Test: Behringer, DX2000USB, Mischpult

Erster Eindruck

Nach dem Auspacken des Mixers verschaffte ich mir einen ersten optischen Eindruck. Die schwarz lackierte Oberfläche schien mir nicht zu glänzend, aber auch nicht zu matt zu sein, so dass keine Blendwirkung entsteht, insbesondere wenn man eine (nicht im Lieferumfang enthaltene) Schwanenhalslampe an die vorhandene BNC-Buchse anschließt.

Leider musste ich feststellen, dass der an der linken Seite angebrachte Rackwinkel für den Einbau in ein 19 Zoll Case wohl bei der Endlackierung nicht berücksichtigt wurde, denn er war gegenüber dem rechten Winkel von der Oberfläche her wesentlich rauer, und der rechte Winkel hatte an der Unterseite eine scharfe Kante, an der man sich evtl. verletzen kann. Wenn der Mixer im Rack eingebaut ist, fällt das nicht mehr auf, aber es bleibt ein kleiner kosmetischer Fehler. Nach Aussage von Behringer wird dies nachgebessert. Des Weiteren haben alle Fader keine Staubschutzlippen, das ist sehr schade, denn mit der Zeit setzt sich Staub im Inneren ab, der die Funktionstüchtigkeit der Regler sicherlich nicht positiv beeinflussen wird. Außerdem kann es im „heißen Gefecht“ schon mal passieren, dass ein Bierglas (hoffentlich nicht!) darüber kippt. Ich möchte nicht erleben, was dann passiert!

Der Mixer mit seinem Gewicht von 6,5 kg in einem Vollmetall-Gehäuse steht auf 4 rutschsicheren angeklebten Gummifüßen, die ruhig etwas höher sein könnten, um Kabel unter dem Pult besser durchführen zu können. Lüftungsschlitze sind zwei an der Unterseite und zwei an den vorderen Seitenwangen vorhanden.

Das Pult von der Seite

Das Pult von der Seite

Der Mixer kann sowohl als Pultgerät als auch in einem 19 Zoll Rack (8 HE) eingebaut zum Einsatz kommen. Vorn beträgt die Höhe 6 cm, während am Heck bereits 15 cm erreicht werden, dadurch hat das Bedienfeld einen Winkel von 15 Grad. Alle Bedienelemente sind leicht erkennbar und gut zu erreichen. Insgesamt hinterlässt der Mixer einen aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck ohne irgendwelche optischen „Schnörkeleien“. Potis, Fader und Taster haben zueinander ausreichend Platz, um „Fehlgriffe“ zu vermeiden. Die Beschriftungen dürften auch bei etwas weniger Licht gut lesbar sein. Die Aufteilung der Baugruppen zeigt ein aufgeräumtes Bild. Die ersten beiden Drittel von links sind den Kanalzügen vorbehalten, während das rechte Drittel von den Sektionen Monitoring, Crossfader und Talkover beherbergt wird.

Viele LEDs geben den Betriebszustand wieder

Viele LEDs geben den Betriebszustand wieder

Mit dem Einschalten des Mixers erwachen jede Menge Leuchten auf dem Pult. Das Gravierendste ist das blaue Logo von Behringer auf der Aussteuerungsanzeige. Alle Eingänge werden durch eine farbig leuchtende LED markiert. Hier hätte ich mir allerdings gewünscht, dass nur die LED des jeweiligen Eingangskanals leuchtet, an dem auch tatsächlich eine Signalquelle angeschlossen ist. Aber bei dem Preis des Gerätes kann man das nicht erwarten. Mir erschien die Leuchtstärke der LEDs doch recht stark; ich fühlte mich schon fast geblendet, insbesondere, wenn es „schummeriger“ wird; aber eine Leuchte über dem Pult (die ich zum Glück besaß) relativierte das Ganze wieder. Dies ist sicherlich ein subjektiver Eindruck vom Autor, jeder mag das für sich entscheiden.

