerundet wird die Rückseite des Behringer Control2USB mit einem Pedalanschluss, über den man das Talkback-Mikrofon aktivieren kann, sowie den obligatorischen USB-Port. Der Monitorcontroller verfügt über ein internes Netzteil und einen Power On/Off. Zum Lieferumfang gehört ein Stromkabel, USB-Kabel und der Behringer-typische Quick Start Guide in fünf Sprachen.

Die zwei regelbaren Kopfhörerausgänge sind nach vorne hin ausgeführt

Praxis

Vergleicht man die Ausstattung des Behringer Control2USB mit Monitorcontrollern anderer Hersteller, fällt sofort auf: Hier geht eine ganze Menge. So umfangreich und flexibel aufgebaut ist sonst kein anderer Monitorcontroller. Und ja, es fällt natürlich auch gleich die Ähnlichkeit zum Mackie Big Knob bzw. dem Vorgänger Behringer Control1USB auf. Gegenüber diesem spendiert Behringer dem Control2USB übrigens ein spannungsreguliertes VCA-Poti, auf der Behringer Website „true VCA controlled“ genannt. Laut Hersteller resultiert dies in einer noch feiner einstellbaren Lautstärke. Leider war kein 1:1-Vergleich mit dem Control1USB möglich, doch die Einstellungen konnte während des Tests schon zielsicher angefahren werden.

Das Gehäuse besteht aus einem soliden Kunststoff-Metall-Mix

Entsprechend klar und sauber präsentiert sich dann auch der Klang des Behringer Control2USB. Über die gesamte Bandbreite des Volume-Potis steigert sich die Lautstärke gleichmäßig, Probleme mit Verschiebungen im Stereofeld konnte ich während des Tests nicht feststellen. Das Umschalten der Ein- und Ausgänge erfolgt vollkommen störungsfrei.

Der große Vorteil des Control2USB ist die große Flexibilität, so dass das Einsatzgebiet des Monitorcontrollers immens groß ist. Egal, ob man einfach mehrere Studiomonitore ansteuern will, ob man Aufnahmen mit einer Vielzahl von Musikern umsetzen muss, der Behringer Control2USB hat dafür alles an Bord. Somit gibt es an dieser Stelle kaum etwas zu kritisieren. Lediglich der fehlender Anschluss für ein externes Talkback-Mikrofon mag man als Manko sehen. Preislich braucht man gar nicht anzufangen, günstiger geht es definitiv nicht.

Fazit

Der Behringer Control2USB ist ein günstiger Monitorcontroller, der mit der Vielzahl von Anschlüssen und Routing-Möglichkeiten überzeugen kann. Maximal drei Studiomonitore plus Kopfhörer und zusätzlichem Studio-Ausgang lassen sich am Monitorcontroller betreiben, dazu lassen sich alle Signale über USB auf einem Computer aufzeichnen. Ein LED-Meter ist ebenso an Bord wie ein Talkback-Mikrofon. Alles in allem sehr zu empfehlen.

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • großes Einsatzgebiet
  • praxisgerechte Funktionen (Umgehen der internen Wandler möglich)

Minus

  • Markierung Poti

Preis

  • Ladenpreis: 159,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Sokrates  

    Das Teil erinnert mich an mein SPL Crimson. Allerdings kostet das Crimson über 500 ,- Euro.
    Ich bin mit meinem Crimson zufrieden und behalte das Teil.
    Vielleicht könnt Ihr einen Vergleichstest mehrerer Geräte durchführen, wenn Ihr sie schon im Studio habt.

    • Profilbild
      Joezz

      Genau das dachte ich auch. Bin mit meinem Crimson auch sehr zufrieden – ausser, dass er keinen An/Aus Schalter hat. Ein Vergleich wäre interessant!

      • Profilbild
        der-gt

        Das Crimson (V1) hab ich auch daheim.
        Ist es bei euch auch so, dass der Lautstärke Poti im ganz leisen Bereich die Monitore nicht mehr gleich ansteuert (Also eine Box lauter als die andere) und bei voller Lautstärke bzw. kurz davor spinnt der Poti auch ein wenig rum.

        Vorallem wenn z.B. kein Input gewählt wurde, und ich den Lautstärke Poti aufdrehe, passiert (wie es sollte nichts) und bei voller Lautstärke geht das Signal auf einmal durch.

        Ansonsten bin ich mit dem Gerät auch zufrieden, aber der Poti wundert mich doch ein wenig…

  2. Profilbild
    penishead  AHU

    Gerade bei solchen Geräten, die direkt und maßgeblich im Signalweg zur Beurteilung liegen, finde ich nicht wirklich etwas über die Audioqualität im Test. Wenn ich das Teil als Schaltzentrale verwenden würde, und Abhören von mehreren tausend Euros dranhängen, müsste man schon etwas über die Audioqualität, Bauteile oder Messergebnisse schreiben. So steht halt nur im Raum:“ja, das was man reinschickt, kommt auch ungefähr wieder hinten raus.“

  3. Profilbild
    J.Joseph

    Ich habe dieses Gerät und bin sehr zufrieden mit dem Klang und den Möglichkeiten. Probleme gab es Anfangs mit dem USB-Audio, da es zu sehr großen Wiedergabeverzögerungen kam und es somit unmöglich war, über Midi zu Cubase, dann zum Behringer über USB Audio zum Verstärker zu spielen. Da Behringer für dieses Gerät keinen eigenen ASIO Treiber für Windows liefert, habe ich den ASIO4ALL Treiber installiert und die Puffergröße soweit wie möglich minimiert. Danach zeigte Cubase eine Latenz von 5ms an und alles war gut!

  4. Profilbild
    dieter198

    Ich hatte die 1er und die 2er Version. V1 fing nach einem Jahr an zu knistern wenn man die Lautstärke gedreht hat.
    Bei V2 passiert das nur wenn Musik läuft; heißt, dreht man an der Lautstärke wenn es ruhig ist, knistert nichts. Dreht man aber bei laufender Musik, knistert es leider auch wieder.

  5. Profilbild
    Atomicosix  

    Früher gab es den Spruch „Wollen Sie was gutes oder was von Philips“ – für Philips kann man getrost Behringer einsetzen. Was nützen die vielen Features wenn alles relativ schlecht umgesetzt wird. Dann doch lieber weniger aber bitte mit Qualität.

    Das „Knister-Problem“ hatte ich auch bei der V1 Version – ich musste zwei Monate auf das reparierte Gerät warten, aber das war auch das letzte mal…

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