Test: Behringer X32 Compact, Digitalmischpult

Der Boot-Vorgang ist schnell erledigt. Nach nur 14 Sekunden kann es losgehen, da habe ich schon ganz andere Zeiten gestoppt. Die Oberfläche ist gut strukturiert, sie teilt sich optisch in verschiedene Bereiche: Kanalzug und Monitoring; Eingangskanäle; Display; Gruppen/Bus/Summen-Kanäle; Scenes/Assign/Mute-Gruppen.

Analog gestalteter Eingangsbereich, Monitoring und Talkback

Analog gestalteter Eingangsbereich, Monitoring und Talkback

Der analog gestaltete Eingangsbereich mit (Endlos-)Drehreglern lässt sich sozusagen jeweils den Kanalzügen zuordnen. Er bietet einen Gain-Regler mit Level-Anzeige, regelbares Low Cut-Filter, Phasendreher und Schaltung für Phantomspeisung. Wird die Taste View gedrückt, liegen die Einstellungen auf dem großen Farbdisplay und können dort weiter editiert oder mit weiteren Möglichkeiten ergänzt werden.

Die komplette Darstellung des Signal-Flows am Beispiel Kanal 1

Die komplette Darstellung des Signalflusses am Beispiel Kanal 1

Diese Vorgehensweise wiederholt sich vom Prinzip in den anderen Sektionen. Wird View aktiviert, ist der zu bearbeitende Bereich grafisch übersichtlich im Monitor abgebildet. Weiterführende Menüebenen, in Form von Karteireitern und auch zusätzlichen Seiten, lassen dann detaillierte Bearbeitungen zu. Dazu gibt es am Display sechs Drehregler mit Push-Funktion sowie zahlreiche Taster. Der Aufbau dieser Bedienelemente ist logisch und man kann schnell durch die gewünschten Ebenen navigieren, um Einstellungen vorzunehmen oder zu verändern.

In den Rahmen des Displays integriert sind außerdem drei lange und schnell agierende LED-Ketten; zwei kontrollieren die Hauptausgänge (L/R Bus) und eine separate Anzeige widmet sich dem Mono-Bus und dem Solo-Level.

Eine Seite der Kompressor-Einstellungen im Kanal 1. Die kleinen Zahlen (1/2) unten rechts weisen daraufhin, dass es eine weitere Seite gibt

Eine Seite der Kompressor-Einstellungen im Kanal 1. Die kleinen Zahlen (1/2) unten rechts weisen daraufhin, dass es eine weitere Seite gibt

Neben Noisegate und Kompressor gibt es im Eingangsbereich einen vierfach vollparametrischen Equalizer. Hier sind wahlweise High- und Low Cut, High- und Low Shelf sowie zwei weitere Filtercharakteristiken einstellbar. Jede Frequenz-Änderung wird auch hier optisch ansprechend mit gut dargestellten Kurven im Display angezeigt und lässt mit schnellem Blick die Einstellungen der Kanäle überprüfen. Neben den Einzelscreens jedes einzelnen Bereichs – zum Beispiel nur der Kompressor – wird in der Grundeinstellung die gesamte Prozesskette des Kanalzugs dargestellt.

Beispielhafte EQ-Einstellung im Kanal 1

Beispielhafte EQ-Einstellung: hier Kanal 1

Die Steuerungen für das Monitoring und die Talkback-Einrichtung sitzen im Pult bei den Drehreglern des Eingangsbereichs; ebenso die Kontrollen für die Mix-Busse.

Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Warum keine Hörbeispiele? Hier wäre interessant gewesen:

    – Vorverstärker und Wandler und Vergleich mit einem anderen Gerät
    – Kompressor
    – EQ
    – Effekte

    Die X32 Effekte werden immer hoch gelobt. In einem Video eines anderen Magazins konnte man da aber andere Dinge erleben. Gerade deshalb wären hier Beispiele gut gewesen.
    Auch der EQ ist interessant. Z. B. wäre eine Anhebung und Absenkung bei 80 oder 100 Hz mit Shelving Charakteristik und noch einmal bei 8, 10 und 12 kHz ebenfalls mit Shelving Charakteristik schon interessant gewesen. Hier hört man nämlich bei den meisten Pulten sofort, ob der EQ was taugt oder nicht. Viele digitale Pulte klingen nämlich gerade in diesem Bereich besonders steril. Da wäre interessant, ob das Behringer da eine Ausnahme ist.

    Vielleicht könnt ihr ja noch einige Hörbeispiel nachliefern? Zumal ihr die ja beim X32 Preview (gab es da eigentlich jemals einen kompletten Test?) auch schon vergessen habt…..

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Nein, wir haben die Hörbeispiele nicht vergessen.
      Es geht hier schließlich um feine Unterschiede, die mit den „üblichen Lautsprecherboxen“ an Rechnern – oder wenn es ganz schlecht ist, mit den eigebauten Lautsprechern in einem Schlepptop oder Tablet – nur ungenügend bis überhaupt nicht transportiert werden können.
      Eine detaillierte Analyse der vorgeschlagenen EQ-Einstellungen, ob es steril klingt, halte ich daher nur im direkten Live-Vergleich für sinnvoll.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.