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Test: Behringer JN-80 analoger Synthesizer nach Roland Juno-60

Billig oder preiswert?

8. Juli 2026
Behringer JN-80 Analoger Synthesizer nach Roland Juno-60 Test

Test: Behringer JN-80 analoger Synthesizer nach Roland Juno-60

Der Behringer JN-80 hat eine lange Geschichte. Von einer verrückten Idee, die dann doch im Behringer Deepmind 12 mündete, Jahre später hin zum Neptune 80 und 2026 schließlich zum Behringer JN-80, einem Roland Juno-60 Klon, der dem wohl beliebtesten Synth der 1980er-Jahre neues Leben einhauchen soll – und das zum Taschengeldpreis. Wir haben ein Exemplar ergattern können und ausprobiert: Bringt der Behringer JN-80 die Juno-60 Vibes ins Jahr 2026?

Kurz & knapp

Was ist es? Behringer JN-80, ein analoger Synthesizer und Klon des Roland Juno-60 mit 49 Tasten, 8 Stimmen und erweitertem Funktionsumfang zum Taschengeldpreis.

  • Klang: Authentische Roland Juno-60 Sounds mit typischen 80er-Jahre-Flächen, Bässen und perkussiven Klängen.
  • Verarbeitung: Fühlt sich billig an – schwammige Tastatur, unzuverlässige Taster und ein Pitch Bender, der hängen bleibt.
  • Erweiterte Features: MIDI, USB, Velocity, Aftertouch, polyphones Portamento und 400 Speicherplätze bieten deutlich mehr als das Original.
  • Menu Diving: Viele Funktionen verstecken sich in Untermenüs und untergraben die unmittelbare Bedienästhetik des Vorbilds.
  • Fazit: Klanglich überzeugend, aber aufgrund mangelhafter Bespielbarkeit und Verarbeitung nur eingeschränkt empfehlenswert – wer kann, greift zum Roland Juno-X.
Bewertung

Behringer JN-80

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors

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Behringer JN-80 Synthesizer

Behringer JN-80 Analoger Synthesizer nach Roland Juno-60 Test

Kinder, ich habe den Juno geschrumpft!

Bevor wir uns den Behringer JN-80 Synthesizer näher anschauen, sollten wir das Rad der Zeit etwas zurückdrehen bis ins Jahr 1982. Wir befinden uns noch ein Jahr, bevor der Yamaha DX-7 das Aus der analogen Synthesizer einläuten sollte. Roland war noch komplett im analogen Zeitalter verhaftet, obwohl dessen Vorboten bereits zu sehen waren beziehungsweise auch zu hören, denn erste sündhaft teure digitale Synthesizer waren bereits am Markt.

Roland Juno-60

Das größte Problem analoger Synthesizer waren die wenig stimmstabilen Oszillatoren. Diesem Problem wollte man bei Roland begegnen und stattete den neuen Roland Juno-6 getauften Synthesizer mit digital gesteuerten Oszillatoren (DCOs) aus. So war es endlich möglich, analoge Synthesizer ohne Nachstimmen auf der Bühne zu betreiben. Der Roland Juno-6 war zudem sechsstimmig spielbar.

Was außerdem noch ein Wunsch vieler Musiker war, waren Speicherplätze für ihre Sounds, um auf Tour schnell zwischen verschiedenen Presets wechseln zu können. Diesem Wunsch kam Roland mit dem Roland Juno-60 nach. Der Synthesizer sollte außerdem bezahlbar sein, was der Roland Juno-60 mit einem Verkaufspreis nur knapp über der magischen 3.000,- DM Grenze auch war.

Um die Kosten gering zu halten, musste aber irgendwo gespart werden. Ein Moog Minimoog benötigte für eine einzelne Stimme gleich drei Oszillatoren, die zusammen mit seinem Ladder-Filter für den druckvollen Sound zuständig sind. Für einen polyphonen Synth mit drei Oszillatoren und mit sechs Stimmen müsste diese Anzahl um den Faktor 6, also auf 18 Oszillatoren, erhöht werden. Viel zu aufwändig und zu teuer für die gewünschte Preisregion. Roland entschied sich deshalb für einen anderen Weg:

Der Roland Juno-60 verfügt über sechs Stimmen mit je einem Oszillator. Dieser erzeugte die Schwingungsformen Sägezahn und Puls (inklusive PWM). Außerdem gab es einen Suboszillator sowie Rauschen. Würde man normalerweise für einen fetten und schwebenden Sound mindestens zwei Oszillatoren einsetzen und diese leicht gegeneinander verstimmen, setzte Roland stattdessen einen auf der preisgünstig zu realisierenden Eimerkettenspeicherung basierenden Chorus mit zwei verschiedenen Presets ein. So war dann der Roland Juno-60 insbesondere beim polyphonen Spiel trotzdem in der Lage, dichte und schwebende Sounds zu erzeugen.

Zugleich ist es dieser Choruseffekt, der dem mit nur einem Oszillator pro Stimme ausgestatteten Synthesizer seinen besonderen Klangcharakter gibt. Ebenfalls klangbestimmend sind das 24 dB/Oktave Low-Pass-Filter mit Resonanz sowie das vierstufige High-Pass-Filter.

Eine ADSR-Hüllkurve sowie ein LFO rundeten die im Vergleich zum Jupiter-80 spartanische Ausstattung ab. Immerhin gab es noch einen einfachen Arpeggiator (Up, Down, Up & Down), den üblichen Bender als Spielhilfe sowie eben die genannten Programmspeicher.

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Einen versteckten Unisono-Modus gibt es trotzdem: Dazu muss man beim Einschalten die Key-Transpose-Taste gedrückt halten und den Arpeggiator in die Stellung „Up“ bringen. Das Unisono klingt allerdings wegen der DCOs und der aufgrund der Stimmstabilität ausbleibenden Schwegung langweilig und kaum brauchbar. Außerdem wäre die Nutzung auf der Bühne reichlich umständlich. Vergessen wir also besser schnell wieder, dass es diesen versteckten Modus gibt.

Anders als der Behringer Deepmind 12

Manch ein Leser hat sich vielleicht gefragt, warum Behringer nach dem Behringer Deepmind 12 (und Deepmind 6) noch ein weiteres Keyboard in Anlehnung an einen Roland Juno-Synthesizer produziert. Schließlich war der Deepmind 12 so etwas wie ein moderner Juno-106 und es gibt durchaus viele Stimmen, die ihm einen Juno-ähnlichen Sound bescheinigen.

Der Roland Juno-60 als Vorgänger des Juno-106 ist dennoch ein beliebter Synthesizer und viele Kenner würden ihn dem Juno-106 vorziehen, obwohl letzterer schon MIDI-fähig war und auch noch andere Vorzüge hatte. Beide sind zwar ähnlich und können im Prinzip die gleichen Sounds erzeugen, klingen aber doch etwas anders. Der Roland Juno-60 klingt wärmer und etwas voller, der Roland Juno-106 etwas aggressiver und moderner. Beide haben sich zweifellos einen Platz auf den vorderen Rängen der beliebtesten Synthesizer im Pop erspielt.

Mit dem Behringer JN-80 zielt Behringer nun gezielt auf die vielen Fans des Roland Juno-60 und dessen Klangcharakter.

Äußeres Erscheinungsbild

Fast 45 Jahre später

Kehren wir zurück in die Gegenwart und zum Behringer JN-80. Dieser sieht nach dem Auspacken dem Roland Juno-60 zumindest ähnlich. Das Gefühl, hier ein stabiles und wertbeständiges Instrument vor sich zu haben, stellt sich aber nicht ein. Der Roland Juno-60 wiegt mit seinem Gehäuse aus Metall und den Holzseitenteilen satte 12 kg, der Behringer JN-80 knapp 7 kg. Doch erinnern wir uns einen Moment an den Preis: Richtig, da war doch was.

Der Behringer JN-80 wirkt zudem wie ein geschrumpfter Roland Juno-60, was nicht zuletzt an der fehlenden Oktave der Tastatur liegt. Statt 61 Tasten haben wir hier nur 49 Tasten. Warum sich Behringer ausgerechnet hier zum Sparen entschlossen hat, kann ich nicht verstehen. Stattdessen hat man ihm zwei Stimmen mehr gegönnt. Gut.

Ansonsten wurde die Optik oberflächlich betrachtet gut getroffen. Man erkennt das legendäre Vorbild sofort. Die Seitenteile des Behringer JN-80 wirken eher nach Plastik als nach Holz. Infos dazu konnte ich auf der noch recht spärlichen Behringer-Produktseite noch nicht finden. Vermutlich werden die Daten noch ergänzt.

Behringer JN-80 Analoger Synthesizer nach Roland Juno-60 Test

Seitenteile

Allerdings hat Behringer auch Funktionen hinzugefügt, wie man unschwer direkt auf der linken Seite der Bedienoberfläche unter „Functions“ erkennen kann. Hier gibt es dann nämlich einen Poly-, Duo- und Unisono-Mode zur Auswahl. Es folgen weitere kleinere Änderungen in den einzelnen Sektionen, obwohl diese funktionell dem Vorbild entsprechen. So wurden drei Taster in der DCO-Sektion statt nebeneinander vertikal angeordnet. Das gilt auch für die drei Taster der Chorus-Sektion.

Behringer JN-80 Analoger Synthesizer nach Roland Juno-60 Test

Die Memory-Sektion heißt jetzt Programmer und es gibt ein größeres Display. Die Taster zum Bedienen des Kassetten-Interface benötigen wir im Jahr 2027 glücklicherweise nicht mehr. Außerdem hat der Behringer JN-80 etwas, was der Roland Juno-60 (noch) nicht hatte: nämlich MIDI und natürlich auch USB, was damals noch gar nicht erfunden war. Der Roland Juno-60 hatte noch einen Vorläufer von MIDI, die DCB-Schnittstelle. Erst der Nachfolger Roland Juno-106 war mit MIDI ausgestattet.

Behringer JN-80 Analoger Synthesizer nach Roland Juno-60 Test

Schaut man sich die Programmer-Sektion genauer an, sticht auch ein Wort ins Auge, das auf ein weiteres Feature schließen lässt, das der Roland Juno-60 nicht hatte, nämlich polyphones Portamento. Das macht den Behringer JN-80 zusammen mit seinem Unisono-Modus deutlich tauglicher für Lead Sounds als es der Roland Juno-60 war/ist.

Die Tastatur des Behringer JN-80 ist anschlagdynamisch spielbar und besitzt Aftertouch – beides besaß der Roland Juno-60 nicht. Hoffentlich kann man beides auch abschalten, denn wenn man auf den Roland Juno-60 und ein authentisches Spielgefühl steht, wäre das eher hinderlich.

Anschlüsse

Anschlussseitig stehen uns auf der Rückseite des Behringer JN-80 MIDI In/Out/Thru, ein CV-In, ein Sustain-Pedalanschluss, eine USB-2.0, Typ-B-Buchse, die L/R-Main-Ausgänge, Sync In (TRS), ein Kopfhöreranschluss sowie der Anschluss für das Netzkabel zur Verfügung. Außerdem entdecke ich auf der Rückseite noch einen Tune-Regler.

MIDI und erweiterter Funktionsumfang

Anders als der Roland Juno-60 ist der Behringer JN-80 komplett per MIDI steuerbar, was im modernen Produktionsumfeld ein Segen ist. Außerdem kann er über die Synthtribe-App konfiguriert werden. Auch Firmware-Updates sind darüber möglich.

