Praxis
Bei Einspeisung eines Signals eröffnet sich erwartungsgemäß durch den einfach gehaltenen Volumeregler eine rudimentäre Problematik in Sachen Eingangspegel. Starke Signale zerren recht früh und können durch einen fehlenden Gain-Regler leider nicht im Signalfluss optimal angepasst werden, da hilft auch die Peak-Anzeige wenig.
Hält man die Aktivbox leistungstechnisch im unteren Drittel, muss man ihr einen unaufdringlichen, ausgewogenen Klang attestieren. Befindet man sich im unmittelbaren Sweetspot der Box, werden alle Frequenzen relativ gleichmäßig wieder gegeben, was sich allerdings bereits bei einer Seitenbewegung von ca. 50 cm radikal ändert. Ab hier ist das Hochtonhorn Frequenz-technisch faktisch nicht mehr vorhanden und auch der Woofer verliert Einiges an direktem Punch.
Fährt man die Konstruktion jedoch an ihre Leistungsgrenze, welche mit 90 Watt relativ schnell erreicht ist, entpuppt sich die Wiedergabe schlagartig als sehr harsch und ungeschmeidig. Der Einsatz der F1220A Eurolive bleibt somit eher der moderaten Bühnenlautstärke bei kleinen Clubraum-Verhältnissen vorbehalten. Ein dynamisch aufspielender Drummer wird sich hiermit nur schwer übertönen lassen.
Klanglich sind die Filter der Konstruktion für den aufgerufenen Preis als ordentlich zu bezeichnen, können aber im direkten Vergleich zu anderen Budget Produkten wie zum Beispiel Mackie nicht mithalten. Während der Bassregler noch sehr geschmackvoll zu Werke geht, wissen Mitten-Bandpass und Höhen-Shelving nur im oben genannten Rahmen zu überzeugen. Bei linearer Einstellung lässt sich ein guter Pegel erzielen, hebt man aber insbesondere die Bässe etwas an, geht der relativ leistungsschwachen Endstufe schnell die Puste aus.
Gut gefiel mir die Komplettlösung zum Beispiel für die schnelle Beschallung in der Fußgängerzone, an Verkaufsständen oder ähnlichen Einsatzgebieten, wo es primär um eine schnelle und unkomplizierte Beschallung und weniger um eine ausgereizte Klangkultur geht. Hier punktet der F1220A Eurolive ganz deutlich. Gut gefallen konnte auch das Notchfilter, welches zwar durch einen sehr heftigen dB Einsatz den Klang der Konstruktion entschieden verändert, jedoch ebenso entschieden auch dem Feedback zu Leibe rückt, immer voraus gesetzt, der User weiß, wie er den Regler zu bedienen hat.


























