Behringer Steps: Alleskönner im System
Behringer Steps ist ein waschechter Klon von Mutable Instruments Stages. Nach zahlreichen Behringer-Releases von zumindest weitestgehend gelungenen Mutable-Instruments-Clones (in Klammern der Name des Vorbilds) wie Behringer Brains („Plaits“), Waves („Tides“), Chaos („Marbles“), Halos („Rings“), Swords („Blades“) und Skies („Clouds“) erscheint nun mit „Steps“ („Stages“) eines der interessantesten Module aus der Serie. Was Steps alles kann, ist dem Modul nicht direkt anzusehen – das gilt nicht zuletzt für die Oszillatorfunktionen. Steps als Klon und das Stages-Original sind wahre Alleskönner im Modularsystem.
- Klon-Qualität: Steps ist ein nahezu vollständiger Nachbau von Mutable Instruments Stages – inklusive versteckter Oszillator-Modi.
- Multifunktional: Das Modul kann LFO, Hüllkurve, Sequencer, Sample & Hold sowie mono- und polyphone Oszillatoren sein.
- Flexibilität: Kanäle lassen sich frei gruppieren, Loopen, kombinieren – sogar mehrere Module können verlinkt werden.
- Preis-Leistung: Deutlich günstiger als Originale oder Konkurrenzmodelle – mit kleinen Abstrichen bei Übersichtlichkeit.
Inhaltsverzeichnis
Behringer Steps
Vorgeschichte zu Mutable Instruments Stages und Behringer Steps
Entwicklerin Émilie Gillet (früher Olivier Gillet) machte der Modulargemeinde das Geschenk, den Programmiercode ihrer Module der Allgemeinheit als Open Source bereitzustellen. Ob sie damals bereits alle Konsequenzen vorausahnte, sei dahingestellt. Jedenfalls stellte sie vor einiger Zeit den Betrieb ihres Labels Mutable Instruments ein, sodass ein Meisterwerk wie ihr MI-Stages-Modul inzwischen nur noch als Klon neu erhältlich ist – wie jetzt von Behringer zu einem niedrigeren Preis.
Dabei können alle Klone auf die nach wie vor verfügbaren Mutable Instruments Manual zurückgreifen und davon profitieren. Behringer stellt allerdings auch ein eigenes Quick-Start-Manual bereit, das als interessante Alternative zum etwas nerdigen Stages-Manual dienen kann. Was in beiden Dokumenten an Funktionsvarianten des Moduls durchgespielt oder angedeutet wird, ist kaum vollständig zu erfassen. Vielleicht kann dieser Artikel manches mit einfacheren Worten – auch im Hinblick auf eine Kaufentscheidung – verständlicher machen.
Aufbau
Mit 39 mm Einbautiefe und gegebenenfalls benötigtem Platz für einen Link-Stecker braucht Steps etwas mehr Raum in der Tiefe als andere Module. Das Design finde ich zwar weniger schön als das des Originals, allerdings fällt das Modul im Rack-Kontext mit seinem gut bedienbaren Interface grundsätzlich eher positiv auf. Die Kanalbeschriftung mit indischen Zeichen wurde vom Original übernommen. Das Modul kommt in einer gegenüber anderen Behringer-Modulen veränderten, unlackierten und größeren Pappkartonverpackung mit Behringer-Signatur.
Basics
Kurz gefasst kann das Modul Hüllkurve, Step-Sequencer, LFO und Oszillator sein. Im ursprünglichen Sinne hatte es vor allem die Erzeugung unterschiedlichster Modulationen zum Ziel, doch sind weitere Funktionen hinzugekommen. Es verfügt über sechs Kanäle, von denen jeder eigene CV I/Os sowie einen Gate-Input besitzt. Oben befindet sich jeweils ein kleiner mit Shape/Time bezeichneter Control-Regler.
Darunter befindet sich jeweils ein „Mode Button“, mit dem für jeden der sechs Kanäle zwischen verschiedenen Modi umgeschaltet werden kann. Jeder „Mode Button“ zeigt den aktiven Modus des Kanals farbig leuchtend an: grün, orange oder rot. Unter den Buttons gibt es sechs Fader mit optional leuchtender LED (Bereich Time/Level). Darunter findet sich pro Kanal ein CV In, ein Gate In und der (CV-) Output.