Der erweiterte Funktionsumfang führt leider auch zu einem Umstand, den es beim Original nicht gab: Menu-Deep-Diving. Viele Funktionen verstecken sich nämlich in den Menüs des Programmers, zum Beispiel die Einstellungen für das Portamento. Auch die Modulationsmöglichkeiten über Velocity und Aftertouch, die der Roland Juno-60 nicht besaß, müssen über die Display-Navigation vorgenommen werden.

All das würde mich nicht stören, wenn es sich um Funktionen handelte, die man nur einmal konfiguriert und dann vergisst. Allerdings sind hier doch einige Dinge dabei, die man bei der Sound-Programmierung benötigt, so z. B. auch die erweiterten LFO-Funktionen des Modulationsrades oder auch der Hüllkurve (Kurventyp, Triggerverhalten).

Ich möchte nicht zu viel darüber meckern, aber ein großer Teil des Flairs eines Roland Juno-60 ist neben seinem Sound eben die einfache und sehr unmittelbare Bedienästhetik. Genau diese geht dem Behringer JN-80 aber verloren, möchte man die erweiterten Funktionen nutzen.

Behringer JN-80 Analoger Synthesizer nach Roland Juno-60 Test

Presets

Der Behringer JN-80 kommt mit 200 Presets, von denen 100 Sounds von Ultimate Patches entworfen wurden, die die Möglichkeiten des Synthesizers präsentieren sollen. Weitere Sound-Packs kann man auf der Website von Ultimate Patches käuflich erwerben.

400 Presets lassen sich zudem speichern – gegenüber 56 User-Speicherplätzen beim Roland Juno-60.

Erster Eindruck

Billig.

Das ist kein Behringer-Bashing, sondern einfach eine Tatsache. Der Behringer JN-80 fühlt sich billig an und selbst einige der deutlich günstigeren Behringer Desktop-Synthesizer sind besser verarbeitet. Was stört?

Tastatur

Die Tastatur ist schwammig und es ist kein artikuliertes Spiel darauf möglich. Ich spiele seit über 45 Jahren Keyboards und Orgeln und habe Klavier studiert. Ich kenne also viele unterschiedliche Tastaturen, ob nun Synthesizer-Tastaturen oder Orgeltastaturen diverser Hersteller von den 1980ern bis heute oder eben Klavier- und Flügeltastaturen beziehungsweise deren Derivate in Digitalpianos. Noch nie ist mir eine so unpräzise Tastatur unter die Finger gekommen.

Ein Beispiel. Spiele ich im polyphonen Modus einen Dreiklang, ist es Glücksspiel, ob nun alle drei Töne oder nur zwei erklingen. Das lässt sich auch schön im Display ablesen, denn dort werden die gerade aktiven Voices angezeigt.

Schnelles und präzises Spiel, z. B. von Sechzehntel-Läufen oder Bässen ist ebenfalls kaum möglich. Es ist mir beim besten Willen nicht gelungen, auf dieser Tastatur sauber zu spielen.

Mittlerweile gibt es erste Kommentare von Käufern dazu im Internet. Hier ein Zitat aus einer Thomann-Bewertung:

[..]bei der Tastatur kamen mehrere Töne nicht zuverlässig bis gar nicht bei subtilerem Anschlag. Das ist leider ein No-Go! Daher musste das Gerät nach einem Tag schon wieder zurück. Die Tastatur scheint mir generell der größte Schwachpunkt zu sein, da ich mir vorstellen kann, dass diese bei intensivem und vielleicht auch etwas härterem Spiel (z.B. in live-Situationen) nicht wirklich lange standhält. Schade, ansonsten ein wirklich toll klingender Synthesizer.“ Quelle: Thomann, Kunde Butziolm, 01.05.2026

Auch auf sequencer.de bestätigt Nutzer Scenturio diesen Eindruck. Auch die gezeigten weiteren Probleme führt er ebenfalls auf.

Wichtiger Hinweis: Die Probleme mit der Tastatur wurden uns mittlerweile von Behringer und vom Musikhaus Thomann bestätigt. Laut Behringer gab es ein Problem mit einem Drittunternehmen, das mit Fertigung und Zusammenbau der Tastatur beauftragt wurde. Man geht davon aus, dass derzeit rund 500 Keyboards von diesem Problem betroffen sein könnte und hat die Produktion und Auslieferung gestoppt, um das Problem zu untersuchen und zu beheben. Leider stehen anders als zunächst berichtet Thomann derzeit keine Austauschtastaturen zur Verfügung, sodass unser Testgerät nicht zeitnah repariert werden kann. Auch ein Austauschgerät steht nicht zur Verfügung. Sobald wir die Gelegenheit zu einem neuerlichen Test eines Behringer JN-80 mit neuer Tastatur haben, werden wir den Testbericht entsprechend anpassen.

Taster

Hier gilt das, was auch für die Tastatur gilt: Sie sind schwammig, haben vor allem nach unten hin zu viel Spiel und reagieren schlecht. Möchte man sie halbwegs sicher bedienen, drückt man besser mit dem flachen Finger auf die Taster, denn beim Drücken mit der Fingerkuppe hat man eine 50:50 Chance, ob der gewünschte Vorgang nun ausgelöst wird oder eben nicht.

Pitch Bender

Der Pitch Bender ist nicht nutzbar. Warum? Er bleibt nach einem sanfteren Aufwärtsbend oft einfach hängen und bewegt sich nicht in die Mittelposition zurück. Das Ergebnis ist eine nach oben verschobene Tonhöhe. Will man nicht, braucht man nicht. Er fühlt sich zudem auch nicht gut an und wirkt im Vergleich zu einem Roland-Bender billig. Ich traue ihm bei regelmäßigem Gebrauch kein langes Leben zu.

Behringer JN-80 Analoger Synthesizer nach Roland Juno-60 Test

Der Pitch Bender bleibt manchmal einfach abseits der Mittelposition stehen, was dann für nach oben verstimmte Sounds sorgt

Behringer JN-80 Analoger Synthesizer nach Roland Juno-60 Test

Der Pitch Bender wirkt außerdem wirklich billig und dürfte heftige Pitch-Bending-Orgien kaum langfristig überstehen

Die Schieberegler und Kippschalter hingegen sind in Ordnung. Hier kann man sich nicht beschweren.

Funktionelle Probleme

Neben den beschriebenen mechanischen Problemen gibt es aber auch einige funktionelle Probleme, die man kennen sollte:

Volume-Regler

Der Volume-Regler ist ebenfalls problematisch. Vor der 12-Uhr-Position ist er zu fein aufgelöst. Man hat das Gefühl als geschehe nicht viel, wenn man daran dreht. Nach der 12-Uhr-Position hingegen ist er zu grob aufgelöst und entweder schickt man viel zu viel Pegel raus oder zu wenig.

Encoder

Der gerasterte Encoder bietet leider nur eine Geschwindigkeit bei der Werteeingabe. Das ist solange kein Problem, bis man einen Patch-Namen vergeben möchte. Hier sollte per Firmware-Update nachgebessert werden.

Synthtribe App

Das Zusammenspiel mit der Synthtribe App ist, wie leider bei vielen anderen Behringer-Produkten, aktuell ein Trauerspiel. Das laut App erforderliche Update wird nicht durchgeführt. Zwar startet der Update-Vorgang, der Behringer JN-80 signalisiert diesen auch und startet nach einiger Zeit neu, allerdings bleibt es bei der alten Firmware (0.7.5) und die App hängt sich auf. Sie bleibt bei 1 % stehen und muss neu gestartet werden.

Ändert man in der Synthtribe App etwas, reagiert zwar auch der Synth, stellt sich aber nach wenigen Aktionen automatisch auf den Klang D-19, unabhängig davon, was in der App eingestellt ist.

Behringer JN-80 Synthesizer Synthtribe App

Ewige Baustelle Synthtribe App

Voice Settings

Ruft man verschiedene Presets auf, wird manchmal nicht angezeigt, in welchem Voice-Modus man sich gerade befindet. Oft leuchtet keine der drei LEDs neben Poly, Duo oder Unisono auf. Es klingt dann auch nicht so, als würde einer dieser Modi benutzt.

Der Grund ist der, dass es mehr als drei Voice-Modi gibt: Poly, Duo, Uni, Quad, Mono. Quad und Mono lassen sich aber nur über das Menü des Programmers aktivieren. Sind diese aktiviert, leuchtet keine der drei LEDs mehr. Man sieht also beim Aufrufen eines Presets nicht, welcher Voice-Modus gerade aktiv ist, wenn es nicht Poly, Duo oder Uni ist.

Außerdem störend ist, dass keine Lautstärkekompensation stattfindet, wenn man in den Duo oder Unisono Modus wechselt. Es findet gefühlt vom Poly zum Duo Modus ein Verdopplung der Lautstärke statt und zum Unisono-Modus erneut. Ein Sound ist im Unisono-Modus also gefühlt viermal so laut wie im Poly-Modus. Einige Sounds quittieren das Umschalten dann auch mit Verzerrungen.

Klang

Klingt der Behringer JN-80 wie ein Roland Juno-60?

Schon nach dem Einschalten hört man die typischen Sounds der 1980er-Jahre, für die der Roland Juno-60 berühmt geworden ist. Schöne Flächen, nette polyphone Synth-Keys-Sounds, tiefe Bässe, perkussive Sounds, dünne Sounds mit viel Filterzwitschern, die gerne in Popsongs verwendet wurden. Ich habe für euch zunächst die einzelnen Sektionen durchprobiert und dann noch einige der Presets und ein oder zwei selbst erstellte Sounds kurz angespielt.

Ich habe keinen Roland Juno-60 hier und kann nur mit Plug-ins oder Sounds aus dem Internet vergleichen. Für meine Begriffe klingt bei der Kombination aus Sägezahn und Puls die Pulsschwingung etwas zu laut und der Sägezahn nicht aggressiv genug. Aber das müssen wir bei einem Vergleich mit dem Original, das Franz Kreimer zu einem späteren Zeitpunkt vornehmen wird, klären.

Hört selbst:

Aus heutiger Sicht klingt es aber auch irgendwie alles angestaubt. Baue ich einen ähnlichen Sound mit meinem Roland Fantom und der Juno-106 Model Expansion, klingt der Grundklang auch nicht anders und durch die vielen integrierten Effekte wird alles gleich deutlich brauchbarer. Gleiches gilt für meinen alten digitalen Roland Jupiter-80, der ebenfalls hervorragend durch unterschiedliche Filtertypen Sounds im Juno-60 Stil nachahmen kann, und erst recht für die guten Plug-ins, die sich das Thema Roland Juno-60 vorgeknöpft haben.

Aber Plug-ins fühlen sich doch anders an als Hardware, das macht doch keinen Spaß.

Richtig, der Behringer JN-80 hat natürlich aufgrund der Bedienelemente einen Vorteil gegenüber einem Plug-in. Aufgrund der genannten Nachteile hinsichtlich der Verarbeitung und dem „Menu Diving“ für erweiterte Funktionen ist dieser Vorteil aber weitaus geringer als ursprünglich gedacht. Ein gutes Controller-Keyboard mit angepasstem Mapping und vernünftiger Tastatur dürfte sich nicht weniger gut anfühlen, wenn man damit ein Plug-in im Studio steuert.

Alternativen

Neben dem Gebrauchtkauf (der aktuelle Marktpreis liegt je nach Zustand bei um die 2.000,- bis 2.200,- Euro VB) sei vor allem auf die digitalen Roland Synthesizer verwiesen.