Der gesamte Mixer aus Sicht des DJs

Der gesamte Mixer aus Sicht des DJs

Kanalzüge

Alle Eingangskanäle starten im Norden mit einem Taster, der zwischen den beiden rückseitig möglichen Signalquellen umschaltet. Welche Quelle gerade gewählt ist, signalisieren zwei entsprechend beschriftete LEDs. Jeder Zug verfügt darüber hinaus über einen Gain-Regler nebst zwei LEDs, wovon die grüne über anliegende Signale Auskunft gibt, die rote hingegen vor Übersteuerungen warnt. Alle Kanäle verfügen über einen PFL-Taster (Pre Fader Listen), mit dem sich das Signal vorhören lässt und schließen mit 100-Millimeter-Fadern ab. Ein leichtes Übersprechen zwischen den Kanalzügen konnte ich feststellen, ist aber zu vernachlässigen.

Forum
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    VEBFilm

    Also ich finde Euch ja ganz toll. Die Tests, was Ihr testet, wie und überhaupt. Und dann noch für lau… klasse.

    Aber wieso beginnen gefühlte 110% der Tests mit dem Prolog “ Der Postbote , das Paket und ich ! „.
    Ja ich weiß, UPS Männer schwitzen , wenn sie 50kg in den 149.zigsten Stock schleppen müssen. Und ja, Pakete sind 4-eckig und meist aus Pappe. Aber irgendwie… hach ihr wisst schon : Bitte, bitte entsagt Euch diesem Zustell-Fetish .. ja ?

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      AMAZONA Archiv

      Der Test beginnt mit dem Paketboten was ja fast alles sein kann. Die Post kommt erst später ins Spiel. :-))

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    sir stony

    Zugegeben, der Preis ist für’s Gebotene einfach unglaublich budgetschonend.
    Aber hier werden doch soviele kleinere und z.T. auch essentielle Schwachpunkte angeführt, dass ich das Gesamturteil mit 3 Sternen definitv unangebracht finde.
    -Staubschutzlippen sind imho ein Muss für einen ernsthaften DJ Mixer und kosten so gut wie nichts in der Herstellung.
    -EQs mit nur +6db sind verdammt schwach, +10 sollten es mindestens sein, die Masse der Konkurrenz bietet 12-15db.
    -EQ bypass nicht pegelneutral
    –Nicht störgeräuschfreie Phonoeingänge sind an einem DJ Mixer ein K.O. Kriterium für jede ernsthafte Anwendung, gerade in Anbetracht der hohen Verstärkungsfaktoren angeschlossener PA Systeme.
    -keine schnelltauschbaren Fader. Wenigstens dem Crossfader hätte man diese Möglichkeit verpassen sollen.
    -Faderkappen aus dem Studiobereich. DJ Mixer sollten vorzugsweise alle solche Faderkappen haben wie der Crossfader für mehr Bediensicherheit im hektischen Betrieb.
    -wenig Headroom/Übersteuerungsfestigkeit

    …und noch einige andere Punkte, aber das hier soll ja kein Bashing werden.
    In anderen Aspekten hat man offenbar Dinge richtig gemacht, die man bei einigen Konkurrenten vergeblich sucht, wie z.B. die (gut gewählten) Inserts, FX Loop, einzelne Masseschrauben für die Kanäle, aufgeräumte Oberfäche, gut zugängliche Anschlüsse. Die in der Zusammenfassung angeführte Phantomspeisung sehe ich allerdings nirgends bestätigt, weder gibt es einen Schalter dafür, noch steht davon irgendwas im Manual, soweit ich sehe. Sehr schade.
    Dann gibt es auch wieder ein paar Dinge, die ich für schlichtweg „an der Praxis vorbei“ halte, wie die Main Boost Funktion, die dominanten Trackstart Knöpfe an den 5 Line Kanälen, oder die getrennten L/R Master Fader.

    An sich hat man hier einen starken Herausforderer der großen Mixersparte am Start, aber das Featureset ist für den üblichen Einsatz in der Branche recht seltsam. Ich wüsste so nicht, welchem Kundenkreis man das Gerät empfehlen sollte, trotz des sehr günstigen Preises.
    Aber großes Lob für den umfangreichen und recht gründlichen, informativen Test, der einige der wichtigsten Schwächen nicht ungenannt lässt. Da hoffe ich in Zukunft noch mehr von Hernn Gentemann lesen zu können!

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      AMAZONA Archiv

      Vielen Dank fürs Lob. Das Merkmal „Phantomspeisung“ ist auf der Herstellerseite (siehe Link am Ende des Berichtes) nachzulesen; im Manual steht nichts davon geschrieben; ich konnte allerdings nicht testen, da ich kein Kondensatormikrofon besitze. Schaltbar ist sie auch nicht.

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