Jeder Kanal bzw. Modus kann zusätzlich durch längeres Drücken des Buttons in einen weiteren, blinkenden Loop-Mode mit anderen Funktionen versetzt werden. Durch sehr langes Drücken lässt sich schließlich noch ein (bunt flackernder) Oszillator-Mode aktivieren, mit dem sechs Töne gleichzeitig erzeugt werden können (siehe unten). Als wäre das nicht genug, gibt es auch noch eine Überraschung auf der Rückseite: Über einen Link-Anschluss lassen sich mehrere (bis zu sechs) Behringer Steps-Module miteinander verbinden, z. B. um längere Sequenzen zu generieren. Verknüpft man das Modul mit sich selbst, mutiert es zu einem additiven Oszillator – ein Hinweis hierzu lässt sich auf der Rückseite des Moduls vage ablesen.
Das Auge in der Buchse
Das Modul kann ein „Einstecken“ im Gate-Bereich erkennen und daraufhin in verschiedene Modi umschalten. Ich habe einmal ein Video von Gillet gesehen, in dem en passant erwähnt wurde, dass dies eine der größten Besonderheiten des Moduls sei – eine Funktionalität, die zum damaligen Zeitpunkt noch nirgendwo anders zu sehen war. Behringer Steps als Klon beherrscht das ebenfalls. Das ist wichtig zu wissen, da es erklärt, wie sich das Modul verhält. Schaut man genauer hin, ergibt sich nach dem Einstecken eines Kabels mit etwas Verzögerung manchmal eine Veränderung der aufleuchtenden Lampen – vielleicht knackt es auch mal ein wenig, als hätte man das Gerät ein- oder ausgeschaltet.
Im Behringer Steps- und im Stages-Manual steht einerseits, dass man von rechts nach links patchen soll. Zudem heißt es, dass ein eingestecktes Kabel in der Gate-Sektion (nicht bezogen auf die Outs) eine Gruppe für alle Kanäle rechts davon definiert, in denen nichts steckt. Das muss man erst einmal sacken lassen – und durch praktische Anwendung verstehen. Hierauf gehe ich im Verlauf mit Beispielen ein.
Grüner (Ramp-) Modus von Behringer Steps
Im „grünen Modus“ liefert Steps bis zu sechs einfache Ramp-Envelopes als Reaktion auf einen eingehenden Trigger. Die Ramp-Verläufe sind – über den Control-Regler oben – von exponentiell bis logarithmisch verstellbar. Ein Kanal bewegt sich im Ramp-Modus von einem zum anderen Wert. Der Slider bestimmt die Zeit. Man kann hier bereits ordentlich lang ausklingende oder perkussiv verlaufende Hüllkurven erzeugen, wie das Beispiel zeigt (hier wird ein Amp moduliert, die Ramp-Kurve bestimmt den Lautstärkeverlauf). Gegen Ende ist der Slider mittig für mittlere Zeit/Länge eingestellt, und ich zeige Variationen, die sich durch Veränderungen des Control-Reglers ergeben.
Zudem lassen sich Kanäle zu Hüllkurven gruppieren, z. B. zwei grüne zu einer AR-Hüllkurve (etwa wenn das Gate-Kabel in Kanal 5 und nichts in Kanal 6 steckt) oder eine Kombination aus grün, grün, rot (Loop), grün zu einer ADSR-Hüllkurve. Die bekommt man anderswo platzsparender, aber es ist trotzdem praktisch, dass sie bei Bedarf verfügbar ist.
Im geloopten/blinkenden grünen Modus wird der Kanal in einen freilaufenden LFO verwandelt, der keinen Trigger benötigt. In den folgenden Beispielen moduliert der LFO einmal den V/Oct-Eingang, ein andermal die Filterfrequenz eines anderweitig ausgelösten Sounds meines polyphonen Klangerzeugers Knobula Monumatic.
So kann man in einem Modul bei entsprechender Konfiguration (6× grün blinkend) sechs individuelle LFOs nutzen. Welche Langsamkeit oder Schnelligkeit diese in den äußersten Einstellungen erreichen können, ist im Audiobeispiel zu hören. Das Quick-Start-Manual gibt 0,125 Hz (8 Sekunden) bis 32,5 Hz an. Zu beachten ist, dass mit dem Fader in unterster Stellung die längste Zeit eingestellt ist; schiebt man ihn nach oben, werden Hüllkurven kürzer bzw. LFOs schneller.