Einen „modernen“ Juno-60 mitsamt einem Juno-106 bekomt man mit dem Roland Juno-X, der aber dreimal teurer als der Behringer JN-80 ist. Dafür klingt dieser Synthesizer allerdings fantastisch und geht in seinem Funktionsumfang weit über das hinaus, was ein Roland Juno-60 oder Behringer JN-80 zu leisten vermögen. Außerdem fühlt er sich deutlich besser an, hat eine hochwertigere Tastatur und ist für mich das bühnentauglichere Instrument.

Das kleine Roland JU-6A Boutique-Modell klingt zwar sehr gut, besitzt aber nur vier Stimmen. Die Reglerwege sind deutlich kürzer und alles ist dichter beisammen.

Die letzte Alternative bleibt ein Plug-in wie zum Beispiel den TAL-U-NO-LX, zusammen mit einem vernünftigen Keyboard-MIDI-Controller.

Meine Empfehlung an Musiker, die gerne ein Instrument und kein Plug-in möchten, ist, den Roland Juno-X zu kaufen. Ich würde lieber etwas länger sparen und ein solides Instrument besitzen als zwar einen unter der Haube analogen Synthesizer, der aber rein äußerlich billig wirkt, sich nicht gut anfühlt und deshalb auch nicht wirklich glücklich macht. Da die Lieferzeit ohnehin wie bei Behringer üblich wieder mehrere Monate beträgt, ist das die wohl beste Option abseits vom Gebrauchtkauf des Vintage-Originals.

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Klangbeispiele
Fazit

Wer Roland Juno-60 Sound möchte, findet im Behringer JN-80 klanglich betrachtet eine Alternative zum teureren Gebrauchtkauf des Vintage-Originals. Dass man angesichts der großen Preisersparnis auch Abstriche hinnehmen muss, ist klar. Gleichzeitig bietet der Behringer JN-80 Synthesizer aber auch viele Vorzüge wie MIDI, USB, mehr Speicherplätze, Aftertouch und Velocity, größeres Display und mehr, die das Vintage-Original nicht besaß.

Klang ist aber nur eine Seite der Medaille. Ich vergleiche es mal mit einer Gitarre. Eine Gitarre, die zwar gut klingt, aber nur mäßig oder schlecht bespielbar ist, wird auf die Dauer keine Freude bereiten. Darüber hinaus wird der Gitarrist niemals so gut damit spielen wie mit einem Instrument, das sich auch gut beim Spielen anfühlt.

Genau hier hapert es beim Behringer JN-80 gewaltig. Wer bereit ist, diese Abstriche hinzunehmen, bekommt ein gut klingendes Instrument. Alle anderen sollten die Finger davon lassen. Würde ich den Behringer JN-80 behalten, stünde er auf einem Stativ in der Ecke und würde über die Tastatur eines anderen Instruments per MIDI angesteuert. Vermutlich käme im Studio dann noch ein Software Editor zum Einsatz. Warum dann nicht gleich ein Plug-in? Was meint ihr? Schreibt’s in die Kommentare.

Zur Gesamtwertung: Wäre der Behringer JN-80 ein Desktop-Gerät und die eine oder andere Schwäche per Firmware-Update beseitigt, wäre die Note deutlich besser ausgefallen. Aber ein Keyboard muss nun einmal in seiner Gesamtheit bewertet werden und steht nicht nur im Heimstudio, sondern wird auch auf der Bühne genutzt. Zieht man dann die genannten Schwächen mit in Betracht, wiegen sie schwer und führen zu einem gerade noch „Befriedigend“. Vielleicht gibt es den Behringer JN-80 ja bald auch als Desktop-Synthesizer, ähnlich wie den DeepMind 12D.

Plus

  • Klang
  • erweiterter Funktionsumfang

Minus

  • unzuverlässige Tastatur
  • wackelige Schalter
  • Qualität des Pitch Benders
  • Regelweg des Volume-Reglers
  • nicht alle Funktionen über das Bedienfeld direkt erreichbar
  • Qualität der Synthtribe App (erforderlich)

Preis

  • 559,- Euro
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Über den Autor
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Markus Galla RED

Studium Musik (Klavier/E-Gitarre) und Germanistik, Audio Engineer Diplom (SAE), seit 2009 freiberuflich selbstständig als Fachredakteur, Tontechniker, Musiker (Keyboarder und Gitarrist), Musiklehrer. Autor von "Tontechnik in der Schule" (Lugert Verlag), "Heavy Metal" (Lugert Verlag), Herausgeber und Co-Autor von "Amadeus 1" (Lehrbuch Musik für Gymnasien), Autor hunderter Fachartikel in Print- und Online-Medien

www.markusgalla.com

Referent/Workshop-Leiter für

- Beschallungstechnik ...

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    PaulusS

    Da hätte sich doch ein Modul perfekt dafür angeboten, statt eine schlechte Keyboard-Variante unbedingt erzwingen zu müssen.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @PaulusS So ist es. Und ich frage mich allmählich, wofür UB die ganzen Beta-Tester-Influencer, die Wochen vor allen Redaktionen, die von ihm nicht mehr mit Demo Units bestückt werden, haben, überhaupt machen außer begeistert zu sein? Wenn ihr Job ist, die Vorbestellungen in die Höhe zu treiben, leisten sie ganze Arbeit. Aber nicht beim Aufspüren von Bugs oder Verarbeitungsmängeln. Aber die Fachpresse ist böse, wenn sie dann auf das hinweist, was Monate vorher hätte gesagt werden müssen, und wird nicht mehr beliefert.

      • Profilbild
        Heiner Kruse (TGM) RED

        @Markus Galla bei den vielen Synths, die es gibt, ist es immer hilfreich, über solche Details informiert zu werden. Und ich merke dabei auch, dass ich die Informationen aus so einem Test viel schneller gelesen und verarbeitet bekomme als aus einem Video, auch wenn ich nichts gegen Videos habe und selbst welche mache.

        • Profilbild
          Tai AHU

          @Heiner Kruse (TGM) Das geht mir exakt genau so. Will ich mich über etwas informieren und mir wird gleichzeitig ein Video und ein Text angeboten, werde ich immer den Text wählen. Ich bin einfach besser darin, einen Text schnell zu überfliegen und das entscheidende rauszuholen (was auch mal schiefgehen kann), als in einem Video die +10 oder +15 Sekunden Tasten/Gesten zu drücken. Und einige Videos sind dermaßen langatmig und die Präsentierer solche Labertaschen, dass ich mir das einfach nicht mehr antun will. Ich mache seit 20 Jahren Videos und hoffe einfach, dass mir die schlimmsten Fehler dabei nicht passieren. Oder dass ich mich wenigstens noch verbessere.

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        Steril

        @Markus Galla Ich habe mich mit Beta Testern unterhalten und sie waren überrascht darüber, weil die von ihnen getesteten Geräte diese Probleme nicht aufwiesen. Das kann man übrigens auch in den einschlägigen Foren nachlesen. Daher wäre ich mit solch pauschalen Unterstellungen vorsichtig.

        • Profilbild
          FaderMode

          @Steril Im Geheimdienst Euerer Heiligkeit. 00 Behringer auf Mission. Diese Probleme stehen hier im Artikel (Danke übrigens an den Autor!). Könnten Sie mir bitte erklären, wie das mit dem Zeitreisen funktionieren soll? Entweder wussten Sie von den genannten Problemen, bevor dieser Artikel veröffentlicht wurde, oder Sie haben mediale Fähigkeiten.

          Um ehrlich zu sein, habe ich selten etwas so Billiges gesehen. Der Inbegriff eines Wegwerfsynthesizers. Wäre ich Neophyte der Anfangsjahre, würde ich ausschließlich Behringer-Synths auf der Bühne verbrennen, und die brennen sicherlich auch ohne Spiritus ganz gut. 😈

    • Profilbild
      chardt AHU

      @PaulusS Das macht die Sache einfach: Ich warte (schon aus Platzgründen) auf das Desktop-Modell – und gut is.

  2. Profilbild
    CDRowell AHU

    Die Geschwindigkeit der Produktionen lässt anscheinend die Details durchs schnelle Vorbeiziehen verwischen!

    Da hilft nur Gegenhalten… Sind eigene Test, Empfehlungen, Anregungen und realbezogene Berichte ein gutes Mittel, um den Käufern ein einigermaßen ausgewogenes Bild zu vermitteln?

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @CDRowell Sind es immer. Ich bin gespannt auf einen Lesertest. Unser Testgerät geht nach seinem Urlaub noch an Franz, der dann einen 1:1 Vergleich zum Original macht. Kommt dann im August. Vielleicht gibt es bis dahin ja ein Firmware Update. Dann soll Franz mal versuchen, solche Staccato-Akkorde wie bel Skandal im Sperrbezirk darauf zu spielen. Ich hab‘s versucht. Da kommt nix G‘scheits bei raus. Ständig fehlen Töne.

      • Profilbild
        CDRowell AHU

        @Markus Galla 😱 eigentlich seit Jahrzehnten kein Hexenwerk für einen ausgewachsenen Synthesizer… 🫣

  3. Profilbild
    Mick AHU

    559,-€ und die komplette Verarbeitung ist Bockmist, wer bitte stellt sich Bockmist ins Studio?
    Ich verstehe die Philosophie von Behringer über nicht mehr, das fing schon mit der miesen Verarbeitung von der Deepmind-X Version an. 10 Jahre ist der Deepmind 12 auf dem Markt und ausser andere Farben, plus höherer Preis, die 1:1 Unzulänglichkeiten übernommen. Behringer ist inzwischen raus aus meiner Wunschliste, die werden gerade ihrem alten Ruf gerecht…leider!
    Was ist der Aufpreis für eine bessere Klaviatur und bessere Bedienelemente? 100-200,-€?…das kauft dann immer noch jeder und der Ruf ist nicht gänzlich ruiniert! 😡 Wie meine Vorredner schon bezweifeln …was sind das für Beta-User?…die chinesischen Angestellten?

    • Profilbild
      FaderMode

      @Mick Die Ja-Sager-Beta-User-Fraktion. Denn Behringer-Beta-User haben höchstwahrscheinlich Schuppen.

  4. Profilbild
    xtront

    Danke für den sehr anschaulichen Test! Mit dem Sound kann ich mich gut arrangieren. Das was ich von den Junos kenne und erwarte, erfüllt der JN-80 in meinen Ohren. Bezüglich der Verarbeitungsqualität wurde meine Erwartungen erfüllt bis übertroffen, in diesem Fall ein No Go!

    Mein alternativer Favourit wäre hier ein GS Music Bree6, der ist hervorragend verarbeitet, klingt extrem gut und benötigt keine olle Synthtribe App. Dafür fehlt ADSR auf PWM, HPF und Rauschen; halb so wild, ist ja nicht so als hätte ich sonst keine Synthesizer. :)

    • Profilbild
      fitzgeraldo AHU

      @xtront „Mein alternativer Favourit wäre hier ein GS Music Bree6, …“

      Sehe ich genauso. Oder das blau-pinkfarbene Teil von Dreadbox (wenn man denn mit der Bedienung zurechtkommt).

  5. Profilbild
    Tai AHU

    Ich gehe mal davon aus, dass du kein Montagsmodell erhalten hast. Da muss Behringer hart dagegen steuern, denn der Ruf ist dann schnell ruiniert. Damit meine ich nicht diejenigen, die sowieso finden, dass Behringer minderwertigen Kram herstellt. Das stimmt definitiv nicht. Aber die Pragmatiker muss die Firma bei der Stange halten, denn die als Kunden auch noch zu verlieren wäre fatal. Dann lieber ein/zwei Hunderter mehr verlangen und solche Mängel ausschließen.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @Tai Das glaube ich auch nicht. Deshalb habe ich mir Kommentare anderer Kunden angeschaut. Diese Dinge sind ja auch nicht neu.

