Test: Behringer X32 Compact, Digitalmischpult

6. September 2013

Geschrumpft

Das Digitalmischpult X32 von Behringer ist bei seiner Einführung am Markt eingeschlagen wie eine Bombe. Diese Tatsache ist jedem Kenner klar. Und dass diese Konsole auf der diesjährigen Prolight + Sound in Frankfurt als bestes Livemischpult noch vor dem Soundcraft Si Performer mit dem MIPA Award ausgezeichnet worden ist, spricht für sich. MIPA ist der Musikmesse International Press Award, bei dem 160 Magazine rund um den Globus abstimmen. Nun hat Behringer nachgelegt und eine komplette X32-Familie für unterschiedlichste Anwendungen am Start. Wir widmen uns dem Behringer X32 Compact Digitalmischpult. Diese Konsole hat das gleiche Innenleben und die identische Software wie das Flaggschiff X32. Alle technischen Möglichkeiten des großen Bruders sind mit dem X32 Compact ebenso möglich. Es ist aber kleiner in den Abmessungen, da auf Teile der Hardware verzichtet wurde. So hat das X32 Compact acht XLR-Ausgänge und 16 XLR-Eingänge. Auch die Anzahl der Motorfader hat sich reduziert. Es sind hier 16, zuzüglich Main-Fader.

Die Anzahl der Ein- und Ausgänge lässt sich jederzeit erweitern. Wer zum Beispiel hin und wieder mehr Eingangsoptionen braucht, kann über die Schnittstellen AES50 A und B optional erhältliche Stageboxen anschließen und wie mit dem „großen X32“ arbeiten.

Aufgeräumte Oberfläche

Aufgeräumte Oberfläche

Um die gesamte Funktionalität mit weniger Fadern (im Vergleich zum X32) zu ermöglichen, ist die Anzahl der Layer beim X32 Compact auf acht angestiegen. Die übersichtliche Struktur ist geblieben – links: Eingangsbereich; rechts: Ausgangsbereich. Das Mischpult ist überwiegend in der Breite geschrumpft. Und geschrumpft ist auch der Preis gegenüber dem X32. Es kostet 2299,- Euro; das X32 geht für 2598,- Euro über die Theke. Ob sich die 299,- Euro Einsparung lohnen, sollte man von Fall zu Fall prüfen. Schließlich sind in der kompakten Ausführung weniger Preamps an Bord, weniger XLR-Ein-/Ausgänge und weniger Motorfader. Dafür ist unser aktuelles Testobjekt halt kleiner und leichter.

Klare Struktur - hier farblich dargestellt

Klare Struktur – hier farblich dargestellt

Mit seinen Abmessungen von 625 x 510 x 215 mm (BxTxH) ist es dennoch nicht für den Rackeinbau konzipiert. Auf der Waage schlägt der Zeiger bis 15,4 kg aus.

Zwei große Griffe an den Seitenwangen lassen das Mischpult sehr gut tragen. Mitgeliefert wird eine wasserfeste Schutzhülle. Sie ist so gearbeitet, dass die Anschlüsse auf der Rückseite frei bleiben. Nach der Probe oder im Studio können also bis zur nächsten Benutzung des Pultes sämtliche Verbindungen bestehen bleiben – eine gute Sache.

Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Warum keine Hörbeispiele? Hier wäre interessant gewesen:

    – Vorverstärker und Wandler und Vergleich mit einem anderen Gerät
    – Kompressor
    – EQ
    – Effekte

    Die X32 Effekte werden immer hoch gelobt. In einem Video eines anderen Magazins konnte man da aber andere Dinge erleben. Gerade deshalb wären hier Beispiele gut gewesen.
    Auch der EQ ist interessant. Z. B. wäre eine Anhebung und Absenkung bei 80 oder 100 Hz mit Shelving Charakteristik und noch einmal bei 8, 10 und 12 kHz ebenfalls mit Shelving Charakteristik schon interessant gewesen. Hier hört man nämlich bei den meisten Pulten sofort, ob der EQ was taugt oder nicht. Viele digitale Pulte klingen nämlich gerade in diesem Bereich besonders steril. Da wäre interessant, ob das Behringer da eine Ausnahme ist.

    Vielleicht könnt ihr ja noch einige Hörbeispiel nachliefern? Zumal ihr die ja beim X32 Preview (gab es da eigentlich jemals einen kompletten Test?) auch schon vergessen habt…..

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Nein, wir haben die Hörbeispiele nicht vergessen.
      Es geht hier schließlich um feine Unterschiede, die mit den „üblichen Lautsprecherboxen“ an Rechnern – oder wenn es ganz schlecht ist, mit den eigebauten Lautsprechern in einem Schlepptop oder Tablet – nur ungenügend bis überhaupt nicht transportiert werden können.
      Eine detaillierte Analyse der vorgeschlagenen EQ-Einstellungen, ob es steril klingt, halte ich daher nur im direkten Live-Vergleich für sinnvoll.

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