Orange CV/Step/ Glide-Modus
Im orangenen Modus, der im Original-Manual „Step-Mode“ heißt, sind (nicht nur) Step-Sequenzen möglich. Der Ausgang gibt grundsätzlich eine konstante CV-Spannung aus, wenn kein Triggering stattfindet. Dabei bestimmt der Fader den CV-Wert und der Regler oben eine einstellbare Verzögerung, bis dieser erreicht wird. Diese wirkt sich in Sequenzen als Glide-Effekt aus.
Wird der Step im orangenen Modus getriggert, wird eine Sample-&-Hold-Funktion aktiv: Ein aktuell eingestellter Wert im Kanal wird gesampelt und ausgegeben. Das fällt kaum auf, weil die Fader-Stellung selbst abgesampelt wird. Wird diese jedoch via CV In moduliert, wird der abgestufte S&H-Effekt hörbar – etwa wenn der Kanal anschließend eine Oszillator-Tonhöhe ansteuert.
Wenn man z. B. alle Kanäle auf orange stellt und ein Kabel im Ausgang von Kanal 1 steckt (und sonst in keinem Ausgang oder Trigger-Eingang), aktiviert das Modul eine Art sechsstufige Hüllkurve oder Step-Sequenz, wenn man Kanal 1 via Gate-Eingang triggert. Der Slider stellt den CV-Wert ein, der kleine Regler oben eine Art Übergangszeit, die als Glide hörbar wird – etwa wenn Pitch der Zielparameter ist. Durch Umstecken ergeben sich interessante Variationen:
Im folgenden Beispiel sind alle Kanäle auf orange gestellt, nur Kanal 2 steht auf grün (geloopt) – das ist im Bild zu sehen und im Beispiel zu hören. Die Sequenz wird durch das Spielen von Noten bzw. durch Gate-Impulse vorwärts bewegt.
Überraschenderweise wird ein „LFO“ in einem Kanal der Sequenz umso schneller, je weiter unten ein Slider steht – während Standalone-LFOs schneller werden, wenn man den Slider nach oben bewegt.
Praxis: Self-Patching
„Self patching is rewarding“ – heißt es im Manual von MI Stages. Doch ist das nicht immer einfach zu verstehen. Wie gesagt: Es kommt auf das Gate-In-Kabel an, das gepatcht werden soll, nicht auf das CV-Out-Kabel. Manchmal ist es sogar sinnvoll, ein Dummy-Kabel ohne Ziel in einen Eingang zu stecken, um diesen funktional abzutrennen.
Mein Plan, die Sequenz vom Steps-Modul bzw. den LFO eines Kanals selbstständig mit Gates von außen „anzutreiben“, klappte, wenn ich Kanal 1 als LFO im grünen Loop-LFO-Modus nutzte, um eine Sequenz von Step 2–6 zu steuern. Wenn ich jedoch den Ausgang von Kanal 6 (im LFO-Modus) in den Gate-In von Kanal 1 steckte, funktionierte es nicht – denn wenn im Gate-In nichts steckt, wird der Kanal nicht abgetrennt.
Patche ich den Ausgang von Kanal 6 im Ramp-Modus (ohne Kabel im Gate-In) anderswo hin und stelle für Kanal 1–5 orange als Step-Sequencer ein, kann sich eine Sequenz von Kanal 1–6 vorwärts bewegen, wenn ich z. B. einen LFO mit Rechteck-Schwingungsform in den Gate-Eingang von Kanal 1 schicke. Dann kann Out 6 z. B. eine Hüllkurve ausgeben, nachdem die Zeit von Kanal 5 abgelaufen ist, und damit etwa einen anderen Sound triggern. Hat man eine Sequenz oder Hüllkurve programmiert, gibt jeder Out seinen aktuellen Zustand bzw. Werteverlauf zusätzlich an seinem Ausgang aus – was zum Triggern weiterer Sounds genutzt werden kann, während die gesamte Sequenz aus dem ersten Out herauskommt.
Roter Modus
Im roten Modus wird ein Fader-Wert konstant für die über den Control-Regler eingestellte Länge gehalten. Der rote Modus kann für eine Sustain-Funktion verwendet werden, wenn bei einer vierstufigen Hüllkurve (z. B. in Kanälen 3, 4, 5 und 6) die Kanäle 3, 4 und 6 orange sind und Kanal 5 im roten Modus steht. Dann stellt der Slider das Sustain-Level ein, während der Control-Regler die Dauer des Steps bestimmt. Sustain als „S“ in einer ADSR-Hüllkurve definiert jedoch eigentlich nur das Level – die Dauer wird durch das Halten einer Taste oder (im Modularsystem) durch die Gate-Länge bestimmt. Diese klassische ADSR-Gate-Funktionalität lässt sich mit Behringer Steps ebenfalls realisieren, indem man den roten Modus auf „Loop“ stellt bzw. blinken lässt.