      • Profilbild
        Codeman1965 AHU

        @Markus Galla Wer weiss schon, was hier schief gelaufen ist…

        Ich habe auch ein paar Sachen von Behringer, und bin damit eigentlich immer zufrieden gewesen. So etwas wie hier kenne ich nicht.
        Gut, man hat ja immer mal wieder Berichte gelesen, daß es irgendwelche Bugs gibt oder ein Regler nicht präzise läuft, vllt. auch mal Kalibrierung, die keine ist.
        Aber daß ein Gerät aus scheinbar durchweg minderwertigen Teilen zusammengeklöppelt wird, ist doch eigentlich nicht die Regel…! Kann mir auch nicht vorstellen, daß sie bei Behringer den Unmut der Kunden billigend in Kauf nehmen, um die schnelle Mark abzugreifen.
        Für mich aber halb so wild, einen Juno-60-Nachbau muss ich nicht unbedingt haben. Wenn es anders wäre, würde ich auf jeden Fall abwarten, ob sich hier noch etwas tut. Das klingt zu sehr nach „mit heisser Nadel gestrickt“…
        Schade für alle, die sich auf das Instrument gefreut haben und jetzt erst einmal ratlos da stehen…

  6. Profilbild
    UAP

    Wenn man sich den bisherigen Behringer-Output so ansieht, verfolgen sie anscheinend eine Art „Plattform-Strategie“: JN-80, Wave und VC340 sind von der Bauart her auffallend ähnlich: Alle haben 49 Tasten und ein sehr ähnliches Gehäuse. Die Abmessungen sind in allen drei Fällen beinahe identisch (lediglich in der Breite (unterschiedliche Seitenteile?) und in der Höhe (unterschiedliche Knöpfe, Schalter?) gibt es geringe Abweichungen).

    Ich hatte VC340 und habe den Wave und beide haben diese schwammige Tastatur, die hier auch wieder erwähnt wird. Deshalb vermute ich, dass auch der JN-80 in diese „Plattform“-Kategorie gehört.
    Ich persönlich bin, was die Tastaturqualität angeht, eher tolerant. Einige Vintage-Synthesizer hatten auch sehr schlechte Tastaturen (z.B. Sequential Circuits Pro 1, Ensoniq VFX, BIT One, usw.). Stört mich nicht so.

    Womit ich aber gar nicht leben kann, sind 49 Tasten. Es ist einfach immer zu wenig: Egal ob nach „oben“ oder nach „unten“ – es fehlt einfach ständig was und dauernd fummelt man am „Octave“-Button rum. Nervt!!

    Man fragt sich: warum?? Da erweitert Behringer doch eigens die Polyphonie von sechs auf acht Stimmen, gibt einem aber dann nur 49 statt 61 Tasten wie beim Original. 🤪 Sowas ist mir als potentiellem Endkunden einfach unverständlich. Dann lieber gleich ein Desktop-Modul. Das scheinen ja eh die meisten zu bevorzugen. 🤷‍♂️

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      fitzgeraldo AHU

      @UAP Hat denn der VC340 nicht noch weniger Tasten? Das wurde, soweit ich mich richtig erinnere, hier im Test damals als nicht ganz optimal empfunden …

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          Tai AHU

          @UAP Das ist jetzt für einen Vocoder nichts ungewöhnliches. Da reichen die drei Oktaven fast immer aus.

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            UAP

            @Tai Da hast Du (was den Vocoder angeht) natürlich Recht, aber der VC340 ist ja auch ’ne sehr schöne String Machine. Da wären ein oder zwei Oktaven mehr jedenfalls nicht verkehrt. Egal, ich hab‘ ihn eh nicht mehr. 🤷‍♂️

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    MPC-User AHU

    Danke für den ehrlichen Test Markus.
    Zu den sehr vielen negativen Punkten noch ein befriedigend rauszuhauen ist mehr als schmeichelhaft für Behringer.
    Ein aktuelles „Finger weg“ schlage ich vor. Bei allem Respekt, so nicht Ulli.
    Ich hoffe wirklich das dies evtl doch ein Vorserienmodell war.
    Bin auf den Test von Franz gespannt. Ihm fliegen bestimmt die Tasten um die Ohren beim wilden Spielen😜

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      Markus Galla RED

      @MPC-User Habe ich tatsächlich überlegt, aber der Klang ist halt in Ordnung und der Preis auch. Wenn sich den jemand ins Studio stellt und eine andere Tastatur nutzt, wird er nicht unzufrieden sein. Wie gesagt, bei einer Desktop-Version ohne die Schwächen wie Tastatur und Pitchbender wäre die Note besser gewesen.

      Ich bezweifele aber, dass auch nur eines dieser Geräte jemals so lange überleben wird wie die Roland-Geräte und die Service-Feundlichkeit geht vermutlich auch gegen Null.

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        defrigge AHU

        @Markus Galla Irgendein Juno 60 Besitzer hat online einen sehr guten Klangvergleich zum Original gemacht. Der Behringer klingt ähnlich, ist aber definitiv nicht so nahe am Original wie z.B. der Behringer Model D am Minimoog. Also auch klanglich hat mich das nicht völlig überzeugt, von der armseligen Verarbeitung als k.o. Kriterium ganz zu schweigen.

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          Markus Galla RED

          @defrigge Was definitiv NICHT funktioniert, ist beide Synths von den Reglern her identisch einzustellen. Du musst das nach Gehör machen, dann klingen beide sehr ähnlich. Das ist auch bei Plug-ins so. Die Regler reagieren auch anders. Ich bin mir nicht sicher, ob man moderne Regler von ihrer Kennlinie her überhaupt so exakt auf die Vintage-Regler abgestimmt bekommen würde.

          Ich vermute auch, dass das Filter leicht anders reagiert. Aber: Das war auch schon damals so. Ist halt analoge Technik und die ist niemals 100 Prozent identisch. Ich habe nach Gehör diverse Juno 60 Sounds, die ich auf Youtube gefunden habe, nachgebaut und das ging sehr gut. Ich würde sagen 90-95 Prozent erreicht man locker.

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            Tai AHU

            @Markus Galla Tut mir leid, aber ich muss zum wiederholten Mal fragen, wieso ich denn einen Sound von einem Uraltgerät zu 100 % auf ein neues Gerät doppeln sollte. Was ist der Sinn? Gab es nur in den achtziger Jahren gute Sounds? Ist die Sache eher sportlich zu sehen?

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              Markus Galla RED

              @Tai Diese Frage stelle ich mir auch immer. Aber offensichtlich empfinden das die Kunden als Gütesiegel.

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              Numitron AHU

              @Tai als Inhaber 3er 80s Rolandsynths (Juno 106, jx3p, Alpha Juno 2) Versuche ich meine Meinung dazu zu sagen! viele legendäre Künstler haben alleine mit dem 106 gearbeitet! schaut euch Mal eine Liste an! alleine vangelis, Prodigy und daft Punk sind imho 3 der wichtigsten elektronischen Künstler.
              damals als billigsynth geplant, hat das vielen Leuten den Kauf ermöglicht. oft erst Second Hand .
              dadurch ist der Sound sehr bekannt und geschätzt.
              die heutigen 106 Preise würde ich aber nicht mehr zahlen. in Wien ab 2000€ circa.
              aber ich würde auch keinen neuen synth kaufen wollen, der stark beschränkt ist, nur um nach 80s zu klingen.
              soweit ich weiss ist der deep mind 12 sogar billiger, oder?
              wundere mich, dass der synth jetzt mit so vielen offensichtlichen mankos veröffentlicht wird.
              vor dem Internet wäre das vielleicht noch gegangen, aber heute mit den foren?
              bald weiss die ganze Welt, dass die Tastatur mies ist.

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              defrigge AHU

              @Tai Das ist für seltsame Leute wie mich, die manche klassische Analog-Synth Soundcharakteristiken besonders mögen, weil die erwiesenermaßen in vielen musikalischen Kontexten hervorragend funktioniert haben und funktionieren. Der Juno 60 ist einer dieser Klassiker. Da geht es es also gar nicht um Vintage-Nostalgie – darauf kann ich gut pfeifen – sondern um Dinge, die einfach nach wie vor funktionieren. Mir ist dabei völlig egal, ob das aus analoger Hardware oder einem gut gemachten Plugin kommt. Ich stehe nur nicht darauf, wenn sich der Nachbau ständig etwas schriller, harscher, hohler, dünner oder was auch immer anhört, weil man dann zu viel Zeit mit Anpassungsversuchen verplempert. Die besten Analog-Synths – selbst so simple wie der Moog Prodigy – sind große klangliche Sweetspots, mit denen Soundschrauben und Musikmachen unmittelbar Spaß macht. Bei den besten Synth-Plugins ist das ähnlich. Bei anderen – wie z.B. NI Massive-X – mühe ich mich ab, meist ohne mit dem Ergebnis glücklich zu sein – und höre dann auf, das Plugin zu verwenden. Es verschwendet nur meine Zeit und mir ist dabei egal, ob das an mir oder am Plugin liegt: wir passen nicht zusammen und es fliegt von meinem Rechner.

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                Tai AHU

                @defrigge Dass die Junos 6, 60, 106 schöne Synths sind ist unbestritten, ich habe sie oft gespielt. Das liegt unter anderem daran, DASS sie so einfach gestrickt sind. Es erklärt aber nicht, warum immer diese Minimalunterschiede zwischen einem Sound auf dem Original und der Kopie ein Thema sind. Für mich gilt ausschließlich: steht da ein Instrument vor mir, oder Murks. Hier offensichtlich beides gleichzeitig

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                  defrigge AHU

                  @Tai Bei den Minimalunterschieden geht es ja nicht um den einen Sound und den kleinen Unterschied für diesen Sound, sondern um grundlegend verschiedene Grundsounds, Filtercharakteristiken etc., mit denen man dann andauernd zu tun hat.
                  Damit geht’s mir wie Latenzen beim Keyboard-Aufnehmen: innerhalb enger Grenzen macht das gar nichts, aber über diese Grenze hinaus nervt es mich konstant. So geht’s mir mit allen Synths und Plugins, die nicht wirklich den Sweetspot des Originals treffen, sondern nur ungefähr daran erinnern: so was nervt mich konstant beim Programmieren und Nutzen von Sounds – nicht weil das Original für mich ne Legende wäre, sondern dort, wo es im Gebrauch einfach besser funktioniert. So einfach ist das. Wenn schon, denn schon…

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              m-ex AHU

              @Tai Da die Klone nun mal vorhanden sind, ist es gar nicht so abwegig, dass der ein oder andere auf die Idee kommt, den Sound mit dem Original vergleichen zu wollen.

              Mir stellt sich da eher die Frage, warum gut 50% (wenn nicht gar mehr) der sogenannten „Neugeräte“ unbedingt Klone von irgendwelchen „Uraltgeräten“ sein müssen?

              Zählt man den Software-Bereich hinzu, so kommt man bestimmt gefühlt auf 80%,

              Alle reden von „neuen Klängen“ und freuen sich dann wie Bolle über die 93ste Auflage eines „Prophet 5 PlugIns“.

