Test: Behringer DCX 2496

Bedienung

Die Bedienung des DCX 2496 ist kinderleicht, da die Menüs sehr gut strukturiert sind. Selbst am Gerät ohne Remotesoftware ist sie übersichtlich. Sollte einmal etwas unklar sein, wird es verständlich in der Bedienungsanleitung erklärt, die in vielen verschiedenen Sprachen als gedrucktes Handbuch beiliegt. Für die gängigen Konfigurationen wie z.B.  stereo 3-Wege Weiche, 3x 2 Wege oder mono 6 Wege sind bereits Presets vorhanden. Man braucht also lediglich unter Setup zuerst das gewünschte Routing auszuwählen. Hier stellt man auch die Art der Verlinkung ein. Typischerweise gibt es ja sehr viele Parameter, die man für beide Stereokanäle gleich setzt und nicht doppelt einstellen mag. Außerdem bietet es sich an, die Trennfrequenzen von benachbarten Bändern zu verlinken. Jeder Eingang kann auf jeden Ausgang geroutet werden. Zusätzlich können zwei beliebige Eingänge summiert werden. Das ist nötig, um Subbässe mono anzusteuern. Leider ist es nicht möglich, Eingänge beliebig zu mischen. Das wäre sehr interessant für viele kleine Clubs, in denen der FOH-Platz nur noch aus einem  Digitalpult besteht, das man dann digital mit dem DCX verbinden kann. Das DJ-Pult könnte dann analog angebunden werden. Jedem Ein- und Ausgang ist auf der Front ein Taster unter der jeweiligen Pegelanzeige zugewiesen. Dieser dient als Mute- und Select-Taste. Mit den Page- und Parameter-Tasten kann man sich komfortabel durch die jeweiligen Menüs der Ein- und Ausgänge navigieren. Die Größe des Displays reicht völlig aus, um den Überblick zu behalten. Neben den eingestellten Werten wird im Display auch immer die Prozessorauslastung gezeigt. Hier wird leider auch schnell klar, wo an dem DCX gespart wurde: Seine Rechenleistung ist nicht groß genug, um in alle Ein- und Ausgängen gleichzeitig alle möglichen 9 parametrischen Filter zu nutzen. Bei ca 20 Filtern ist das Limit erreicht. Ob das eine relevante Einschränkung ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Mit den Store- und Recall-Tasten kann man direkt am Gerät Presets verwalten. Man kann das Gerät mit einem Passwort sowohl komplett als auch teilweise verriegeln. Man kann also das Aufrufen von Presets freigeben, aber die Limiter verriegeln.
In der Praxis befinden sich Frequenzweichen typischerweise im Endstufenrack. Es ist daher wichtig, sie via Laptop fernsteuern zu können. Dies ist mit der kostenlosen Remotesoftware DCX 2496 Remote über RS 232 oder RS 485 möglich. Leider haben nicht mehr viele Laptops RS 232 Schnittstellen. Man ist daher auf USB zu RS 232 Adapter angewiesen. Diese zu einer Verbindung mit dem DCX 2496 zu überreden, hat mich schon einige Geduld gekostet. Wie „Plug and Play“ hat sich das nicht angefühlt.

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Aber nachdem diese Hürde jedoch überwunden war, stellte sich die Steuerung als sehr komfortabel dar, es kann in beiden Richtungen synchronisiert werden. Presets können mit der Software auf dem Computer und im Gerät gespeichert werden. Die Software ist sehr übersichtlich und erklärt sich wirklich von selbst.

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Da für die Funktion der Remotesoftware nicht alle Pins der RS232 Buchse benötigt werden, ist es möglich, auf XLR zu adaptieren und so das Multicore zur Verbindung von Laptop und Weiche zu verwenden. Dazu müssen Pin 5 der Sub D-Buchse auf Pin 1 der XLR-Stecker, Pin 2 auf 2 und 3 auf 3 verlötet werden. Pin 7 und 8 werden auf Computerseite gebrückt. Ich habe diese Möglichkeit hier heute erfolgreich für Leitungslängen über 100m getestet.

Forum
  1. Profilbild
    Charmaquest

    Interessant in diesem Zusammenhang könnten auch die neuen iNuke Systemendstufen von Behringer sein. Ähnliche Funktionen sind direkt in den Endstufen integriert, per USB fernsteuerbar. Sollten diese endlich verfügbar sein würde ich mich über einen Test an dieser Stelle freuen. ;-)

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    5 Sterne für ein Gerät, das jeden Cent wert ist!

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