Alternativ kann man z. B. ein Gate in Kanal 4 stecken und Kanal 4, 5 und 6 für eine AHR-Hüllkurve nutzen. Steht Kanal 5 auf Rot, bestimmt dieser – wie oben – die Hold-Zeit. Die Kanäle lassen sich auch zu einer AHDSR-Hüllkurve, einer sechsstufigen Hüllkurve oder zu einer mit noch mehr Stufen zusammenfassen, wenn mehrere Module verlinkt sind.
Complex Sequencer
Wenn der erste Kanal einer längeren Kanalgruppe auf Rot oder Grün gestellt wird und weitere Steps auf Orange, kann der Slider verschiedene Abspielrichtungen und -modi der Sequenz bestimmen.
Easteregg-Mode/ Additiver Osc
Wird Steps rückseitig über die Link-Stecker mit sich selbst verbunden, wechselt das Modul in einen additiven Oszillator-Modus. Ein passendes Patch-Kabel lag allerdings nicht bei. Der Hinweis hierzu findet sich im Behringer-Quick-Start-Manual. Damit es im Test funktionierte, musste ein beidseitiges TRS-3,5 mm-Stereo-Klinkenkabel verwendet werden. Hinweis: Die Aufnahme erfolgte mit einem nachgelagerten Kompressor.
Die Slider bestimmen die Lautstärken, die kleinen Control-Regler oben die Frequency-Ratios (leider nicht fernsteuerbar) – mit Ausnahme des Sliders von Step 1, der die Tonhöhe insgesamt für alle Teiltöne verändert. Diese ist im V/Oct-Stil modulierbar und spielbar. Der Control-Regler von Step 1 steuert das Finetuning für alle Teiltöne. Ein Drücken der Buttons erlaubt die Umschaltung zwischen sechs Schwingungsformen pro Teilton, inklusive eines reinen Sinustons. In diesem Modus steht somit ein sehr detailliert form- und stimmbarer Oszillator zur Verfügung.
Mehrstimmiger Oszillator
Drückt man einen Mode-Button eines Kanals sehr lange, erscheint ein wechselndes Farbspiel – und man erhält im jeweiligen Kanal einen Oszillator (!). Nun bestimmen die kleinen Controls oben für jeden Oszillator die Schwingungsform (leider nicht fernsteuerbar), während alle Slider die Tonhöhe regeln, ebenfalls via V/Oct spielbar. Mit diesem Modus stehen somit sechs individuell stimmbare Oszillatoren zur Verfügung – eine tolle Überraschung. Dabei sollte man übrigens besser kein Kabel in den Gate-Input stecken. Im Behringer Manual findet sich kein Hinweis zu diesem Modus. Das Tuning mithilfe der Slider ist nicht ganz einfach, alternativ kann man jedoch die CV-Ins nutzen.
In der Aufnahme ist anfangs wieder der Kompressor aktiv, im weiteren Verlauf habe ich ihn deaktiviert und die Gesamtlautstärke reduziert.
Der Oszillator-Modus belegt, dass in Behringer Steps offensichtlich Inhalte der MI-Stages-Firmware 1.2 integriert sind – denn dieser sechsfache Oszillator-Modus wurde mit dieser Version bei MI Stages eingeführt. Behringer Steps scheint ein Klon zu sein, der auch das Aufspielen alternativer Firmware erlaubt (siehe Thread auf Modwiggler hierzu).
Konkurrenz, Sonstiges und Video
Als Klon auf dem Markt ist zudem z. B. After Later Audio Scenes erhältlich – allerdings deutlich teurer. Das MI-Tides-Modul und dessen Clones sind eine etwas einfachere Alternative mit weniger Umschaltmöglichkeiten und ohne Sequencing- oder Hüllkurvenoptionen, dafür mit Extras im Bereich der Oszillatoren (z. B. einstellbare Akkorde und Phasen- bzw. Zeitverschiebung).
Hier noch ein kleines, selbstgemachtes Video zu Steps:
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„ein waschechter Clon“
Das ist auf jeden Fall nicht neutral, und schon gar nicht kritisch.
Schwierig.