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            defrigge AHU

            @Markus Galla Nee, hab leider den Link nicht griffbereit, aber das war ein Juno 60 Kenner, der natürlich – so wie das alle tun, die durchblicken (Starsky Carr etc.) nach Gehör so dicht wie möglich angenähert hat und nicht nach Reglerstellung (was ja praktisch nie funktioniert, egal ob Hard- oder Software).
            Das Ergebnis in dem Klang-Test war auch nicht schlecht und klang ähnlich, aber die Unterschiede hätte ich wohl immer noch auch in einem Blindtest problemlos hören können.
            Mir geht’s überhaupt nicht um die Klangidentität mit irgendeinem Legendenstatus, sondern nur mit Klangcharakteristiken, die m.E. beim Musikmachen besonders gut funktionieren. Abgesehen davon kann man mit fast allem gut Musik machen, ohne dass es einem Vorbild ähneln muss.

  8. Profilbild
    ZARC

    Hört sich schon sehr danach an, als ob hier ein Montagsgerät /Vorseriengerät im Test gewesen wäre. Glaube nicht dass Behringer generell so schlechte Qualität ausliefert.

    Ganz grundsätzlich verstehe ich den schon sehr sentimentalen ‚Hype‘ um ‚Vintage‘ Synthies und deren Nachbauten und Klone nicht.
    Moderne Geräte (und digitale Lösungen am PC) bieten auch solche Klänge aber noch viel mehr und haben bessere Workflows. Der Ton macht die Musik aber umgekehrt habe ich nicht automatisch gute Musik, nur weil ein Klang möglichst nahe am Sound aus den 70ern und 80ern anlehnt. Aber das muss jeder selbst wissen,

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      Markus Galla RED

      @ZARC Unwahrscheinlich, da schon mehrere Leute darüber berichten. Das Gerät kam von Thomann aus dem offiziellen Verkauf und nicht von Behringer. Behringer beliefert die Presse nicht mehr mit Demo-Produkten.

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        ZARC

        @Markus Galla Oh, das wusste ich nicht – ich dachte die einschlägigen Tester/ Portale werden beliefert. Na gut, oder weniger gut. Dann auf jeden Fall billig und nicht preiswert….Schade ums Material

  9. Profilbild
    Numitron AHU

    schade sehr enttäuschend…
    klingt schon Recht ähnlich, aber die miese Hardware ist ja unbrauchbar….
    ist der Juno 60 bei euch tatsächlich für 2000€ zu kaufen?
    hier in Wien kostet der 106 schon soviel!

  10. Profilbild
    Filterpad AHU

    Bei B. sind die Produkte auch innerhalb einer Serie relativ unterschiedlich in der Qualität. Ich denke tatsächlich, es gibt auch beim JN-80 bessere und schlechtere. Je nachdem welches man halt gerade erwischt! Scheint wohl ein reines Glücksspiel zu sein. Zum JN-80 selber: Live mag diese Tastatur grottig sein, aber ich würde diese ausschließlich zum sounddesign nutzen (probehören) und das Gerät per Midi/USB mit der DAW spielen lassen. Schade ist lediglich, das ohnehin schon minderwertigere Geräte immer noch schlechter werden, bis sie eines Tages auf dem Müll landen. Da gilt das lange Zeit „verschriene“ Plugin inzwischen doch als brauchbare und vor allem saubere Lösung. Nichtsdestotrotz hat es Behringer geschafft, Geräte, die man eigentlich nur noch im Museum findet, wieder für alle zugänglich zu machen. Selbst ich habe Behringer Geräte, aber diese sind alle verliehen. Ob hiervon eine Desktopvariante erscheint, wird man abwarten müssen.

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      Markus Galla RED

      @Filterpad Ich habe aus Spaß mal die Regler des JN-80 auf ein Juno-106 Plug-in gemappt. Das macht dann schon Spaß. Ich muss mal evaluieren, ob man diese Stereoping Controller, die Franz kürzlich vorgestellt hat, für Plug-ins verwenden kann. Das wäre der absolute Hammer.

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        fitzgeraldo AHU

        @Markus Galla Soweit ich gelesen habe funktioniert der Microwave-Programmer mit dem Waldorf-Plug In. Inwieweit das mit anderen Plugins funktioniert, kann ich nicht sagen.

        Für ein Juno-Plug In würde ich mir allerdings den entsprechenden Controller von Sondforce holen. Obwohl der fast genauso viel kostet, wie der JN-80 …

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          BigT

          @fitzgeraldo Von Soundforce habe ich mir vor kurzem den OB für das Sonic Project Synth Plug gekauft. Das ist absolut hochwertige Hardware und ihr Geld wirklich wert.
          Beim Juno setze ich auf jenen im Jupiter X und wenn man den im Channel Strip noch leicht saturiert und komprimiert, dann klingt das alles ganz fein.

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      Numitron AHU

      @Filterpad dann wäre aber eine modulversion besser.
      absolut sinnlos so eine Schrott Tastatur.
      dann könnte man einen „Launch Button“ machen für diesen Zweck.

  11. Profilbild
    mdesign AHU

    das muss ein montagsgerät sein. dank plattformstrategie müsste der JN-80 die gleiche tastatur wie der wave haben. die ist nicht doll, aber ich komme gut zurecht. anschlagsverhalten, velocity und aftertouch sind alle im akzeptablen bereich (@Markus Galla hab eben extra nochmal ’skandal im sperrbezirk‘ gespielt).

    behringer hatte anfangs probleme mit den tastaturen. ich habe 3 poly-Ds zurückgegeben, weil der aftertouch nicht richtig funktioniert hat (schwarze tasten viel härter als weiße, alles ungleichmäßig). beim 4. war das dann ein kleines bisschen besser, ich hab resigniert und ihn behalten.

    die tastatur des UB-Xa ist dagegen gut spielbar, auch der poly-aftertouch. daher dachte ich, dass tastatur-probleme bei B nun gelöst sind. hoffen wir’s.

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      Markus Galla RED

      @mdesign Kein Montagsgerät, da mehrere Käufer über die Probleme berichten. Das Produkt kam direkt von Thomann aus der offiziellen Verkaufscharge und nicht von Behringer. Behringer beliefert die Presse nicht mehr.

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        mdesign AHU

        @Markus Galla dann eine ganze montags-charge? 😉 ich verstehe nicht, wie so ein flop passieren kann. und ich bin gespannt, ob B auf die beschwerden reagiert.

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          Markus Galla RED

          @mdesign Ich glaube einfach, dass man sich überlegt, welcher Verkaufspreis angestrebt werden soll. Dann wird man sich überlegen, was technisch notwendig ist, um den gewünschten Klang zu erreichen. Die Entwicklungszeit kommt natürlich auch noch hinzu und die damit verbundenen Kosten. Bleiben Fertigungskosten, Vertrieb und mehr. Wenn dann ein komplexes analoges Instrument für den Endkunden 550 Euro kosten soll, muss irgendwo gespart werden, denn der Händlerabgabepreis und Verkaufspreis an den Endkunden sind kommen ja noch drauf. Behringer möchte am Instrument ja auch nach Abzug der Herstellungskosten noch was verdiene.

          Diese Kalkulation macht doch aber jeder Hersteller. Gespart wird meistens an der Tastatur, an der Bauteilqualität von Bedienelementen, am Gehäuse. Seit Jahrzehnten spart Behringer auch an der Dokumentation. Wenn ich mich an meine Zeit in der TD dort zurückerinnere und wie aufwändig die von mir und meinen Kollegen verfassten Bedienungsanleitungen waren, die dann noch in alle europäischen Sprachen übersetzt werden mussten und als Druck dem Gerät beilagen…heute wird nicht nur am Druck gespart, sondern gleich an der gesamten technischen Dokumentation. Damals waren wir eine eigene Abteilung innerhalb der R&D.

          Ich habe eine Klavierschülerin, die ein Instrument von Donner spielt. Im Vergleich zu Behringer ist das eine Katastrophe. Hier wurde noch viel mehr gespart. Dagegen ist Behringer Highend!

          Dass es auch anders geht, zeigen aber Hersteller wie Roland, Yamaha oder Korg, die ebenfalls in der Preis-Range Instrumente auf dem Markt haben, die aber besser verarbeitet sind. Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass das alles digitale Instrumente sind. Wenn bei den Korg-Instrumenten dann als Basis ein günstiger Raspberry Pi Computer für die Klangerzeugung zum Einsatz kommt, bleibt eben mehr finanzieller Spielraum bei der Bauteilqualität der Bedienelemente. So wie man die Natur und Physik nicht überlisten kann, kann man auch trotz modernster Fertigungsmethoden die Kosten nicht unbegrenzt nach unten drücken, ohne dann doch Abstriche machen zu müssen. Behringer hat sich hier glücklicherweise für die Bedienelemente und die Tastatur entschieden, nicht aber für den Klang (bei Donner ist das anders). Das Instrument wird definitiv aufgrund des Klangs viele Freunde finden, da bin ich mir sicher. Für mich ist es aber als Keyboard nichts, als Desktop-Synthesizer wäre das jedoch ganz anders.

          Dass Behringer auf die Kritik reagiert, ist eher unwahrscheinlich. Würde beim Klang was nicht stimmen oder ein technischer Defekt vorliegen wie beim MS-5, wäre das sicherlich anders. Eine bessere Tastatur und ein besserer Pitchbender wären mit deutlich höheren Kosten verbunden. Behringer würde dann vermutlich die Zielgruppe nicht mehr oder nur noch knapp erreichen. Und ob diejenigen der Kritik überhaupt die gleiche Bedeutung beimessen wie ich oder die anderen Kritiker im Netz, steht auch in den Sternen.

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            mdesign AHU

            @Markus Galla das stimmt natürlich alles. aber wenn ich mir meinen wave anschaue, der zZt eur 519 kostet, also sogar eur 40 weniger als der JN-80, dann sehe ich da eine durchaus wertige verarbeitung zum praktisch gleichen preis vom selben hersteller. das soll jemand verstehen …

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    Rhein Ruhr Electric

    „unzuverlässige Tastatur + wackelige Schalter + Qualität des Pitch Benders + Regelweg des Volume-Reglers “ und dann noch klanglich noch nicht mal so gut wie PLUGINS ?
    Verstehe nicht wie man auf die Note Befriedigend kommen kann — Eher Mangelhaft oder ungenügend wären wohl zutreffender !
    Schön das hier einige vom Montagsgerät schreiben.. 5 Minute recherche im Netz genügt um Bewertungen von Käufen zu finden , die besagen das die Tastatur unbrauchbar und die Verarbeitung nicht gut ist und das Gerät zurück geschickt wurde.
    What a fail…. P.s. ich hatte mehrere Jahre einen echten Roland JUNO und würde mir nie solch schlechten Clon ins Studio holen…

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      Markus Galla RED

      @Rhein Ruhr Electric Nein, mangelhaft oder ungenügend wäre unfair. Der Synth klingt nicht schlecht und ich konnte viele bekannte Sounds problemlos damit erstellen. Es sind auch nicht alle Bedienelemente schlecht. Schlecht ist der Teil des Synths, der das Instrument zu einem Performance-Instrument macht, was für mich ein Keyboard nun einmal ist. Klang und Preis stimmen, die Verarbeitung in Teilen nicht.

      Wir arbeiten gerade an einem differenzierteren Bewertungssystem, mit dem die Leser dann die Bewertung besser nachvollziehen können. Die Arbeiten daran sind schon weit fortgeschritten und wir hoffen, dass es bald implementiert werden kann.