@storyplay Das ist der einleitende Satz zu einem längeren Artikel. In dem werden die verschiedenen Aspekte dieses Geräts für mich ziemlich gut beschrieben. Der Satz für sich alleine betrachtet. Schwierig.😇
@storyplay Es gibt unzählige Firmen die das und sämtlichen anderen Mi Module clonen und damit Geld verdienen. Mir erschließt sich der Nutzwert solcher Postings nicht und ich habe den Eindruck es geht hier abermals darum persönliche Befindlichkeiten zu predigen, die im Kontext eines solchen Reviews keinen Mehrwert liefern. Es wirkt einfach nur wie moralische Bevormundung. Das ist definitiv als noch schwieriger einzustufen. Sinnvoller wäre nicht ständig zu ermahnen sondern anderen Lesern ebenfalls Intelligenz zuzutrauen.
@RAL9005 Behringer macht sicher viel Großartiges.
Trotzdem darf man sich kritisch dazu äußern, wenn ein Produkt einer kleinen
Firma beinhart abgeklont wird.
Was das für die Firmen bedeutet weiß sicher jeder selber.
Nur weil es immer und immer wieder passiert, wird diese Art des Ideenklaus
nicht weniger erwähnenswert.
@storyplay hier ist es insofern etwas anders, als das Original nicht nur nicht mehr erhältlich ist und der Originalhersteller den Code als Open Source freigegeben hat. Es steht dennoch jedem frei, andere Klone zu kaufen, die vielleicht auch noch besser verschraubt sind. Mir ging es hier auch darum, zu zeigen, was man mit dem Ding – und auch allen anderen Versionen davon – machen kann.
Interessant ist zB auch, dass der (Poly) Osc Mode nicht im Behringer Manual erwähnt ist und auch in den kostenlosen Audible Instruments VCV Varianten nicht drin ist, in den (ebenfalls in VCV koistenlosen) Sanguine Mutants aber schon (habe ich kürzlich gefunden)
@Heiner Kruse (TGM) Okay, du hast recht, das ist wirklich etwas anderes.
🤐
@storyplay Schön, dass Du es einsiehst. 😋
Man muss über jeden Versuch, die Mutable-Module am Leben zu erhalten, froh sein,
weil die Palette einfach einige wichtige, schon fast unverzichtbare würde ich sagen,
Klassiker enthält.
Wer das macht, ist mir dann auch wirklich egal, weil ich kann mich unter einer
Vielzahl von clones entscheiden. Ausserdem wurden die Originale in einigen Fällen
sogar weiter verbessert: zum Beispiel kleiner gemacht oder extra patch points
hinzugefügt usw.
Reflexartiges Behringer-bashing kann auch mal nach hinten losgehen… 😇
Kaufen werde ich das Modul trotzdem nicht, weil mir schlicht das Design (wie bei allen Butables) nicht gefällt.
Toller Test eines underrated Moduls! Nur den wenigsten erschließen sich die Funktionsmöglichkeiten, die es unter dem schlichten Design birgt. Ich zähle mich im übrigen zu den meisten dazu. Mir fehlen scheinbar ein paar Neuronen um das Potential zu nutzen. Betrifft im übrigen auch Maths!
@[P]-HEAD ;-) danke, ich finde es auch oft recht kompliziert und verirre mich in Funktionen, aber manches, sehr gut zu Gebrauchendes ist auch einfach…siehe Video
@[P]-HEAD Mein Problem mit solchen „Alleskönnern“ (betrifft ähnlich auch Effektpedale): Ich würde sie letztlich doch nur in einer Betriebsart benutzen, schon allein weil ein Wechsel z.B. von Hüllkurve zu Oszillator zumeist auch ein Umstöpseln des ganzen Signalflusses zur Folge hätte. (Ja, ich weiß, Holger X. aus Y. schaltet seinen Oszi ständig auf Hüllkurve um und umgekehrt, aber ich nicht.) Und dann liegt der Rest der Möglichkeiten brach, also hol ich mir gleich eine Hüllkurve, einen Oszi usw. etc. pp.
@chardt Ich glaube, das hat viel mit der Art zu tun, wie man sein Rack nutzt. Meins ist z.B. ziemlich klein und ich starte jedes Mal komplett ohne Patchkabel, patche was, nehme es auf und dann wieder von vorn. Für mich sind so Multi-Action-Module mega praktisch.