      Wäre der JN-80 ein Desktop-Synthesizer, hätte als Note dort „sehr gut“ gestanden. Ein Best Buy wäre er für mich nicht. Ein Keyboard möchte aber auch gespielt werden und ein Pitchbender genutzt. Die Synthtribe App ist für Firmware Updates erforderlich und ist ein Dauerärgernis für nahezu alle Behringer-Geräte. Die hat aber nicht unmittelbar mit der Hardware zu tun. Wackelige Schalter nerven, sind aber in der Preisklasse an der Tagesordnung. Den Abzug von „sehr gut“ auf „befriedigend“ für die genannten Mängel sehe ich als gerechtfertigt an. Mehr aber auch in dieser Preisklasse nicht. Wäre das ein Synth der 1000-Euro-Klasse, sähe das anders aus.

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    SynthNerd AHU

    Wenn man den Deepmind schon hat: braucht man den JN-80 eher nicht.
    Wenn ich mich zwischen beiden entscheiden müsste: wäre es der Deepmind.

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      Filterpad AHU

      @SynthNerd 100% Zustimmung. Auch die Geräte im Case des Poly D haben eine solide Qualität (Poly D, MS-5, MonoPoly). Mein Anti-Noise von B. macht auch sehr unauffällig seinen Job. Leider kann man bei B. auch Pech haben. Es ist und bleibt ein Würfelspiel und natürlich auch, welche Ansprüche man hegt. Anscheinend hat der JN-80 versagt. Sehr sehr schade. Auf der anderen Seite bekommt man für wenig Geld einen Synth, Vorbild Juno 60 und das ohne in das deutsche Museum einzubrechen. xD Wegen der verminderten Qualität wird dieser bald preislich noch günstiger. Cool!

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    j.keys

    Endlich mal wieder ein Testbericht der auch Kritik übt. Gefühlt werden diese seit Jahren einfach nicht mehr veröffentlicht. Danke dafür!

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      j.keys

      @j.keys Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass das nicht als Kritik an Amazona gemeint war sondern viel mehr allgemein. Riesige Marketing Maschinen sorgen dafür, dass Produkte links und rechts in den Himmel gehypt werden und kritische Stimmen entweder untergehen oder gar nicht erst veröffentlichen. In der riesigen Flut an „Information“ ist es nicht immer einfach einzuschätzen wie gut das beworbene Produkt jetzt wirklich ist. Umso wichtiger ein Testbericht wie dieser, der weder verreißt noch beschönigt.

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    Gerd Lange

    Thema Behringer Produktqualität. Gute Behringer-Produkt-Qualität habe ich zu Hause in Form von einem 12-Kanal-Mischpult und zwei Paaren von Abhör-Lautsprechern. Sehr schlechte Behringer-Produkt-Qualität hatte ich in Form des Behringer RX1602 V2 Rackmixers. 3 Exemplare hatte ich davon. Beim ersten Gerät fielen nach und nach Kanäle aus. Das erste Ersatzgerät zeigte recht bald die gleichen Mängel, ausfallen von Kanälen. Das dritte Ersatzgerät, da leuchtete eine Clip-Anzeige schon auf beim testweise einschalten, ohne angeschlossene Geräte. Das war mir dann zu bunt und ich stieg auf einen Tascam-Mixer um.
    Wenn ich nun den JN-80-Test lese und an das Behringer RX1602 V2 Rackmixer-Drama denke, dann würde ich mir aktuell kein Produkt mehr von Behringer kaufen. Das Vertrauen ist weg. Was nützt das Ganze, wegen preisgünstig, wenn man Mangelware bekommt.

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      SynthNerd AHU

      @Gerd Lange Mach mir bitte keine Angst! Ich habe zwei von den Rackmixern und noch funzen alle Kanäle. Ich hoffe das bleibt so… 🙂

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        Gerd Lange

        @SynthNerd Ich will ganz bestimmt niemandem Angst machen und es ist ja gut, dass die Behringer RX1602 V2 bei Ihnen noch funktionieren. Für mich war das übel, 3 mal einen Rackmixer zu kaufen, bzw. ausgetauscht zu haben, anzuschließen und dann gingen nach und nach Kanäle verloren (das erste Exemplar hielt am längsten). Beim 3ten Exemplar machte ich ein Testeinschalten ohne angeschlossene Geräte und da leuchtete schon eine Clip-Anzeige auf, ohne dass da ein Audiosignal drauf war. Das war mir dann genug und weg mit dem Behringer RX1602 V2 in meinem Bestand. Das alle 3 Exemplare „Montags-Geräte“ gewesen sein könnten ist wohl eher unwahrscheinlich.
        Mein Vertrauen in die Produktqualität zu Behringer ist nicht mehr gegeben.
        Und zum JN-80, dass bei einem Test solche Qualitätsmängel vorhanden sind, das darf es nicht geben.

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    heimannrudolf

    Holla die Waldfee – welch ein Verriss ist dieser Test! Ich habe mich sehr gefreut, dass Markus Galla Dinge konkret benennt und anprangert. Damals – in der Ära mit den Telefonzellen – gab es Zeitschriften (Keyboards, Keys), die konnten und durften auch manchmal konstruktive Kritik formulieren. Im „Internet“ geht das eigentlich gar nicht – denn dann schaltet der Hersteller keine Werbung mehr. Respekt und Sonderlob, Markus!

    Aber der Satz „Die Tastatur des Behringer JN-80 ist anschlagdynamisch spielbar und besitzt Aftertouch – beides besaß der Roland Juno-60 nicht. Hoffentlich kann man beides auch abschalten,,…“ ist absolutes No Go, sorry. Hätte der JN-80 diese Features nicht, wäre es doch derbe angeprangert worden – wie kann ein Synth in 2026 weder Velocity noch Aftertouch anbieten? Das klänge dann doch „angestaubt“. Leider daneben, Markus.

    Aber dennoch ist alles objektiv beschrieben und sachlich formuliert. Eine persönliche Meinung sollte der Tester m. E. durchaus haben dürfen, sonst wird’s schnell langweilig.

    Die Tastatur/Pitchbend – Problematik ist für mich irrelevant, da ich eine DAW nutze und mittels Masterkeyboard(s) einspiele. Dennoch mag ich eine Tastaturversion, um direkt Sounds zu checken, zu verändern – oder einfach nur die Verkabelung bei Problemen aktiv hinterfragen zu können.

    Für mich ist der JN-80 daher überaus interessant: Der Sound stimmt und der Preis wird wie bei allen B-Synths noch merklich sinken.

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      Markus Galla RED

      @heimannrudolf Hi,
      es geht nicht darum, kein Velocity und Aftertouch anzubieten, sondern für einen Klon und ein authentisches Spielgefühl beides bei Bedarf abschalten zu können. Ein Hammond B3 Klon mit Velocity und Aftertouch wäre auch schräg, oder?

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          Steril

          @heimannrudolf Du kannst ja stufenlos regeln, ob und welcher Stärke AT und Velocity auf Parameter wie Filterfrequenz wirken soll. Daher kannst du es auch „abschalten“ in dem Sinne, dass es keine klanglichen Auswirkungen hat.

  17. Profilbild
    filterfunk

    Vielen Dank für den Test, Markus!
    Ich habe den JN-80 seit ca. 2 Wochen, den Juno-X schon seit 4 Jahren.

    ich komme auf eine gänzlich andere Bewertung!

    Sicherlich ist ein fetter Punkteabzug wegen den beschriebenen Mängeln gerechtfertigt.
    Allerdings ist mein Gerät mit der FW 0.8 fast frei von Bugs und hat keine technische Mängel.
    Und ja, die Gesamtqualität des Gerätes ist dem Juno-X natürlich unterlegen – Roland ist eben Premium.

    AAAABER, der JN-80 hat einige Stärken:
    – Viel inuitiver als der Juno-X. Bedienungsanleitung braucht man nicht wirklich.
    – Schöner, direkter Analog Klang mit eindeutigem Juno Charakter. Sicherlich etwas hellerer Klang als das Original, aber mir gefällts ausgesprochen gut.
    – Klingt auch gut, wenn der Chorus aus ist!
    – Seht gut spielbarer Aftertouch mit mehr Hub als beim Juno-X
    – Musikalisch sehr sinnvolle Modulationsmöglichkeiten, insbesondere mit Aftertouch. Z.B. bei Baseline-Sounds mit Arpeggiator ist es einfach eine Freude, wie das Leben in die Bude bringt.

    Der JN-80 hat aus meiner Sicht definitiv die Faszination des 80er Roland Sound.
    Die Kombination aus übersichtlichen Synthesemöglichkeiten, gutem Grundsound und den – zum Juno-60 – erweiterten Modulationsmöglichkeiten empfinde ich ausgesprochen inspirierend.

    Deshalb kommt bei mir der JN-80 auf die Bühne… 🙂
    Roland Sticker auf die Rückseite und los gehts….

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      Markus Galla RED

      @filterfunk Das mit dem Aftertouch finde ich interessant. Ich empfinde den bei Roland als deutlich besser zu dosieren. Aber das hängt auch von der Spielweise ab. Bei den zusätzlichen Features nervt mich beim JN-80 die Menüführung. Aber man wusste wohl nicht, wie man die sonst unterbringen sollte.

      Ist denn bei dir die Tastatur ok? Das von mir beschriebene Problem scheint ja beim JN-80 laut diverser Nutzer kein Einzelfall zu sein. Auch die Geschichte mit dem Pitchbender nicht.

      Aber ich freue mich natürlich, wenn für dich alles passt.

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        filterfunk

        @Markus Galla Mein Empfinden ist, dass der Juno-X eine straffere Tastatur hat, die vom JN-80 ist labbriger. Allerdings ist die vom JN-80 vom Spielgefühl nicht signifikant schlechter, dafür benötigt der Aftertouch eine deutlich geringere Kraft. Dadurch wirkt die Tastatur beim Juno-X vergleichsweise steif und hart.
        Die Tastatur des JN arbeitet bei mir einwandfrei, auch kein Mecker notwendig wegen dem Pitchbender.
        Wie die Langzeitqualität aussieht, wird sich zeigen…..

        Wie auch immer: Ich hatte schon laaaange nicht mehr so viel Spaß mit einem Synth, ehrlich!
        Er klingt halt wie ein „echter“ analoger Roland, da gibts 80er Flashbacks inklusive… :-)

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      Tai AHU

      @filterfunk „Und ja, die Gesamtqualität des Gerätes ist dem Juno-X natürlich unterlegen – Roland ist eben Premium.“

      Das würde ich nicht automatisch voraussetzen. Auch etablierte Firmen liefern Mist ab. Ich denke da an die drei-Oktavigen KORGs, Wavestate etc. Offensichtlich mit Tastaturen zum Schämen.

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        filterfunk

        @Tai Das ist richtig, aber insgesamt ist die der Juno-X einfach in einer anderen Preisklasse, was man auch merken darf.
        Die schlimmste Tastatur, die ich im Studio habe, ist die des Korg Prologue – klapprig und ohne Aftertouch.
        Und dann noch diese absolut lächerlichen Modulationsmöglichkeiten – es fühlt sich einfach „tot“ an…

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    Flowwater AHU

    Ich würde als Alternative – allerdings ohne Praxiserfahrung, ich besitze ihn (leider) nicht – noch den »System-8« von Roland in’s Rennen werfen wollen. Ich glaube, zum Thema Spielbarkeit und Klang muss man da keine Angst haben. Einer der »PlugOuts« (die nachladbaren Synthesizer-Modelle für den System-8) war mitgeliefert ein »Juno-106«. Nachladen kann man einen »Juno-60« (keine Ahnung, ob das aktuell noch geht). Man bekommt ihn nur noch gebraucht, dafür aber für ca. nur EUR 1.000.

    Der Clou bei diesem Synthesizer ist für mich sein »nativer« Modus, wenn man also keinen der PlugOuts verwendet. Das Ding ist so unglaublich vielseitig, dass ich mir für mich vorstellen könnte, die PlugOuts sowieso nie zu benutzen. Geile Gurke … wenn ich nur nicht schon so viele andere Geräte besäße. 😀

    Das mit der Tastatur von »JN-80« sowie der Pitch Bender und der LFO-Trig-Taster … das ist für mich ein absolutes No-Go. Was machen die denn da? Eifern die jetzt dem Schrott nach, der bei TEMU verkauft wird, oder wie?

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    Steril

    Hier mal eine Zweitmeinung von einem anderen professionellen Tester, der auch lange das Original hatte: Die Tastatur ist tatsächlich nicht so dolle, aber auch nicht wirklich schlechter als bei Deepmind, Wave & Co.. Bei meinem ersten Exemplar war eine Taste etwas schwergängiger, bei zwei anderen getesteten Modellen gab es kein Problem mit dem Keyboard. Probleme mit pitchbender oder Tastern gab es bei keinem der drei von mir getesteten Modelle. Dennoch darf man hier die Endkontrolle bei Behringer durchaus kritisieren. Klanglich lässt der JN-80 alle digitalen Emulationen aber hörbar hinter sich. Allein schon die Kombination der beiden Wellenformen nebst Sub hat bisher kein Plugin oder ACB so überzeugend hinbekommen. Auch Filter und Hüllkurve sind gelungen, ingesamt stimmt die Abstimmung. Und auch diese „warmen“ unteren Mitten kriegt JN-80 besser hin, hier klingen insbesondere die Roland Emulationen deutlich mehr nach Hifi. Natürlich muss man den speziellen Juno Sound auch kennen und lieben, ansonsten kann man auch jede Emulation nehmen. Die zusätzlichen Funktionen muss man nicht nutzen, sie sind ein Bonus und deshalb finde ich es auch nicht schlimm, dass sie im Menü versteckt sind. Dass Unisono Sounds wegen der Schichtung lauter sind, ist bei jedem mir bekannten analogen Synthesizer so. Und mit etwas Recherche hätte der Tester auch herausfinden können, dass der Quad Modus erst nachträglich hinzugekommen ist und deshalb kein Lämpchen hat.

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      Markus Galla RED

      @Steril Klanglich ist m. E. am JN80 nichts auszusetzen, das steht ja auch im Fazit und im Fließtext. Die Verarbeitung ist in einigen Bereichen schlecht. Wenn man beim Akkordspiel bei mehreren Anschlägen hintereinander extrem unterschiedliche Velocity-Werte bekommt und deshalb bei einem Dreiklang oft nur zwei Töne zu hören sind, dann ist das ein Mangel. Und das scheint ja immerhin nicht nur mir aufgefallen zu sein, sondern auch anderen Kunden. Bei Reddit ist mittlerweile von der komplett fehlerhaften ersten Charge die Rede. Es ist also kein Einzelfall. Wenn man es per Firmware beheben kann, prima. Dann aber bitte auch so, dass ich sie auch aufspielen kann. Dazu müsste endlich die App zuverlässig am Mac funktionieren.

      Ich hatte schon diverse Synths (auch von Behringer) hier, die einen Unisono Mode haben. Dass das Signal etwas lauter wird, ist klar. Dass aber starke Verzerrungen die Folge sind, eher nicht. Der letzte Behringer Synth, bei dem es bei Test zu Verzerrungen im Signalfluss kam, war der CZ-1 Mini. Ansonsten waren die anderen Modelle immer einwandfrei.

      Bei der Verarbeitungsqualität gibt es m. E. deutliche Unterschiede. So sind Produkte wie Model D oder Pro 800 sehr gut verarbeitet, ebenso viele ältere Behringer Geräte.

      Die Dokumentation des Synths ist spärlich und es wurden die Infos genutzt, die der Nutzer auch bekommt. Auf der Website gibt es ein Bild mit geringer Auflösung und ungewohnt wenige Infos, warum auch immer. Das ist bei meinen anderen Behringer-Geräten besser.

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        Steril

        @Markus Galla Es gibt schon seit einiger Zeit einen QuickStart und eine ausführliche Anleitung auf der Behringer Seite. Und bei mir zerrt auch nichts, wenn ich den VCA passend runter regle.

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    fitzgeraldo AHU

    Es geht nicht um bezahlbare Alternativen. Es geht darum, ob ein Instrument funktioniert wie es sollte, oder eben nicht.

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      Steril

      @fitzgeraldo Es funktioniert ja, und vor allem klingt es gut und hat genau den riesigen Sweetspot wie das Original. Hier hat der Tester ein defektes Gerät bekommen. Das darf kritisiert werden, aber für einen seriösen Test holt man sich doch noch ein Vergleichsgerät, um auszuschließen, dass man ein Montagsgerät erwischt hat. Sequential hat mir damals auch einen Pro-3 geschickt, bei dem ein Oszillator nur Knacksen herausgebracht hat. Und beim Moog Subsequent hing ein Taster raus. Kurze Mail an Hersteller/Händler, Ersatzgerät und fertig.

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        fitzgeraldo AHU

        @Steril Da hast du grundsätzlich Recht. Nur in diesem Fall hier läuft es offensichtlich ja nicht so. So wie ich das mitbekommen habe, stellt Behringer überhaupt keine Testgeräte zur Verfügung. Die muss sich die Redaktion schon selbst irgendwie beschaffen. Und auch keinen Ersatz, wenn es mit einem Testexemplar mal Probleme gibt. Anders als Moog oder Sequential eben. Da hilft auch kein kurzes Mail nach China. Ich finde das aber gar nicht mal so übel, denn so ergeht es dem Tester nämlich genauso, wie dem potentiellen Kunden. So wie im richtigen Leben. Entweder er hat Glück und bekommt ein funktionierendes Teil. Oder eben Pech gehabt. Der JN-80 hier war offensichtlich ein Griff in die Toilette.
        Und im Test wurden die klanglichen Eigenschaften des Behringer-Gerätes ja durchaus gewürdigt …

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        Markus Galla RED

        @Steril Siehe Kommentar oben. Es wurde recherchiert, ob es ein Einzelfall ist oder nicht. Ist es nicht, da die Kunden der ersten Charge zahlreich darüber berichten. Übrigens auch schon beim Wave, was den Schluss nahelegt, dass es sich hier um die gleiche Tastatur handelt. Und bei einem Gerät, bei dem die Lieferbarkeit am Tag des Erhalts des Testgeräts von Thomann schon wieder auf „in mehreren Monaten“ steht, ist ein Austausch nicht so einfach.

        Wie gesagt: Behringer beliefert die Presse seit längerer Zeit nicht mehr direkt. Wir müssen die Produkte selbst kaufen oder bekommen sie von Thomann netterweise gestellt, falls die Charge nicht ausverkauft ist (so wie jetzt wieder).

        Einen Test deshalb als unseriös zu bezeichnen, finde ich schon dreist. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir deine Tests und Bewertungen im Beat-Magazin und auf Beat.de schon einmal kritisiert hätten. Einen Behringer JN-80 Test kann ich da leider noch nicht finden.

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          Steril

          @Markus Galla Ich musste das Testgerät auch kaufen und mich selbst um das Austauschgerät kümmern, was schon nervig war. Das darf man ja wie gesagt auch bemängeln. Aber der Test erweckt zumindest für mich den Eindruck, als ob die Tastatur bei allen ausgelieferten Geräten defekt wäre, und das finde ich in der Tat unglücklich. In Foren und Bewertungen schreibt ja niemand: Tastatur funktioniert normal. Natürlich erwähnen das nur diejenigen, die ein fehlerhaftes Modell erwischt haben, was dann überproportional wirkt. Ein kurzer Satz wie „Leider konnte ich aufgrund Lieferschwierigkeiten nicht verifizieren, ob es sich um ein Montagsgerät handelt oder nicht – Forenberichte deuten aber darauf hin, dass auch andere Modelle der ersten Auslieferung ähnliche Probleme aufweisen“ hätte mir persönlich besser gefallen. Seriös war hier als Wort etwas unglücklich gewählt, ich wollte keine Unseriosität unterstellen, hätte mir nur etwas mehr Genauigkeit gewünscht.

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            Markus Galla RED

            @Steril Es wird dazu noch zu gegebener Zeit eine Anmerkung im Testbericht geben, nachdem unser Testgerät von Thomann repariert wurde. Dort hat man bereits Austauschtastaturen von Behringer erhalten.

  21. Profilbild
    Markus Galla RED

    Wenn ein Behringer-Nachbau den Song versaut, dann liegt es nicht am Nachbau, sondern an dem, der ihn bedient. Klanglich sind die Behringer Synthesizer doch in der Regel sehr gut.

  22. Profilbild
    luap AHU

    Danke für den Test..
    Also wenn klanglich soweit in Ordnung, dann warte ich mal auf die Desktop Version.
    Hab im Augenblick nicht so viel Platz.

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      lookandlisten

      @luap Die Desktop Version gibt es schon seit gut 9 Jahren. Deepmind 12D – oder wenn es auch noch die gleiche Optik sein soll – Deepmind 12XD. Sind aber mal abgesehen vom „Juno-Design“ technisch identisch. 😴
      Können Juno und viel darüber hinaus.

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        luap AHU

        @lookandlisten Hi, dass der Deepmind dem Juno nachempfunden wurde, ist schon klar. Mit neuer Optik erkennt man das noch mehr.
        Aber ist der Deepmind nicht etwas mehr Menüdiving?
        Durch die zusätzlichen Funktionen ist der Juno Sweetspots genauso oder schwerer zu finden?
        Die Deepmind Serie hat doch immer wieder Mängel an dem Display…
        Vorlage für Deepmind war doch der 106…
        Der JN80 hat doch den 60er als Vorlage.
        Der Deepmind hat doch viel mehr Funktionen, Modulationsmatrix ohne Ende…
        Klingt erstmal nach was besserem…
        Aber bekomme ich da genauso schnell die Sounds hergedreht?
        Dann 6 Stimmen statt 8..

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          lookandlisten

          @luap Bin jetzt kein großer Freund der Roland Analog Sounds (Oberheim-Addicted Fanboy hier).
          Wenn du mit einem Initial startest, bis du relativ gleich schnell an einem sehr
          vergleichbaren Sound wie beim Original. Ab da hast du aber eben schon deutlich mehr an Optionen und Möglichkeiten. Aber es ist kein Muss.
          Wenn der Juno-Sound das Ziel ist, kommst du ohne großes Menu-Diving dahin.
          Ab da geht eben gefühlt 900% mehr. Diese Limitierung der Junos ist ja für viele ein großer Vorteil (nicht despektierlich gemeint). Ich möchte aber mehr. Der UB-XA ist für mich auch kein „Habenwollen“, weil schlicht die Effekte fehlen (die beim DM in guter Qualität für einen Synth vorhanden sind). Die FX Unit des DM im UBXA mit Modmatrix bis in die Effekte rein…. take my fu**ing money Uli.

          Kann dir nur empfehlen, in ein Musikhaus zu fahren & selbst zu testen. Für mich ist der DM 12D ein massiv aufgebohrter Juno-Clone, der auf den Schreibtisch passt. Was besseres kommt dann für mich erst mit dem Sequential Take 5 – für den doppelten Preis, weniger als die Hälfte der Stimmen & eben auch einem anderen Klang. Mit den Jahren wird der Deepmind eigentlich immer wertvoller in meinen Augen, weil alle Behringer Analog Clones bei der Frage, was fehlt, immer in die Richtung des Deepmind zeigen.