@chardt Ja, ich denke wie Baeno, dass es auf die Racknutzung ankommt. Ich habe im Wohnzimmer noch ein kleines Rack, wo ich ab und zu was ausprobieren will. Da ist das Ding jetzt drin. Nicht zu vergessen: Es ist hier auch möglich, mehrere Funktionen gleichzeitig zu nutzen. 2x Osc, 2x LFO, 2x Ramp Env gewünscht? Kein Problem. In einem großen System gibts dann natürlich bessere Oscs, LFOs und ENVs. Aber die 5fach Osc-Option oder der 6fach LFO oder 6fach Env sind auch im großen Rack konkurrenzfähig
@[P]-HEAD Wenn Du das Modul einige Male konzentriert nutzt, ist das wirklich kein Problem.
Es gibt schöne cheat sheets, die man sich dazu ausdrucken kann. Mit denen arbeitet man ein paar Mal
und Ruckzuck hast Du deine Lieblingsfunktionen drauf. Ich kann das aus Erfahrung sagen.
Das Modul ist zu gut, als dass man sich davon entmutigen lassen sollte. Selbst wenn Du nur,30-50% der
Funktionen nutzt, lohnt sich das hier schon.
Keine Ahnung, ob die Behringer-Implementierung besser ist als die Alternativen (hab selber Stages und Steps), aber: das Design ist genial.
Es gibt auch noch die Qiemen-Firmware, die alle Fuktionen des Originals beibehält und noch einiges hinzufügt. Meine Empfehlung!
(Zu der Diskussion: open source ist was es ist. Gehört der Allgemeinenheit. Dazu gehört auch der böse Uli. Ich finds toll. Gillet und Whitwell und Torvald auch. Die Welt wäre weniger schön ohne sie. Wem das nicht paßt – bitte, designt genialere Sachen als pichenettes, und baut dafür ein Pseudo-Open-Source a la deutscher Sozialstaat. Viel Erfolg.)
@moinho Kann der Behringer Klon denn die Alternativen Firmwares wie Qiemen benutzen? Das wäre für mich die wichtigste Frage..
@KleinKlang Qiemen ja. Andere: keine Ahnung. Wäre aber schwieriger, das hinzukriegen, daß es nicht geht, als daß es geht 😂
Eigentlich ein unverzichtbares Modul. Ich hatte das in jedem meiner Racks und es kommt auf die ein oder andere Weise in jedem Patch zum Einsatz. Es ist auf jeden Fall kein Modul, was brach liegt, weil man eine (oder mehrere) der Funktionen einfach immer braucht, egal bei welchem Patch.
Es ist auch gar nicht so schwierig das Modul verstehen zu lernen. wenn man das will. 😉
Optisch gefallen mir die Behringer Mutable Clones leider gar nicht und ich muss daher mehr zahlen, wenn es (für meine Gewchnmack) schicker aussehen soll. Dafür bekommt man aber auch langlebige Buchsen, die bei so einem Modul schon von Vorteil sein können, weil man viel am Stecken ist.
So ganz nebenbei hat man eine CV-steuerbare 6-fach Decay Envelope für Percussions und zwar eine der schnappigsten, die ich so kenne.
Der Frequenzbereich im LFO-Modus läßt sich durch Modulation mit einer Festspannung noch erheblich erweitern. Z.B. mit einer negativen Spannung bis zum quasi Stillstand.
Mit dem Modul läßt sich Geld und Platz sparen, weil man keine eigenen Module für essentielle oder auch speziellere Funktionen braucht.
Zu den im Test schon genannten Funktionen kommen z.B. noch
– Trigger-/Gate-/CV-Delay
– Trigger zu Gate / Gate zu Trigger Konverter
– Slew Limiter
– Sequential Switch (mit verschiedenen Ablaufrichtungen, auch direkt adressierbar)
– spannungsteuerbare Clockteiler /-multiplikator
– Suboszillatoren
– Audio Bitcrusher
…
Das Netz ist voll mit weiteren Beispielen, was alles noch so geht. Bis hin zu ganz abgedrehten Patches wie etwa Pseudo-Phasenmodulation und 6-fach Filterbank nach Serge-Art.
Es fehlt noch das Peaks und die kleinen Helfermodule wie Kinks und Links wären auch sehr nett.
Ich bau mir gerade zwei MI basierte Stränge auf eines aus Tunefish und das andere aus Behringer.
Mein erstes Modul war das Plaits und noch von MI und ich wollte darauf aufbauen und dann war Schluss.
Aber ich kann sagen das die Behringer klanglich und funktionell das tun was sie sollen aber es ist halt typisch Behringer verpackt dafür auch recht günstig.