          Tja, Hardware Qualität ist mittlerweile die Preis-Stellschraube bei vielen Herstellern. Haptik a la Clavia Nord bekommst du definitiv nicht. Aber immerhin besser als ein abgerockter Juno.

        • Profilbild
          Steril

          @luap Der Deepmind geht in Richtung Juno, kann einen Juno-60 aber nicht ersetzen. Da startet schon bei dem unterschiedlichen Aufbau der Oszillatoren und endet bei den Hüllkurven: Beim JN-80 ein einziger Sweetspot, beim Deepmind muss man trotz der ganzen zusätzlichen Optionen um knackige Bässe und Leads kämpfen. Gleiches gilt für den Chorus etc. Wer den großen Sweetspot des Juno-60 will, kauft den JN-80. Da braucht man eigentlich gar keinen Speicher, so schnell ist der passende Sound eingestellt! Wer zusätzliche Möglichkeiten und vier Stimmen mehr will, nimmt den Deepmind. Mit etwas mehr Mühe kommt man damit auch dicht an den Juno-60 dran, ich hatte beide parallel im Studio.

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      Steril

      @luap Hoffen wir mal drauf. Beim Wave warte ich schon länger auf eine Desktop Version

  23. Profilbild
    lookandlisten

    Behringer back to the roots? So schlechte Hardware-Qualität abzuliefern, klingt eigentlich gar nicht so sehr nach Behringer der letzten Jahre. Da greife ich doch lieber gleich zum Deepmind Desktop, bekomme mehr und spare auch noch Geld.

  24. Profilbild
    Moonbooter

    Eigentlich der erste wirklich „ehrliche“ Test zu einem s.g. Behringer Synth. Vielen Dank dafür!🙂

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @Moonbooter Behringer ist in der Regel natürlich bei sämtlichen Produkten minderwertiger, aber dafür günstiger. In den letzten 3 Jahrzehnten ist ein Trend entstanden, nämlich immer weniger Geld für schlechtere Qualität zu bezahlen, meist hinter vorgehaltener Hand. Um diesem Image entgegen zu wirken, gab es die sehr bekannte Werbekampagne „Geiz ist Geil!“ Diesen Spruch kennt vermutlich jeder der einen Fernseher zuhause hat. Da das Budget generell endlich ist, muss jeder für sich entscheiden, für was und wieviel man Geld ausgibt. Worauf möchte ich hinaus: Man kann generell Behringer nicht schlecht machen weil sie eben günstiger sind als das jew. Marken-Gegenprodukt und das weiß auch Amazona. Wenn natürlich Tasten nicht funktionieren ist das was anderes. – Das ist ein eindeutiger Produktmangel. Aber wenn die Tastatur mehr klappert als bei einem echten Juno, dann ist das kein Mangel, sondern dem günstigeren Preis geschuldet. Apropos klappert mein Matriarch mehr als die Tastatur des Poly D. Kein Scherz, weil ich hatte beide Geräte für 2 Tage nebeneinander. Von daher fand ich die Tests bezüglich Behringer hier auf Amazona immer relativ authentisch. Der Poly D und MS-5 sind einwandfreie Geräte und vom Preis,-Leistungsverhältnis unschlagbar. Es ist reine Psychologie dass man immer das Original besser findet. Wer das Original möchte darf auch 6k für einen Minimoog bezahlen, meiner Ansicht nach. Klanglich ist der Unterschied absolut vernachlässigbar und es wird nie ein Mensch danach fragen. xD

      • Profilbild
        Markus Galla RED

        @Filterpad Dass bei AMAZONA so viele Behringer-Geräte mit „sehr gut“ oder „gut“ abschneiden, hat damit zu tun, dass bei den betreffenden Geräten und Instrumenten das Preis-Leistungs-Verhältnis erstklassig ist. Hier überwiegt dann dieser Punkt gegenüber kleineren Mängeln, wir sie eben dem Preis geschuldet sind. Die Frage ist immer:

        Wiegen die Mängel so schwer, dass sie die intendierte Nutzung erschweren oder gar unmöglich machen? Falls ja, gibt es einen Abzug.

        Sind die Mängel eher kosmetischer Natur oder eher ein Gefühl im Vergleich mit deutlich teureren Geräten, beeinflussen aber die Verwendung nicht unmittelbar, gibt es keinen Abzug in der Note, sondern nur einen Hinweis.

        Hier ist es tatsächlich ein Mangel, der die beabsichtigte Nutzung gravierend beeinträchtigt und nun uns gegenüber auch von Behringer und Thomann bestätigt ist (dazu in den kommenden Tagen mehr, der Artikel wird entsprechend aktualisiert). Deshalb der Abzug.

        Trotzdem klingt das Produkt sehr gut.

        Dass Uli Behringer jungen und jung gebliebenen Musikern eine Chance auf toll klingende „Vintage“ Instrumente gibt, die sie sich sonst niemals leisten könnten, ist unbestritten. Das ist trotz aller ethischer Fragen, die immer wieder aufgeworfen werden, unbestritten. Bei Gitarristen gibt es diesen Klon-Aufschrei mit „negativem Vorzeichen“, alle hassen Fender, deren Gitarren nachgebaut werden, weil sie sich massiv wehren. Auch bei Studioequipment hat kein Hersteller Skrupel oder Kunde ethische Bedenken. Nur bei Synthesizern.

  25. Profilbild
    ARIMUSIK

    Angenommen ich möchte ganz bewusst einen echt-analogen polyphonen Synth haben. Nochmal: einen Analogsynth für Chords und Pads. Dann wird mir hier im Artikel gesagt, ich solle einen Digital-Synth kaufen, der mit Software funktioniert. Ähm… kann ich wirklich nicht verstehen. Vor allem mit dem Ausdruck „wer kann“, der holt sich einen Digitalen. Ehrlich,…verkehrte Welt.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @ARIMUSIK Nein, die digitale Variante wird dir als Alternative angeboten mit deutlich mehr Möglichkeiten, besserer Verarbeitungsqualität, auf der Bühne überlegen und im Mix nicht zu unterscheiden.

      Wenn du einen analogen Synth möchtest, hält dich niemand davon ab. Man sollte aber wissen, dass der JN-80 keinen einzigen Sound produzieren wird, den du nicht mit einem Juno-X hinbekommst. Umgekehrt kann der JN-80 aber nicht die Sounds produzieren, die ein Juno-X produzieren kann. Wenn man also im Hier und Jetzt, im Jahr 2026 nicht ausschließlich das machen möchte, was vor über 40 Jahren modern war, gibt es bessere Alternativen, vor allem für die Bühne. Wenn dir letztere egal ist und du gerne genau diesen Juno-60 Sound der 80er haben möchtest, kauf den Vintage Juno-60 oder den JN-80 und du wirst glücklich.

      Diese Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Also noch einmal:

      Behringer bietet dir einen authentischen Juno-60 Sound. Wenn du diesen suchst, kauf diesen Synth.

      Roland bietet dir einen authentischen Juno-60 Sound, einen Juno-106 und deutlich mehr und modernere Möglichkeiten dazu. Wenn du die nicht willst, nimm den Behringer JN-80.

  26. Profilbild
    mrc

    Also erst mal muss ich sagen, dass ich solche Seiten wie Amazona und deren kostenloses Angebot an Informationen sehr schätze und damit auch das Engagement der Autoren und Autorinnen. Trotzdem muss ich mal etwas bemängeln. Ich finde den Artikel zum JN nicht besonders objektiv. Erst mal ist es schon eine besondere Leistung, so einen dermaßen beliebten Synthesizer wieder neu aufzulegen, sogar zu verbessern durch mehr Stimmen, USB und größeren Speicher. Dass der Sound einigermaßen hinkommt, was Vergleiche zwischen JN und Juno belegen, die es im Netz schon gibt, ist mehr, als man erwarten kann. Dann auch noch für den Bruchteil des Preises einens über 40 Jahre alten gebrauchten Teiles. Was will man eigentlich noch mehr? Das es ein paar Abstriche gibt, muss man einfach bei dem Preis erwarten. Trotzdem scheint es ja so wie ich gehört habe, als ob Behringer an dem Tastaturproblem arbeitet. Ich hab noch viele andere alte Synthesizer auch von Roland und ich hab es noch nie erlebt, dass die völlig frei von Problemen sind, z.B. beim JX8P, dessen Tastatur Probleme beim Aftertouch machen und auch sonst öfter mal einen Ton unterschlagen und das auch nicht erst seit gestern. Das beim JN der Schwerpunkt nicht gerade auf der Tastatur liegt, kann man schon an der Beschränkung auf 4 Oktaven erkennen. Trotzdem ist so ein Gerät mit Tastatur, auch wenn es nicht die beste ist, praktischer beim Soundtüfteln als ein reiner Expander ohne Tastatur und schöner auch. Ansonsten andere nehmen.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @mrc Hi,
      der Test orientiert sich zunächst einmal an den Fakten, sprich dem, was der Hersteller verspricht und der Synth tatsächlich mitbringt.

      Das ist der objektive Teil. Genau der hat zur Abwertung geführt.

      Der subjektive Teil ist die Beurteilung des Klangs. Ausgerechnet da hat das Instrument sehr gut abgeschnitten.

      Eine Tatsache ist aber nun einmal, dass heutzutage Hersteller auch in unteren Preisklassen eine sehr gute Qualität abliefern und daran muss sich auch Behringer messen. Bei der Qualitätskontrolle wurde aber gespart.

      Hier ist es unsere Aufgabe, darauf hinzuweisen.

      Unsere Bewertung ist dabei immer eine Meinung. Sie ist nie absolut, egal ob sie sehr gut, befriedigend oder ungenügend lautet. Es ist die Aufgabe des Lesers, seine eigenen Schlüsse zu ziehen und die können ganz anders aussehen als meine.

  27. Profilbild
    mrc

    Ergänzung. Tatäschlich war mein erster Synthesizer Anfang der 80er ein Juno 6. Da leider ohne Speicher war der in der Band, in der ich gespielt habe, nicht zu gebrauchen. Hab ihn deshalb wieder verkauft, was ich seit dem bereue. Als dann von TAL die Juno-Emulation erschien, hab ich zugeschlagen und muss sagen, dass sie wirklich ordentlich klingt. Dann kam der Roland Juno 06. Hab ich mir gekauft, aber war nicht damit zufrieden. Hab es dann noch mal mit dem Juno06a probiert. Auch enttäuschend, weil diese ganzen Teile nicht wirklich besser klingen, als der TAL, eher sogar schlechter (dumpfer Klang). Ich hab auch den Boutique JX03 ausprobiert und das hat nur dazu geführt, dass ich mir trotz großer Einschränkungen einen echten JX3P gekauft habe. Da liegen Welten dazwischen. Kein digitales Gerät kommt da ran. Hab ein Fantom 06. Lichtjahre entfernt von analoger Klangerzeugung. Klingt immer digital, auch wenn es ähnlich klingt. Aber am Ende fehlt immer was. Und dem Juno X, den ich von der Idee toll finde, die uralten Sounds vom XV zu spendieren, die ich schon in einem echten XV Expander habe (kommt leider zu selten zum Einsatz, weil ein Keyboard fehlt), finde ich nicht so prickelnd. Wenn ich jetzt zu meinem XV den JN80 dazunehme mit echter analoger Tonerzeugung habe ich für deutlich weniger Geld eine ähnliche Ausstattung, die aber viel mehr hergibt. Geräte die Eigenheiten haben, fordern einen heraus, aber das Perfekte langweilt schnell. Ist genauso wie bei der Musik. MM.

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